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1. Bundesliga, 12. Spieltag / Hannover 2 BVB 1

Eigentlich ist Fußball ein einfaches Spiel, aber manches ist trotzdem nur schwer zu erklären. Etwa, wie es sein kann, dass der BVB gestern in Hannover in der ersten Hälfte der ersten Hälfte tollen Fußball gespielt hat, präsent im Mittelfeld, zweikampfstark und ballsicher war, wie gegen Bayern, und sich das Ganze dann urplötzlich mitten im Spiel zugunsten der Gastgeber dreht. Vorher hatten die Schwarz-Gelben große Chancen u.a. durch Valdez und Kuba, zur Halbzeitpause konnten wir dann jedoch schon froh sein, dass es noch 0:0 stand – so war etwa ein Rosenthal-Schuss an den Innenpfosten und von dort in Weidenfellers Arme geprallt, eine Szene, die mich an ein Spiel gegen die Bayern erinnerte, als Olli Kahn mal solches Glück hatte.

Das Personal war dasselbe wie gegen die Bayern, 25 Minuten lief es gut. Wie kommt so ein Bruch zustande? Wahrscheinlich reichen schon ein paar verlorene Zweikämpfe, um dem Gegner einen Schub zu geben und dem eigenen Team zu signalisieren: Hoppla, wir haben den Faden verloren, laufen plötzlich nur noch hinterher. Wenn eine Mannschaft dann nicht sehr selbstbewusst ist, zieht sie sich unwillkürlich zurück und die Nervosität steigt.

Die zwei entscheidenden Knackpunkte waren jedoch die verletzungsbedingte Auswechslung Tingas (gegen Kruska) zur Pause und der dämliche Elfmeter, den Degen gegen Pinto verursachte. Tinga hat sich in den letzten Partien als zweikampfstarker Antreiber mit wichtigen Offensivimpulsen erwiesen, eine Rolle, die Marc-Andre Kruska bei weitem noch nicht ausfüllen kann. Und wie zuletzt öfter erwiesen sich die ersten zehn Minuten nach der Pause als eine kritische Zeit für den BVB. In einer ungefährlichen Situation im Strafraum, knapp vor der Torauslinie, geschätzte zehn Meter neben dem Tor, grätscht Philipp Degen Pinto von hinten in die Beine – glasklarer Elfer, ebenso klar unnötig, das 0:1.

Doll brachte nun Klimowicz für den gestern nicht nur abschluss- sondern auch spielschwachen Valdez, aber es kam zu wenig Konstruktives vom BVB. Die Hannoveraner waren oft zuerst am Ball, einfach reaktionsschneller, wie sich beim 0:2 zeigte. Nach einer Ecke ging ein Rosenthal-Kopfball an die Latte, und Schulz war vor allen Abwehrspielern am zurückspringenden Ball um ihn reinzumachen. In der 79. Minute gelang eher zufällig noch das 1:2: Kringe flankte von links und der Ball segelte ins Tor, vermutlich weil in der Mitte Petric fast noch rangekommen wäre und Torwart Enke irritierte. Für ein paar Minuten riss der BVB das Spiel jetzt nochmal an sich, aber außer einem zu schwachen Klimowicz-Schuss kam nix mehr dabei rum.

Also, wenn man bei zuletzt zwei Unentschieden in der Liga von einer Erfolgsserie sprechen kann, ist die jetzt auf jeden Fall wieder gerissen und Thomas Doll muss sich erneut auf die Suche nach Ursachen und möglichen Heilmitteln begeben. Unteres Mittelfeld, Platz 12, ist angesagt, und ein Sieg im vorletzten Heimspiel vor der Winterpause, nächsten Samstag erneut gegen Frankfurt, natürlich Pflicht, um die Hinrunde noch retten zu können.

  1. 5. November 2007 um 14:31 | #1

    *seufz*
    Ich war ja schon fast so weit, die Jungs wieder lieb zu haben, hab mich dann aber um meines Seelenfriedens willen nach Ansicht des Ergebnisses im Videotext doch von der Sportschau ferngehalten.

  2. 5. November 2007 um 20:14 | #2

    Ja, obwohl ich immer noch jedes Spiel anschaue, gehts mir schon ähnlich. Da hatte man gerade mal wieder etwas Hoffnung geschöpft, war auch am Samstag 20 Minuten lang fast schon begeistert, und dann machen die sich und uns alles wieder kaputt, u.a. durch so ne Riesendummheit vom Philipp Degen :-(

  3. 6. November 2007 um 10:08 | #3

    Das hab ich alles gar nicht mitgekriegt. Aber Degen ist echt ne Wurst, ich glaub, das kann man auf gut Glück in jeden Spielbericht schreiben… :-(

  4. 6. November 2007 um 22:22 | #4

    Degen ist echt so n typisches Beispiel: Ich hab immer darauf gewartet, dass endlich mal der Durchbruch kommt, aber nix da. Wie die Mannschaft…

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