1. Bundesliga, 15. Spieltag / BVB 4 1.FC Nürnberg 0

5. Dezember 2009 Nick Kommentieren

Das Jubiläum kann kommen.

Die Aufstellung: Weidenfeller – Schmelzer, Hummels, Subotic, Owomoyela – Sahin, Bender (46. Santana) – Großkreutz, Zidan (80. Feulner), Kuba (70. Valdez) – Barrios. Tore: Großkreutz, Barrios, Zidan, Hummels.

Wirklich erstaunlich. Das soll die gleiche Mannschaft sein, die vor zwei Wochen im Westfalenstadion nur ein uninspiriertes 0:0 gegen Mainz zustande brachte? Das System ist das gleiche, das Personal beinahe. Würde man das peinliche Pokal-Aus ausklammern, könnte man auch von acht Spielen ohne Niederlage reden – aber das wäre doch etwas schöngefärbt. Beim klaren Sieg heute gegen Nürnberg jedenfalls zeigte der BVB eine beeindruckende Leistung und der FCN eine beeindruckend schwache.

Nur wenige Minuten gestalteten die Nürnberger das Spiel offen und kamen sogar zu ersten Halbchance. Dann passte Sven Bender nach einem schnellen Gegenzug schön auf den links freistehenden Großkreutz, der mit einem flachen, nicht allzu harten Schuss das 1:0 erzielte. Das frühe Führungstor, der erste Treffer des „echten“ Dortmunders Großkreutz – man ahnte schon, dass das ein schöner Samstagnachmittag werden könnte. Nur wenige Minuten später kam die Bestätigung durch das 2:0. Owomoyela, der heute zumindest offensiv ausgesprochen positiv auffiel, flankte von rechts. Lucas Barrios schießt den Nürnberger Ersatztorwart Stephan an, von dem der Ball wiederum an Lucas Bein prallt und von dort ins Tor springt. Mehr Instinkt als Können – aber wen kümmerts? Die Schwarz-Gelben hatten endlich mal früh eine deutliche Führung herausgespielt.

Dass der 1. FC Nürnberg heute so desolat auftrat, hatte sicherlich mit diesem frühen Schock zu tun. So ähnlich erging es dem BVB in Hamburg, wobei die Gäste heute noch schlechter spielten. Obwohl unsere Mannschaft sich nach der beruhigenden Führung erst mal ein wenig ausruhte, gelang den Nürnbergern fast nichts Zwingendes nach vorne. Gerade unsere Außenverteidiger sahen in dieser Phase defensiv schwächer aus als gegen Hoffenheim – dafür überzeugten innen erneut Subotic und Hummels, im Gegensatz zur Gäste-Offensive.

Wie man es besser macht, zeigten Barrios und Zidan, die beiden einen sehr guten Tag erwischten. Einen harten Schuss von Barrios in der 36. Minute konnte Stephan nur zur Seite abwehren, Zidan nahm den Ball volley im Fallen und erhöhte auf 3:0. Ja, Barrios hätte heute noch mehr aus seinen Chancen machen können, Zidan war in ein paar Szenen wieder etwas eigensinnig. Aber beide waren sehr gut im Spiel, schossen nicht nur, sondern legten auch Bälle auf.

In der zweiten Hälfte ging das so weiter. Außer der Einwechslung von Santana für Bender (aus noch nicht bekannten Gründen) änderte sich wenig am Dortmunder Spiel. Großes Engagement und teilweise sehr gelungene Kombinationen gegen eine Nürnberger Defensive, die trotz +5 Grad im Westfalenstadion wie eingefroren wirkte, viel zu statisch für die Bundesliga. Wie immer hätten die Schwarz-Gelben nur ihre Chancen besser nutzen müssen, dann wäre der verdiente höhere Sieg auch Realität geworden. Hummels köpfte knapp neben das Tor, Barrios und Zidan vergaben mehrfach. Mats Hummels, der für Bender ins defensive Mittelfeld gerückt war, machte es aber zwischendurch besser. Nach einem Schuss von Owomoyela, den Stephan wieder nur abprallen lassen konnte, köpfte unsere Nummer 15 über den Torwart zum Endstand ein.

Das 4:0 fiel bereits in der 62. Minute und es wäre noch mehr rauszuholen gewesen heute, aber man kann der Mannschaft trotzdem nur gratulieren zu der Leistung. Die einzigen mit durchschnittlichen Auftritten waren Schmelzer, Kuba und Weidenfeller, wobei das beim Torwart einzig und allein daran lag, dass er so wenig zu tun bekam. An seine nicht gerade berauschenden Abschläge haben wir uns ja schon gewöhnt. ;-)

Dank der anderen Ergebnisse ist der BVB nun Siebter mit einem Punkt Rückstand auf Platz 5. Das ist nur ein Zwischenstand, aber einer, den ich so vor Weihnachten nicht mehr erwartet hätte. Jetzt stehen noch die Reise nach Wolfsburg und das „Jubiläumsspiel“ gegen Freiburg an. Holt die Mannschaft aus diesen Spielen vier Punkte, wäre der BVB im neuen Jahr doch dabei im Rennen um die internationalen Plätze und könnte am 19. Dezember richtig schön feiern.

Jeder Verein hat die Fans, die er verdient

1. Dezember 2009 Nick Kommentieren

Der „Akademiker-Fanclub Hoffenheim“ hat zur Partie TSG v BVB ebenfalls einen Beitrag veröffentlicht, dessen Fazit ich euch nicht vorenthalten will:

Und auch unsere Mannschaft braucht mehr Ruhe und Erfahrung: Borussia gelang es, unserer Mannschaft ihre emotionale Art aufzuzwingen. Dabei bringt man doch schon seinen Kindern bei:

Streite dich nie mit einem Idioten. Er zieht dich runter auf sein Niveau und schlägt dich dort mit seiner Erfahrung.

Ich habe lange nach einem Augenzwinkern gesucht, da die Homepage ansonsten eher halb ernst daher kommt. Dann habe ich entschieden, dass es nicht existent ist oder zumindest zu gut versteckt. Liebe Akademiker: Der schlechteste Witz ist der, den keiner findet. Und zwischen Ironie und Arroganz verläuft oft nur ein verdammt schmaler Grat. Kommentieren kann man den Beitrag übrigens nicht, denn auf der bescheiden gestalteten Seite gibt es (wohlweislich?) keine Kommentarfunktion. Zitiert und treffend kommentiert wurden andere Teile der Abhandlung aber in der aktuellen 11 Freunde-Blogschau.

Man merkt dem Akademiker-Fanclub deutlich an, dass er in der ehemaligen Fußball-Diaspora Heidelberg aus der Retorte entstanden ist. Geben wir den Damen und Herren noch ein paar Jahre, um sich an die Bundesliga-Höhenluft zu gewöhnen!

Kategorien:Heiße Luft

1. Bundesliga, 14. Spieltag / TSG Hoffenheim 1 BVB 2

29. November 2009 Nick 2 Kommentare

Aufgeriebene Nerven.

Die Aufstellung: Weidenfeller – Schmelzer, Hummels, Subotic, Owomoyela – Sahin, Bender – Großkreutz, Zidan (80. Feulner), Kuba (90. Santana) – Barrios. Tore: Kuba, Sahin (FE).

Das ist die wunderbare Welt des Fußballs. Nach einem desillusionierenden Spiel letzte Woche gegen Mainz gelingt dem BVB nun tatsächlich der Auswärtssieg in Sinsheim und aufgrund der übrigen Ergebnisse ist sogar der Anschluss an Platz 5 wiederhergestellt. Es war ein wahrhaft nervenaufreibendes Spiel, vor allem in der zweiten Halbzeit, aber nach dem guten Ausgang weiß man das dann zu schätzen. Sven Bender war wieder einsatzfähig und kehrte ins defensive Mittelfeld zurück, so dass Mats Hummels und Neven Subotic wieder das Erfolgsduo in der Innenverteidigung bilden konnten. Für den verletzten Nelson Valdez kam Kevin Großkreutz zu seinem ersten Einsatz von Beginn an.

Letzte Woche gegen Mainz wartete man über 90 Minuten vergeblich, gestern konnten die BVB-Fans schon nach zwei Minuten jubeln. Nach einem Ballverlust von Salihovic spielt Sahin den Ball auf Barrios, der sehenswert in den Lauf von Kuba weiterleitet. Der war zuletzt eher Chancentod als Vorbereiter oder gar Vollstrecker, aber gestern gelang ihm mit einem souveränen Schuss die Führung. In der Folge war Hoffenheim erwartungsgemäß die spielbestimmende Mannschaft, strahlte aber überraschend wenig Torgefahr aus. Natürlich lag das zu einem großen Teil an der Zweikampfstärke unserer neuen Traum-Innenverteidigung. Mats und Neven trugen erheblich mehr zur defensiven Stabilität bei als die Außenverteidiger Schmelzer und Owomoyela.

Nach vorne war das Spiel der Schwarz-Gelben auch gestern nicht so berühmt. Viele Angriffe werden nach wie vor durch ungenaue Pässe zunichtegemacht, aber das kann noch werden. Wenn das Spiel gestern für Kuba eine Initialzündung war oder wenn Nuri Sahin noch konstanter wird. Es ist aber erstaunlich, wie viele Ausfälle die Mannschaft durch Engagement und Leidenschaft wettmachen kann. Wir haben schließlich gegen ein Hoffenheim in Beinahe-Bestbesetzung gespielt. Diese Einstellung verkörpert der Trainer – das sollte man nach diesem tollen Sieg mal wieder betonen. Mehr …

Eine Wiederholung zu viel

27. November 2009 Nick Kommentieren

Der Geschäftsführer der Borussia Dortmund KgaA, Hans-Joachim Watzke, ist ein Mann der offenen Worte. Manchmal macht er auch einfach zu viele. Die vergangenen Tage sind dafür wieder einmal Beispiel gewesen. Am Sonntag nahm Watzke an der Mitgliederversammlung des Vereins in der Westfalenhalle teil. Während seiner Rede ließ er noch einmal die entscheidende Szene vom letzten Spieltag der vergangenen Saison, die Abseitsposition mehrerer HSV-Spieler vor deren Siegtor gegen Frankfurt, einspielen – um zu illustrieren, dass der BVB „nur wegen dieser Fehlentscheidung“ nicht international spiele.

Ich bin wohl nicht der Einzige, dem diese Darstellung zu einfach und selbst für eine Mitgliederversammlung zu populistisch ist. Man kann nicht diese Szene zeigen und unerwähnt lassen, dass ein weiteres BVB-Tor gegen in der zweiten Halbzeit so gut wie gerettete Gladbacher gereicht hätte, um Platz 5 zu verteidigen.

Am Dienstag war Aki Watzke bei einer weiteren Versammlung, der der BVB-Aktionäre, erneut in der Westfalenhalle. Diesmal echauffierte er sich über den Geldregen des Dietmar Hopp, der unserem nächsten Gegner TSG Hoffenheim erst ermöglicht habe, dorthin zu kommen, wo sie momentan stehen. In der Sache ist das natürlich richtig und unbestritten, aber der Tonfall war überflüssig und das erneute Entfachen der Empörung irgendwie langweilig. Am nächsten Tag bat Watzke die Dortmunder Fans dann um Mäßigung bei der kommenden Auswärtsfahrt.

Ebenso unnötig wie populistisch fand ich seine Einlassungen zu einem möglichen neuen Verteilungsschlüssel für die Fernsehgelder. Dabei kritisierte er insbesondere die Werksvereine und wieder Hoffenheim und benutzte erneut den Begriff der „Verursachergerechtigkeit“. Gemeint ist letztendlich, dass die Vereine mit den meisten Fans auch das meiste Fernsehgeld kassieren sollten. Schöne Idee – aber wie sollte das in der Praxis umsetzbar sein? Außerdem wäre es weniger im Sinne des sportlichen Wettbewerbs als die jetzige Regelung, denn Fanstrukturen ändern sich langsamer als Platzierungen. Aki Watzke hat in den letzten Jahren einen guten Job für Borussia Dortmund gemacht – bei seinen öffentlichen Äußerungen sollte er sich jedoch eher an BVB-Präsident Rauball orientieren.

Nun fahren die Schwarz-Gelben morgen also ausgerechnet nach Sinsheim. An den Hoeneß-Effekt vorausgeschickter Worte habe ich noch nie so richtig geglaubt. Ob die Spieler sich gegen den Tabellenvierten wieder so gut präsentieren wie beim letzten Auswärtsspiel und etwas mitnehmen, wird nicht von Hans-Joachim Watzke abhängen. Sven Bender wird in den Kader zurückkehren und vielleicht sogar von Beginn an spielen. Tingas Nominierung nach seiner Verletzung könnte davon abhängen, ob der leicht angeschlagene Nelson Valdez dabei sein kann. Hält unser Lauf gegen spielstarke Gegner an? Hoffnung und Skepsis halten sich bei mir die Waage.

1. Bundesliga, 13. Spieltag / BVB 0 FSV Mainz 0

22. November 2009 Nick Kommentieren

Mit Unentschieden lässt sich nichts gewinnen.

Die Aufstellung: Weidenfeller – Schmelzer, Santana, Subotic, Owomoyela – Sahin, Hummels – Valdez (70. Großkreutz), Feulner (62. Zidan), Kuba (88. Götze) – Barrios.

Seien wir realistisch: So wie es läuft wird der BVB in dieser Saison nichts holen. Die Chance auf eine weitere Fahrt nach Berlin wurde leichtfertig vergeben und Platz 5 in der Liga ist momentan utopisch. Nicht weil der Abstand schon so groß wäre – fünf Punkte sind selbstverständlich aufzuholen – sondern weil die Konstanz komplett fehlt. Leistungen, die Hoffnung auf einen Europapokal-Platz machen sind selten. Ein gutes 1:1 in Bremen hilft uns wenig weiter, wenn danach ein schwaches 0:0 gegen Mainz folgt.

Ja, wenn alle Leistungsträger unverletzt und fit wären… aber wann sind sie das bei uns schon mal? Am Freitag hat sich Dimitar Rangelov mit einem Mittelfußbruch in die Verletztenliste eingereiht. Nicht dass er der große Hoffnungsträger wäre, aber es fehlt eine weitere Alternative, um aktuell leistungsschwache Spieler wie zum Beispiel Nelson Valdez zu ersetzen.

Die Spieler, die gestern gegen Mainz auf dem Platz standen, können in Bestform um Platz 5 mitspielen. Von der Bestform sind jedoch zu viele weit entfernt. So krankte vor allem das Flügelspiel. Rechts war Owomoyela sogar noch stärker als Kuba – und das will was heißen. Beide gingen jedoch nicht völlig fit in die Partie. Schmelzer und Valdez waren über links nur marginal besser. Und Markus Feulner, der sein Startelf-Debüt gab, wurde von Jürgen Klopp zentral offensiv aufgestellt, obwohl er bekanntlich lieber zentral defensiv spielt. Auf der „10″ konnte er nicht so recht überzeugen – im jetzigen System könnte ich mir einen Positionstausch mit Sahin gut vorstellen.

Die Schwarz-Gelben waren überlegen, aber nicht überzeugend. Vielen Spielzügen mangelte es an Genauigkeit, so dass sie ungefährlich blieben. Der BVB hatte ein Übergewicht im Mittelfeld, dafür fehlte es vorne an Durchschlagskraft. Ausgerechnet Mats Hummels hatte die meisten und besten Chancen, vergab aber knapp oder scheiterte am starken Mainzer Keeper Heinz Müller. Mit Schüssen aus der Distanz versuchte manch anderer Spieler, die fehlende Kreativität zu kompensieren – immer ein schlechtes Mittel gegen einen guten Torwart. Lucas Barrios hatte die ein oder andere vielversprechende Szene, blieb gestern aber ebenfalls glücklos. Die Mainzer kamen ihrerseits zu zwei bis drei guten Chancen – einmal musste Schmelzer für den umlaufenen Weidenfeller klären – taten insgesamt aber zu wenig, um sich mehr als einen Punkt zu verdienen.

Richtig positiv hervorgestochen hat gestern niemand bei Schwarz-Gelb. Am ehesten noch Mats Hummels. Er hatte mit einem schönen Volleyschuss die vielleicht beste Chance des Spiels, ein weiterer Schuss von ihm traf einen Mainzer Spieler im Strafraum am Arm, allerdings aus kurzer Distanz – einen Elfmeter war das nicht wert. Demgegenüber hatte Mats jedoch auch unnötige Ballverluste im Mittelfeld. Die Innenverteidiger, vor allem Neven Subotic, zeigten ebenfalls eine ansprechende Leistung. Leider brachte der Rest nicht das, was nötig ist, um gegen den stärksten Aufsteiger zu gewinnen.

Trotz der gestrigen Leistung ist natürlich nicht auszuschließen, dass der BVB nächstes Wochenende in Hoffenheim ein beachtliches Unentschieden erreicht. In der Tabelle wird uns das aber genauso wenig weiterbringen. Damit muss man unter den gegebenen Umständen finanzieller und personeller Art leben – ich für meinen Teil kann das, auch wenn der Fußball im Frühjahr mehr Spaß gemacht hat.

Fußball schauen

19. November 2009 Nick Kommentieren

Man hätte als Fußballblogger vieles schreiben können in den letzten zwei Wochen. Von der Trauerfeier für Robert Enke, Händen für Frankreich und von Geld für verschobene Spiele. Mir fehlte jedoch die Muße und andere haben die Themen inzwischen erschöpfend behandelt. Ich bin dafür wieder dabei, wenn es um das Hauptthema dieses Blogs geht: Fußball schauen. Viele werden sich wieder auf den ganz normalen Bundesliga-Fußball umstellen müssen, vielleicht mehr als nach anderen Länderspielpausen, aber es wird gelingen. Dafür sorgen schon die Interviews von Uli Hoeneß.

Das „Topspiel“ an diesem Samstag heißt Borussia Dortmund v FSV Mainz und ich freue mich darauf. Es sollte ein offensives Spiel werden, möglicherweise mit vielen Toren. Das Spiel der Mainzer in Wolfsburg könnte ein Fingerzeig sein – das Ergebnis darf gerne anders lauten. In der möglichen Aufstellung des BVB gibt es unterdessen noch viele Fragezeichen, besonders im Mittelfeld. Neben den sicheren Ausfällen von Kehl, Hajnal und dem wahrscheinlichen von Tinga wird es knapp für Nuri Sahin, Kuba und vor allem Sven Bender. So könnte sich die Besetzung am Samstag quasi von alleine ergeben.

Unser (scheinbar) einziger Rechtsverteidiger Patrick Owomoyela soll nach einem Infekt wie Kuba erst morgen wieder trainieren. Jürgen Klopp könnte unter Umständen also gezwungen sein, hinten rechts jemand ganz neuen, sprich einen Nachwuchsmann wie etwa Julian Koch, zu testen. Links wird Marcel Schmelzer für den verletzten Dede spielen. Wer auch immer auflaufen wird, gegen einen Aufsteiger sind zu Hause drei Punkte nicht zu viel verlangt. Die Gäste müssen allerdings nur auf den gesperrten Linksverteidiger Zsolt Löw verzichten – und scheinen somit bessere Möglichkeiten zu haben, trotz Pause ein eingespieltes Team aufs Feld zu schicken.

Trotzdem: Das Ziel übermorgen kann nur lauten, zu den Mainzern punktemäßig halbwegs aufzuschließen. Ich freue mich auf packenden Fußball!

Ein ganz besonderer Torwart

10. November 2009 Nick Kommentieren

Eigentlich wollte ich heute noch einen Beitrag über die erneute Knieverletzung von Dede schreiben, die ihn zu einer Zwangspause bis Ende des Jahres verurteilt. Dann kam die schockierende Nachricht vom Tod Robert Enkes. Der 32-jährige Torwart von Hannover 96 hat sich allem Anschein nach das Leben genommen. In der Nähe von Hannover wurde er an einem Bahnübergang von einem Zug erfasst.

Für Außenstehende verbieten sich Spekulationen, was letztlich der Auslöser für den vermutlichen Freitod war. Robert Enke hat jedenfalls mehr Schicksalsschläge als die meisten seiner Kollegen einstecken müssen. Er war vielleicht der sympathischste Nationalspieler der letzten Jahre – nach allem was man hört, ein ruhiger, reflektierter Zeitgenosse, der nichts übrig hatte für das Posertum, das in der Branche nicht selten ist. Das ist ein trauriger Abend für Fußballfans, aber natürlich in erster Linie für die Menschen, die Robert Enke persönlich kannten. Ich bin sicher, dass ich nicht der Einzige bin, der ihm die WM-Teilnahme und auch sonst alles Glück gegönnt hätte.

P.S. Ein Armutszeugnis ist, wie zurzeit (Dienstagabend) bei Spox.com die Nachricht von Enkes Tod ständig von einem riesigen Werbebanner eines bayrischen Automobilkonzerns überlagert wird.

1. Bundesliga, 12. Spieltag / Werder Bremen 1 BVB 1

8. November 2009 Nick Kommentieren

Gefühlter Sieg in Bremen.

Die Aufstellung: Weidenfeller – Dede, Santana, Subotic, Owomoyela – Sahin, Hummels – Valdez (88. Schmelzer), Zidan (54. Feulner), Kuba (88. Großkreutz) – Barrios. Tor: Barrios.

Heute war so ein Tag, an dem wohl jeder BVB-Fan nach dem Spiel das Stadion, die Kneipe oder den Wohnzimmersessel zufrieden verlassen hat. Obwohl wir in Bremen hätten gewinnen können und das nicht mal unverdient gewesen wäre. Aber die Schwarz-Gelben haben eine tolle zweite Halbzeit gespielt, die einen sehr positiv in die nächste Länderspiel-Pause gehen lässt.

Jürgen Klopp hatte sich bei der Besetzung der Defensive für die erwartete Variante mit Santana (in der IV) und Hummels (im DM) entschieden und lag damit nicht falsch – auch wenn Santana, aber auch Subotic, bei der Bremer Führung nicht gut aussahen. Die Bremer mussten neben Frings auch Pizarro ersetzen, was uns sicher nicht geschadet hat. Wir sahen eine erste Halbzeit, in der die Gastgeber zwar deutlich mehr Ballbesitz, aber kaum mehr Chancen als der BVB hatten. Beeindruckend war die „Lufthoheit“ im eigenen Strafraum – dort entschärfte unsere Defensive viele Bremer Angriffe per Kopf. Nur nicht in der 36. Minute, als Hunt von rechts flanken konnte, zentral niemand klärte und Özil im Rückraum freistand. Roman Weidenfeller ging bei dessen Schuss früh zu Boden, aber Schuld geben würde ich ihm trotzdem nicht.

Es war ein unglücklicher Rückstand, aber auch dem BVB war in der ersten Hälfte wenig nach vorne gelungen. Ein Schuss von Kuba, ein Freistoß kurz vor der Pause von Nuri Sahin, viel mehr war da nicht. Häufig scheiterten die Bemühungen an ungenauen Pässen – da muss ich mal wieder den Namen Owomoyela nennen, den ich nicht so gut gesehen habe wie später das WDR-Fernsehen.

Die zweite Halbzeit war dann für BVB-Verhältnisse eine Offenbarung. Streckenweise wurden die Bremer Serientäter im eigenen Stadion hinten reingedrängt. Die Schwarz-Gelben zeigten sich über die ganzen 45 Minuten sehr engagiert und wach. Und das nicht nur vor dem Ausgleich. Wieder drehte Kuba in Hälfte 2 richtig auf. Nach einem schönen Spielzug legte er quer auf Barrios, der ins Tor schoss. Zu Unrecht entschied der Assistent an der Linie jedoch auf Abseits. Über so was könnte man sich nach einer knappen Niederlage in Bremen aufregen, aber zum Glück kam es anders. Kurz darauf schoss Barrios nämlich wieder ins Tor. Valdez hatte zuvor von halblinks einen heftigen Schuss losgelassen, den Wiese abprallen lassen musste. Lucas Barrios bewies diesen typischen Torjäger-Instinkt, sprintete heran und traf gerade noch rechtzeitig vor Wiese den Ball. Unser „fenomeno“ halt.

Klasse war vor allem, was der BVB danach zeigte. Die Schwarz-Gelben ließen sich eben nicht zurückfallen, sondern hatten das Spiel in der letzten halben Stunde über weite Strecken in der Hand. Der eingewechselte Markus Feulner fügte sich gut ein und entwickelte Druck vor allem über links. Neven Subotic  hätte nach einer Ecke ziemlich freistehend einschießen sollen. Und dann war da noch der Dortmunder Konter nach einem durchsichtigen Versuch von Bremens Rosenberg, einen Elfmeter rauszuholen. Wieder einmal musste Tim Wiese seine Bremer retten: Er parierte einen ordentlichen Schuss von Nelson Valdez. Trotzdem kann ich mir nicht helfen: Ich denke, Barrios hätte den heute auch noch gemacht.

Natürlich darf man eine Mannschaft wie Bremen bis zur letzten Sekunde nicht abschreiben und deshalb war auch niemand ernsthaft enttäuscht nach dem Abpfiff. Das sah einfach gut aus in den zweiten 45 Minuten, das hat Spaß gemacht, das war der BVB in der Frühjahr ‘09-Edition. Man muss heute mal fast alle lobend erwähnen: Dede war mutiger als zuletzt, Subotic und Santana mit wenigen Ausnahmen immer im Bild, Hummels und Sahin zeigten eine souveräne Leistung im defensiven Mittelfeld. Erwähnenswert waren auch die verbesserten Standards von Nuri, nicht nur beim Freistoß kurz vor der Pause. Valdez war (erwartungsgemäß) sehr engagiert und bereitete das Tor vor. Kuba, Barrios und Feulner habe ich schon genannt. Weidenfeller war zur Stelle, wenn er es sein musste. Ich würde ihm wie gesagt so gut wie keine Schuld am Gegentreffer geben. Zidan rettete immerhin einmal auf der Linie – was eigentlich nicht seine Hauptaufgabe ist.

Nach einem guten Spiel wie heute stört mich auch die Länderspielpause wenig. Danach wird sich die Personalsituation im Mittelfeld entspannt haben und dann kann auch der kleine Klopp kommen.

Lieber Steak als Pizza

6. November 2009 Nick Kommentieren

(Updated) Das erste „Duell“ mit dem SV Werder hat der BVB schon gewonnen: Lucas Barrios ist von den Fußballfans zum Spieler des Monats Oktober gewählt worden. Mit erstaunlich großem Vorsprung (>30%) vor Bremens Claudio Pizarro; Dritter wurde Andreas Ivanschitz von Mainz 05. Das Ergebnis sagt vermutlich weniger über den tatsächlichen Qualitätsunterschied der Spieler aus als über den Aktivierungsgrad der Fans – wir kennen das ja von der Stimmung in den jeweiligen Stadien. ;-) Dass Lucas die Auszeichnung verdient hat, steht natürlich außer Frage. Nur wenige Wochen nachdem ihm eine Krise angehängt worden war, trifft er in jedem Spiel und hat sich angesichts der Torgefährlichkeit der restlichen BVB-Offensive blitzschnell zu einem Schlüsselspieler entwickelt.

Trifft ähnliches auf Claudio Pizarro zu? Wichtig ist er für den Werder-Sturm ohne Zweifel. Gestern kamen die Bremer in einer sehr offenen Partie gegen Austria Wien erst in der Schlussphase durch ein Abseitstor auf die Siegerstraße. Pizarro fehlte, ebenso wie Thorsten Frings. Pizarro fehlte auch beim 2:2 in Nürnberg. Ob er am Sonntag gegen den BVB spielen kann, ist sehr fraglich. Besonders fraglich natürlich für Thomas Schaaf, aber das kennt man so vor einer Bundesliga-Partie. Als Alternative könnte Hugo Almeida nach längerer Verletzungspause wieder zum Einsatz kommen. Gegen Wien wurde er bereits eingewechselt und erzielte das 2:0. Thorsten Frings wird den Gastgebern jedoch mit einem Muskelfaserriss auf jeden Fall fehlen.

Eine Chance für Schwarz-Gelb? Wenn Tim Wiese spielt wie in Nürnberg und nicht wie gegen Wien. Damit wäre der dritte entscheidende Mann der Bremer genannt. Wiese ist nach heutigem Stand ebenso fit wie Mesut Özil, der auch ein bisschen Fußball spielen kann. Beim BVB sah es zur Wochenmitte vor allem bei der Besetzung des Mittelfelds noch düster aus. Inzwischen können Nuri Sahin, Markus Feulner und Kuba wieder trainieren und sollten übermorgen zur Verfügung stehen. Lediglich Tinga wird mit Adduktorenproblemen ausfallen.

Trotz Welttorjäger des Monats wird die Aufgabe in Bremen sehr schwer, darüber gibt es wohl keine zwei Meinungen. Wir haben bekanntlich andere Positionen, die weniger gut besetzt sind. Und so freue ich mich zwar nicht, verspüre aber eine gewisse Erleichterung, dass die Bremer ebenfalls nicht in voller Stärke antreten können. Vom Knacken der Serie will ich nicht sprechen – einen Punkt zu holen wird schwer genug, erscheint mir aber möglicher als noch vor zwei Wochen.

UPDATE: Schlechte Nachrichten aus Dortmund. Beim Abschlusstraining hat sich Sven Bender einen Muskelfaserriss zugezogen und wird somit wie sein Bremer Pendant Frings etwa zwei Wochen ausfallen. Angesichts der letzten Wochen ist das ein klarer Verlust. Mögliche Reaktionen von Jürgen Klopp: Entweder er zieht Mats Hummels ins Mittelfeld vor und gibt Felipe Santana eine neue Chance in der Abwehr. Oder er lässt Markus Feulner von Beginn an im defensiven Mittelfeld ran. Die erste Variante haben wir zu Saisonbeginn ein paar Mal mit bescheidenem Erfolg ausprobiert. Die zweite wäre mutiger und vielleicht erfolgsversprechender.

Zum Jubiläum Görlitz?

2. November 2009 Nick 3 Kommentare

Im Dezember 2009 wird Borussia Dortmund 100 Jahre alt. Das freudige Ereignis wird in der Westfalenhalle mit einer großen Gala gefeiert. Zu den Gästen gehören unter anderem Udo Jürgens, Sasha und Atze Schröder. Ich würde gerne tauschen und dem Publikum lieber einen guten Spieler als einen schlechten Komiker präsentieren: Andreas statt Atze!

Der „Kicker“ berichtet heute, dass nach Jose Ernesto Sosa auch Andreas Görlitz den FC Bayern verlassen will, und zwar noch im Winter. Louis van Gaal und Uli Hoeneß haben bereits erklärt, dass der Kader des Rekordmeisters verkleinert werden soll – natürlich nur, wenn Spieler „freiwillig“ gehen wollen. Görlitz ist gelernter Rechtsverteidiger, eine Position, auf der man beim BVB über Verstärkungen nachdenken sollte – wenn sich Gelegenheiten ergeben. Schon mit Mats Hummels, einem weiteren Spieler vom Abstellgleis der Bayern, hat der BVB einen Treffer gelandet. Zugegeben, Görlitz ist älter und ihm fehlt die Spielpraxis. Um eine Konkurrenzsituation für Patrick Owomoyela zu schaffen, wäre er aber genau der Richtige. Ein fairer Zweikampf, bei dem der Bessere gewinnen möge.

Das ist noch eine Fantasie, keine Frage. Aber nicht utopisch, wenn der soziale Uli Hoeneß dem BVB zum 100-jährigen eine kleine Freude machen möchte. Und außerdem sollen auch niemandem Steine in den Weg gelegt werden, oder?