1. Bundesliga, 13. Spieltag / BVB 1 Eintracht Frankfurt 1
BVB v Markus Pröll und eigene Dummheit 1:1 könnte man auch sagen. Wie erwartet traten die Frankfurter sehr defensiv an, bei Schwarz-Gelb gabs den erwarteten Wechsel im Sturm (Klimowicz für Valdez) und im Mittelfeld mit Kruska einen zweiten Defensivmann (für Buckley).
Schon nach zwei Minuten hatte der BVB die Chance, das Spiel aus seiner vorgezeichneten Bahn zu lenken, aber Klimowicz vergab diese 100%ige nach einer Hereingabe von rechts. Ansonsten gab es in der ersten Hälfte wenig klare Torchancen, die Eintracht lauerte auf Konter, von denen es ein oder zwei gab, der BVB war auch nur im Ansatz gefährlich – bis auf zwei schöne Weitschüsse von Petric und Dede kurz vor der Pause. Unglücklicherweise musste Klimowicz mit Verdacht auf Gehirnerschütterung noch in der ersten Halbzeit raus, für ihn kam dann doch Nelson Valdez, der in Halbzeit 2 einmal mehr zum Chancentod wurde.
Diesmal kehrte die Mannschaft hellwach aus der Kabine zurück, die ersten zehn Minuten wurde unheimlich Druck auf das Tor von Pröll ausgeübt, es gab Chancen durch Dede, Tinga, Kringe und Kuba. Und wenn man die dann nicht verwertet, wird sowas eben bestraft – ich kann den Satz selber nicht mehr hören
. Nach einem Frankfurter Konter in der 55. Minute, der ersten Offensivaktion der SGE in der zweiten Hälfte, kam Amanatidis frei zum Kopfball, obwohl eigentlich fünf Abwehrspieler gegen zwei Stürmer standen – schuld war Brzenskas schlechtes Stellungsspiel. 0:1, zu diesem Zeitpunkt absolut unverdient.
Man kann der Mannschaft nicht vorwerfen, dass sie sich danach hängen ließ: Das Spiel auf ein Tor ging weiter, wenn auch nicht mit der gleichen Intensität wie zuvor. Nach einem Pfostenkopfball von Kovac verlor ich langsam die Hoffnung, aber es gibt ja noch Florian Kringe. In der 81. Minute konnte Pröll einen Schuss von Dede nur abklatschen, Kringe stocherte ihn rein. Dabei soll er Chris wie ein „Holzfäller“ (Gerhard Delling, ARD) umgehauen haben – die Bilder zeigen allenfalls eine minimale Berührung. Ein Aufreger für BVB-Fans dann noch in der 86. Minute: Nach schöner Vorarbeit des verbesserten Kuba war Valdez frei vor dem Tor, der Ball sprang ihm aber weg. Es blieb spannend bis zum Schluss, Tore gabs jedoch keine mehr.
Es wäre, auch angesichts einiger verletzter Spieler bei der Eintracht, eigentlich ein Pflichtsieg gewesen. Auch wenn man erleichtert über den späten Ausgleich ist. Aber dann war da ja noch die Valdez-Chance. Das ist, was man der Mannschaft in erster Linie vorwerfen kann: Die mangelnde Chancenverwertung. Für meinen Geschmack wurde in der zweiten Hälfte auch zuviel mit Weitschüssen operiert. Irgendwann hätte man merken müssen, dass Pröll so nicht zu überwinden ist. Bei manchem BVB-Spieler scheint mir da zuviel Eigensinn im Spiel gewesen zu sein.
Überhaupt Markus Pröll. Mit einer solchen Leistung müsste er sich eigentlich ins Blickfeld von Jogi Löw gespielt haben. Ist ja nicht das erste Mal. Vielleicht hätte Petric noch was ausrichten können, wenn er nicht ebenfalls mit einer Gehirnerschütterung rausgemusst hätte. Lehren aus diesem Spiel? Die Rückkehr von Alex Frei wird sehnsüchtig erwartet. Im Winter muss noch ein Abwehrmann geholt werden; auch wenn die Eintracht wenige Chancen hatte – im entscheidenden Moment haben wir hinten wieder gepennt (Brzenska). Ansonsten kann man der Mannschaft aber gar nicht viel vorwerfen. War auch Pech dabei heute. Trotzdem, was zählt ist Platz 13.
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