Wochenschau
Die großen Themen, zu denen man unbedingt etwas sagen müsste, fehlten in der letzten Woche wie häufiger in Länderspielpausen. Von dem, was war, fällt einiges in meine Kategorie Heiße Luft, soll aber trotzdem nicht ganz unerwähnt bleiben. Deshalb gibts diesen kompakten Rückblick:
* Den Superbayern genügen vier sieglose Spiele mit nur einer Niederlage, um sich schon wieder gegenseitig mit Vorwürfen zu überziehen. Nach dem Duell Rummenigge v Hitzfeld, das auf der Jahreshauptversammlung mit einer Art kaltem Frieden vorläufig beendet wurde, kriegten sich eben dort Uli Hoeneß und einige Fans verbal in die Haare. Man möchte gar nicht Partei ergreifen, wenn sich ein wieder einmal stillos ausflippender, aber ohne Zweifel erfolgreicher Manager mit Bayern-Fans anlegt, die der Vereinsführung ernsthaft einen Großteil der Schuld an der fehlenden Stimmung in der Allianz-Arena zuweisen. Um es mal klar zu sagen: Die Münchener Fans sind doch so verwöhnt, dass sie nur bei Toren richtig Stimmung machen – ist schon ewig so.
Obendrein gibt es nun das Gerücht, die Bayern-Führung hätte inoffiziell Interesse an einer Verpflichtung des Liverpool-Trainers Rafa Benitez bekundet – für den Fall, dass Ottmar Hitzfeld sich 2008 doch für den Posten bei der Schweizer Nati entscheidet. Wenn da ein Fünkchen Wahrheit dran sein sollte (was sich schwer beweisen lassen wird), würde ich mich als ‘Gottmar’ schon fragen, was mit so einer vorzeitigen Kontaktaufnahme wirklich bezweckt werden soll.
* Die Stimmung beim BVB bzw. seinem Umfeld war allerdings auch schon besser. In dieser Woche haben erst Mladen Petric und dann Thomas Doll die negativen ‘Schwingungen’ im nicht genauer definierten „Umfeld“ des Vereins kritisiert, die nicht förderlich für die Leistung der Mannschaft seien. Zudem sieht sich Doll für seine Art, mit den Spielern umzugehen, zu Unrecht an den Pranger gestellt. Die Kritik der beiden scheint sich in erster Linie gegen die (Boulevard-)Medien zu richten, da etwa Vereinsverantwortliche zumindest von Doll in Schutz genommen werden. Ich bin der Erste, der dieser Kritik zustimmen würde, aber ich halte das nicht für ein spezifisches Dortmunder Problem. Vielleicht müssen sich doch auch die Herrn Watzke und Zorc sowie die Fans im Westfalenstadion etwas mehr Geduld angewöhnen. Was mich fast genauso nervt wie die B++d sind die Zuschauer, die schon nach 20 Minuten anfangen zu pfeifen.
Das erklärt aber trotzdem noch nicht, warum es in den letzten Spielen zeitweise richtig gut lief, nur die Chancen nicht verwertet wurden und hinten das Stellungsspiel öfter nicht stimmte. Und der Einbruch beim Auswärtsspiel in Hannover lässt sich auch nicht mit den (wohlwollenden) Fans oder dem gezückten Stift des B++d-Reporters erklären.
* Die positivsten Schlagzeilen macht in Deutschland imho zur Zeit der HSV. Die haben einen guten Trainer und nun noch einen richtig guten Spieler verpflichtet, zumindest ein sehr hoffnungsvolles Talent: den Nigerianer Macauley Chrisantus von Hearts of Abuja. Der 17-jährige war Top-Torjäger bei der U 17-WM in Südkorea und soll auch von Chelsea, Real Madrid und Lyon umworben worden sein. Beim HSV wird er zunächst als Vertragsamateur geführt und dann am Ende der Saison einen Profivertrag unterschreiben. Anscheinend konnten die Hamburger den Spieler und seine Familie ebenso wie den Berater mit einem langfristigen Entwicklungskonzept überzeugen. Vor allem dürfte sich Chrisantus beim HSV bessere Chancen ausrechnen, mittelfristig einen Stammplatz zu erkämpfen.
Der Transfer, der weniger als 1 Mio. € gekostet haben soll, ist auch ein schöner ‘Prestigeerfolg’ für die Bundesliga und zeigt an, mit welchen Mitteln man sich auf dem Transfermarkt u.U. gegen die angeblich übermächtige Konkurrenz aus England, Spanien und Italien (??) durchsetzen kann.
Und weg ist der HSV-Trainer. Zumindest bald.
Hach ja, da macht man mal jemand ein Kompliment und schon isser weg…