Trainingsauftakt, Derbyfieber und der neue Owomoyela
Am Samstag Abend fand das erste BVB-Training im neuen Jahr und damit der Auftakt zur Rückrundenvorbereitung statt. Bereits am Sonntag folgte der erste spielerische Auftritt der Mannschaft unter Wettkampfbedingungen, beim Hallenturnier in der Westfalenhalle. Dieses Turnier, das auf der Vereins-Website wohlweislich nur als „Hyundai-Cup“ bezeichnet wird, trug den vollen Namen „Derby-Fieber – Hyundai Cup 2009″. Die Idee dahinter war, die sechs Teilnehmer zunächst in regional aufgeteilten Vorrundengruppen zu ‘Derbys’ antreten zu lassen; in der Rheinland-Gruppe Bayer Leverkusen, Mönchengladbach und den FC Köln, in der Westfalen-Gruppe den VFL Bochum, Preußen Münster und eben den BVB. Das Fieber übertrug sich eher mittelprächtig auf die Fans: Quantitativ eher weniger (mit 6500 Zuschauern war die Halle bei weitem nicht ausverkauft), qualitativ, vom Support her, etwas mehr.
Nun, als Kind war ich mal ein großer Fan von Hallenturnieren. Das hat sich dann mit der Pubertät gelegt. Weswegen ich auch dem gestrigen Auftritt des BVB eher weniger Bedeutung beigemessen und die Übertragung im WDR-Fernsehen mit mäßigem Interesse verfolgt habe. Die Vorrunde mit den ‘Derbys’ gegen Münster und Bochum war aus schwarz-gelber Sicht mit zwei Siegen ganz ordentlich, wobei nur das zweite Spiel zu sehen war. Über den Rest hüllen wir mal den Mantel des Schweigens. Da ich ohnehin keine Spiele um Platz 3 mag, habe ich mir das letzte Spiel zum Glück nicht angetan. Positiv an der ganzen Veranstaltung war eigentlich nur der Auftritt von Mohamed Zidan. Richtig ärgerlich wird sie aber dadurch, dass sich Mats Hummels dabei einen Teilriss des Innen- und des Außenbandes im rechten Sprunggelenk zugezogen hat und wohl sechs Wochen ausfallen wird. Und das trotz des weniger gefährlichen Naturrasens, der in der Halle verlegt worden war.
Womit wir beim Thema wären. Denn nicht nur Hummels hats erwischt. ‘Kuba’ Blaszczykowski hat sich im Weihnachtsurlaub bei seinem persönlichen Fitnessprogramm einen Muskelfaserriss zugezogen (was er da wohl gemacht hat? Angeblich Jogging.) und muss noch ein paar Tage pausieren. Und auch Sebastian Kehl ist nicht fit. Immer noch nicht. Knochenstauchung und Muskeleinblutung lautet die Diagnose, zugezogen Mitte November gegen Frankfurt. Kehls Hoffnung ist, beim Trainingslager in Spanien dabei sein zu können, das am Freitag losgeht. Nur sind die Hoffnungen verletzter Fußballspieler zwar menschlich sehr verständlich, aber oft wenig verlässlich. Niemand beim BVB hatte mit einem so langen Ausfall des Kapitäns gerechnet, der zum neuen Patrick Owomoyela zu werden droht.
Und vielleicht deshalb gibt es ein Gerücht, das zwar auf, sagen wir mal, tönernen Füßen steht, sich aber recht charmant anhört: Es soll in Dortmund Interesse an einem weiteren Ex-Schützling von Jürgen Klopp bestehen, nämlich Leon Andreasen, ehemals vorübergehend in Mainz (und Bremen), inzwischen beim FC Fulham in der Premier League. Dort kriegt der 25-jährige Däne kaum noch Einsatzzeiten, will angeblich noch im Januar weg. Andreasen wäre durchaus interessant für den BVB, kann er doch sowohl Innenverteidigung als auch defensives Mittelfeld spielen – er wäre somit der perfekte Ersatz für Hummels UND Kehl. Jedoch scheint mir das nicht zuletzt aus finanziellen Gründen eher eine Option für den Sommer zu sein – und dann käme man wohl zu spät. Machbar ist das höchstens, wenn es kaum Konkurrenz um den Spieler gibt, und sowohl der als auch Fulham den Wechsel unbedingt wollen. Ein Tauschgeschäft mit dem S04 (gegen Lövenkrands) soll übrigens schon geplatzt sein…
Laut BBC Transfer Gossip hat Hannover die besten Chancen beim Rennen um Andreasen, die Niedersachsen sollen 2 Mio. Pfund bieten. Dass er geht und dass er wieder in der Bundesliga spielt, scheint aber beschlossene Sache zu sein.