1. Bundesliga, 31. Spieltag / BVB 0 1.FC Nürnberg 0
Nach dem Schlusspfiff feiert die Südtribüne Jan Koller – bewegend und zugleich bezeichnend für das Verhältnis der Fans zur eigenen Mannschaft nach deren zumindest in der ersten Halbzeit wieder unerträglichen Vorstellung. Es ist wie bei „Und täglich grüßt das Murmeltier“, man hat das alles jetzt schon so oft gesehen. Vieles erinnerte heute an die Partie in Frankfurt, nur dass die erste Hälfte von BVB-Seite noch schwächer war, man dafür aber nicht kurz nach der Pause ein Gegentor fing.
Zunächst fehlte wieder alles bei den Schwarz-Gelben; diesmal sogar elementare Dinge wie Laufbereitschaft und Ballkontrolle. Jan Koller hätte schon nach vier Minuten die Führung für den Club erzielen können. Der BVB hatte in den ersten 45 Minuten eine große Chance durch Alex Frei, der im Duell eins gegen eins aber den kürzeren gegen Nürnbergs Torhüter Klewer zog: Anstatt diesen zu umspielen, zog er uninspiriert ab. Ansonsten passierte ganz wenig; der Abstiegskandidat wirkte gefälliger, erspielte sich aber auch kaum Chancen. Einmal musste jedoch der heutige BVB-Keeper Marcel Höttecke (für den verletzten Ziegler im Tor) noch gegen Koller retten und tat das bravourös, wie auch später einmal in der zweiten Hälfte.
Wie gesagt, es war ein Déja Vu. Die (erzwungenen) personellen Umstellungen (neben Höttecke kam Hummels für den verletzten Wörns ins Team), die taktischen Änderungen (von 4-1-4-1 zu 4-1-3-2; folgerichtig, nachdem Frei als einzige Spitze letzte Woche verloren war, trotzdem ist die Häufigkeit der Umstellungen bedenklich). Und das plötzliche Erwachen nach der Pause. Braucht es wirklich immer erst eine Halbzeit-Predigt von Thomas Doll? Wie in Frankfurt lief es dann 10-15 Minuten gut, der BVB war am Drücker, hatte Chancen durch Kuba, Frei und Kringe. Überhaupt, wenn es heute einen Schwarz-Gelben gab, der positiv auffiel (neben Nachwuchs-Keeper Höttecke), dann war es Kuba: Schnell, engagiert, dribbelstark, wenn auch nicht über 90 Minuten – wenigstens ein Lichtblick.
Wie in Frankfurt verebbte der BVB-Schwung aber wieder nach etwa einer Stunde; etwa zu der Zeit lupfte auch Kovac den Ball über Höttecke an die Latte des eigenen Tores – Glück für Schwarz-Gelb. Wie in Frankfurt brachte Doll wieder Buckley und Klimowicz (heute für Petric und Kruska), die Wirkung hielt sich in Grenzen. Nürnberg wirkte im Mittelfeld präsenter, der BVB hatte nur noch eine dicke Chance, nach einem Konter scheiterte wiederum Frei an Klewer. Erst in den letzten Minuten drehten die Schwarz-Gelben (fast schon traditionell) nochmal auf – jedoch ohne Ergebnis. Mehr …
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