1. Bundesliga, 26. Spieltag / VFL Bochum 3 BVB 3
Das Beste vorneweg: Das war doch mal ein richtig kurzweiliges, spannendes Spiel. Zwei Mannschaften, die sich nichts schenken. Nur schade, dass der BVB schon nach neun Minuten 0:2 zurücklag. Bei der Aufstellung gab es keine Überraschungen, dafür eben beim Spielverlauf: 15 Katastrophen-Minuten am Anfang, wo die Mannschaft so spielte wie beim letzten Auftritt im ehemaligen Ruhrstadion, der Jürgen Röber damals den Job kostete.
In der Hintermannschaft bleibt derzeit, abgesehen von Dede, niemand von richtigen ‘Böcken’ verschont. Diesmal wars zuerst Marc Ziegler, der nach drei Minuten einen harmlosen Freistoß nicht festhalten konnte und so Dabrowski das frühe 0:1 ermöglichte. Auch wenn er in die Sonne geschaut haben mag – darf nicht passieren. Wenige Minuten später lässt sich dann Sebastian Kehl links von Azaouagh austanzen, der passt in den Rückraum, wo Auer völlig freisteht: 0:2. Ein Anfängerfehler der Abwehr, wie er immer wieder vorkommt, wenn ein Team nervös ist; alle orientierten sich auf den ballführenden Spieler.
Aber die Schwarz-Gelben kämpften sich ins Spiel, waren nach einer Viertelstunde und für den größten Teil der restlichen Partie die dominierende Mannschaft. Spielerisch überzeugend war es jedoch bei weitem nicht immer, da fehlen weiterhin die Passgenauigkeit und die Ideen im Mittelfeld – Giovanni Federico nahm man zum ersten Mal bei seiner Auswechslung wahr. Zum Glück sind die Bochumer anfällig bei Standards und zum Glück durfte am Samstag Dede die meisten Freistöße treten. In der 37. Minute auf den Kopf von Kehl: 1:2, in der 39. auf den Kopf von Petric: 2:2. Wer hätte das nach 15 Minuten geglaubt? Der BVB schien drauf und dran, das Spiel komplett zu drehen, da passiert wieder ein ‘Missgeschick’: Dede schießt einen Bochumer an, der Ball fliegt vor die Füße von Auer (Wörns hebt das Abseits auf), der macht das 2:3. Letztendlich Dedes Fehler, Wörns konnte nicht so schnell reagieren, hätte aber vielleicht gleich schneller herauslaufen sollen.
Zur Halbzeit also wieder ein Rückstand, aber es war nicht hoffnungslos. Der BVB kam nach der Pause schnell wieder zu Chancen durch Petric und Valdez (auch mit dem Kopf klappt es bei Nelson nicht – es ist zum Verrücktwerden), aber wieder mal bedurfte es der Einwechslung von Diego Klimowicz, um Zählbares zu erreichen. Erst kurz auf dem Platz, köpfte der Argentinier über Lastuvka hinweg aufs Tor, Tinga setzte nach und drückte den Ball über die Linie. Danach schien noch alles drin, aber die Teams neutralisierten sich doch ein wenig in der Schlussphase. Es gab noch einen der berühmten Volleyschüsse von Florian Kringe, knapp über das Tor, aber auch einen Bochumer Pfostentreffer kurz vor Schluss.
Der Sieg war mit Sicherheit drin, wenn auch nicht zwingend; so bleibts bei einem Punkt und Platz 13. Es hilft ja nichts: Zumindest wir Fans können die Ligasaison abhaken und einfach noch auf ein paar überzeugende Auftritte hoffen. Die Abwehr bleibt das Sorgenkind, übrigens war auch Rukavina hinten rechts glücklos in Bochum. Dem Mittelfeld fehlt vor allem ein Offensiv-Regisseur, im Sturm momentan ein zweiter Torschütze, aber da mache ich mir am wenigsten Sorgen. So ähnlich sieht es auch Thomas Doll, der bei seinem gestrigen Auftritt im „Doppelpass“ übrigens nur zweimal etwas ins Phrasenschwein werfen musste
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Geiles Spiel!
Ich glaube auch für den BVB wäre mehr drin gewesen, aber das ist sowieso klar, dass mit dem Kader viel mehr drin ist!!!