Archiv

Archiv für August 2008

Ausgeflogen

19. August 2008 Nick 3 Kommentare

So, jetzt bin auch mal dran mit Urlaub. Deshalb ist hier Sommerpause bis zum 2. September. In Sachen Fußball natürlich eine ungünstige Zeit: Bayern-Spiel, DFB- und UEFA Pokal-Auslosung, Cottbus, Last Minute-Transfers und was da sonst noch so passieren kann. Aber dieses Jahr ging es nicht anders bei mir. Und die notwendigsten Infos werde ich mir auch in Griechenland besorgen…mal sehen, vielleicht zeigen die auch irgendwo das Spiel am Samstag… ;-)

Kategorien:Blogging

Fast unersetzbar

18. August 2008 Nick Kommentieren

Als Integrationsfigur ist Dede für den BVB definitiv nicht zu ersetzen, als Spieler nur sehr schwer. Er ist zwar kein brillanter, aber ein guter Techniker und vereint solide Defensivarbeit mit Sturmläufen und immer mal wieder gefährlichen Flanken von der linken Seite. Trotzdem müssen die Dortmunder Verantwortlichen jetzt versuchen, Abhilfe für hinten links zu schaffen und eine Alternativlösung zu präsentieren. Im Verein gilt es als ausgemacht, dass noch ein neuer Mann für die Position kommen soll, offenbar denkt man an ein Ausleihgeschäft. Vermutlich ist das die beste Lösung, denn knapp zwei Wochen vor Transferschluss noch einen erschwinglichen Spieler mit auch nur annähernd ähnlichen Qualitäten zu finden, dürfte schwierig sein. Zumal der Betreffende im Hinterkopf hätte, dass die Chancen gering sind, Dede dauerhaft zu verdrängen.

Die Nachteile eines Leihgeschäfts liegen auf der Hand: Manchmal fehlt den temporär beschäftigten Spielern die 100%ige Identifikation mit dem Arbeitgeber. So sollten Zorc und Klopp darauf achten, nur jemand zu holen, der motiviert ist, die Chance in Dortmund wirklich wahrzunehmen – so schwer das vorher zu beurteilen sein mag. In Frage kommen vor allem Spieler von ‘großen Vereinen’, die dort in der zweiten Reihe stehen; alles andere dürfte uns nicht weiterbringen.

Eine alternative Vorgehensweise wäre, einen Flügelspieler dauerhaft zu verpflichten, der sowohl hinten als auch im Mittelfeld spielen kann. Der BVB sucht jemand fürs linke Mittelfeld, da dürften schon einige Namen auf der Liste stehen. Die Allrounder gibt es, allerdings haben sie sicher ihren Preis. Mit der Perspektive, ein halbes Jahr hinten links Dede zu ersetzen und dann ins Mittelfeld zu rücken, könnte man schon jemand nach Dortmund locken – fraglich bleibt die finanzielle Machbarkeit.

Interne Lösungen sind nur vorübergehend denkbar. Patrick Owomoyela kann zwar, vorausgesetzt er bleibt gesund, die Position spielen, aber dass er Dede nach so vielen Verletzungen und auch generell 1:1 ersetzen kann, glaubt wohl niemand im Verein. Florian Kringe halte ich erstmal für die beste Übergangslösung, aber ihm fehlt die Konstanz – starken Spielen folgen zu häufig schwächere, und technisch ist natürlich Dede besser. Marcel Schmelzer ist ein junger Nachwuchsmann und als solcher erstmal sympathisch, aber ganz ehrlich: Er braucht noch Zeit. Das hat man in den letzten Spielen gesehen. Und bei dem Auftaktprogramm brauchen wir jemand Erfahreneren.

Michael Zorc steht nun also in der Pflicht, jemand Überzeugenden zu präsentieren. Und wenn er dafür Geld in die Hand nehmen muss, könnte der Petric-Wechsel doch zu etwas gut sein. Zumal ich die Personalie Dede ohnehin als wichtiger einstufen würde…

BL 1. Spieltag / Bayer Leverkusen 2-3 BVB

16. August 2008 Nick 2 Kommentare

(Updated) War das nicht ein echtes Klopp-Spiel zum Auftakt? Leben, Spielfreude, Drama. Und am Ende gelingt der ersehnte Auswärtssieg, der erste seit fast 30 Jahren zum Auftakt. Aber leider bleibt ein ganz bitterer Nachgeschmack…

Die Aufstellung: Weidenfeller (45. Ziegler) – Dede (72. Schmelzer), Hummels, Subotic, Rukavina – Kringe, Kehl, Hajnal, Kuba – Klimowicz (46. Kruska), Valdez.

Auch das Spiel selber hatte einen Traumstart. Nelson Valdez schießt tatsächlich das zweite Tor im zweiten Pflichtspiel, nach wenigen Minuten und einer Kuba-Flanke, und bereitet später mit einer super getimeten Flanke in den Rückraum das 2:1 durch Kringe vor. Ich will jetzt noch nicht Vokabeln wie ‘aufblühen’ verwenden, aber er hat definitiv maßgeblichen Anteil am erfolgreichen BVB-Auftakt.

Da auch die anderen schwarz-gelben Jungs richtig gut mitzogen, war es eine richtig positive erste Halbzeit mit viel von dem, was wir uns von einem Trainer Klopp erwartet haben: Pressing im Mittelfeld, schnelle Angriffe / Gegenzüge, Laufbereitschaft (auch hier war Valdez ganz weit vorne) und Aggressivität. Allerdings sah man, dass Leverkusen auch eine ganz ansehnliche Mannschaft (im spielerischen Sinne) beisammen hat. Wie vorhergesagt spielte auch Labbadias Team munter nach vorne und hatte Chancen, auch zu mehr als dem zwischenzeitlichen Ausgleich durch Helmes zu kommen. Da hatten wir manchmal Glück, manchmal Abwehrspieler, die zur richtigen Zeit am richtigen Ort waren, wie Subotic, der einmal den Ball artistisch von der Linie kratzte. Wenn es beim BVB was zu kritisieren gab, dann, dass die Schnittstellen der Abwehr noch nicht reißfest sind. Mit schnellen, präzisen Pässen durch die Abwehrreihe erwischten die Gastgeber diese mehrmals auf dem falschen Fuß (u.a. eben beim 1:1).

Die zweite Hälfte begann wiederum sehr gut. Nach einer Ecke von Tamas Hajnal köpft Neven Subotic zum 3:1 ein. Ein Traumstart in schwarz-gelb also auch für ihn und das zeigte er beim Jubeln. So macht das Spaß! Insgesamt war es eine etwas passivere Halbzeit von Dortmunder Seite, und ein paar Mal musste der für den kurz vor der Pause mit einer tiefen Risswunde ausgeschiedenen Weidenfeller gekommene Marc Ziegler den Vorsprung retten. Was er glänzend tat. Er wirkte in fast allen Szenen (und es gab einige) sehr präsent und zeigte, dass er eine gute Nummer 2 ist. Wenn er für ‘Weide’ einspringen muss, ist er offensichtlich immer besser drauf als als Stammtorwart. Mehr …

Der Vor-spiel-hammer

16. August 2008 Nick Kommentieren

Manchmal lohnt es sich offensichtlich doch, die Interviews nach einem Spiel zu verfolgen. Dann wäre ich nicht erst heute vor dem BVB-Spiel in der Kneipe darüber aufgeklärt worden, was zum jetzigen Zeitpunkt für viele Fans eine ziemliche Überraschung sein dürfte. Denn schon gestern im Interview mit Gerhard Delling dementierte HSV-Trainer Martin Jol anscheinend NICHT, dass Mladen Petric mit sofortiger Wirkung an die Elbe wechselt. Und im Gegenzug Mohamed Zidan an die Emscher. Zuzüglich ca. 4,5 Millionen Euro plus Nachschlag im Erfolgsfall.

Da muss man schon erstmal schlucken. Anscheinend wollte Petric unbedingt zum HSV; dass Zidan unbedingt da weg wollte, ist ja bekannt. Das Verhältnis Petric-Klopp soll nicht das beste gewesen sein, vermutlich hielt Mladen mehr von seinen spielerischen Fähigkeiten als Kloppo. Ob was an der Geschichte dran ist, dass sich der Kroate zudem mit Alex Frei und einigen anderen Spielern nicht sonderlich gut verstanden hat, hefte ich mal unter ‘Spekulationen’ ab. Nicht wegzudiskutieren ist, dass er nach einer starken Hinrunde in der Rückrunde ziemlich nachließ. Trotzdem war Petric unter dem Strich der Top-Torschütze des BVB. Ohne Grund sollte man so einen nicht gehen lassen. Aber wenn die genannten Gründe zutreffen, ist die Entscheidung von Klopp / Zorc / Watzke natürlich nachzuvollziehen.

Nun kommt also Zidan. Die Gunst des Publikums wird er sich im Gegensatz zu der des Trainers erst erspielen müssen. In Deutschland spielte der Ägypter nur unter Klopp in Mainz erfolgreich. In Hamburg hat er sich u.a. mit der Äußerung, Huub Stevens habe ihn „wie Scheiße“ behandelt, unbeliebt gemacht. Es ist bekannt, dass er ein schwieriger Charakter ist, aber auch, dass er in der Nationalmannschaft in den letzten Jahren öfter tolle Spiele abgeliefert hat. Man sollte deshalb die ‘Vorgeschichte’ nicht zu wichtig nehmen und darauf bauen, dass Kloppo das hinkriegt mit Zidan. Ob der Spielertausch allerdings auch spielerisch Sinn macht, muss sich erst zeigen. Klopps Idee ist wohl, dass Mohamed lauf- und dribbelstärker als Petric ist und deshalb besser ins System passt.

Was mich allerdings mehr überzeugt, dass der Transfer die richtige Entscheidung sein könnte, ist, dass nun doch Geld für einen weiteren guten Mittelfeldspieler (vorzugsweise für die linke Seite) da sein dürfte.

Der Adler bleibt im Horst

14. August 2008 Nick Kommentieren

Nun gehts also wieder los. Mit der Liga und mit solchen Überschriften. Bei den BVB-Fans wird sich das Bedauern in Grenzen halten, dass sich die vielleicht baldige Nummer 1 im deutschen Tor, Rene Adler, hauptberuflich bei Bayer Leverkusen, an der Schulter geprellt hat und zum Ligaauftakt am Samstag fehlen wird. Zumal sich „Prellung“ nicht so gravierend anhört. Gegen Dortmund wird Adler nun vom unerfahrenen Benedikt Fernandez vertreten, der in der letzten Saison nur zweimal im UEFA Cup und einmal in der Liga ran durfte. Könnte schon ein Vorteil für Schwarz-Gelb sein.

Beim BVB werden neben Frei und Tinga auch Delron Buckley und Patrick Owomoyela wie erwartet fehlen („Owo“ könnte allerdings bis zum Bayern-Spiel wieder fit sein). Kuba wird in die Mannschaft zurückkehren, nachdem er ja im Pokal gesperrt war. Gebangt wird zur Zeit noch um einen Einsatz des in Essen starken Nelson Valdez, es sieht aber gut aus. Sollte der Paraguayaner jedoch ausfallen, sind verschiedene personelle Alternativen möglich, die auch zu taktischen Umstellungen führen könnten: Der klassische Mittelstürmer Diego Klimowicz, Tamas Hajnal als hängende Spitze oder der quirlige, aber noch unerfahrene Bajram Sadrijai als Valdez-Kopie. Ich denke aber, dass Nelson alles dran setzen wird, beim Ligaauftakt dabei zu sein und sein momentan gutes Standing zu untermauern – gleich mit noch einem Tor?

Ansonsten ist es natürlich auch das Duell der ‘neuen’ Trainer am Samstag. Wer schafft den besseren Start, Labbadia oder Klopp? Die Leverkusener haben sich im Pokal deutlich schwerer getan als der BVB, mussten in die Verlängerung gehen, allerdings auch gegen Zweitliga-Aufsteiger RW Oberhausen. Ich habe ja in der Saisonvorschau geschrieben, dass ich den Leverkusenern keine große Steigerung zur Vorsaison zutraue – was wiederum bedeutet, dass ich sie mit dem BVB ungefähr auf Augenhöhe sehe. Umso spannender wirds übermorgen; wichtig wird sein, welcher Trainer seine positive, offensive Einstellung besser auf die Mannschaft übertragen kann. Auf dem Papier sind beide Teams offensiv gut besetzt; die zweite Schlüsselfrage wird deshalb sein, welche der Abwehrreihen sich zum Auftakt wacher präsentiert. Hoffen wir, dass die kleinen Schwächen, die die junge Dortmunder Hintermannschaft in den letzten Wochen noch zeigte, am Samstag nicht mehr (so stark) ins Gewicht fallen. Come on, Dortmund!

So läuft die Saison

12. August 2008 Nick 7 Kommentare

Eigentlich bin ich kein großer Freund von Saisonprognosen. Nicht mehr. Nach DER letzten BVB-Saison. Aber gar nichts zu sagen wäre auch schwach für einen Fußballblogger. Deshalb hier ein paar mal mehr, mal weniger gewagte Vorhersagen.

Meister wird Bayern München. Oder doch Werder Bremen? Die Bayern könnten in der Tat einen holprigen Saisonstart haben (ich traue ihnen übrigens zu, dass sie dann doch nochmal auf dem Transfermarkt tätig werden) und wenn die B++d und andere interessierte Kreise es schaffen, echte Unruhe um Klinsmann zu erzeugen, könnten die Bremer davon profitieren. Der S 04 schafft mindestens die CL-Quali, bis zur Meisterschaft dauert es aber noch weitere 50 Jahre.

Ganz nach oben werden es die Wolfsburger auch dieses Jahr nicht schaffen. Und der Marcelinho-Abgang könnte Magath und sein Team gerade zu Saisonbeginn zu schaffen machen. Deshalb werden sie sich mit dem HSV und Hertha BSC um die UEFA Cup-Plätze streiten. Ja richtig. Die Hertha könnte das dank einer auf den ersten Blick guten Einkaufspolitik wirklich schaffen. Aber Dieter Hoeneß sollte den Mund noch nicht zu voll nehmen. Bei so vielen neuen Spielern dauert es oft (zu) lange, bis sich die Mannschaft gefunden hat. Am Ende könnte durchaus Platz 6 stehen.

Während ich dem VFB zutraue, da vielleicht noch ein Wörtchen mitzureden, glaube ich nicht, dass sich die Leverkusener nennenswert verbessern werden. Sicher, Renato Augusto und Patrick Helmes sind Topverpflichtungen, aber Bruno Labbadia wird sich in seiner ersten Erstligasaison schwer tun und deshalb wirds nix mit Platz 5. Andererseits – Trainerstühle sind nicht immer stabil gebaut…

Eine Mittelfeldplatz-Garantie hat Hannover 96. Die haben sich ordentlich verstärkt, vor allem mit Schlaudraff, aber die Teams davor eben auch.

Und nun wirds langsam schwammig. ;-) Alle Aufsteiger können auf Anhieb den Sprung ins gesicherte (untere) Mittelfeld schaffen. Auf den ersten Blick sind alle drei Teams erstligareif. Bäume ausreißen werden sie jedoch nicht, auch nicht Hoffenheim. Einstellige Tabellenplätze wären ein Riesenerfolg. Allerdings halte ich es für nicht ausgeschlossen, dass die Hoppenheimer oder die Gladbacher sich doch nach unten orientieren müssen. Beide Mannschaften halte ich für nicht gefestigt genug, um immun gegen einen Negativsog zu sein, speziell, wenn wichtige Spieler ausfallen.

Wahrscheinlichere Kandidaten für den Abstiegskampf sind aber Karlsruhe, Bochum, Cottbus und Bielefeld. Der KSC hat bereits eine gute Struktur in der Mannschaft und hat einige wichtige Spieler halten können; es könnte also knapp reichen. Bochum und Cottbus werden mMn definitiv unten mitspielen, als ’sicheren’ Absteiger sehe ich eigentlich nur Bielefeld. Aber da bin ich nicht der Einzige.

Und der BVB? Das ist wirklich schwer. Ich sach mal: que sera, sera und freue mich auf die Saison mit Klopp. Ein einstelliger Tabellenplatz dürfte jedoch machbar sein, oder?

Kategorien:Das Orakel

DFB-Pokal 1.Runde / RW Essen 1-3 BVB

9. August 2008 Nick 4 Kommentare

Start geglückt, kann man sagen. Vor 21.000 Zuschauern an der Hafenstraße gelingt ein verdienter Auswärtssieg, aber ein hartes Stück Arbeit war es schon.

Die Aufstellung: Weidenfeller – Dede, Subotic, Hummels, Rukavina – Kringe, Kehl, Hajnal, Federico – Petric, Valdez.

Es war ein typisches Pokalspiel und ein typischer Saisonauftakt, bei dem selten schon alles zusammenpasst. Die erste Halbzeit war trotz leichter Dortmunder Feldüberlegenheit von den Chancen her ausgeglichen. Tamas Hajnal gelingt gleich sein erstes Pflichtspieltor für den BVB, nach schöner Flanke von Valdez. Aber nur wenige Minuten später gleicht RWE durch einen 25 Meter-Hammer aus. Ein Sonntagsschuss zwar, jedoch hätten die Rot-Weißen kurz darauf nach einem Konter sogar die Führung erzielen können. Und da deutete sich auch das Hauptmanko des BVB-Spiels an: Die junge Abwehr ist bei schnellen Gegenstößen / Kontern noch zu anfällig. Das sollte bis Leverkusen unbedingt verbessert werden.

Nach vorne war das ganz ordentlich von den Schwarz-Gelben, was man gegen einen Viertligisten aber auch erwarten sollte. Die zweite Hälfte hatte der BVB nach einigen Minuten gut im Griff. So wie Florian Kringe offenbar inzwischen seine Probleme mit Bluthochdruck. Ein ordentliches Spiel krönte er in der 59. Minute mit einem Kopfballtreffer nach Dede-Flanke. Und ein anderes ‘Sorgenkind’ war dann in der 70. Minute nach Pass von Hajnal zur Stelle: NELSON VALDEZ macht das 3-1. Kriegt Klopp den echt nochmal hin? Ordentlich gespielt hat er früher auch schon das eine oder andere Mal, aber heute wars richtig gut UND erfolgreich.

Was ist ein Pokalspiel ohne ein bisschen Drama und Tragik? Dachte sich wohl Schiedsrichter Felix Brych und schickte kurz nach dem Tor den für den schwachen Federico eingewechselten Bajram Sadrijai nach wenigen Sekunden schon wieder vom Feld. Der Neuzugang aus Thannhausen war übermotiviert in einen Gegenspieler gerutscht – ganz klar ein zu hartes Einsteigen, aber ob es Rot sein musste? Bitter für Bajram bei seinem Pflichtspieldebüt für den BVB, aber Jürgen Klopp wird es ihm nicht nachtragen. Die Schwarz-Gelben brachten das Spiel jedenfalls ziemlich souverän über die Zeit, hatten noch weitere Chancen durch Kehl, Valdez und Hummels.

Die Lehren aus dem ersten Pflichtspiel? Tamas Hajnal dürfte wirklich zum Dreh- und Angelpunkt des Dortmunder Spiels werden, war wieder eminent wichtig. Der zweite Gewinner war natürlich Nelson Valdez, der seinen Platz im Sturm neben Mladen Petric erstmal sicher haben dürfte. Zudem zeigten Dede und Kringe ansprechende Leistungen, Rukavina konnte sich zumindest offensiv positiv in Szene setzen. Trotzdem: Leverkusen wird natürlich ein ungleich größerer Prüfstein. Wobei die es morgen bei RW Oberhausen auch nicht einfach haben dürften. Mal sehen.

Lehmann hat’s getan

8. August 2008 Nick Kommentieren

Jens Lehmann ist aus der Nationalmannschaft zurückgetreten. Und nun? Mehr als ein Schulterzucken erntet der 38-jährige Neu-Stuttgarter damit so kurz vor Saisonbeginn nicht. Überrascht ist mit Sicherheit niemand, denn die Erwartungshaltung war klar, nachdem Joachim Löw schon seit Wochen darüber redet, was passieren könnte / würde, wenn Lehmann zurückträte. Auch wenn der Rücktritt angebracht war und Lehmann sich mit seinen jüngsten Äußerungen keine neuen Freunde gemacht hat: Irgendwie hätte es stilvoller ablaufen können – und daran ist nicht nur Lehmann schuld.

Kategorien:Fussballtypen

Einsatz in der Hafenstraße

8. August 2008 Nick 5 Kommentare

Es geht also los. Endlich. Natürlich meine ich nicht das Spektakel von Peking, sondern das Derby von Essen. Für die meisten Bundesligisten sollte die erste Pokalrunde ein leichter Aufgalopp sein, bevor es dann nächste Woche ernst wird. Köln hat es gestern vorgemacht. Umso schlimmer trifft es die, die Opfer der ‘eigenen Gesetze’ des Pokals werden. Mal sehen, wen es dieses Jahr erwischt…

Vorzugsweise nicht Dortmund. Das wäre dann eine herbe Euphoriebremse. Aber die Schwarz-Gelben dürften durch die beiden Testspiele gegen RWE gewarnt sein. Ausruhen nach der harten Vorbereitung ist nicht. Personell sieht es bei den Gastgebern besser aus als beim BVB. Patrick Owomoyela scheint das Verletzungspech aus Bremen mitgebracht zu haben: Nun hat er sich einen Muskelfaserriss zugezogen und wird erneut mindestens zwei Wochen ausfallen. Rechts hinten wird deshalb Rukavina spielen, obwohl der erst am Montag wieder ins Training eingestiegen ist. Wollen wir hoffen, dass das gut geht.

Bekannt sind die längerfristigen Ausfälle von Frei und Tinga. Im linken Mittelfeld steht Buckley nicht zur Verfügung, der aber wohl ohnehin zweite Wahl hinter Kringe gewesen wäre. Für den gesperrten Kuba soll wahrscheinlich Giovanni Federico die rechte Seite übernehmen. Im Gespräch dafür war auch Neuzugang Bayram Sadrijai, der Jürgen Klopp in der Vorbereitung überzeugt hat und deshalb öfter als gedacht eine Chance in der ersten Mannschaft erhalten könnte. Mit ziemlicher Sicherheit wird er morgen immerhin auf der Bank sitzen.

Die Atmosphäre an der Hafenstraße wird hitzig sein, aber das sollte ein Klopp-Team nicht beeindrucken. Ich bin zuversichtlich, dass der Gegner nicht unterschätzt wird, und die Qualität, die Essener zu schlagen, ist trotz Ausfällen allemal vorhanden. Let the real games begin!

Nur noch toller Fußball

6. August 2008 Nick 2 Kommentare

Erwartet uns in der kommenden Saison endlich mal wieder so richtig spektakulärer Fußball in der Bundesliga? Man könnte den Eindruck gewinnen, dass uns da eine Revolution bevorsteht, wenn man die einschlägigen Sportzeitschriften liest oder den Erwartungen, die im Umfeld vieler Vereine geäußert werden, Gehör schenkt. Besonders ausgeprägt sind diese Erwartungen bei den Klubs, die einen neuen Trainer verpflichtet haben, sprich den Bayern, dem BVB, Leverkusen und S 04. Attraktiven, offensiven Kombinationsfußball werden die Neuen spielen lassen, das ist das teils selbsterklärte, teils von Presse und Fans erhoffte Ziel ihrer Arbeit. Für diesen Stil stehen Jürgen Klopp, Bruno Labbadia und Jürgen Klinsmann in ihrer Eigenschaft als ‘junge, moderne Trainer’ und Fred Rutten in seiner Eigenschaft als Holländer.

Inwiefern werden sich die Erwartungen erfüllen lassen? Nun, die Bayern haben die Spielfreude bisher (zumindest auf deutschem Boden) weitgehend vermissen lassen und nun schon den zweiten Titel verpasst: Nach dem ‘Supercup’ entging ihnen auch der größtmögliche zu gewinnende Pokal (das ist durchaus wörtlich zu verstehen), der ‘Franz Beckenbauer-Cup’, dank einer 0:1-Niederlage gestern gegen Inter Mailand.

Aber mal ernsthaft: Ob wirklich alle vier neuen Trainer ihren Stil durchsetzen können, erscheint mir fraglich. Dazu braucht es ja nicht nur die Vorgabe, sondern auch die passenden Spieler und einen Gegner, der den Angriffsfußball zulässt. Zwar haben alle vier betreffenden Vereine teils neue, teils schon bekannte Akteure, denen man temporeichen Kombinationsfußball zutrauen kann. Aber der Erfolgsdruck und taktische Zwänge werden dafür sorgen, dass auch in Zukunft immer mal wieder abwartend und vorsichtig gespielt wird, gerade nach Niederlagen.

Um das klar zu sagen: Ich hoffe auch auf eine positive spielerische Entwicklung, gerade in Dortmund, aber im Zweifelsfall sind mir die drei Punkte immer noch wichtiger. Man sollte keine ZU hohen Erwartungen schüren, nur weil kein Trainer (in Deutschland) heute mehr ankommt und sagt „ich lasse Catenaccio spielen“…