So scheint die Saison also langsam auszuklingen. Wieder so ein Spiel, von deren Art ich in dieser Spielzeit etliche gesehen habe. Kein Vorwurf an das Engagement der Mannschaft, das hat gestimmt. Aber viel zu viel blieb wieder Stückwerk. Doll setzte wie im Pokalfinale auf einen Ein-Mann-Sturm (Alex Frei) mit Petric und Kuba als offensiven Außen – was schon in Berlin nicht optimal funktionierte. Die Überlegung war wohl, dafür dahinter eine kompakte Mittelfeldzentrale mit Kruska, Tinga und Kringe zu haben.
In der ersten Hälfte der ersten Hälfte ging dieser Teil der Rechnung auf, der BVB stand gut im Mittelfeld und wirkte hinten sicher, kam aber nie gefährlich in Strafraumnähe. Begünstigt durch einige dann doch auftretende Unsicherheiten in der Defensive kam Frankfurt danach besser ins Spiel, bot aber auch wenig Zwingendes. Eine schwache erste Halbzeit beider Teams, die man schnell abhaken kann.
Umso aufregender der Start in Hälfte 2: Nach nicht mal einer Minute stand es bereits 0:1. Nach einer Ochs-Flanke kam der nachrückende Köhler im Strafraum frei zum Abschluss – alleingelassen in diesem Fall vom insgesamt sehr schwachen Rukavina, dem vielleicht die Konkurrenz durch Philipp Degen fehlt. Nun waren die Schwarz-Gelben wach und auch die Angriffe liefen plötzlich flüssiger. Völlig zutreffend die Weisheit, dass “ein Tor dem Spiel gut tut”. Wenige Minuten später: Ein Lattenknaller aus 25 Metern von Marc-Andre Kruska, dem Kehl-Vertreter. Der heute mit Sicherheit eins seiner besten Saisonspiele machte (was aber aufgrund der bisherigen Leistungen nicht so schwierig war), denn kurz darauf spielte er einen schönen Lob in den Strafraum, den Kuba toll annahm und cool zum 1:1 verwandelte – erstes Tor des Polen für den BVB; in der Form der letzten beiden Spiele ist er jemand, der endlich Schwung in die Offensive bringen könnte.
Nach einem Petric-Kopfball aus kurzer Distanz, aber direkt auf Torwart Pröll, ‘beruhigte’ sich das Spiel wieder etwas, um es mal euphemistisch zu formulieren. Der Doppelwechsel Buckley / Klimowicz für Kringe / Frei brachte nochmal etwas Leben rein, aber die großen Chancen waren wie in der ersten Hälfte wieder Mangelware. Der BVB wirkte zwar optisch überlegen, hatte vermutlich mehr Ballbesitz, aber die Gastgeber spielten das, was sie können, nämlich kontern, flüssiger aus und hatten in der Schlussphase die gefährlicheren Szenen; u.a. klärte Ziegler einmal mit einer tollen Glanzparade einen Schuss von Ochs.
So blieb es beim gerechten, aber natürlich nicht ganz befriedigenden 1:1. Unter anderen Umständen kann man mit einem Punkt in Frankfurt schon mal zufrieden sein, aber der BVB sollte sich nicht zu früh in Sicherheit wiegen. Gewinnen morgen Cottbus und Bielefeld, sind wir fast durch. Verlieren sie aber, bleibt es eng unten – und nächste Woche kommt dann der Club nach Dortmund. Gehen wir nochmal in die Einzelkritik, die ist heute angebracht, da die Leistungen doch recht unterschiedlich waren: Die IV stand bis auf wenige Ausnahmen sicher, auch Wörns, das soll nicht unerwähnt bleiben. Dede zeigte vor allem defensiv ein ordentliches Spiel, Rukavina auf der anderen Seite dagegen ganz und gar nicht. Im Mittelfeld überzeugte vor allem Kruska, Tinga gefiel in erster Linie durch seinen Einsatz, Kringe blieb sehr blass. Kuba auf rechts war zumindest streckenweise stark, Petric wirkte, solange er links spielen musste, meist verloren und Frei kam alleine in der Mitte ebenfalls nicht zurecht.
Vier Spieltage sind es jetzt noch für die Schwarz-Gelben und, ganz ehrlich: Sobald die Klasse gesichert ist, interessiert mich eigentlich mehr, was im Sommer passiert…
Eingetragen unter:90 Minuten, Schwarz und Gelb , Antonio Rukavina, BVB, Eintracht Frankfurt, Fußball, Kuba, Marc Kruska, Marc Ziegler

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