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Archiv für April 2008

Personalentscheidungen in Dortmund

28. April 2008 Nick Kommentieren

Zur nicht geführten Trainerdiskussion gab es gestern im DSF-Doppelpass von BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke erwartungsgemäß wenig Erhellendes zu hören. Vermutlich um nicht ganz mit ‘leeren Händen’ dazustehen, gab er jedoch zwei andere Informationen preis.

Zum einen bestätigte Watzke den erwarteten Abschied von Christian Wörns – ausgerechnet zwei Tage, nachdem der 35-jährige zum ersten Mal seit langer Zeit wieder ein richtig gutes Spiel gemacht hatte. Die Partien, die Wörns die Rückkehr in die Startelf bescherten, fand ich dagegen allenfalls ‘ausreichend’. Jedenfalls wird sein auslaufender Vertrag nicht verlängert, da der Verein laut Watzke im hinteren Bereich einen „Neuaufbau“ mit jüngeren Kräften plane. Das dürfte Musik in den Ohren der meisten BVB-Fans sein. Mal sehen, ob von dem Neuaufbau auch Robert Kovac betroffen ist. Um nicht missverstanden zu werden: Mir gehts nicht ums Alter (bin ja auch schon ‘Ü 30′), sondern nur um die Leistungsfähigkeit. Und mit der jetzigen Abwehr würden wir es im UEFA Cup schon früh schwer haben.

Zum anderen gab Watzke auch bekannt, dass sich durch das Erreichen des Europapokals der Vertrag mit Sportdirektor Michael Zorc automatisch um ein Jahr bis 2010 verlängert. Auch das ist folgerichtig, denn (im Nachhinein) fragwürdigen Transfers wie denen von Nelson Valdez oder Kovac stehen ordentliche bis sehr gute gegenüber (Petric, Klimowicz, Kuba). Allerdings ist auch bei Zorcs Arbeit ‘Luft nach oben’ – hoffen wir mal, dass er im Sommer noch mehr ‘Treffer’ landet. Was auf jeden Fall nicht nochmal passieren sollte, ist, dass Spieler für Positionen geholt werden, die nicht ihre stärksten sind, so wie in dieser Saison Petric fürs offensive Mittelfeld. Aufgrund der fehlenden Regisseurs-Qualitäten von Giovanni Federico war die 10er-Position nicht adäquat zu besetzen, was Thomas Doll immer wieder zu Systemwechseln zwang. Diese ‘Baustelle’ kann hoffentlich durch die vollzogene Verpflichtung von Tamas Hajnal geschlossen werden.

1. Bundesliga, 30. Spieltag / SG Eintracht Frankfurt 1 BVB 1

26. April 2008 Nick Kommentieren

So scheint die Saison also langsam auszuklingen. Wieder so ein Spiel, von deren Art ich in dieser Spielzeit etliche gesehen habe. Kein Vorwurf an das Engagement der Mannschaft, das hat gestimmt. Aber viel zu viel blieb wieder Stückwerk. Doll setzte wie im Pokalfinale auf einen Ein-Mann-Sturm (Alex Frei) mit Petric und Kuba als offensiven Außen – was schon in Berlin nicht optimal funktionierte. Die Überlegung war wohl, dafür dahinter eine kompakte Mittelfeldzentrale mit Kruska, Tinga und Kringe zu haben.

In der ersten Hälfte der ersten Hälfte ging dieser Teil der Rechnung auf, der BVB stand gut im Mittelfeld und wirkte hinten sicher, kam aber nie gefährlich in Strafraumnähe. Begünstigt durch einige dann doch auftretende Unsicherheiten in der Defensive kam Frankfurt danach besser ins Spiel, bot aber auch wenig Zwingendes. Eine schwache erste Halbzeit beider Teams, die man schnell abhaken kann.

Umso aufregender der Start in Hälfte 2: Nach nicht mal einer Minute stand es bereits 0:1. Nach einer Ochs-Flanke kam der nachrückende Köhler im Strafraum frei zum Abschluss – alleingelassen in diesem Fall vom insgesamt sehr schwachen Rukavina, dem vielleicht die Konkurrenz durch Philipp Degen fehlt. Nun waren die Schwarz-Gelben wach und auch die Angriffe liefen plötzlich flüssiger. Völlig zutreffend die Weisheit, dass „ein Tor dem Spiel gut tut“. Wenige Minuten später: Ein Lattenknaller aus 25 Metern von Marc-Andre Kruska, dem Kehl-Vertreter. Der heute mit Sicherheit eins seiner besten Saisonspiele machte (was aber aufgrund der bisherigen Leistungen nicht so schwierig war), denn kurz darauf spielte er einen schönen Lob in den Strafraum, den Kuba toll annahm und cool zum 1:1 verwandelte – erstes Tor des Polen für den BVB; in der Form der letzten beiden Spiele ist er jemand, der endlich Schwung in die Offensive bringen könnte. Mehr …

Und schon wieder neues Layout…

25. April 2008 Nick 2 Kommentare

Der Wandel scheint hier die einzige Konstante zu sein. „Change you can believe in…“

Jetzt also wieder mit (dem alten) Headerbild. Ansonsten finde ich dieses Design einfach n bisschen interessanter und stilvoller. Vielleicht kommt es ja passend zu einem Neuanfang beim BVB…

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Spieltag 1

24. April 2008 Nick 2 Kommentare

So kommt es mir vor, das Freitagabend-Spiel Frankfurt v BVB. Der erste Spieltag für die Schwarz-Gelben nach dem Pokalfinale. Das war schön, aber ist jetzt vorbei. Thomas Doll und die Mannschaft haben jetzt noch fünf Spieltage für einen kleinen ‘Neuanfang’, der Aufbruchstimmung erzeugen könnte im Hinblick auf die kommende Saison inkl. UEFA Cup und der sich positiv auf die Perspektiven des Trainers in Dortmund auswirken könnte.

Kriegen die Spieler schnell genug die Köpfe frei – ist so eine phrasenhafte Frage, die man jetzt stellen könnte. Aber wenn man nicht mal das von Fußballprofis erwarten kann, was dann? Mit einem Sieg in Frankfurt wäre man wohl alle Abstiegssorgen los und die in der Kritik stehenden Spieler könnten beweisen, dass es sich vielleicht doch lohnt, sie zu halten. Fehlen wird morgen Sebastian Kehl, der schon für Berlin fitgespritzt werden musste – „Bänderteilrisse im Sprunggelenk“ lautet die Diagnose. Fraglich ist noch Diego Klimowicz, der anscheinend immer noch Probleme mit der Schulter hat. Bei der Eintracht werden Christoph Preuß und eventuell Abwehrriese Kyrgiakos fehlen. Was zudem Mut macht: Die SGE hat in der Liga gerade auch eine Minikrise, zuletzt dreimal verloren. Aber wie gesagt: Für mich ist jetzt erstmal wieder Spieltag 1!

Dolls Wutrede

23. April 2008 Nick Kommentieren

Thomas Doll ist in der heutigen PK zum Frankfurt-Spiel der Kragen geplatzt. Und er hat eine Wutrede gehalten, die die Medienvertreter gleich an Giovanni Trappatoni erinnerte (hier anzuhören). Die sich aber nicht gegen Spieler, sondern gegen einige Journalisten richtete. Nämlich jene, die um das Pokalfinale herum anfingen, über einen neuen Trainer, neue Spieler und alte Spieler, die den Verein verlassen sollen, zu spekulieren.

Es tat gut, Doll mal klar und direkt, ohne viele Phrasen, reden zu hören. Und der Zeitpunkt der ‘Trainerdiskussion’ war reichlich unverschämt; man könnte ja sogar böse Absichten unterstellen. Von David Zibung, dem angeblichen neuen Torwart, will Doll noch nie gehört haben. Was aber die Spekulationen über Spielerwechsel generell angeht: Die gibt es immer, zu fast jeder Zeit der Saison und die lassen sich auch nicht abstellen. Seriöse Medien recherchieren genau und bringen eine Meldung erst, wenn eine gewisse ‘Substanz’ gegeben ist. Aber manchmal befördern die Spieler selber Spekulationen, noch häufiger wohl deren Berater. Und gestandene Profis sollten gelernt haben, mit diesen ewigen Gerüchten zu leben. Sie sollten wissen, wem sie aktuell Loyalität schulden, unabhängig davon, was vielleicht die nächste Saison bringt.

Man kann BVB-Fans und Journalisten wohl kaum verdenken, dass sie über die Zukunft der schwarz-gelben Hintermannschaft spekulieren, so wie diese in der Liga bisher aufgetreten ist. Was aufhören sollte, ist die Verbreitung von unsubstanziierten Gerüchten um ihrer selbst willen (wird sie aber wohl nicht). Zu Dolls Zukunft habe ich mich gestern schon geäußert, ebenso wie zu David Zibung – sollte an der Sache wirklich nichts dran sein, muss ich dafür wohl auch Abbitte leisten ;-) .

Nach dem Pokal

22. April 2008 Nick Kommentieren

Kaum ist das Pokalfinale gespielt, hagelt es beim BVB geradezu Neuigkeiten bzw. Gerüchte vom Transfermarkt. Scheinbar gab es da sowas wie ein unausgesprochenes Stillhalteabkommen in den Tagen zuvor, an das sich jedoch in der Trainerfrage auch nicht alle gehalten haben, aber dazu später mehr. Wollen wir mal etwas Ordnung reinbringen.

Würde es nur von der B++d kommen, würde ich es nicht erwähnen, aber auch das BVB Online-Fanzine „Die Kirsche“ berichtet unabhängig davon, dass der 24-jährige Schweizer Torwart David Zibung vom FC Luzern vor einem Wechsel nach Dortmund steht. Zibung hat sich trotz seines Alters in der letzten Saison als Stammkeeper des Schweizer Erstligisten etabliert und stand auch schon in der ‘U 21-Nati’. Sein Spitzname lautet „Pink Panther“ – weil er, ähnlich wie ehemals Bremens Tim Wiese, gerne pinkfarbene Trikots trägt. Wie gut Zibung ist, wage ich nicht zu beurteilen; die Leser des Schweizer Boulevardblatts „Blick“ meinen zumindest, er solle als dritter Torhüter der Nati bei der EM dabeisein (wobei „Blick“ das eidgenössische Pendant zur B++d ist). Der 24-jährige soll für unter eine Million Euro zu haben sein und beim BVB mit Roman Weidenfeller um die ‘Nummer 1′ konkurrieren. Marc Ziegler dürfte die Schwarz-Gelben dann verlassen, eventuell als zweiter Mann zum FC Bayern, wobei an der Säbener Straße auch noch andere im Gespräch sind. Mein Urteil: Angesichts der wiederholten Unsicherheiten von Weidenfeller und Ziegler macht die preisgünstige Verpflichtung eines ambitionierten Torhüters durchaus Sinn.

Erwartet wurde allgemein, dass sich in der Abwehr was tut. Der BVB hat seit letzter Woche die schlechteste Defensive der Liga (53 Gegentreffer), und auch wenn die Innenverteidigung daran natürlich nicht allein schuld ist, sind Veränderungen dort überfällig. Dass Christian Wörns den Verein aller Voraussicht nach verlassen wird, überrascht wohl niemand mehr. Aber auch unserem anderern Ü 30-Abwehrmann, Robert Kovac, soll nach Kicker-Informationen nahegelegt worden sein, zu gehen, ein Jahr vor Vertragsende. Als Nachfolger ist weiterhin Marko Basa vom UC Le Mans im Gespräch, zudem könnte vom momentan Tabellen-14. der Ligue 1, dem FC Sochaux, der 28-jährige Jeremie Brechet ablösefrei kommen. Dahinter könnten die jungen BVB-Verteidiger Hummels, Amedick und Brzenska einen neuen Anlauf nehmen. Aber fix ist hier noch nix – weder, dass die beiden Angesprochenen kommen, noch, dass alle drei Jungen bleiben.

Die umstrittenste Personalie wurde zur absoluten Unzeit thematisiert: Am Samstag, kurz vor dem Endspiel, berichtete u.a. der Nachrichtensender N24, dass Trainer Thomas Doll nach Saisonende von Jürgen Klopp abgelöst werden soll. Andere brachten sogar den Namen Frank Pagelsdorf ins Spiel. Wenn es die ‘Insider’, die diese Informationen lanciert haben sollen, wirklich gibt, sollte man sie ggf. wegen vereinsschädigendem Verhalten ausschließen – vermutlich werden wir aber nie erfahren, wer sie waren oder ob es nicht doch nur alles auf Spekulationen der Journalisten beruht. Tatsache ist: Jürgen Klopp hat sich dahingehend geäußert, dass er bei einem Mainzer Aufstieg ein weiteres Jahr dort bleiben will (abgesehen davon, dass auch beide Vereine das Gerücht dementiert haben). Tatsache ist auch, dass Frank Pagelsdorf einen Verein trainiert, den ich für einen ganz heißen Abstiegskandidaten halte.

Es spricht jedoch vieles dafür, dass man sich in Vereinskreisen wirklich Gedanken über Thomas Doll macht. Zu enttäuschend ist die Ligasaison bisher verlaufen. Und auch in meiner Brust schlagen zwei Herzen. So falsch ich die Spekulationen am Samstag fand – eine weitere Tatsache ist, dass der BVB bei noch fünf ausstehenden Spielen und sieben Punkten Vorsprung auf Platz 16 durchaus noch in Abstiegsgefahr geraten könnte – wenn wir so weiter spielen, wie in den letzten Ligapartien. Denn die Teams hinter uns haben den Abstiegskampf längst angenommen. Dass die Mannschaft in Berlin anders auftrat, ist gerade kein Argument pro Doll, denn man fragt sich, warum das nur so selten gelingt. Trotzdem liegt es natürlich auch an der Zusammenstellung des Kaders, und die ist nicht allein Dolls Schuld. Deshalb würde ich die Leistung in den verbleibenden Spielen zur Grundlage einer Beurteilung von Doll machen: Sollte der BVB nach der überzeugenden Leistung von Berlin wirklich nochmal in den Abstiegskampf hineingezogen werden, halte ich einen Neuanfang im Sommer für besser. Schon am Freitag übrigens könnte mit einem Sieg in Frankfurt der entscheidende Schritt weg aus der ‘Twilight Zone’ gelingen, denn die Teams hinter uns spielen gegeneinander (Nürnberg v Bielefeld, Cottbus v Rostock).

Berlin schwarz-gelb

20. April 2008 Nick Kommentieren

Pokalsieger sind wir nicht geworden gestern, aber wir hatten die Bayern am Rande einer Niederlage und die BVB-Fans haben die Bazis zahlenmäßig und vom Support her aber sowas von geschlagen. Trösten kann das natürlich allenfalls ein bisschen; die Schwarz-Gelben haben die bescheidene Saison nicht mit einem Titel krönen können. Die Spielanalyse könnte man eigentlich Ottmar Hitzfeld überlassen, der die Partie mit folgenden Worten sehr anständig zusammenfasste:

„Wir haben im Finale gut begonnen, konnten in Führung gehen, haben dann aber nicht energisch genug nachgelegt und uns zu weit zurück gezogen. Dortmund kam zehn Minuten vor der Halbzeit sehr stark ins Spiel, und auch nach dem Wechsel bekamen wir das Spiel nicht mehr so richtig in den Griff. Wir haben zu viel verteidigt und hatten nach vorne zu wenige torgefährliche Aktionen. Der Ausgleich für den BVB in der 90. Minute war verdient. Dieses Spiel hätte auch ins Elfmeterschießen gehen können. Das Siegtor war sehr glücklich. Genau so gut hätten wir auch nach dem Schuss von Kringe, als Kahn sensationell hielt, in Rückstand geraten können. Wir sind der glückliche Sieger gegen einen starken Gegner Borussia Dortmund.“ (Quelle: BVB)

Ganz ohne eigenen Kommentar geht es natürlich nicht. Das Pokalfinale war für uns Fans ein Erlebnis, das mit einem normalen Ligaspiel, zumal in Berlin, nicht zu vergleichen ist. Nachdem ich nachmittags am Breitscheidplatz endlich meine Karte in Empfang genommen hatte, ging es dann nach diversen Verzögerungen und ‘Umleitungen’ endlich in Richtung Stadion und spätestens, wenn man dann im Block ist, spürt man gleich das besondere Pokalflair, die Festtagsstimmung, die allgemeine Vorfreude. Von der BVB-Seite des Stadions wurde beinahe kontinuierlich gesungen, auch nach dem Rückstand später im Spiel.

Zum Spielverlauf hat Ottmar Hitzfeld ja das Wesentliche gesagt. Die ‘konservative’ Aufstellung des BVB, also kein Höttecke im Tor und ohne Valdez im Mittelfeld (wurde erst später als Stürmer eingewechselt), dafür mit der ‘reifen’ Verteidigung Wörns / Kovac und Kuba mal wieder im rechten Mittelfeld in der Startelf, bewährte sich, auch wenn die Schwarz-Gelben schwer ins Spiel kamen und die Bayern erstmal überlegen und schon nach elf Minuten durch Toni erfolgreich waren. Aber spätestens nach einer halben Stunde gestaltete der BVB das Spiel ausgeglichen, hatte zeitweise ein Übergewicht und war mindestens die aktivere Mannschaft, lange auch die bessere. Ach ja, Herr Joachim Löw, ich wäre Ihnen verbunden, wenn sie mir mal ihren folgenden Satz erläutern könnten: „Über das gesamte Spiel war Bayern der verdiente Sieger, weil sie sehr gut angefangen hatten.“

Die Chancen waren relativ ausgeglichen verteilt, der Ausgleich in der Nachspielzeit war jedenfalls hochverdient. Petric macht dat Ding irgendwie rein, nach Wörns-Kopfball, aber so genau kann ich mich nicht mehr erinnern, es war auch am anderen Ende des Stadions, vor den Bayern-Fans, die mit der Führung im Rücken fünf Minuten vor dem Spielende mal angefangen hatten, etwas Stimmung zu machen. Was nach dem Ausgleich im BVB-Block los war? Unbeschreiblich. Eigentlich hat sich dafür das Eintrittsgeld schon gelohnt. Und gestärkt durch diesen späten Ausgleich und den Dauer-Support der Kurve gingen die Schwarz-Gelben mit viel Rückenwind in die Verlängerung. Die Bazis waren erstmal abgemeldet. Kahn musste bei einem Kringe-Schuss sein ganzes Können zeigen. Aber mit dem ersten vernünftigen Angriff in der Verlängerung machten sie dann das 1:2. Glücklich schon allein deshalb, weil Toni die Podolski-Vorlage mehr abfälschte als schoss, so dass Ziegler auf dem falschen Fuß erwischt wurde und machtlos war. Einige Minuten später gab es dann Gelb-Rot für Kuba; in dieser Szene lag Schiri Kircher wohl richtig, ansonsten pfiff er gegenüber Schwarz-Gelb oft kleinlicher als gegen die Rot-Weißen. Das Spiel war damit so ziemlich gelaufen, der BVB hatte in den letzten Minuten nicht mehr die Kraft, zu zehnt nochmal richtig draufzugehen. Man könnte sich auch noch über das theatralische am-Boden-wälzen diverser Bayern-Spieler, insbesondere Luca Toni, auslassen, aber das solls zum Spiel gewesen sein.

Die Nacht ging dann für mich nach einigem Hin und Her in Kreuzberg noch recht entspannt zu Ende, dank einiger Bierchen und einem trotzigen, aber positiven „Wir haben alles gegeben“-Gefühl. Für dieses Spiel muss sich auch die Mannschaft bestimmt nicht schämen. Trotzdem – den vor dem Spiel aufkommenden Gerüchten über eine Verpflichtung von Jürgen Klopp zur neuen Saison, an denen vermutlich nichts dran ist, habe ich mit Interesse gelauscht.

Outbreak

18. April 2008 Nick 1 Kommentar

Das Pokalfieber ist da. Von jetzt auf gleich, als ich vorhin das erste Auto mit „DO“ gesehen habe, mit BVB-Fahne auf dem Dach, schwarz-gelben Pokalflyern an der Heckscheibe und einem Zettel „2×2 Karten gesucht“ im Seitenfenster. Die ersten Leute mit Trikots in den Straßen. Herrlich, diese Pokalstimmung in Berlin, vor allem, wenn die eigene Mannschaft beteiligt ist.

Wenn Thomas Doll mit einem seiner Sprüche Recht hat, dann mit dem, dass jetzt nur das Finale zählt. Alles andere ist frühestens übermorgen wieder Thema. Die letzten Neuigkeiten, was das Personal angeht: Philipp Degen wird morgen definitiv ausfallen und diese Saison u.U. gar nicht mehr spielen können (Anriss des Syndesmosebandes). Knapp wird es für Antonio Rukavina und vor allem Marc Ziegler. Dessen Einsatz wird sich erst am Samstag entscheiden. Fragt sich, wer im Fall der Fälle einspringt, Marcel Höttecke oder Alexander Bade. Zwar hätte es natürlich Charme, wenn Nachwuchsmann Höttecke zum Pokalhelden avancieren könnte, aber mit dem Routinier Bade wäre mir deutlich wohler zumute.

Bei den Bazis stehen Fragezeichen hinter Miroslav Klose, Mark van Bommel und Marcel Jansen. Würde (uns) sicher nicht schaden, wenn die ersten beiden morgen nicht dabei wären. So oder so, die Schwarz-Gelben spielen morgen „against all odds“ und an einen Pokalsieg wage ich gar nicht zu denken. Ich möchte einen anderen Auftritt sehen als in den letzten beiden Spielen, dann wär schon was erreicht. Immerhin wird das Spiel in 149 Ländern live übertragen. Come on Dortmund!

Das große Kribbeln

17. April 2008 Nick Kommentieren

Noch ist es nicht da. Das Pokalfieber. Und dabei sind es nur noch zwei Tage bis zum ersehnten Endspiel. Aber es ist ja auch nicht verwunderlich, dass es mit der Stimmung hakt; nach der Pleite am Sonntag in München nun gestern eine Heimniederlage gegen Hannover. Die ich nicht gesehen habe – ich bin sicher, die Geburtstagsparty, auf der ich war, hat mehr Spaß gemacht. Aber eine Frage an Thomas Doll habe ich trotzdem: Warum spielte gestern Marcel Höttecke, der Torwart der 2. Mannschaft, wenn wir im Winter mit Alexander Bade extra einen weiteren Ersatztorwart geholt haben? Und ob es sinnvoll war, Alex Frei zunächst wieder auf die Bank zu setzen, ist zumindest diskutabel.

Doch das Kribbeln wird noch kommen, da bin ich sicher. Spätestens eben am Samstag. Schließlich habe ich über mehrere Ecken eine Karte bekommen – naja, versprochen zumindest. Und wenn ich sie dann in den Händen halte und sich dazu die 100.000 +x Fußballfans in Berlin bemerkbar machen, dann wird die Anspannung und Vorfreude da sein. Wir sind nun die absoluten Außenseiter; umso unglaublicher wäre ein Sieg, und umso schöner die anschließende Feier. No one believes in us – we don’t care!

Geklärte und anstehende Personalfragen

14. April 2008 Nick 5 Kommentare

Nein, es geht hier (noch?) nicht um den Trainer ;-) . Aber heftig diskutiert wurde diese Personalie in den letzten Tagen trotzdem im BVB-Umfeld. Nach den letzten Patzern von Marc Ziegler und der Genesung von Roman Weidenfeller war die Torwartfrage, natürlich insbesondere im Hinblick auf das Pokalendspiel, heiß umstritten. Anscheinend tendierte Doll zu einem erneuten Wechsel, nachdem er ja auch in der Hinrunde immer an Weidenfeller festgehalten hatte. Diese Überlegungen sind jetzt passé, denn ‘Weide’ fällt mit einem Innenband-Teilriss im rechten Knie bis Saisonende aus. Ziegler, der beim gestrigen Debakel ‘nur’ beim fünften Gegentor schlecht aussah, wird die Saison aller Voraussicht nach zu Ende spielen. Macht das einen Unterschied? Ich denke, trotz des einen Fehlers gestern dürfte die Frage nach der ‘Nr.1′ gerade unser geringstes Problem sein.

Werfen wir einen Blick in die nahe Zukunft des BVB, sprich die nächste Saison. Da hat sich eine m.E. interessante personelle Alternative aufgetan. Jan Schlaudraff hat von den Bayern-Bossen auf seine Frage hin angeblich gesagt gekriegt, dass es für ihn keine Perspektive beim FCB gäbe (zumindest nicht für die Startelf). Deshalb will er nun im Sommer weg von der Säbener Straße und darf das wohl auch. Der BVB war schon vor der Saison an Schlaudraff interessiert und hatte angeblich sogar bessere Chancen als die mitbietenden Bremer, aber wenig überraschend machten damals die Bayern das Rennen. Nun sollen auch Hannover, Hertha und der VFB an ihm dran sein, aber ein neuer Vorstoß von Michael Zorc kann nicht schaden. Wenn Schlaudraff richtig fit ist, könnte er mit Sicherheit das schwarz-gelbe Offensivspiel beleben – zu Aachener Zeiten hat er das zu Genüge gezeigt, woran sich sicher auch die Bayern noch erinnern können…