1. Bundesliga, 17. Spieltag / VFL Wolfsburg 4 BVB 0
„Eins habe ich gesehen: Auf wen ich mich in Zukunft verlassen kann. Der eine oder andere wird sich sicherlich ganz weit hinten anstellen müssen.“ (Thomas Doll)
Mir schwante schon Böses, als ich gestern vor dem Spiel die Aufstellung sah, aber mit sowas habe ich natürlich nicht gerechnet. Von den vier Angeschlagenen vom Donnerstag konnte nur Tinga auflaufen, Kovac saß immerhin auf der Bank und ausgerechnet Kringe sowie Kehl fehlten ganz. In die Mannschaft kamen dafür Wörns, Buckley und Kruska. Und was soll man groß sagen? Die Defensive war eine Katastrophe. Wenn diese Pleite ein Gutes hatte, dann vielleicht, dass jetzt auch Thomas Doll und die Herren Zorc und Watzke endlich kapiert haben, dass CHRISTIAN WÖRNS NICHT MEHR BUNDESLIGATAUGLICH IST. Ist das unfair gegenüber einem verdienten Spieler? Ich finde nicht – dafür hat er beim BVB gegnügend Geld verdient. Ich halte nichts von dieser Mentalität, einen Spieler nur wegen seiner ‘Erfahrung’ und seinem (angeblichen) ‘Standing’ im Verein zu protegieren. Und überhaupt: Kann mir mal jemand erklären, warum Lars Ricken zu schlecht für den Bundesliga-Kader sein soll und Wörns nicht?
Genausowenig halte ich von der Ansicht, dass ein Torwart erstmal unantastbar ist. Natürlich sollte zwischen den Pfosten nicht so regelmäßig gewechselt werden wie auf anderen Positionen, aber wenn jemand, wie gerade Roman Weidenfeller, eine schlechte Phase hat, kann man das nicht ewig ignorieren. Beim gestrigen Gegner hat das Felix Magath begriffen, auch wenn es die BVB-Offensive Andre Lenz nicht allzu schwer machte. Roman hatte gestern beim 0:1 einen ähnlichen Bock wie gegen Bielefeld drin (auch wenn der Schuss härter war) und beim 0:4 kam er schlecht getimet aus dem Tor und konnte so überlupft werden. Das Mindeste ist deshalb, dass es in der Rückrundenvorbereitung einen offenen Zweikampf mit Marc Ziegler um die Nummer 1 geben sollte.
Nicht verschweigen will ich, dass gestern die gesamte Defensive schwächelte. Kuba ist für die Rechtsverteidiger-Position nur im Notfall geeignet, Dede hatte links hinten ebenfalls keinen guten Tag und auch der zuletzt überzeugende Amedick reihte sich sozusagen in die Fehlerketten ein. Dabei taten die Wolfsburger nicht mehr als nötig und bei einer nur durchschnittlichen schwarz-gelben Abwehrleistung wäre mindestens ein Punkt drin gewesen. Im Mittelfeld lief der Ball eigentlich ganz ansehnlich; problematisch waren die Anspiele in die Spitze und die Chancenverwertung. Sowohl Petric als auch Valdez konnten keine Akzente setzen.
Also keine Miniserie, keine versöhnliche Weihnachten beim BVB, stattdessen werden die Diskussionen weitergehen. Unzweifelhaft werden auch wieder Transfergerüchte aufkommen – ich hoffe, es bleibt nicht bei Gerüchten. Denn in einem dürfte ich mir mit der Presse einig sein: Der ‘zweite Anzug’ sitzt nicht in Dortmund. Eine genauere Analyse der Hinrunde und natürlich die Zeugnisse für die Spieler wirds von mir in den nächsten Tagen und Wochen geben.
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