1. Bundesliga, 18. Spieltag / MSV Duisburg 3 BVB 3
Was soll man nun dazu sagen? Auf jeden Fall wars ein packender Rückrundenauftakt in Duisburg. Und wenn man in der 93. Minute noch den Ausgleich schafft, ist man erstmal froh. Einen ersten Schock gabs heute schon vor dem Anpfiff: Christian Wörns war zurück in der Startelf, anstelle des erkrankten Kovac. Ansonsten spielte das gleiche Team wie am Dienstag im Pokal.
Und irgendwie war es zunächst ein Spiegelbild der Partie gegen Bremen. Der BVB begann ansehnlich, ließ sich aber schnell das Heft aus der Hand nehmen. Viele Fehlpässe und wenig Ideen aus dem Mittelfeld prägten das schwarz-gelbe Spiel. Federico und auch Kringe blieben sehr blass heute, Kehl fiel in der ersten Halbzeit durch ungenaues Passspiel auf, bei Tinga war eher die zweite die schwächere. Leider lief es dann anders als gegen Bremen: Nach knapp 20 Minuten gabs Eckball für den MSV, Ziegler kam aus dem Tor, aber nicht richtig an den Ball, der landete bei Filipescu, der zum 0:1 einschieben konnte. Wenn Marc Ziegler eine Schwäche hat, dann ist es das Herauslaufen, wie sich ja schon bei seiner einzigen Unsicherheit gegen Bremen zeigte.
Danach drängte zwar der BVB mehr nach vorne, aber mindestens so uneffektiv wie die Bremer am Dienstag. Selten ging es richtig gefährlich nach vorne. Gefährlich war, was sich unsere Stürmer nach hinten leisteten: Ein dummer Ballverlust von Petric im Mittelfeld leitete einen Duisburger Konter ein, den Tobias Willi in der 31. Minute zum 0:2 abschloss. Es war dessen erstes Bundesligator überhaupt – natürlich gegen Dortmund. Zur Pause waren dann in der Kneipe erstmal alle bedient. Einziger Hoffnungsschimmer: Es ist ja nur Duisburg. Tabellenletzter.
Und von denen schien sich auch die Mannschaft nicht vorführen lassen zu wollen (zudem waren 8-10000 BVB-Fans im Stadion). Die gab jetzt richtig Gas und auch technisch wurde es besser, das Kombinationsspiel flüssiger. Und das ersehnte ’schnelle Tor nach der Pause’ fiel: In der 51. Minute hatte Dede halblinks viel Zeit, eine Flanke vorzubereiten, die kam hoch in den Strafraum, Sebastian Kehl sprang irgendwie in den Ball hinein und von seinem Rücken (oder auch weiter unten) sprang der ins Tor. Wegen solchen Aktionen muss Kehl verlängern! Das Spiel wurde wieder etwas offener, aber der BVB blieb gut dabei. Bis der ohnehin sehr kleinlich pfeifende Schiedsrichter Kempter eine Rettungsaktion von Dede im Strafraum als Foul wertete und Elfmeter pfiff. Diesmal eine eindeutige Fehlentscheidung, wie spätestens in der Sportschau zu sehen war: Dede hatte zuerst den Ball gespielt, auch der Schiri-Assistent hatte kein Foul gesehen. Tararache trat den Elfer platziert in die rechte Ecke, keine Chance für Ziegler.
Der erneute Rückschlag wurde von Doll mit einem Doppelwechsel quittiert: Überfällig die Einwechslung von Alex Frei, zudem kam Diego Klimowicz, die enttäuschenden Kringe und Valdez gingen raus. Zuvor musste schon der angeschlagene Dede durch Buckley ersetzt werden. Das Zeichen war richtig: Alles nach vorne. Die Mannschaft hielt sich daran und schon nach zwei Minuten machten sich die Wechsel bezahlt. Rukavina flankt von rechts (ja, DER kann das), Klimowicz köpft das 2:3. Und so wurden es nochmal richtig spannende, packende 20 Minuten. Es gab zwei Riesenchancen für Frei, der schon wieder sehr präsent wirkte (nächste Woche dann, Alex
), aber auch noch zwei gefährliche Duisburger Konter, einmal schoss Lavric aus nächster Nähe über das Tor, beim anderen parierte Ziegler einen Mölders-Weitschuss.
Kurz vor Schluss dann schien den Schwarz-Gelben nicht mehr viel einzufallen, und die Hoffnung schwand, aber es gab ja drei Minuten Nachspielzeit. Und in der 92. flankte Federico in einer seiner wenigen guten Szenen mal schön von rechts in den Strafraum, Torwart Beuckert konnte bedrängt von Frei nur abprallen lassen, Klimowicz stand am langen Posten bereit: 3:3!!! Und egal, was ich jetzt noch schreibe: Das war mal wieder vom Feeling her ein gutes Gefühl
!
Aber man muss schon fragen, warum es erst in der zweiten Hälfte klappte. Das Mittelfeld bleibt ein Problem: Kehl spielt noch nicht über 90 Minuten konstant, Federico ist noch nicht in die Spielmacher-Rolle reingewachsen und wenn dann noch Kringe und Tinga schwächere Tage haben, siehts eben so aus wie heute. Und die Abwehr lässt sich zu oft überlaufen, exemplarisch beim 0:2; Amedick verladen, Wörns zu weit weg, auch wenn der Ausgangsfehler von Petric war. Gut ist auf jeden Fall, dass man zurückgekommen ist, vielleicht hat da der unberechtigte Elfmeter zusätzlich Kräfte freigesetzt. Gut auch für Sonntag nächste Woche, dass jetzt nur das ganz normale Derbyfieber umgeht.
Ich bin ja nur froh, dass wir inzwischen auch mal einen Rückstand aufholen können. Man ist ja schon mit wenig zufrieden.
Genau, und dann sogar ZWEI Tore. Und Ausgleich in der Nachspielzeit. Da kann man ihnen nicht richtig böse sein…
Ich kann mich Kirsten nur anschließen, es gab auch zeiten da wäre der BvB Untergegangen. Ich freu mich schon auf Sonntag.