Any Given Weekend

Nicht nur ein BVB-Blog

1. Bundesliga, 14. Spieltag / 1.FC Nürnberg 2 BVB 0

Der BVB in Nürnberg – Eine Symphonie des Grauens. Vielleicht ist das Problem, dass ich beim Fußball trotz allem erzwungenen Realismus doch immer noch ein bisschen Optimist bleibe. So kann diese Mannschaft ein ums andere Mal meine Erwartungen unterbieten. Diese Mannschaft, die ich vor dem Spiel als gut aufgestellt wähnte – rein von der Spielerauswahl her. Das Fehlen von Philipp Degen wegen Verletzung hatte Thomas Doll mit der unter seiner Regie erstmaligen Nominierung von Martin Amedick für die Startelf beantwortet – in der Rolle als Rechtsverteidiger. Hoffnung machte auch die Rückkehr von Sebastian Kehl, wenn auch weniger aus spielerischen Gründen, sondern mehr wegen seiner (möglichen) Rolle im Team.

Was soll man sagen? Alle Hoffnungen waren trügerisch. Die erste Halbzeit war gruselig, in der zweiten hatte der BVB zwar vielleicht eine halbe Stunde mehr vom Spiel, aber Torchancen waren absolute Mangelware. Da war so gut wie nix. Der Rückkehrer Kehl hatte eine halbwegs nennenswerte Szene, sonst konnte aber auch er dem blutleeren Spiel der Schwarz-Gelben keine Impulse geben. Da schien vor dem Spiel wirklich Nosferatu und nicht Thomas Doll in der Kabine gewesen zu sein :-( . Das Experiment mit Amedick rechts hinten war auch keine Ideallösung, funktionierte allenfalls in der zweiten Hälfte.

Beim ersten Tor in de 12. Minute sah mal wieder Roman Weidenfeller nicht gut aus. In der Entstehung patzte Tinga, so dass Galasek einen flachen, eher harmlosen Weitschuss abfeuern konnte; Roman rutschte weg, der Ball war drin. Dass er später einige Male sehr gut reagierte, blieb dann weitgehend bedeutungslos, denn der Rest der Mannschaft war noch schlechter und wirkte nie so, als ob das Spiel gegen keinesfalls besonders überzeugend auftretende Nürnberger noch gedreht werden könnte. Die Abwehr war katastrophal, gegen eine Topmannschaft hätte der BVB bestimmt 5-6 Stück gekriegt. Vor dem späten 2:0 durch Charisteas blieb Kovac meterweit vom Griechen entfernt stehen und hob nur das Bein. Und Markus Brzenska holte sich etwas unglücklich eine Gelb-Rote Karte ab, so dass in Stuttgart nächsten Samstag wohl wieder die Altherren-Abwehr ran darf.

Ja, fußballtechnisch dürfte allen BVB-Fans eine bittere Adventszeit bevorstehen. Wer glaubt ernsthaft, dass man beim momentanen Zustand der Mannschaft ausgerechnet beim sich gerade aus der Krise schießenden Meister etwas holen kann? So wird es wohl die Woche drauf am Freitagabend zum für Thomas Doll vielleicht schon ultimativen Abstiegsduell gegen Bielefeld kommen…

Eingetragen unter:90 Minuten, Schwarz und Gelb , , , , , , , ,

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