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Archiv für Juni 2008

Nicht ganz erster

30. Juni 2008 Nick 2 Kommentare

Da gibt es wohl keine zwei Meinungen: Spanien hat gestern verdient die Euro 2008 gegen Deutschland gewonnen. Sie waren deutlich überlegen, technisch besser und hatten mehr Chancen. Fernando Torres entschied mit einem Klassetor das Finale; genau im richtigen Moment lupfte er den Ball über den herausstürmenden Lehmann. Den in diesem Fall kaum die Schuld traf, viel eher Philipp Lahm, dem die Kugel wegsprang.

Scheinbar kann Deutschland mit Michael Ballack nichts gewinnen (muss der eigentlich die ‘13′ tragen?) – nein ernsthaft: Ein weiteres verlorenes Finale für den deutschen Kaptitän, ist schon tragisch.

Spanien hat nicht nur dieses Spiel, sondern auch das ganze Turnier verdient gewonnen. Das war oft, mit Ausnahme des Viertelfinals gegen Weltmeister Italien, schöner Fußball – und das hat ganz allgemein bei dieser EM gefallen: Der Standard des Dargebotenen war im Durchschnitt deutlich höher als bei der ‘Sommermärchen-WM’ in Deutschland.

Die deutsche Nationalmannschaft hat sich, wenn man ehrlich ist, als spielerisch limitiert erwiesen. Ein paar Spieler waren zwar auch nicht in Topform (bestes Beispiel: Mario Gomez), aber man muss einfach anerkennen, dass einige Teams den Deutschen zur Zeit voraus sind. Bis ins Finale konnten Löws Jungs das kompensieren, dank der leichten Auslosung und einiger richtig guter Phasen (Portugal!), aber gegen Spanien dominierten sie dann nur kurz am Anfang und maximal zehn Minuten in der zweiten Hälfte; ansonsten waren die Iberer in allen Belangen besser. Also Joachim: Sei realistisch und trainier wieder mehr Standards! ;-)

Irgendwie bin ich auch froh, dass die EM nun vorbei ist und Verabredungen wieder etwas entspannter ablaufen. Außerdem: Übermorgen ist Trainingsauftakt beim BVB, mit Kloppo. Ich wette, da kommen ein paar Zaungäste mehr als bei den Bayern heute: Nur 800 waren bei Klinsis Trainingsauftakt! Hier bei AGW wird ab Mittwoch auf jeden Fall wieder voll schwarz-gelb durchgestartet!

Die Glücklicheren

26. Juni 2008 Nick 3 Kommentare

…haben gestern gewonnen. Und das waren diesmal die Deutschen. Nennen wir es ausgleichende (Un)Gerechtigkeit, die Türken hatten ihre Portion Glück bei dieser EM eben schon aufgebraucht. Es war kein überzeugender Fußball, was da zu sehen war, vor allem nicht von Löws Jungs, aber natürlich ungemein spannend. Wieder ein türkischer Thriller, diesmal jedoch mit einem anderen Ende. Philipp Lahm – der Kleinste wird zum Größten. Zugegeben, billige Schlagzeile, aber irgendwie passte es zum Spiel, dass ausgerechnet Lahm der Last-Minute-Siegtreffer gelang.

Zuvor gabs da noch den Bildausfall, mehrere Minuten lang. Schuld war wohl die UEFA. Was würden die heute sagen, wenn in der ‘Blindphase’ ein Tor gefallen wäre?

Die Türken wollten noch einen Elfmeter, den man wegen Trikotziehen hätte geben können, aber irgendwie fiel der Angreifer da zu theatralisch. Und ein viel klarerer Elfer für Deutschland wurde ja in der ersten Halbzeit (?) auch nicht gegeben. Ansonsten bleibt zu sagen, dass Jens Lehmann, auch wenn er bis auf gestern eigentlich eine gute EM gespielt hat, es vielleicht nach Sonntag seinem türkischen Kollegen Rüstü gleichtun und den Weg für die jüngeren freimachen sollte. Er ist doch nicht Paolo Maldini.

Es war wieder ein spannender Fußballabend in Kreuzberg, das Wetter hielt sich entgegen allen Erwartungen und so herrschte bis spät in die Nacht gelöste Stimmung. Nur die, die irgendwelchen größeren Stress erwartet hatten, wurden enttäuscht.

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Noch ein Torwart

23. Juni 2008 Nick Kommentieren

Eigentlich wollte der BVB keinen Torhüter mehr verpflichten. Jürgen Klopp vertraut darauf, dass Roman Weidenfeller wieder zu alter Stärke zurückfindet und mit Marc Ziegler ein passabler Ersatzmann bereitsteht. Der junge Marcel Höttecke sollte wieder mit der zweiten Mannschaft Spielpraxis sammeln. Nun musste Höttecke aber nach einigem Hin und Her doch am Kreuzband operiert werden und wird monatelang ausfallen. Deswegen haben die Verantwortlichen reagiert und den 24-jährigen Lukas Kruse vom Zweitliga-Absteiger SC Paderborn verpflichtet. Mindestens bis zu Hötteckes Rückkehr soll der Neue das Tor der Regionalliga-Mannschaft hüten – vermutlich wird er nur bei einer Verletzung eines anderen Keepers in der ersten Mannschaft einspringen. Aber wer weiß schon, wie sich die Dinge im Fußball entwickeln…

Der „Kicker“ merkt auch an, dass der BVB bisher noch keine Abgänge aus der ersten Mannschaft zu verzeichnen hat, also auch noch keine Transfererlöse erzielt wurden. Besonders erpicht dürfte Jürgen Klopp darauf sein, die Zahl der Innenverteidiger zu reduzieren. Angeblich sollen Martin Amedick und Markus Brzenska schlechte Karten haben – entschieden werden soll allerdings erst nach dem Trainingsauftakt. Viel Geld verdienen lässt sich mit Protagonisten der ‘Chaos-Abwehr’ von letzter Saison aber vermutlich nicht. Gesucht wird unterdessen vor allem noch nach einem Mittelfeldspieler – ‘belastbare’ Gerüchte gibt es dazu aber noch keine.

Erster schwarzer Trainer in der Premier League

23. Juni 2008 Nick Kommentieren

In Englands Fußballgeschichte wird voraussichtlich der morgige Dienstag ein historischer Tag werden. Nach dem Weggang von Mark Hughes zu Manchester City soll dann Paul Ince als neuer Trainer des Premier League-Klubs Blackburn Rovers vorgestellt werden. Ince war auch schon der erste schwarze Kapitän der englischen Nationalmannschaft. Der 40-jährige ist mit den Milton Keynes Dons, dem Retortenklub, der aus dem FC Wimbledon entstand, gerade in die League One (dritte englische Liga) aufgestiegen. Er hat für seinen neuen Job allerdings von der Premier League die Auflage erhalten, innerhalb von zwei Jahren mit der Ausbildung zum Erwerb der UEFA Pro Lizenz anzufangen.

Im englischen Fußball bewegt sich also einiges, manches zum Negativen, wie das von der Premier League vorgeschlagene ‘39. Spiel’, das zusätzlich zum normalen Spielplan im Ausland ausgetragen werden soll, manches aber auch zum Positiven. In der aktuellen Ausgabe hatte die englische „FourFourTwo“ noch ein Interview mit dem Beauftragten der FA zur Förderung von Trainern, die ethnischen Minderheiten angehören (FourFourTwo July 2008, S. 75). Brendon Batson sprach von einem „lack of trust in boardrooms“ – die Rovers, ein Klub aus dem Mittelfeld der Premier League, sind nun das ‘Wagnis’ eingegangen.

In Deutschland sind deutlich weniger Afrodeutsche im Fußballbereich tätig als schwarze Briten in England. Aber auch aus anderen ethnischen Minderheits-Communities hat es meines Wissens noch kein hierzulande Aufgewachsener auf die Trainerbank eines Bundesliag-Vereins geschafft. Oder kennt jemand einen? Der DFB hat zwar einen ‘Integrations-Preis’ ausgerufen, könnte aber vielleicht selber noch mehr Konkretes bei der Trainerausbildung tun. In England hofft man nun, dass Paul Ince zu einem ‘role model’ wird – könnte bei uns auch funktionieren.

Vorschau aufs Halbfinale

23. Juni 2008 Nick Kommentieren

Richtig daneben gelegen habe ich nur bei den Holländern. In der Vorrunde haben sie mich damit überrrascht, dass sie so gut gespielt haben, jetzt im Viertelfinale mit dem Gegenteil. So ist das im Fußball. Ein Fazit, das so ähnlich auch Kroatiens Trainer Slaven Bilic nach dem Spiel gegen die Türkei zog. Ein Spiel, das die Kroaten lange Zeit dominierten, in dem von den Türken kaum etwas zu sehen war. Und doch haben sie es wieder getan. Die letzte Minute der Verlängerung war wohl noch unglaublicher als die Schlussphase gegen Tschechien. Zum Unterhaltungswert der EM haben die Türken ohne Zweifel viel beigetragen; spielerisch, denke ich, sind sie von Deutschland in der Form des Portugal-Spiels absolut schlagbar.

Mit taktischer Raffinesse und dem erwartet beherzteren Auftreten gelang auch ohne Joachim Löw der verdiente Sieg gegen die ach so starken Portugiesen. Auch wenn sich Ballack beim dritten Tor sehr robust einsetzte…

Gestern nun gelingt den Spaniern der erste Pflichtspielsieg seit langer Zeit gegen Italien. Spannend wurde es zwar lange Zeit nicht, weil sich beide Teams neutralisierten, aber ansonsten lag ich ja nicht soweit daneben mit meiner Prognose. :-)

Wer kommt noch ins Finale? Nach den Viertelfinal-Eindrücken wird es sicher nicht mehr so eindeutig wie in der Vorrunde zwischen Spanien und Russland, aber letztendlich werden es die Spanier doch schaffen.

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Vorschau aufs Viertelfinale

18. Juni 2008 Nick 4 Kommentare

Die Vorrunde der Euro 2008 ist vorbei und es beginnen die K.O.-Spiele. Obwohl eigentlich auch in den letzten Tagen schon Spiele dieses Charakters stattfanden. Gleich morgen gehts weiter mit

Portugal v Deutschland. Alle sagen jetzt, die Portugiesen seien die Favoriten. Bastian Schweinsteiger sagt sogar, dass sie die beste Mannschaft des Turniers seien. Das mag ja auf der Playstation so sein, Schweini, aber in der Realität kommen sie nicht an die Holländer ran. Und ich glaube sogar, dass Deutschland morgen gewinnen wird, und sei es im Elfmeterschießen. Vermutlich nicht mit schönem Fußball, aber sie werden versuchen, den schlechten Eindruck der Vorrunde zu korrigieren; sie werden engagiert und hoffentlich wacher sein. Frings wäre durch Rolfes oder Hitzlsperger ersetzbar, Podolski wird vermutlich einsatzbereit sein. Und dass Löw fehlt – meine Güte, da kann man doch vorher alles absprechen, und der Hansi und der Joachim arbeiten ja schon ne Weile gut zusammen. Also vom Feeling her habe ich… Wobei ich bei dieser EM mit meinen Tipps nicht immer goldrichtig lag (zu oft Unentschieden getippt, war wohl das Hauptproblem)…

Kroatien v Türkei. Man kann davon ausgehen, dass das ein umkämpftes Spiel wird, denke ich. Schwierig vorherzusagen, aber die Routine und Stabilität spricht für die Kroaten. Zumindest dürfte es für die Türken schwerer werden, das Spiel zu drehen als gegen Schweizer und Tschechen. Jetzt wünsche ich mal dem Mladen Petric ein Tor, wo er sich doch zum BVB bekannt hat heute. Kein zu schönes aber. ;-)

Niederlande v Russland. Die Russen haben mich heute wirklich überrascht. Die hatte ich nicht auf der Liste, aber letztendlich hat Russland gegen einen verletzten Ibrahimovic gespielt. Das war durchaus gepflegter Fußball, aber gegen die Holländer wird das bei weitem nicht reichen. Trotzdem könnte auch das ein ansehnliches Spiel werden.

Spanien v Italien. Und noch ein tolles Spiel? Manche(r) wird jetzt sagen, die Italiener kommen erst so richtig in Fahrt, die packen das gegen die traditionell in K.O.-Spielen schwächelnden Spanier. Auch Jürgen Klopp hat sowas Ähnliches gesagt. Ich bin mir nicht so sicher. Könnte auch ins Elferschießen gehen, diese Partie. Topspieler auf beiden Seiten ergeben nicht unbedingt Topfußball, aber die Chancen stehen nicht so schlecht, dass es mindestens richtig spannend wird.

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Die Krimi-Meister

17. Juni 2008 Nick Kommentieren

Die Holländer spielen am schönsten, aber die Türken am spannendsten. Nach dem Last Minute-Sieg über die Schweiz setzten sie vorgestern im entscheidenden Spiel gegen Tschechien nochmal gewaltig einen drauf: Bis zur 75.Minute 0:2 hinten, in der 87. nach eklatantem Cech-Patzer den Ausgleich geschafft, der ein Elfmeterschießen bedeutet hätte. Und dann folgte in der 89. unglaublicherweise noch das 3:2 durch Nihat, übrigens gab bei allen drei türkischen Treffern Hamit Altintop die Vorlage.

Sensationell im letzten Moment das Spiel gedreht – aber das war den Türken noch nicht genug. In der Nachspielzeit schubste Torwart Volkan Jan Koller um und flog vom Platz; Fatih Terim hatte schon dreimal gewechselt und so musste Feldspieler Tuncay in den Kasten. Nun mussten die Tschechen eigentlich nur mal den Ball aufs Tor schießen und es hätte ein noch verrückteres Spiel werden können – aber das gelang ihnen nicht mehr. Trotzdem: 1a-Unterhaltung! Und wieder Silvester in Kreuzberg. Vielleicht gibts ja noch das Halbfinale Deutschland v Türkei…

Denn Deutschland hats geschafft! Angstgegner Österreich wurde mit 1:0 geschlagen, in einem nicht besonders ansehnlichen Spiel, dank eines klassischen ‘Stilmittels’, dem Freistoß, der endlich mal wieder erfolgreich war. Ballack ballerte ihn rein. Ansonsten fiel vor allem die miserable Leistung von Mario Gomez auf, derer er sich nach seiner Auswechslung sichtbar bewusst war. Vermutlich verspielt der Noch-Stuttgarter gerade eine mögliche Zukunft in Barcelona und muss dann wohl doch nach München. Denn im Ausland wird er durchaus aufmerksam beobachtet während der EM, manch ein Experte wähnte in ihm einen möglichen Superstar des Turniers. Damit wirds jetzt eng – aber ist das wirklich eine Kopfsache wegen der ganzen Spekulationen?

Unterdessen spielten die Österreicher wie in ihren bisherigen Partien frech und engagiert, aber mit sehr wenig Durchschlagskraft nach vorne; richtige Großchancen wie gegen Polen waren Mangelware. Jetzt sind also auch die anderen Gastgeber raus – aber ich habe richtig Appetit auf ein Wiener Schnitzel (ohne Cordoba) bekommen! ;-)

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Owomoyela ist da – und Klopp will lange bleiben

16. Juni 2008 Nick 4 Kommentare

Wieder mal ging alles schnell zwischen Bekanntwerden des Gerüchts und vollzogenem Wechsel: Klaus Allofs hat inzwischen bestätigt, dass Patrick Owomoyela zum BVB geht. Der 29-jährige wird in Dortmund einen Vertrag bis 2011 erhalten. Über die Ablöse hört man von den Vereinen natürlich nichts; in „Insiderkreisen“ wird von 2,5 Millionen Euro gesprochen, also etwas mehr als zunächst angenommen.

Über das Für und Wider des Transfers habe ich mich schon geäußert; Jürgen Klopp wird sich seine Gedanken zu dieser Personalie gemacht haben, immerhin wird Owo in den Medien als sein „Wunschkandidat“ bezeichnet. Nach Angaben von Allofs haben die Bremer Owomoyela nach längerem Zögern ziehen lassen, weil er sich in Dortmund bessere Chancen auf einen Stammplatz erhofft. Ich halte ihn zumindest für eine interessante Alternative.

Unterdessen hat Jürgen Klopp bekräftigt, dass er sich auf ein langfristiges Engagement in Dortmund einstellt – und damit den Träumen so manches Bayern-Fans eine Absage erteilt:

„In Dortmund lodert eine brutale Fußball-Leidenschaft, und diese brutale Fußball- Leidenschaft lodert auch in mir. Nichts in mir ist darauf eingestellt, dass diese Zusammenarbeit nur kurzfristiger Natur sein wird“

Im Kicker-Interview sieht er außerdem weiterhin eine wichtige Rolle für Robert Kovac in der Abwehr…das löst bei mir jetzt die ersten leisen Zweifel aus, aber letztendlich kommt es ja darauf an, dass wir die nötigen Alternativen haben, die dann einspringen können.

„Owo“ ist interessant

14. Juni 2008 Nick 3 Kommentare

Es tut sich wieder was in Dortmund: Der Bremer Manager Klaus Allofs hat dem „Kicker“ bestätigt, dass der BVB Interesse am ehemaligen Nationalspieler Patrick Owomoyela (29) zeigt. Diese Bestätigung könnte darauf hindeuten, dass die Bremer durchaus gewillt sind, „Owo“ abzugeben, was wiederum bedeuten würde, dass der Transfer für den BVB finanziell realisierbar wäre. Owomoyelas Vertrag würde nächstes Jahr auslaufen; es wird nun über eine Ablösesumme von rund zwei Millionen Euro spekuliert.

Was wären Chancen und Risiken eines Transfers? Zwei Millionen wären ein angemessener Preis für einen Ex-Nationalspieler, der sowohl links als auch rechts hinten eingesetzt werden könnte. Auf der linken Seite hat beim BVB sicher Dede die Nase vorn, da wäre Owo als Backup im Fall von Verletzung oder Sperre denkbar. Aber rechts würde er sich vermutlich ein offenes Duell mit Antonio Rukavina liefern.

Das Problem bei Owomoyela liegt natürlich auch auf der Hand. Er wurde in den letzten Jahren durch mehrere Verletzungen geplagt, verlor seinen Stammplatz in Bremen (in der Nationalmannschaft sowieso) und konnte nicht mehr an frühere Leistungen anknüpfen. Die Frage ist, inwieweit er sich durch kontinuierliche Spielpraxis wieder seinem früheren Niveau annähern kann. Damals war er ja durchaus auch für effektive offensive Vorstöße bekannt; sowas hat man beim BVB gerade über rechts zuletzt vermisst.

Auf die Gefahr hin, Kloppo jetzt wieder in die Rolle des Wunderheilers zu rücken (was nicht meine Absicht ist): Aber ist er nicht dazu prädestiniert, einem solchen Spieler wieder ‘auf die Beine zu helfen’? Einem Spieler, dem es möglicherweise aktuell auch an Selbstvertrauen mangelt? Bei Mohamed Zidan lief es in Mainz plötzlich wieder. Sagen wir so: Es ist nicht sicher, ob wir nochmal den ‘alten’ Owomoyela sehen werden, aber wenn es jemand schaffen kann, ihn dahinzubringen, dann ja wohl jemand wie Klopp. Insofern könnten die zwei Millionen gut investiert sein…

Der zweite Streich

14. Juni 2008 Nick Kommentieren

3:0 gegen den Weltmeister, 4:1 gegen den Vize – mit diesen Tipps hätte man richtig viel Geld verdienen können. Mal im Ernst: Was kann man eigentlich gegen die Holländer haben? Die spielen bei der EM einen unerwartet fantastischen Fußball und ihre Fans sind die friedlichen Partykönige (ok, über die Hüte kann man geteilter Meinung sein ;-) ). Traumtore am laufenden Band gab es auch gestern gegen Frankreich wieder zu sehen und so kann das von mir aus noch eine Weile weitergehen. Wobei die K.O.-Spiele wieder ihre eigenen Gesetze haben, mit größerem Druck und so. Erstmal bin ich gespannt, ob die Spanier heute auf diese orangene Demonstration antworten können.

Und Deutschland? Ist von solchen Auftritten meilenweit entfernt. Gegen Kroatien gab es einen unerwarteten Einbruch, der zeigte, dass die Mannschaft allenfalls dann zu den europäischen Fußballriesen zählt, wenn sie eine annähernd perfekte, geschlossene Mannschaftsleistung zeigt. Wenn die berühmten ‘Rädchen’ nicht ineinandergreifen, ist das Team nicht zu retten, denn es hat keine überragenden Individualisten; auch ein Ballack ist ja nur ein überragender Mannschaftsspieler.

Aber ehrlich gesagt: So ein ‘Finale’ gegen Österreich hat doch was. Es geht noch um etwas und das Spiel dürfte sicher wieder ein absoluter Quotenhit werden. Am Sonntag gibts schon das Endspiel zwischen Tschechien und der Türkei, am Dienstag dann Italien v Frankreich – Spannung bis zuletzt also in den Gruppen A bis C.

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