Erst “Federicomenal”, jetzt “Egomanigge”. Wann hört dieser Wortspiel-Wahnsinn hier auf? Ich gelobe, das soll nun erstmal das letzte für ne Weile gewesen sein
. Aber was beschreibt diesen Mann besser, der gleichzeitig Vorstandsvorsitzender des FC Bayern, Mitglied des Ligavorstands und Vorsitzender der neuen europäischen Klubvereinigung ist, aber trotzdem nur an das Eine denkt? Natürlich kann ich verstehen, dass einem der Verein am nächsten ist, aber was KHR regelmäßig abzieht, ist einfach nicht mit seinen anderen Funktionen vereinbar.
Aktuell geht es mal wieder um die zentrale Vermarktung der Fernsehrechte durch die DFL. Es ist schon Routine, dass Rummenigge vor jedem neuen TV-Vertrag laut über eine Einzelvermarktung durch die Klubs nachdenkt. Die Bayern könnten dadurch, das ist wohl unstrittig, deutlich mehr Geld einnehmen. Bisher werden die Fernsehgelder zwar schon nach Erfolg gestaffelt verteilt, aber die Schere zwischen arm und reich würde bei dezentraler Vermarktung, das ist ebenso unstrittig, noch viel weiter auseinandergehen. Von Solidarität und einem sportlich fairen Wettkampf könnte dann nicht mehr die Rede sein. Nun ist also KHR nach Recherchen des Kicker zu einem angeblich ‘informellen Gespräch’ mit Vertretern des Bundeskartellamts zusammengetroffen. Über was da gesprochen wurde, wird sicher nicht wortwörtlich herauszufinden sein, aber in welche Richtung es geht, dürfte feststehen: Rummenigge wollte sich über den Standpunkt des Kartellamts informieren und dessen Mitarbeiter u.U. zu einem Vorgehen gegen die Zentralvermarktung bewegen.
Mit dieser Haltung steht der Bayern-Chef in DFL-Kreisen komplett allein da, zumindest wenn man den öffentlichen Äußerungen der anderen Vereinsvertreter Glauben schenkt. Kein anderer Verein, auch nicht die reicheren, auch nicht die deutschen CL-Teilnehmer dieser Saison, stellt die zentrale Vermarktung in Frage. Nun wird spekuliert, ob Rummenigge mit seinem ‘informellen Gespräch’ vielleicht nur eine erneute Veränderung des Verteilungsschlüssels zugunsten der erfolgreichsten Vereine erreichen will, also ein Pokerspiel betreibt. Aber der Gang zum Kartellamt überschreitet eine Grenze. Damit wird versucht, die TV-Vermarktung aus der Sphäre des Sports herauszulösen und komplett den Prämissen der freien Marktwirtschaft unterzuordnen. Die rechtliche Lage ist unklar – sportlich ist so ein Vorgehen mit Sicherheit nicht.
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[...] des FC Bayern München, Karl-Heinz Rummenigge, mit Mitarbeitern des Bundeskartellamts zu einem ‘Informationsgespräch’. Gestern nun wurde bekannt, dass die Behörde jetzt rechtliche Einwände gegen die zentrale [...]