Gestern gab es den ersten ‘Hammer’ der EM, ein Ergebnis, mit dem ich niemals gerechnet hätte. Holland schlägt Weltmeister Italien mit 3:0 und zeigt dabei Klasse-Offensivfußball, gerade, als man dachte, die Oranjes würden sich vom lange Zeit propagierten „Total Football“ ein wenig verabschieden. So hatte beispielsweise die englische Ausgabe des eigentlich sehr guten Fußballmagazins „FourFourTwo“ auf dem Titelblatt die Schlagzeile „The Death of Total Football – Why Holland won’t win…and won’t be worth watching“ (FourFourTwo, June 2008). Tja, so kann man sich irren. Sehenswert war das in jedem Fall schonmal (wie geil war eigentlich das 2:0?), ob sie diese Qualität auch in den K.O.-Runden durchhalten können, muss sich noch zeigen. Für das Weiterkommen in der angeblichen Todesgruppe sehe ich angesichts der gezeigten Leistungen von Frankreich und Rumänien jedenfalls wenig Probleme für die Holländer.
Am Wochenende hatte es Auftaktniederlagen für die beiden Gastgeberländer gegeben, beide ziemlich unglücklich. Die Schweizer und die Österreicher dominierten lange, aber es fehlte halt die Durchschlagskraft. Den Elfmeter gegen Österreich fand ich zudem sehr hart. Beide werden es nun schwer haben, das Viertelfinale noch zu erreichen – für die Stimmung in den Alpenländern müssen dann wohl ausschließlich die ausländischen Fans sorgen.
Und Deutschland? Das war ohne Zweifel ein souveräner Auftakt gegen Polen, bei denen Ebi Smolarek im 4-2-3-1 System in der Sturmspitze verloren wirkte. Meistens versuchten es die Polen mit Weitschüssen, mit denen Jens Lehmann wenig Probleme hatte. Spricht aber auch für die gute Organisation auf deutscher Seite. Nach der früh vergebenen Riesenchance durch Klose / Gomez hatte man ja schon so seine Befürchtungen, aber beim zweiten Mal, in ähnlicher Position, war dann Lukas Podolski zur Stelle. Von der Aufstellung her hat Joachim Löw also alles richtig gemacht; mal sehen, ob es am Donnerstag gegen die vermeintlich offensiveren Kroaten Umstellungen geben wird. Zwischendurch ließ man die Polen zwar ins Spiel kommen, aber richtig gefährlich wurde es, wie gesagt, selten. Für einen Vergleich mit den anderen ‘großen Siegern’ der ersten drei EM-Tage, Holland und Portugal, sollte man aber die restliche Vorrunde abwarten.
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