Archiv | Januar 2009

Ein Schafsbock wie sein Vater

Verwandtschaften sind im Profifußball keine Seltenheit und weltweit anzutreffen. In Deutschland fallen einem spontan die Gebrüder Rummenigge, Hoeneß und Förster oder in der Gegenwart die Altintops ein. Weit weniger häufig hört man dagegen, dass zwei bekannte Trainer durch Familienbande verknüpft sind. Hierzulande ist mir kein geläufiger Name in den Sinn gekommen (kennt jemand wen?). Etwas anders ist das in England. Dort haben zwei Nachkommen von zwei der anerkanntesten und charismatischsten Trainern der Nachkriegsgeschichte dieselbe Laufbahn eingeschlagen wie ihre Väter und haben Erfolg damit. Der eine heißt Darren Ferguson und ist der Sohn des allseits bekannten Sir Alex, der seit vielen Jahren Old Trafford regiert. Ferguson Junior ist Trainer des League One-Clubs Peterborough United, die nach dem Aufstieg im letzten Jahr nun schon wieder auf einem Play Off-Platz (4.) stehen. Und übrigens nächsten Dienstag im FA Cup-Replay auf meine ‘englischen Lieblinge’ West Brom treffen.

Der zweite Junior mit großem Namen ist Nigel Clough. Dessen Vater Brian ist in Großbritannien in den 70er und 80er Jahren zur Legende geworden. Ganz besonders verehrt wird er in den East Midlands, wo er seine mit Abstand erfolgreichsten Trainerstationen hatte. Zunächst führte er in seiner Zeit bei Derby County (1967-1973) den Klub in die First Division, die höchste Spielklasse. 1972 gewannen die ‘Rams’ unter Brian Clough den ersten Meistertitel ihrer Geschichte und in der folgenden Saison standen sie im Halbfinale des Europapokals der Landesmeister, wo sie unter kontroversen Umständen an Juventus scheiterten.

Noch erfolgreicher und länger war Clough Seniors Regentschaft beim Lokalrivalen Nottingham Forest. Sie dauerte von 1975-1993 (kaum vorstellbar heutzutage); während dieser Zeit gewann Forest einmal die Meisterschaft, zweimal den Europapokal und dreimal den Ligapokal. Der Kultstatus den Brian Clough genießt, wurde aber auch durch seine ausgesprochen direkte Art begründet, denn er schreckte nie davor zurück, sich auch mit renommierten Größen des englischen Fußballs anzulegen, wenn es ihm angebracht erschien. Die letzten Jahre seiner Karriere wurden allerdings durch zunehmende Alkoholprobleme und einen Bestechungsskandal getrübt. Nach seiner Zeit in Nottingham kehrte Clough Sr. nicht mehr auf die Trainerbank zurück. Leider verstarb er 2004 im Alter von 69 Jahren. Wer mehr über die schillernde Karriere von Brian Clough erfahren will: Das Buch des Journalisten Duncan Hamilton über seine 20-jährige Arbeitsbeziehung mit Clough, „Provided You Don’t Kiss Me“, wurde in Großbritannien 2007 zum Sportbuch des Jahres gewählt (ich selber habe es noch nicht gelesen). Lies mehr …

Hummels will Dortmunder bleiben

Nicht alle jungen Spieler möchten zum FC Bayern. Es gibt welche, die die warnenden Beispiele der jüngeren Vergangenheit vor Augen haben und ihre Chancen realistisch einschätzen können. Dazu gehört offensichtlich Mats Hummels, ein intelligenter 20-jähriger, der obendrein in Verhandlungen noch von seinem Vater vertreten wird und nicht von einem rein finanziell ambitionierten Spielerberater. Hummels ist bekanntlich seit einem Jahr vom FC Bayern nach Dortmund ausgeliehen; der Leihvertrag läuft noch bis zum Sommer. Beim BVB hat sich der Innenverteidiger einen Stammplatz erkämpft und nun gegenüber den „Ruhr Nachrichten“ deutlich geäußert, dass er diesen nicht gegen einen Bankplatz in München eintauschen will. Denn machen wir uns nichts vor: Selbst ein Jürgen Klinsmann wird nicht längerfristig Spieler wie Demichelis und Lucio auf die Bank setzen.

Alle Beteiligten hätten in der Sache gerne Klarheit bis zum Rückrundenstart, und die Bayern, die Hummels ursprünglich auf jeden Fall zurückholen wollten, sind sich wohl bewusst, dass sie schon genügend unzufriedene Bankdrücker in ihren Reihen haben. Immerhin wartet da noch ein anderer Innenverteidiger, der junge 12 Millionen-Brasilianer Breno. Entschieden ist noch nichts, aber nach jetzigem Stand sieht es gut aus für einen Verbleib von Hummels in Dortmund. Der sicher von allen BVB-Fans einhellig begrüßt werden würde. Ein möglicher Knackpunkt könnten die Ablöseforderungen von Hoeneß & Co sein. Ein junger, talentierter deutscher Spieler hat seinen Preis, und in Zeiten wie diesen muss gerade ein börsennotierter Verein, noch dazu ein gebranntes Kind, vorsichtig wirtschaften. Trotzdem ist eine Einigung wahrscheinlich, denn wenn Hummels bei seiner Meinung bleibt, wird das der eigentlich intelligente Hoeneß akzeptieren.

Nicht alle jungen Spieler sehen unterdessen gute Perspektiven für sich in Dortmund. Marc-André Kruska will angesichts von Konkurrenten wie Sebastian Kehl, Tinga und Florian Kringe seinen Vertrag beim BVB nicht verlängern, wie Sportdirektor Michael Zorc bestätigte. Es ist immer schade, ein ‘Eigengewächs’ gehen zu sehen, aber da Kruska bei diesem Kader wohl in absehbarer Zeit nicht über die Rolle des Ergänzungsspielers hinauskommen würde, sollte man gerade jemand wie ihm keine Steine in den Weg legen.

Mid-season update 08/09

(Updated) It’s winter in German football. About time for another update on the progress of Borussia. How much the atmosphere at Dortmund has changed is quite remarkable. At the club’s last AGM a couple of weeks ago, the players and the manager were greeted with standing ovations rather than boos and sneers like the year before. We are currently 6th in the Bundesliga, well within reach of qualification for Europe although this is not an official goal (and will still be difficult to reach considering the competition). In the cup, we still have the chance to repeat, or improve on, last year’s success, when we reached the final and narrowly lost to Bayern Munich. The 3rd round matches will actually kick off the second part of the season in Germany, on 27/28 January. Like last year, Dortmund are entertaining Werder Bremen at home. A real test, for starters.

What has changed our fortunes so much? For one thing our new manager, Juergen Klopp, has brought a new philosophy, a new style of play, to the club. For another, all of our summer signings have arguably improved the squad. Neven Subotic and Mats Hummels have brought stability to the defence (Hummels already arrived last winter) and Tamas Hajnal seems to be the creative attacking midfielder we have been longing for since the departure of Tomas Rosicky for Arsenal. We could do with a few more goals, but at least Mohamed Zidan looks promising after the reunification with his favourite manager, Klopp.

While we have generally seen great improvement in the style of play (it looks more fluent and attacking-minded now), the squad hasn’t been able to show it in every match. There was just one really awful performance, the 4-1 thrashing at the hands of high-fliers and league leaders Hoffenheim, but while we haven’t lost at home yet, we have drawn too often.

One spectacular and rather rewarding draw was the 3-3 in the Ruhr derby against our main rivals FC Schalke 04. We were already 3-0 down, but sometimes Schalke like to beat themselves: they got two of their players sent off. They had some issues with the referee later on but the dismissals were spot-on. You could argue that the wonderful strike by Alexander Frei who made it 3-2 was preceded by an offside position. And the penalty in the dying minutes, which was again put away by Frei, was a bit contentious. But then again, the ref had an all around bad day, as he should have sent off Schalke’s Rafinha early in the game, and he didn’t give Borussia the chance to turn it round completely as he blew the whistle without any added time.

So there are still some scores to be settled quite early on in the second part of the season. Borussia will travel to Gelsenkirchen (home town of Schalke) and Munich and entertain Hoffenheim at the Westfalenstadion (which is officially called „Signal Iduna Park“ now, due to a sponsorship deal with an insurance company). The first Bundesliga match will be at home to Leverkusen, another team with a bright, young manager and a good run so far. Let’s just hope the boys in black and yellow work well in their January training camp…

UPDATE: In case you were wondering about the Premier League-related articles in this blog, I’m also following my favourite English club, West Bromwich Albion, closely this season. For well-informed English reports on the Baggies’ progress, I refer you to the relevant links in my blogroll, the Birmingham Mail’s WBA Blog by Chris Lepkowski and the Baggies Blog.

Waldhof-Fans beleidigen Hoffenheim

So hätten das die Hoppenheimer Verantwortlichen wohl gerne in der Zeitung gelesen. Allein, die Medien taten ihnen diesen Gefallen nicht. „Rangnick rastet aus“ titelt etwa der „Stern“ in seiner Online-Ausgabe. Von Gleichschaltung also zum Glück keine Spur. Und auch die Staatsanwaltschaft hat noch keine Ermittlungen aufgenommen. Was war passiert? Beim gestrigen Hallenturnier in Mannheim gab es von Seiten der Waldhof-Fans ‘Schmähgesänge’ gegen Dietmar Hopp und Hoffenheim. Keine ganz neue Erfahrung für den Verein, sollte man meinen, und das, was in den Medien kolportiert wird, war eigentlich eher harmloser Natur: „Ohne Dietmar wärt ihr gar nicht hier“ und „Und schon wieder keine Stimmung T-S-G“ soll unter anderem skandiert worden sein. Zudem wurden die Hoffenheimer von den Waldhöfern bei allen ihren Spielen ausgepfiffen!!!

Der einzige Unterschied zu anderen Auftritten der Hoffenheimer besteht darin, dass Dietmar Hopp dem klammen Nachbarn aus der Großstadt finanziell unter die Arme gegriffen hat, mit Geld für ein Nachwuchszentrum und einem Darlehen von 800.000 €. Über letzteres gab es zuletzt Streit mit dem Waldhof-Präsidenten, der die Auszahlung der gesamten Darlehenssumme forderte, von der aber angeblich 300.000 € an Bedingungen geknüpft sind.

Für diese Hilfe müssten die Waldhof-Fans aber doch eigentlich dankbar sein und eher ein „Hoch soll er leben“ auf Hopp anstimmen, fand offensichtlich TSG-Trainer Ralf Rangnick und bewies mit folgenden Äußerungen, wie wenig man in Sinsheim-Hoffenheim von Fankultur versteht:

Es ist ein Unding, dass die Waldhof-Fans pausenlos gegen uns gepfiffen, immer unsere gegnerische Mannschaft angefeuert haben. Es kann auch nicht sein, dass sie singen „ohne Dietmar wärt ihr gar nicht hier“. An Stelle von Dietmar Hopp würde ich Waldhof keinen Euro mehr geben.

Erstaunlicherweise bewies der geschmähte Dietmar Hopp selbst diesmal mehr Realitätssinn und gab zu Protokoll:

Ich fand das Verhalten gar nicht so schlimm. Das war nicht vergleichbar mit früheren Anfeindungen.

(Quelle: Focus)

Es geht auch anders!

Zur Lektüre empfohlen: In einem schönen Kommentar verglich gestern Roland Zorn von der FAZ unter anderem die Transferpolitik von Borussia Dortmund und dem FC Schalke 04.

Trainingsauftakt, Derbyfieber und der neue Owomoyela

Am Samstag Abend fand das erste BVB-Training im neuen Jahr und damit der Auftakt zur Rückrundenvorbereitung statt. Bereits am Sonntag folgte der erste spielerische Auftritt der Mannschaft unter Wettkampfbedingungen, beim Hallenturnier in der Westfalenhalle. Dieses Turnier, das auf der Vereins-Website wohlweislich nur als „Hyundai-Cup“ bezeichnet wird, trug den vollen Namen „Derby-Fieber – Hyundai Cup 2009″. Die Idee dahinter war, die sechs Teilnehmer zunächst in regional aufgeteilten Vorrundengruppen zu ‘Derbys’ antreten zu lassen; in der Rheinland-Gruppe Bayer Leverkusen, Mönchengladbach und den FC Köln, in der Westfalen-Gruppe den VFL Bochum, Preußen Münster und eben den BVB. Das Fieber übertrug sich eher mittelprächtig auf die Fans: Quantitativ eher weniger (mit 6500 Zuschauern war die Halle bei weitem nicht ausverkauft), qualitativ, vom Support her, etwas mehr.

Nun, als Kind war ich mal ein großer Fan von Hallenturnieren. Das hat sich dann mit der Pubertät gelegt. Weswegen ich auch dem gestrigen Auftritt des BVB eher weniger Bedeutung beigemessen und die Übertragung im WDR-Fernsehen mit mäßigem Interesse verfolgt habe. Die Vorrunde mit den ‘Derbys’ gegen Münster und Bochum war aus schwarz-gelber Sicht mit zwei Siegen ganz ordentlich, wobei nur das zweite Spiel zu sehen war. Über den Rest hüllen wir mal den Mantel des Schweigens. Da ich ohnehin keine Spiele um Platz 3 mag, habe ich mir das letzte Spiel zum Glück nicht angetan. Positiv an der ganzen Veranstaltung war eigentlich nur der Auftritt von Mohamed Zidan. Richtig ärgerlich wird sie aber dadurch, dass sich Mats Hummels dabei einen Teilriss des Innen- und des Außenbandes im rechten Sprunggelenk zugezogen hat und wohl sechs Wochen ausfallen wird. Und das trotz des weniger gefährlichen Naturrasens, der in der Halle verlegt worden war.

Womit wir beim Thema wären. Denn nicht nur Hummels hats erwischt. ‘Kuba’ Blaszczykowski hat sich im Weihnachtsurlaub bei seinem persönlichen Fitnessprogramm einen Muskelfaserriss zugezogen (was er da wohl gemacht hat? Angeblich Jogging.) und muss noch ein paar Tage pausieren. Und auch Sebastian Kehl ist nicht fit. Immer noch nicht. Knochenstauchung und Muskeleinblutung lautet die Diagnose, zugezogen Mitte November gegen Frankfurt. Kehls Hoffnung ist, beim Trainingslager in Spanien dabei sein zu können, das am Freitag losgeht. Nur sind die Hoffnungen verletzter Fußballspieler zwar menschlich sehr verständlich, aber oft wenig verlässlich. Niemand beim BVB hatte mit einem so langen Ausfall des Kapitäns gerechnet, der zum neuen Patrick Owomoyela zu werden droht.

Und vielleicht deshalb gibt es ein Gerücht, das zwar auf, sagen wir mal, tönernen Füßen steht, sich aber recht charmant anhört: Es soll in Dortmund Interesse an einem weiteren Ex-Schützling von Jürgen Klopp bestehen, nämlich Leon Andreasen, ehemals vorübergehend in Mainz (und Bremen), inzwischen beim FC Fulham in der Premier League. Dort kriegt der 25-jährige Däne kaum noch Einsatzzeiten, will angeblich noch im Januar weg. Andreasen wäre durchaus interessant für den BVB, kann er doch sowohl Innenverteidigung als auch defensives Mittelfeld spielen – er wäre somit der perfekte Ersatz für Hummels UND Kehl. Jedoch scheint mir das nicht zuletzt aus finanziellen Gründen eher eine Option für den Sommer zu sein – und dann käme man wohl zu spät. Machbar ist das  höchstens, wenn es kaum Konkurrenz um den Spieler gibt, und sowohl der als auch Fulham den Wechsel unbedingt wollen. Ein Tauschgeschäft mit dem S04 (gegen Lövenkrands) soll übrigens schon geplatzt sein…

Von Stevie G und Big Roman

Der britische Fußball ist bisher während dieser deutschen Winterpause seinem Ruf gerecht geworden und hat geliefert, was man so von ihm erwartet – auf und neben dem Platz. Sportlich scheint Tabellenführer Liverpool in dieser Saison endlich mal das Zeug zu haben, nach 19 Jahren wieder den Titel an die Merseyside zu holen. Die Führung ist noch knapp, aber die Konstanz scheint vergleichbar mit der von Man United und besser als bei Phil Scolaris Chelsea zu sein. Wenn es da nicht ausgerechnet jetzt die Schlagzeilen ausgerechnet um den Kapitän, das Aushängeschild, Steven Gerrard geben würde. ‘Stevie G’ wurde am 29. Dezember frühmorgens nach einer Schlägerei in einer Bar in Southport in Polizeigewahrsam genommen. Dort hatte der 28-jährige mit Bekannten den Auswärts-Kantersieg über Newcastle (1-5) gefeiert. Nach Medienberichten sollen er und seine Freunde mit der Musikauswahl des DJs nicht einverstanden gewesen sein, weswegen es für den ein paar auf die Mütze gab.

Wie genau die Auseinandersetzung ablief, ist noch unklar, aber Gerrard muss deswegen am 23. Januar vor Gericht erscheinen. Das ‘Opfer’ musste kurzzeitig im Krankenhaus behandelt werden, was auch für britische Fußballverhältnisse keine Lappalie ist. Gerrards Arbeitgeber steht natürlich erstmal hinter ihm, was angesichts seiner Stellung für Liverpool, aber auch seiner bisher weißen Weste in Sachen Ausschweifungen kein Wunder ist. Spannend bleibt die Frage, ob der vermutlich anstehende Prozess und der ganze Rummel sich auf die sportlichen Leistungen des Kapitäns auswirken werden. Noch ist davon nichts zu merken: Beim souveränen 2-0 der Reds im FA Cup bei Preston North End wirkte Gerrard voll konzentriert und hellwach. Prinzipiell könnte aber seine Form durchaus die Meisterschaft entscheiden, denn United wartet nur auf Ausrutscher.

In anderen Tabellenregionen bewegt sich West Bromwich Albion. Nach dem zweiten Heimsieg in Folge, am 28. Dezember gegen die ebenfalls abstiegsgefährdeten Spurs (2-0), beträgt der Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz jedoch nur noch zwei Punkte – der nächste ‘Great Escape’ (ein schöner Anglizismus, wie ich finde, doch die Probleme beim deutschen Genus habe ich nicht gelöst ;-) ) ist wieder in greifbare Nähe gerückt. Und hier kommt ‘Big Roman’ ins Spiel. Nicht Abramowitsch, der nur in finanzieller Hinsicht groß ist. Sondern Roman Bednar, der 1,90 m-Stürmer der Baggies, der gegen die Spurs in der 83.Minute endlich das vernagelte Tor traf. Die Gastgeber hatten zuvor eine knappe Stunde in Überzahl gespielt, weil Tottenhams Assou-Ekotto nach einem Tritt auf den liegenden Zuiverloon vom Platz geflogen war.

Diese Rote Karte war allerdings nicht der Grund, warum sich der neue Spurs-Trainer Harry Redknapp nach dem Spiel so über Schiedsrichter Steve Tanner echauffierte. Sondern vor allem Bednars Kopfballtor, bei dem sich der Tscheche etwas bei seinem Gegenspieler aufstützte. Eine abpfeifbare Situation, aber recht alltäglich im Fußball. Jedenfalls waren Redknapps Kommentare sehr explizit: Er bezeichnete Tanner als schlechten Schiedsrichter, von dem er nichts anderes erwartet habe, da dieser schon zuvor so viele Spiele verpfiffen habe. In Deutschland wäre das sicher ein Fall fürs DFB-Sportgericht. Und auch in England könnte man angesichts der „Respect the Ref“-Kampagne ein Einschreiten der FA erwarten. Aber anscheinend kommt ‘Harry Houdini’ wieder einmal davon, wie ein FA-Sprecher andeutete. Die Begründung: Der Schiedsrichter wurde nicht mit einem richtigen Schimpfwort beleidigt und seine Unparteilichkeit nicht in Zweifel gezogen. Großbritannien ist eben doch das Land der Meinungsfreiheit… Lies mehr …

Bestätigt: Diego Klimowicz zum VFL Bochum

(Updated) Am Rande des Hallenturniers „Derby-Fieber“ in der Dortmunder Westfalenhalle haben der Bochumer Manager Thomas Ernst und sein Dortmunder Kollege Michael Zorc vor einigen Minuten bestätigt, dass Diego Klimowicz mit sofortiger Wirkung vom BVB zum Nachbarn VFL wechselt. Damit bewahrheiten sich entsprechende Spekulationen von vor zwei Wochen. Diegos Vertrag in Dortmund wäre im Sommer ohnehin ausgelaufen.

UPDATE: Die „Ruhr Nachrichten“ schreiben von einer Ablösesumme von 350.000 €, was Klimowicz’ Alter, seinem Status und der Restdauer seines Vertrags durchaus angemessen wäre. Ein Nachfolger soll nicht unmittelbar verpflichtet werden; es fehlen die Mittel, aber auch die Notwendigkeit. Mit Valdez, Frei, Zidan, Kuba, Sadrijai und ein paar ordentlichen Nachwuchsspielern aus der zweiten Mannschaft stehen offensiv genügend Optionen zur Verfügung.

Würste & Pies

Das war nicht mein Silvesteressen, das war ein wenig anspruchsvoller und trotzdem gut gelungen (viele Köche sind manchmal gar nicht so schlecht), wie auch die Party danach – aber kommen wir zum Fußball. Eigentlich möchte ich mit der Überschrift nur einstimmen auf eine kleine Änderung bzw. Erweiterung des Programms hier bei Any Given Weekend. Als Pausenfüller für den Winter begonnen, sollen zukünftig Beiträge zum englischen Fußball hier ihren festen Platz haben. Sie werden nicht so regelmäßig auftauchen wie Texte und Berichte zum BVB und der Bundesliga, aber so oft die Zeit es zulässt.

Ein wenig im Mittelpunkt wird West Bromwich Albion stehen, wie schon erwähnt mein Lieblingsklub in England. Weitere Live Blogs von Spielen sind geplant, sofern sie sich nicht mit BVB-Partien überschneiden, versteht sich. Für die ‘Baggies’ geht es in den nächsten Monaten nur um den Klassenerhalt. Der gilt in der Premier League als schwer machbar bis unmöglich, wenn man zu Weihnachten auf dem letzten Platz steht – allerdings ist West Brom der einzige Verein, dem das Kunststück schon gelungen ist. Meine Blogroll wird um (vorerst) zwei Blogs erweitert, die sich in erster Linie mit den Baggies beschäftigen und die ich unbedingt empfehlen würde, wenn man mehr wissen will.

Die Beiträge sollen sich allerdings nicht auf West Brom und nicht auf die Premier League beschränken; das ist zumindest das hehre Ziel. Ansonsten sind hier erstmal keine gravierenden Änderungen geplant, an der Verbesserung im Kleinen wird natürlich weitergearbeitet…

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