Im Umfeld

Unschöne Begleiterscheinungen gab es gestern im Umfeld des UEFA Cup-Spiels in Udine. Nein, diesmal waren es nicht die Fans. Italienische Ordner bzw. Security hinderten angeblich im Stadion u.a. Jürgen Klopp und Sebastian Kehl an Interviews mit deutschen Medienvertretern – teilweise handgreiflich. Udine-Trainer Pasquale Marino erschien nicht zur Pressekonferenz – die daraufhin abgesagt wurde. Da waren die Gastgeber wohl reichlich angefressen von der Niederlage, trotz glücklichem Weiterkommen in der Elfmeterlotterie. Das kommt davon, wenn man nur Verwaltungsfußball spielt. Die Umstände bestätigten jedenfalls wieder einmal den beschädigten Ruf des italienischen (Vereins-)Fußballs.

Im Umfeld von Borussia Dortmund gab es jedoch im Vorfeld des gestrigen Spiels (huch – ein echter Delling) ebenfalls unschöne Nebengeräusche. Da kommt so ein Gemüse daher und kritisiert, natürlich in der Sport-B++d, den Spielertausch Zidan-Petric. Über den sicherlich zu diskutieren wäre, hätte nicht Mladen Petric selbst weg gewollt. Zudem hat Mohamed Zidan gerade dreimal gespielt.

Darüberhinaus startete Wirtschaftsrat Wirsing auch noch einen Generalangriff auf die Transferpolitik der letzten Jahre, maßgeblich verantwortet von Michael Zorc und abgesegnet von Aki Watzke. Über die vielleicht zu diskutieren wäre, hätten nicht die finanziellen Rahmenbedingungen den Verantwortlichen enge Grenzen bei Neuverpflichtungen gesetzt. Was der BVB-Wirtschaftsrat eigentlich wissen sollte. Er fordert aber nun mehr sportliche Kompetenz auf der Führungsebene, in Form eines Sportausschusses. Wieder einmal fällt der Name Michael Rummenigge. Nur, was nützt das alles, wenn das Geld fehlt? Unter den gegebenen Umständen hat Michael Zorc eine ordentliche Transferpolitik gemacht.

Einer, der als Beweis dafür herhalten kann, hat gerade seinen Vertrag beim BVB um ein Jahr bis 2010 verlängert. Tinga, mit vollem Namen Paulo César Fonseca do Nascimento, ist nach seiner Verpflichtung 2006 schnell zum Stammspieler aufgestiegen, und auch wenn er manchmal zusammen mit der jahrelang biederen Mannschaft unterging, war er vor allem unter Thomas Doll oft einer derer, die noch am ehesten für Lichtblicke sorgten, und sei es nur durch unermüdlichen Einsatz. Tinga würde vielleicht nicht in der Startelf einer Champions League-Mannschaft stehen, aber für den nächsten Schritt, den der BVB jetzt gehen will, die Orientierung hin zu den internationalen Plätzen, ist er ein wichtiger Mann fürs Mittelfeld. Gekauft von Zorc.

Das ’schwierige Dortmunder Umfeld’ gibt es also wirklich. Es wird gebildet von (fast immer) Herren aus der zweiten oder dritten Reihe des Vereins und von den entsprechenden Journalisten. Nur schade, dass diese eher unwichtigen Personen immer soviel Gehör finden. Ich bin aber zuversichtlich, dass sich das in der Ära Klopp ändern könnte.


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