Wieder da, wo wir hergekommen sind…
Die Aufstellung: Weidenfeller – Schmelzer, Subotic, Santana, Rukavina – Kringe (64. Kehl), Sahin, Tinga, Federico (46. Kuba) – Klimowicz (46. Sadrijai), Valdez.
Die Pleite beim Liganeuling beendet eine Woche, die alle BVB-Fans, die sich Illusionen hingegeben hatten, wieder knallhart auf den Boden zurückgeholt hat. Die Fans der Gastgeber sind zwar noch weit von der ersten Liga entfernt, deren gesangliches Repertoire beinhaltete nicht viel mehr als “wenn wir wollen, kaufen wir euch auf” und “einer geht noch…” und verbreitete damit eher Oktoberfest- als Fußballstimmung, aber die Hoffenheimer Mannschaft findet sich in der höchsten Spielklasse bisher sehr gut zurecht.
Eine Spielanalyse ist eigentlich überflüssig; gegenüber dem UEFA Cup-Spiel änderte sich spielerisch nicht viel. Die Abwehr war wieder reichlich überfordert, es gab kaum kreative Ideen, dafür umso mehr lange Bälle. Klopps Umstellungen in der Startelf verpufften vollkommen wirkungslos. Man kann sogar darüber diskutieren, ob sie in ihrer Vielzahl nicht kontraproduktiv waren. Sahin und Federico in der Startelf für Kehl und Kuba? Die waren doch bis vor einer Woche nicht mal annähernd dran. Das ‘Missverständnis’ Federico korrigierte Kloppo ja dann zur Halbzeit auch wieder. Mit Kuba und Hajnal nahm der Trainer unsere beiden kreativsten Spieler aus dem Team. Sicher, defensiv hatten beide gegen Udine nicht gut ausgesehen, aber zumindest Hajnal gehört eigentlich auch in eine offensivere Rolle.
Dass Weidenfeller auf der Vereinssite zu Borussias Bestem gekürt wurde, sagt ebenfalls einiges über die heutige Leistung aus. Zwar reagierte Roman einige Male gut, allerdings schien der Salihovic-Freistoß zum 2:0 nicht völlig unhaltbar, und ein anderes Mal kam er, wie schon gegen Udine, nicht aus dem Kasten, als es nötig gewesen wäre.
Die Aufholjagd, die man beim Stande von 0:2 zur Pause noch für möglich gehalten hätte, wurde durch ein weiteres Gegentor kurz nach Wiederanpfiff im Keim erstickt und so konnten die Schwarz-Gelben erst in der Nachspielzeit durch Santana, nach einer Ecke, noch etwas Ergebniskorrektur betreiben. Was ist nun das wahre Gesicht dieser Mannschaft? Das von dieser Woche oder das von davor? Ein echtes Spitzenteam war der BVB zu keinem Zeitpunkt der Saison. Über 90 Minuten lief es noch nicht rund. Es besteht aber auch kein Grund, jetzt Angst vor der Hertha zu haben. Gerade im Pokal. Jürgen Klopp muss bis Mittwoch die Spieler finden, die so ein Pokalspiel an sich reißen und entscheiden können. Ich denke, ein Giovanni Federico gehört da nicht dazu.
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