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Von Stevie G und Big Roman

Der britische Fußball ist bisher während dieser deutschen Winterpause seinem Ruf gerecht geworden und hat geliefert, was man so von ihm erwartet – auf und neben dem Platz. Sportlich scheint Tabellenführer Liverpool in dieser Saison endlich mal das Zeug zu haben, nach 19 Jahren wieder den Titel an die Merseyside zu holen. Die Führung ist noch knapp, aber die Konstanz scheint vergleichbar mit der von Man United und besser als bei Phil Scolaris Chelsea zu sein. Wenn es da nicht ausgerechnet jetzt die Schlagzeilen ausgerechnet um den Kapitän, das Aushängeschild, Steven Gerrard geben würde. ‘Stevie G’ wurde am 29. Dezember frühmorgens nach einer Schlägerei in einer Bar in Southport in Polizeigewahrsam genommen. Dort hatte der 28-jährige mit Bekannten den Auswärts-Kantersieg über Newcastle (1-5) gefeiert. Nach Medienberichten sollen er und seine Freunde mit der Musikauswahl des DJs nicht einverstanden gewesen sein, weswegen es für den ein paar auf die Mütze gab.

Wie genau die Auseinandersetzung ablief, ist noch unklar, aber Gerrard muss deswegen am 23. Januar vor Gericht erscheinen. Das ‘Opfer’ musste kurzzeitig im Krankenhaus behandelt werden, was auch für britische Fußballverhältnisse keine Lappalie ist. Gerrards Arbeitgeber steht natürlich erstmal hinter ihm, was angesichts seiner Stellung für Liverpool, aber auch seiner bisher weißen Weste in Sachen Ausschweifungen kein Wunder ist. Spannend bleibt die Frage, ob der vermutlich anstehende Prozess und der ganze Rummel sich auf die sportlichen Leistungen des Kapitäns auswirken werden. Noch ist davon nichts zu merken: Beim souveränen 2-0 der Reds im FA Cup bei Preston North End wirkte Gerrard voll konzentriert und hellwach. Prinzipiell könnte aber seine Form durchaus die Meisterschaft entscheiden, denn United wartet nur auf Ausrutscher.

In anderen Tabellenregionen bewegt sich West Bromwich Albion. Nach dem zweiten Heimsieg in Folge, am 28. Dezember gegen die ebenfalls abstiegsgefährdeten Spurs (2-0), beträgt der Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz jedoch nur noch zwei Punkte – der nächste ‘Great Escape’ (ein schöner Anglizismus, wie ich finde, doch die Probleme beim deutschen Genus habe ich nicht gelöst ;-) ) ist wieder in greifbare Nähe gerückt. Und hier kommt ‘Big Roman’ ins Spiel. Nicht Abramowitsch, der nur in finanzieller Hinsicht groß ist. Sondern Roman Bednar, der 1,90 m-Stürmer der Baggies, der gegen die Spurs in der 83.Minute endlich das vernagelte Tor traf. Die Gastgeber hatten zuvor eine knappe Stunde in Überzahl gespielt, weil Tottenhams Assou-Ekotto nach einem Tritt auf den liegenden Zuiverloon vom Platz geflogen war.

Diese Rote Karte war allerdings nicht der Grund, warum sich der neue Spurs-Trainer Harry Redknapp nach dem Spiel so über Schiedsrichter Steve Tanner echauffierte. Sondern vor allem Bednars Kopfballtor, bei dem sich der Tscheche etwas bei seinem Gegenspieler aufstützte. Eine abpfeifbare Situation, aber recht alltäglich im Fußball. Jedenfalls waren Redknapps Kommentare sehr explizit: Er bezeichnete Tanner als schlechten Schiedsrichter, von dem er nichts anderes erwartet habe, da dieser schon zuvor so viele Spiele verpfiffen habe. In Deutschland wäre das sicher ein Fall fürs DFB-Sportgericht. Und auch in England könnte man angesichts der „Respect the Ref“-Kampagne ein Einschreiten der FA erwarten. Aber anscheinend kommt ‘Harry Houdini’ wieder einmal davon, wie ein FA-Sprecher andeutete. Die Begründung: Der Schiedsrichter wurde nicht mit einem richtigen Schimpfwort beleidigt und seine Unparteilichkeit nicht in Zweifel gezogen. Großbritannien ist eben doch das Land der Meinungsfreiheit…

Weniger gut lief es für West Brom im FA Cup. Im „The Hawthorns“ war gegen den Drittligisten Peterborough United kein Klassenunterschied zu erkennen und der späte Ausgleich für die Gäste anscheinend vollkommen verdient (leider wurde die Partie nicht live im Fernsehen gezeigt). Es läuft öfter so in Cup-Wettbewerben: Mannschaften, die in der höchsten Spielklasse im Abstiegskampf stecken, scheitern verhältnismäßig häufig gegen unterklassige Gegner, ist in Deutschland nicht anders. Aber soweit ist es bei den Baggies ja noch nicht; wie im FA Cup üblich gibt es bei einem Remis ein Wiederholungsspiel im Stadion der Auswärtsmannschaft. Sollte das Replay in Peterborough gewonnen werden, würde übrigens wieder ein Heimspiel warten: Die heutige Auslosung ergab als Gegner den Sieger der Begegnung Queens Park Rangers gegen Burnley. Zwei Championship-Klubs, aber mit Play Off-Ambitionen. Machbares, aber gefährliches Los.

Weitere Highlights der Auslosung: Ein Premier League-Derby an der Merseyside, Liverpool v Everton, und ein Championship-Derby in den East Midlands, Derby County v Nottingham Forest. Große Namen, aber auch eine klar verteilte Favoritenrolle gibt es bei Manchester United v Tottenham. Die Partien der vierten Runde werden schon in drei Wochen ausgetragen.

  1. igorbalis
    6. Januar 2009 um 15:47 | #1

    Hi, Just to say thanks for adding my Baggies Blog to your Blogroll, i’m glad West Brom have your support! We need all the help we can get!

    I’ll add your website to my blogroll and keep an eye out on how Borussia Dortmund get on this season.

    Viel Glück für den Rest der Saison!

  2. 6. Januar 2009 um 19:35 | #2

    Cheers, nice one! I guess Dortmund are in a much more comfortable situation than the Baggies right now. Whenever we are not playing in the Bundesliga, I’ll try and follow West Brom via the Internet.

    Good luck for another Great Escape!

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