1. Bundesliga, 33. Spieltag / DSC Arminia Bielefeld 2 BVB 2
2:2 in Bielefeld – wie die Bayern hat also der BVB seine sportliche Pflicht getan und hält den Abstiegskampf zumindest zwischen den Ostwestfalen und den Nürnbergern offen; letztere standen schon am Abgrund und können sich nun bei Alex Frei und dem Bielefelder Torwart Fernandez bedanken, aber dazu gleich mehr.
Thomas Doll wählte für den Sturm die Variante 1 aus meiner Vorschau mit Buckley und Frei vorne und wurde dafür belohnt: Delron gelang sein erster Treffer überhaupt für den BVB zum zwischenzeitlichen 1:1, nach Vorarbeit von Federico brauchte er nur noch einzuschieben. Und das gegen den Verein, wo er sein erfolgreichstes Jahr hatte – auch so eine Geschichte des Spiels heute. Die Schwarz-Gelben machten in der ersten Hälfte meist das Spiel, kamen aber zu selten gefährlich vors Tor. Die Abwehr stand dafür zunächst wieder gut, ehe der junge Torwart Marcel Höttecke einen unnötigen Elfmeter an Wichniarek kurz vor der Torauslinie verursachte, der den Gastgebern die Führung durch Marx ermöglichte. Und wenige Minuten nach Buckleys Ausgleich war die Dortmunder Viererkette dann zum ersten Mal richtig desorientiert, übersah nach einer Flanke von links den lauernden Wichniarek und der konnte zum 1:2 einköpfen.
Die zweite Halbzeit war zunächst schwächer als die erste; der BVB kam bis auf einen Kuba-Schuss nicht durch gegen nun sehr tief stehende Bielefelder, die nur noch auf Konter lauerten. Doll brachte nach 55 Minuten auch noch Sahr Senesie für Rukavina, um die Offensive zu beleben; dem Nachwuchsstürmer gelang immerhin ein ordentlicher Kopfball knapp übers Tor. Die Schlüsselszene, die letztendlich den Bielefeldern vermutlich mehr schadete als den Schwarz-Gelben (bzw. heute Weinroten), kam in der 78. Minute: Lächerliche Gelb-Rote Karte von Schiri Herbert Fandel gegen Robert Kovac, der bei einer Grätsche von vorne den Ball und ein bisschen seinen Gegenspieler traf. Entsprechend engagiert, weil wütend, gingen die zehn Dortmunder dann zu Werke und wurden mit einer erfolgversprechenden Freistoßsituation belohnt. Alex Frei zieht aus etwa 19 Metern ab, über die Mauer geht der Ball an den Innenpfosten und springt dann Torwart Fernandez ins Gesicht und von dort…ins Tor! Das ist sicher Pech im Abstiegskampf, man wird die Szene noch öfter sehen und drüber reden, aber es war mit Sicherheit verdient.
Am Ende steht also ein 2:2, mit dem man zufrieden sein kann angesichts der Unterzahl und der in den letzten Jahren sehr mageren Bilanz bei den Besuchen in Ostwestfalen. Die spielerischen Mittel sind aber (hoffentlich durch Neuverpflichtungen) ausbaufähig; hier und da fehlte auch mal der Zug zum Tor, zumindest vor dem Platzverweis. Trotzdem: Die Mannschaft arbeitet an einem versöhnlichen Saisonabschluss, der nächsten Samstag gegen Wolfsburg mit einer Revanche für das 0:4 im Hinspiel gelingen könnte. Allerdings scheint das Magath-Team gerade rechtzeitig richtig gut drauf zu sein: Die schafften nämlich heute auch gegen den VFB ein 4:0!
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