Any Given Weekend

Nicht nur ein BVB-Blog

Endstation Wolfsburg

Der Beinahe-Werksverein aus der Autostadt Wolfsburg ist ein ambitionierter Bundesligaklub, den Felix Magath in der letzten Saison auf beeindruckende Weise noch in den UEFA-Pokal geführt hat. Es wurde und wird dort kräftig investiert, u.a. in Zaccardo und Barzagli zwei italienische Nationalspieler (wenn auch keine Stammkräfte) verpflichtet, und die Einkaufstour des mächtigen Trainer-Managers könnte noch weitergehen. Außer den Bayern kann / will anscheinend kein Verein zur Zeit so viel Geld lockermachen wie die Wölfe mit VW-Motor.

Auf der anderen Seite herrscht dadurch in der Mannschaft ein Verdrängungswettbewerb, der imho im Moment zu den härtesten der Liga zählt. Drei Beispiele: Da ist das ehemals kongeniale ‘Rumänen-Duo’ Sergiu Radu und Vlad Munteanu, das in der vorletzten Saison den FC Energie Cottbus quasi im Alleingang in der Liga hielt. Inzwischen stehen sie nur noch im Kader von Wolfsburg II und sollen nach Möglichkeit verkauft werden. Die Schuld der Spieler, die ihre Leistung nicht mehr brachten? Der Berater, die sie zu einem zweifelhaften Wechsel überredeten? Oder haben sie vielleicht von Felix Magath auch nicht die Chance auf Spielpraxis bekommen, die sie gebraucht hätten?

Und dann gibts noch den Fall Simon Jentzsch. Ehemals im Dunstkreis der Nationalmannschaft, stürzte der Torwart letzte Saison in Wolfsburg richtig ab, wurde nach zugegeben schwacher Vorrunde von Magath komplett ausgebootet, sollte nach Möglichkeit den Verein verlassen. Seither haben sich mehrere Wechsel zerschlagen, weil die angedachten neuen Vereine teils in letzter Sekunde einen Rückzieher machten. Auch Jentzsch muss nun mit der zweiten Mannschaft trainieren, steht weiter zum Verkauf.

Diese drei Fälle sind natürlich keine Einzelfälle in der Liga. Die gibts auch anderswo. Auch in Dortmund. Ein Karriereknick kann aus den verschiedensten Gründen vorkommen und übermäßiges Mitleid mit Fußballprofis, die (noch) richtig gut verdienen, muss man ebenfalls nicht haben. Aber bei diesen drei Spielern war der Knick besonders heftig und kam besonders plötzlich. Und ich frage mich schon, ob die Doppelrolle, die Felix Magath inne hat, dem ja niemand direkt ‘über die Schulter schaut’, etwas damit zu tun haben könnte. Und das viele Geld, das er investieren kann. Da neigt man schon einmal dazu, einen Spieler schneller abzuschreiben als unbedingt nötig…

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4 Responses

  1. Was ist denn mit Delron Buckley?

  2. Kirsten sagt:

    @Easy Funk: Wie da ausdrücklich steht, kommt das durchaus bei Dortmund und anderen Vereinen vor. Aber anderswo ist der Trainer nicht der Alleinherrscher.

  3. Nick sagt:

    Genau. Und ein weiterer Unterschied bei Buckley ist, dass er bereits seit 2005 beim BVB ist und zwei Spielzeiten lang (die erste und die letzte, dazwischen war er verliehen) immer wieder seine Chancen bekam. Und nicht vom einen Tag auf den anderen abserviert wurde wie z.B. Jentzsch.

  4. [...] also Trainerjob und den Posten eines Sportdirektors in seiner Person. Da kann er es sich leisten, ohne Rücksicht auf Verluste ein harter Hund zu sein. Der Erfolg gibt ihm Recht. Und vieles, was Magath zur Bundesliga oder den [...]

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