Minus des späten Unglücks, versteht sich. 115 Minuten haben die Bayern gestern gegen zehn Mann gespielt, zweimal retteten sie sich in allerletzter Minute vor dem Aus, hinzu kommt der krasse Torwartpatzer der Spanier beim 2:3 – viel mehr Dusel geht wohl nicht, wenn man auch noch an die zwei 100%-igen Chancen für Getafe während der regulären Spielzeit denkt. Man könnte auch sagen, die Bayern erarbeiten sich diesen Dusel, denn diese Mannschaft glaubt immer bis zur letzten Minute an die Wende. Versinnbildlicht wurde das gestern durch den nach vorne stürmenden Olli Kahn kurz vor Schluss – kann gut sein, dass diese Aktion die entscheidende Verwirrung in die spanische Hintermannschaft brachte.
Trotzdem, für meinen Geschmack war das genug Bayern-Dusel für den Rest der Saison. Man sah gestern über weite Strecken auch, dass man die Bazis unter Kontrolle halten kann, wenn man hinten und im Mittelfeld gut steht und bereit für schnelle Konter ist. Dem BVB ist das leider nur an einem richtig guten Tag zuzutrauen, aber warum sollte es nicht am Sonntag oder noch besser, am Samstag in einer Woche, soweit sein? Für übermorgen sind bei den Gastgebern Ribery und Jansen fraglich – ein Ausfall von ersterem würde selbstverständlich nächste Woche noch besser passen.
Beim BVB sieht es personell zum ersten Mal seit langer Zeit wieder gut aus. Alex Frei klagt zwar noch über eine Wadenverhärtung, soll aber ebenso wie Antonio Rukavina am Samstag am Abschlusstraining teilnehmen. Ein Risiko wird Thomas Doll aber sicher nicht eingehen. Die spannendste Frage ist natürlich die Besetzung des Tors. Roman Weidenfeller ist wieder fit und könnte den zuletzt, nun ja, nicht so ganz sicher wirkenden Marc Ziegler wieder verdrängen. Ob das die sportlich richtige und zudem faire Entscheidung wäre? Ein echtes Dilemma. Ich würde Ziegler am Sonntag noch eine Chance geben.
Eine Umbesetzung ist allerdings im Sturm fällig. Doll tut momentan ja weder dem Verein noch Nelson Valdez einen Gefallen, wenn er ihn aufstellt. Sollte Frei fit sein, muss er neben Petric spielen, ansonsten Diego Klimowicz. Trotzdem: Schön waren die Pfiffe der Fans bei Valdez’ Auswechslung vorigen Sonntag nicht. Einen einzelnen Spieler auspfeifen muss nicht sein – zumindest wenn er sich Mühe gibt.
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