Startseite > Die dunkle Seite, Fussballtypen, Zirkus > Jan Koller und die Südtribüne – Das Nachspiel

Jan Koller und die Südtribüne – Das Nachspiel

Gestern Abend habe ich unmittelbar nachdem Jan Koller von den BVB-Fans auf der Südtribüne gefeiert wurde, die Kneipe verlassen, in der ich das Spiel gesehen habe. Ein schöner Abschluss eines tristen Fußballspiels, wie ich fand. Erst heute habe ich von den Reaktionen einiger Nürnberger Fans darauf erfahren. Koller, der im Spiel der mit Abstand gefährlichste Nürnberger war, wurde ob seines Ausflugs zu den gegnerischen Fans übelst beschimpft, obwohl er extra nochmal zur Nordtribüne kam, um sich quasi zu entschuldigen (wofür eigentlich?).

Jan Koller hat jahrelang beim BVB gespielt, dort Erfolg gehabt und wurde deshalb von den Fans respektiert, oder sogar, ich sag jetzt mal das große Wort, geliebt. Ich selber habe seine Verabschiedung vor dem damals letzten Heimspiel gegen Frankfurt im Westfalenstadion miterlebt. Dass da noch von beiden Seiten eine gewisse ‘Verbundenheit’ besteht, ist ja wohl menschlich verständlich. Wenn Koller jetzt nach einem absoluten Grottenkick von ihm der Süd einen Besuch abgestattet hätte, könnte ich die Club-Fans ja noch ein wenig verstehen, aber das Bild, das sie gestern abgegeben haben, reiht sich ein in die Pannensaison des FCN, zu der auch der Auftritt der Fans in Frankfurt gehört.

Nun gehen sie also schon (verbal) auf die eigenen Spieler los, drei Partien vor dem möglichen Abstieg. Wenn das nicht mal kontraproduktiv ist…


  1. 4. Mai 2008 um 9:03 | #1

    Die Aktion war echt unmöglich. Ich fand es prima von Koller, dass er zur Südtribüne gekommen ist und sich für denn Applaus bedankt hat – das gehört sich aber auch einfach so. Die Nürnberger kennen sich da wohl mit den Gepflogenheiten nicht so aus. Koller tat mir nachher richtig Leid, im Interview war er ja auch entsprechend geknickt.

    Die Situation war zwar damals eine etwas andere und nicht so richtig vergleichbar, aber haben sich die Mainzer etwa beschwert, als es von der Süd „Ohotto Addo“ Sprechchöre gab und Otto sich bedankt hat?

  2. 4. Mai 2008 um 12:37 | #2

    Vor allem hat sich Jan Koller – wenn ich es richtig in Erinnerung habe – zuvor auch bei den Nürnberger Fans bedankt. Und dann ist er zur Südtribüne gelaufen (und danach dann noch einmal zu den Nürnbergern).

  3. 4. Mai 2008 um 21:07 | #3

    Die Nürnberger haben auch einfach den Menschen Jan Koller überhaupt nicht verstanden. Der ist eben gerade kein Söldner, wie der unsägliche B++S-Chefredakteur ihm heute im Doppelpass unterstellte, sondern nur jemand, der sich an die schönen Stationen seiner Karriere gerne zurückerinnert, der eben auch eine Verbundenheit zu einem Verein aufbaut – das genaue Gegenteil von Söldnertum.

    Diese Kleingeister auf der Nordtribüne sollten sich wirklich fragen, wer am Freitag am meisten für einen Auswärtssieg gearbeitet hat. Und ob das nicht das Wichtigste im Abstiegskampf ist.

  4. lechristoph
    5. Mai 2008 um 13:58 | #4

    Ich sehe das etwas anders. Es ist schon ein wenig daneben, wenn man sich als Spieler nach einem 0:0, das quasi gleichbedeutend mit dem Abstieg ist, von den gegnerischen Fans feiern lässt. Sicher hat es Jan Koller nicht böse gemeint, aber er hat sich am Freitag einfach tapsig verhalten.

  1. Keine Trackbacks bisher.