1. Bundesliga, 20. Spieltag / FC Energie Cottbus 0 BVB 2
Petric machte den Unterschied. Sagt die Sportschau. Und das kann man so stehenlassen. Schön, wenn man mit seinen Vorhersagen Recht behält (kein schönes Spiel, die Abwehr gewinnt es, vorne können wir immer ein Tor machen). Gar nicht schön war, wie schwach der BVB vor allem in der zweiten Hälfte über weite Strecken wirkte. Gegen 15 andere Teams hätten wir vermutlich noch den Ausgleich kassiert.
Die Geschichte des Spiels ist schnell erzählt. Die ‘Problempositionen’ hinten links und rechts besetzte Thomas Doll letztendlich mit Delron Buckley, der die Aufgabe ordentlich löste (hervorzuheben die gut getimte Grätsche im Strafraum), und Mats Hummels, der zunächst etwas Probleme hatte, in der zweiten Hälfte aber sicherer wurde. In der IV behielten Amedick und Kovac ihre Plätze und rechtfertigten das mit einer soliden Vorstellung. Insbesondere ersterer wirkte gut erholt von seinem persönlichen Derby-Debakel.
Ansonsten gab es in diesem Spiel zwei Tore. Ein frühes in der 8. Minute. Nach einer Szene am BVB-Strafraum, in der man u.U. auf Freistoß für Cottbus hätte entscheiden können (aber nicht müssen), spielten die Schwarz-Gelben schnell von hinten raus: Amedick auf Federico und der mit einem schönen langen Pass auf Mladen Petric, der wieder mal mit einem absoluten Volley-Hammer zum 1:0 traf. Tor des Monats-verdächtig. Er hätte es mehr als verdient inzwischen. Typisch auch, dass die tolle Vorarbeit von Federico wieder mal die einzige auffällige Szene des gebürtigen Hageners blieb. Giovanni hat schon einige Scorerpunkte gesammelt, trotzdem ist das noch deutlich zu wenig für einen Spielmacher.
Und es gab ein spätes Ecke-Kopfball-Tor, in der 84. Minute, wieder durch Petric (Ecke von Frei). Dazwischen viele, zu viele Unzulänglichkeiten. In der ersten Hälfte hatte der BVB das Spiel halbwegs im Griff, erspielte sich aber keine nennenswerten Torchancen mehr. In Halbzeit 2 kamen die Cottbusser richtig ins Spiel, setzten auch mehr auf Offensive, kontrollierten das Mittelfeld, kamen aber nur zu einer Großchance durch einen Flugkopfball von Timo Rost. Und das, obwohl in der Pause Kovac durch Christian Wörns ersetzt werden musste (Leistenbeschwerden). Trotzdem war es erschreckend, wieviele Fehlpässe das schwarz-gelbe Mittelfeld verursachte, wie wenig man noch ins Spiel kam. Es schien auch nur noch ums Halten des knappen Vorsprungs zu gehen. Wieder mal eine ganz schwache Vorstellung von Kehl, Kringe und, bis auf seine Vorlage, Federico. Löbliche Ausnahme: Tinga. Petric und Frei taten, was sie tun müssen, wenn sie ins Spiel gebracht wurden. Frei hatte ein paar Minuten vor Schluss noch das 3:0 auf dem Fuß, schoss aus 20 m knapp über den Kasten.
Ungetrübt war meine Freude über diesen Auswärtssieg sicher nicht. Ok, zu null gespielt, aber was war das in der zweiten Hälfte? Völlig harmlos und nur schwer anzuschauen. Selten habe ich glaube ich weniger ausgelassen gejubelt als beim 2:0 gestern. Zum Glück steht jetzt noch ein weiteres, vermeintlich leichtes Spiel gegen Rostock an, bevor wieder härtere Brocken warten. Aber im Westfalenstadion sollte da unbedingt mehr kommen.
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