(Updated) War das nicht ein echtes Klopp-Spiel zum Auftakt? Leben, Spielfreude, Drama. Und am Ende gelingt der ersehnte Auswärtssieg, der erste seit fast 30 Jahren zum Auftakt. Aber leider bleibt ein ganz bitterer Nachgeschmack…
Die Aufstellung: Weidenfeller (45. Ziegler) – Dede (72. Schmelzer), Hummels, Subotic, Rukavina – Kringe, Kehl, Hajnal, Kuba – Klimowicz (46. Kruska), Valdez.
Auch das Spiel selber hatte einen Traumstart. Nelson Valdez schießt tatsächlich das zweite Tor im zweiten Pflichtspiel, nach wenigen Minuten und einer Kuba-Flanke, und bereitet später mit einer super getimeten Flanke in den Rückraum das 2:1 durch Kringe vor. Ich will jetzt noch nicht Vokabeln wie ‘aufblühen’ verwenden, aber er hat definitiv maßgeblichen Anteil am erfolgreichen BVB-Auftakt.
Da auch die anderen schwarz-gelben Jungs richtig gut mitzogen, war es eine richtig positive erste Halbzeit mit viel von dem, was wir uns von einem Trainer Klopp erwartet haben: Pressing im Mittelfeld, schnelle Angriffe / Gegenzüge, Laufbereitschaft (auch hier war Valdez ganz weit vorne) und Aggressivität. Allerdings sah man, dass Leverkusen auch eine ganz ansehnliche Mannschaft (im spielerischen Sinne) beisammen hat. Wie vorhergesagt spielte auch Labbadias Team munter nach vorne und hatte Chancen, auch zu mehr als dem zwischenzeitlichen Ausgleich durch Helmes zu kommen. Da hatten wir manchmal Glück, manchmal Abwehrspieler, die zur richtigen Zeit am richtigen Ort waren, wie Subotic, der einmal den Ball artistisch von der Linie kratzte. Wenn es beim BVB was zu kritisieren gab, dann, dass die Schnittstellen der Abwehr noch nicht reißfest sind. Mit schnellen, präzisen Pässen durch die Abwehrreihe erwischten die Gastgeber diese mehrmals auf dem falschen Fuß (u.a. eben beim 1:1).
Die zweite Hälfte begann wiederum sehr gut. Nach einer Ecke von Tamas Hajnal köpft Neven Subotic zum 3:1 ein. Ein Traumstart in schwarz-gelb also auch für ihn und das zeigte er beim Jubeln. So macht das Spaß! Insgesamt war es eine etwas passivere Halbzeit von Dortmunder Seite, und ein paar Mal musste der für den kurz vor der Pause mit einer tiefen Risswunde ausgeschiedenen Weidenfeller gekommene Marc Ziegler den Vorsprung retten. Was er glänzend tat. Er wirkte in fast allen Szenen (und es gab einige) sehr präsent und zeigte, dass er eine gute Nummer 2 ist. Wenn er für ‘Weide’ einspringen muss, ist er offensichtlich immer besser drauf als als Stammtorwart.
Leverkusen bestimmte diese Hälfte, allerdings standen die Schwarz-Gelben nicht nur hinten drin (allenfalls zeitweise), und Valdez hätte bei einem von Hajnal eingeleiteten Konter allein vor Fernandez das 4:1 machen oder abspielen müssen. So wurde am Ende nochmal gezittert, denn den Gastgebern gelang sieben Minuten vor Schluss doch noch der zweite Treffer. Bei der Flankenvorlage von Dum stand der für Dede eingewechselte junge Außenverteidiger Marc Schmelzer schlecht und konnte deshalb den Kopfball von Kießling nicht verhindern. Es blieb spannend bis zum Schluss, Ziegler rettete kurz vor Abpfiff nochmal gegen Gekas und letztendlich war man froh, als das Spiel aus war. Obwohl es richtig Spaß gemacht hat, versteht sich.
Einen richtigen Ausfall in qualitativer Hinsicht gab es beim BVB eigentlich nicht, wobei der zu Pause ausgewechselte Klimowicz deutlich hinter Valdez zurückblieb und Kringe neben etwas Licht (z.B. seinem Tor) doch etwas mehr Schatten zu bieten hatte. Besonders überzeugend waren Valdez, Kehl, über weite Strecken Hajnal und Kuba sowie natürlich Ziegler. Und so könnte man sich eigentlich richtig auf das Bayern-Spiel freuen…
Doch dann kam der Schock. Zuhause im Videotext. Beim wie angesprochen verletzt ausgewechselten Dede besteht Verdacht auf Kreuzbandriss. Jeder Fußballfan weiß, was das bedeutet. Und das bei einem der wichtigsten Stammspieler des BVB. Das wäre wirklich extrem bitter für ihn und für uns. Das einzige nicht Negative an dieser Meldung: Ein von Schiedsrichter Gagelmann nicht gesehener ‘Wischer’ ins Gesicht seines Gegenspielers Renato Augusto bleibt jetzt effektiv folgenlos. Andererseits wäre es wahrscheinlich besser gewesen, Dede hätte Rot gesehen (was allerdings mMn zu hart gewesen wäre) und sich dafür nicht verletzt.
Gute Besserung, Leonardo (und natürlich auch Roman)!
UPDATE: Es hat sich bewahrheitet. Kreuzbandriss bei Dede. Damit wird er bis in die Rückrunde hinein ausfallen. Mannmannmann. Kann es nicht mal einen ungetrübten Saisonauftakt für den BVB geben, über den man sich einfach nur freuen kann? Ist der Fußballgott etwa blau?
Eingetragen unter:90 Minuten, Emergency Room, Schwarz und Gelb , Bayer Leverkusen, Bundesliga, BVB, Dede, Fußball, Jürgen Klopp, Marc Ziegler, Nelson Valdez, Neven Subotic, Roman Weidenfeller

Mach Dir mal nicht zu früh Sorgen. Dortmund hat noch ein paar Millionen Euro übrig und wird sich bestimmt noch einen Mann für die linke Seite holen (Huszti?). Und Klopp wäre nicht Messias-Man, wenn er aus der Situation nicht noch mehr Leistung aus der Mannschaft kitzeln könnte. Warten wir es einfach mal ab, wo der BVB nach dem zehnten Spieltag steht. Dann wird die Richtung schon klarer sein.
Huszti würde mir auch gefallen, ja. Trotzdem ist Dede schwer zu ersetzen, er vereint Vorbereiter-Qualitäten mit i.d.R. solider Defensivarbeit. Und er ist als dienstältester BVB-Spieler halt auch so ne Art Identifikationsfigur, einer, der sich auch in den ‘dunklen Zeiten’ immer reingehängt hat. Ok, das schreibt jetzt ein Fan
.
Wollen wir mal hoffen, dass Superkloppo schon ein Rezept austüftelt…