Rivalen der Rennstrecke
Muss ich mich jetzt wirklich wieder für Motorsport interessieren? Meine Zeiten als Formel 1-Fan habe ich eigentlich lange hinter mir gelassen (Asche auf mein Haupt, war eine Jugendsünde und, nein, ich war kein Schumi-Supporter). Nun gibt es aber eine neue Motorsportserie mit dem Namen „Superleague Formula“, in der 17 bekannte europäische Fußballvereine mit ihren ‘eigenen’ Wagen vertreten sind, darunter der BVB. Das Ziel ist klar: Fußballfans sollen jetzt auch noch an die Rennstrecke gelockt werden und einem Auto zujubeln, das da seine Runden dreht. Gut, in der letzten Saison gab es vielleicht manchen Dortmunder Kick, der ähnlich unansehnlich war, aber wie weit ist das in der Regel von der Spannung und Lebendigkeit eines Fußballspiels entfernt?
Erheiternd ist immerhin, wie auf der BVB-Website versucht wird, uns Fans diese neue Ablenkung vom Wesentlichen nahezubringen:
Jung, frech und dynamisch startete Borussia Dortmunds Wagen in das erste Rennen.
Die Parallelen zum erfolgreichen Bundesligastart der Mannschaft von Jürgen Klopp waren also genügend gegeben (…)
Damit nun auch wirklich genügend Zuschauer zum nächsten Rennen auf dem Nürburgring kommen, verlost der BVB gleich 1000 Tickets.
Wie ist dieses Motorsport-Ereignis zustande gekommen? Ein spanischer Geschäftsmann hatte die Idee, die Rennwagen werden in den USA gebaut. Und dann tut man sich mit zweit- oder drittklassigen Rennställen, die im Schatten der Formel 1 stehen (der auch schon mal länger war), zusammen und sagt, wir nennen euch jetzt mal FC Liverpool, Galatasaray oder eben Borussia Dortmund, den Fußballfans kann man doch alles verkaufen. Aber ob die Fans wirklich solche Allesfresser sind, dass sie selbst das schlucken? Da gehe ich doch lieber zur zweiten Mannschaft, zu den Handball-Damen oder den Tischtennis-Herren (bzw. würde es vielleicht mal machen, wenn ich in der Umgebung von Dortmund wohnen würde
).
Bei der „Superleague Formula“ fehlt jeder echte Bezug zum Verein, der Fan wird in die Rolle des ‘Superkonsumenten’ gedrängt. Mich würde die Summe interessieren, die der BVB für dieses ‘Engagement’ erhält. Hoffentlich lohnt es sich wenigstens finanziell…
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