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Rummenigge: Der HSV ist zu reich

Kann man die Aussagen des Vorstandsvorsitzenden des FC Bayern in der „Süddeutschen“ so zusammenfassen? Ich denke schon. In einem schwachen, unkritischen Interview, in dem die Redakteure Christof Kneer und Andreas Burkert vorwiegend als Stichwortgeber fungierten, geht Rummenigge unter anderem auf die Folgen der Finanzkrise und das Geschäftsgebaren bzw. die Transferaktivitäten von Manchester City ein. In diesem Zusammenhang bezeichnet er den Wechsel von Nigel de Jong vom HSV zu den Citizens für 20 Millionen Euro als absurder als den geplatzten Transfer von Kaka von Milan für 120 Millionen. Seine Sorge ist natürlich nur, dass sich der Transfermarkt wieder aufheizt. Rummenigges Argumentation im Wortlaut:

Im Sommer hätte de Jong aufgrund einer Vertragsklausel noch zwei Millionen Euro gekostet. Ein Zehntel! Mit anderen Worten: Da ist jemand bereit, für vier Monate 18 Millionen zu zahlen. Bis zu dieser Woche hatten wir, die Vertreter der großen europäischen Klubs, den Eindruck, dass sich der Markt seitwärts bis rückwärts entwickelt, dass eine gewisse Mäßigung einzieht. Aber nach den letzten zehn Tagen, fürchte ich, können wir das vergessen.

Es stimmt natürlich, dass die von Man City gezahlte Ablöse nicht dem Marktwert des Holländers entspricht. Aber die von KHR geforderte Marktstabilität hätte auch den erwünschten Nebeneffekt, dass sich die finanzielle Hierarchie zwischen den Vereinen, in der Bundesliga wie anderswo, nicht entscheidend verschiebt. Die Spieler von kleineren Vereinen haben in der Regel einen geringeren Marktwert oder die abgebenden Klubs werden zumindest früher ’schwach’.

Selbstverständlich ist das Modell Manchester City kritisch zu sehen. Wie lange die Scheichs dabei bleiben, wird sich zeigen. Aber solange das Geld fließt, ist nicht einzusehen, warum es nicht ein bisschen verteilt werden sollte. Ich bin jedoch sicher, dass ein Altruist wie Karl-Heinz Rummenigge einen Wechsel von beispielsweise Lukas Podolski zu City für 20 Millionen abgelehnt hätte, um nicht den Transfermarkt zu verderben. Und weil der Lukas ja viel besser nach Kölle passt. Dass der HSV im Windschatten des von den Medien ausgerufenen Zweikampfs zwischen den Bayern und Hoffenheim gut postiert ist und sich jetzt noch mal ordentlich verstärken kann, hat damit überhaupt gar nichts zu tun…