1. Bundesliga, 32. Spieltag / BVB 3 VFB Stuttgart 2
Da isser doch. Der Klassenerhalt. Geht doch! Vielleicht lags daran, dass ich gestern ausnahmsweise mal ‘fremdgegangen’ bin, mit VFB-Freunden in eine entsprechende Kneipe. Da war ich dann dreimal ein einsamer Jubler, aber das war mir ja sowas von egal. Und es gab doch endlich mal wieder Erfreuliches zu sehen:
Der BVB verschläft nicht immer die erste Halbzeit, manchmal ist es auch nur die erste halbe Stunde. Davor waren die Schwaben das dominierende Team, ohne das jedoch in Zählbares umsetzen zu können. Denn in dieser ersten halben Stunde war zumindest die schwarz-gelbe Abwehr wach (was nicht über die vollen 90 Minuten so bleiben sollte).
Den Schwarz-Gelben fehlt zwar weiterhin oft die Spielkultur, aber mit einem Engagement wie gestern kann man das Glück auch erzwingen. Da reichen eben auch mal fünf, sechs gute Szenen für einen Sieg. Beispielhaftes Engagement kam mal wieder von Tinga, der sich selber mit einem Tor belohnte. Nach schöner Vorarbeit durch den für den auch noch verletzten Kringe in die Startformation gerückten Federico gelang dem Brasilianer in der 35. Minute das 1:0.
Wir erlebten außerdem die Rückkehr des Torschützen Alex Frei und das gleich zweifach. Erst mit einem schön geschossenen Freistoß (59.), bei dem Alex aber von einem eklatanten Stellungsfehler des ja in Stuttgart nicht unumstrittenen Tormanns Rafael Schäfer profitierte, der einen Schritt aus der Torwartecke heraus machte. Und bei seinem zweiten Treffer (79.) musste der Schweizer nach toller Vorarbeit von Nelson Valdez, der mehrere Stuttgarter stehen ließ, nur noch einschieben. Ja, auch das durften wir erleben: Valdez machte ein tolles Spiel, auch wenn ihm (natürlich) kein Tor gelang; bei seiner Auswechslung wurde er von den Fans zu Recht gefeiert.
Natürlich war bei weitem nicht alles toll. Mit Mario Gomez hatte die BVB-Abwehr in der zweiten Hälfte mächtig Probleme, es langte aber zum Glück ‘nur’ zu zwei Treffern (55./ 83.). Bei beiden sah Robert Kovac nicht sonderlich gut aus – über seine Zukunftsaussichten in Dortmund darf wohl weiter spekuliert werden. Er war aber nicht der einzige Schuldige an den Toren und auch nicht daran, dass es in den letzten zehn Minuten nochmal spannend wurde. Kurz vor Schluss hätte Delpierre nach einiger Konfusion im BVB-Strafraum gut und gerne noch den Ausgleich machen können. Und zweimal musste sich gestern Höttecke wieder mächtig strecken – und tat das glänzend. Er hat zwar noch nicht die absolute Sicherheit, aber das Vertrauen von Doll ohne Zweifel verdient (wonach es nach seinem Einsatz gegen Hannover noch nicht ausgesehen hatte).
Wieviel der Sieg mit der erneuten Systemänderung zurück zu 4-4-2 Raute zu tun hatte, wage ich nicht zu beurteilen. Unser 10er mit der Nummer 8, Giovanni Federico, hatte wieder mal nur wenige auffällige Szenen, darunter natürlich die Vorarbeit zum 1:0. So. Nun kann man sich die letzten beiden Spiele etwas entspannter anschauen, aber natürlich immer noch gespannt, ob die Mannschaft wenigstens etwas die ‘positive Kurve’ kriegt.
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