Neuer Bayern-Trick? Pokalfinale beinahe abgesagt!
Wie weit reicht der lange Arm von Karl-Heinz Rummenigge wirklich? Wollten die Bayern sogar das Pokalfinale absagen lassen, um sich ganz auf Liga und UEFA Cup konzentrieren zu können? Oder stimmt etwa die offizielle Version, nach der die kartellrechtlichen Ermittlungen gegen DFB und DFL beinahe zur Absage des Endspiels in Berlin sowie der zwei Testspiele der Nationalmannschaft vor der EM geführt hätten?
Abstrus klingt ja wohl beides. Tatsächlich hat aber ein hoher DFB-Funktionär gestern bestätigt, dass es sich um ein realistisches Szenario gehandelt habe. In dem laufenden Kartellverfahren geht es um Absprachen zwischen DFB und DFL bei der Sponsorensuche. Das Bundeskartellamt sieht die beiden Verbände als Konkurrenten auf dem Werbemarkt – eine vielleicht rechtlich korrekte, aber sportlich bzw. organisationstechnisch gewagte Sichtweise. Den Verbänden und ganz konkret auch einigen handelnden Personen könnten nun hohe Millionenstrafen drohen. Gerade das Pokalfinale galt als kritisch; der BVB ist da zwar formal Veranstalter (als formaler Heimverein), eigentlich kümmert sich aber der DFB um die gesamte Abwicklung, gerade auch im Sponsorenbereich.
Erst am Donnerstag erreichte den DFB ein Brief des Kartellamts, der zumindest für die drei genannten Spiele Entwarnung gibt. Nicht nur wegen dieses Verfahrens, sondern gerade auch wegen der Bedenken des Amts gegen die Zentralvermarktung der Fernsehrechte ist es dringend notwendig, dass es eine Debatte darüber gibt, inwieweit das in Wirtschaft und Handel natürlich absolut notwendige Kartellrecht 1:1 auf den Bereich des Sports übertragen werden kann. Auch wenn Fußballvereine heute Wirtschaftsunternehmen sein mögen – es muss sportspezifische Regelungen bzw. Auslegungen der Vorschriften geben.
Besonders lächerlich fand ich auch die „Kontaktsperre“ zwischen Rauball und Zwanziger.
Wird da die Vorratsdatenspeicherung etwa für genutzt um zu überprüfen, dass die wirklich nicht sprechen? Wird am 19. April geschaut, welche Worte die beiden ggf. wechseln?
Peinlich.
Ja, mit diesem weltfremden Vorgehen diskreditiert sich die ja ansonsten absolut achtbare Behörde selber. Sind das wirklich die richtigen ‘Kunden’ für das Amt?