BL 22.Spieltag / BVB 0 TSG Hoffenheim 0
Dortmund spielt Unentschieden.
Die Aufstellung: Weidenfeller – Schmelzer, Subotic, Santana, Owomoyela – Kehl – Sahin, Tinga – Hajnal (79. Kringe) – Zidan (86. Kullmann), Valdez (68. Frei).
Das mittlerweile zwölfte Saison-Remis des BVB war jedoch mit Abstand der beste Rückrundenauftritt und in der ersten Halbzeit eine der besten Saisonleistungen überhaupt. Es wäre vermessen zu behaupten, dass das etwas mit der lang erwarteten Rückkehr von Dede auf die Bank zu tun hatte, aber der Stimmung wird das nicht abträglich gewesen sein. Jedenfalls war gleich Stimmung und Feuer im Spiel. Hoffenheims Kapitän Selim Teber bestätigte schon nach wenigen Minuten die Beschwerden von Stuttgarts Mario Gomez mit einem bösen Tritt gegen Tamas Hajnal, für den er mindestens Gelb hätte sehen müssen – Schiri Fandel sah das anders. Ausgeglichen wurde das später nur notdürftig durch eine Szene, in der Subotic gegen Ba letzter Mann war und der Hoffenheimer ins Stolpern geriet – es gab allenfalls eine minimale und unabsichtliche Berührung durch den heute endlich verbesserten jungen Abwehrspieler; Rot wäre sehr sehr hart gewesen.
Ansonsten war die erste Hälfte aber vor allem spielerischer Genuss, nicht nur, aber gerade von den Schwarz-Gelben. Mann, hat einem das gefehlt. Teilweise Klasse-Kombinationen, flüssiges Spiel, alle wirkten aufmerksam. Die beste Chance hatte Mohamed Zidan: Der Hoffenheimer Torwart Haas, der doch erneut Hildebrand vertrat, ließ einen Valdez-Schuss nach vorne abprallen, Zidan machte eigentlich alles richtig, aber Haas seinen Fehler mit einer Blitzreaktion wieder gut. Ganz sicher wirkte der Keeper der Gäste nie, aber in den entscheidenden Momenten war er doch zur Stelle, so auch bei einem Schuss von Tinga aus kürzerer Distanz fünf Minuten vor der Pause.
Bei anderen Chancen der Dortmunder fehlten nur die berühmten Zentimeter und diesmal eben nicht der letzte Pass: Die sehr eifrigen, überzeugenden Hajnal und Valdez scheiterten bzw. verpassten knapp. Auf der anderen Seite war Roman Weidenfeller zum wiederholten Mal in Topform und rettete gegen sich natürlich nicht versteckende Hoffenheimer. Glanzparade vor allem beim Salihovic-Schuss in der 35.Minute, dem übrigens eine peinliche Schwalbe von Ba folgte. Lies mehr …
Das Hoffenheim-Spiel im Fadenkreuz
(Updated again) Meiner Aufmerksamkeit natürlich. Am Samstag hat der BVB Gelegenheit, Revanche zu nehmen für die höchste Saisonniederlage bisher (es gab ja auch erst drei), das 1:4 in Mannheim. Die Hoffenheimer führten die Schwarz-Gelben damals ziemlich vor und versetzten der euphorischen Stimmung in Dortmund nach dem gelungenen Auftakt erstmal einen Dämpfer. Die Zeiten haben sich geändert. Nach der Euphorie ist beim BVB wieder der Alltag eingekehrt, was zu erwarten war. Und in Sinsheim haben sie noch ganz andere Probleme. Die verspäteten Dopingproben der Spieler Janker und Ibertsberger haben den mäßigen Rückrunden-Auftakt aus den Schlagzeilen verdrängt. Der Fall wird anderswo schon sehr ausführlich diskutiert; sehr gute Beiträge gibt es wie immer bei Allesaussersport, eine schöne Chronologie bei Catenaccio.
Dass sich die Aufregung auf die Leistung der Hoffenheimer Mannschaft auswirkt, ist jedoch nicht zu erwarten. Zumindest im Training und auf dem Spielfeld ist Ralf Rangnicks Arbeit noch über jeden Zweifel erhaben. Ich erwarte ein sehr interessantes Spiel am Samstag. Der BVB muss leider auf zwei seiner drei Kreativspieler im Mittelfeld verzichten: Neben Kuba, der weiterhin ‘aufgebaut’ wird, fehlt auch Kevin-Prince Boateng wegen einer Sehnenreizung im Knie. Allerdings könnte Nuri Sahin nach seiner ordentlichen Leistung im Derby einen Plan B zur vermutlichen Besetzung Kehl – Kringe, Tinga – Hajnal darstellen.
Links hinten fehlt Lee noch einmal gesperrt. In der Startelf dürfte ihn wie in Gelsenkirchen Marcel Schmelzer ersetzen. Doch die Spitzennachricht aus Dortmund lautet: Dede soll übermorgen wieder im Kader stehen! Am Dienstag spielte er beim verlorenen Testspiel in Düsseldorf eine Halbzeit ohne körperliche Probleme. Nicht ganz unrealistisch erscheint folgendes Szenario: Es steht am Samstag Unentschieden und in der 75. Minute wird Leonardo eingewechselt. Die Schluss-Viertelstunde dürfte was besonderes werden im Westfalenstadion.
Die Hoffenheimer äußern sich bis dato auf ihrer Homepage übrigens weder zu den aktuellen Vorwürfen (sie sagen noch nicht mal, dass sie nichts sagen) noch zur möglichen Aufstellung fürs Dortmund-Spiel. Größere Verletzungsprobleme gibt es außer natürlich bei Ibisevic nicht. Laut Sport1 wird Timo Hildebrand ins Tor zurückkehren, Andreas Ibertsberger soll spielen.
Wie ich schon sagte: Spannendes Spiel, weitere Chance zur Standortbestimmung; wollen wir hoffen, dass alles sportlich fair bleibt!
UPDATE: Die Planung von Jürgen Klopp fürs Wochenende sieht nun doch kein Comeback von Dede im Westfalenstadion vor. Möglicherweise spielt er dafür von Beginn an in der zweiten Mannschaft, die am Samstag bei der Zweitvertretung der Gladbacher antreten muss. Ebenso wäre ein Einsatz in einem Testspiel der Zweiten am Montag möglich. Wahrscheinlich lief es vorgestern in Düsseldorf spielerisch noch nicht so rund…
SAMSTAG, 1:30 UHR: So, alles wieder anders. Genau das Szenario, das mir ursprünglich vorschwebte, ist wieder möglich. Dede ist doch im Kader und er findet es „sooo geil“. Ich auch!
Neun von elf
Der BVB kennt das Problem: Neulich beim Gastspiel in München standen die Schwarz-Gelben zu Beginn der zweiten Halbzeit nur mit zehn Mann auf dem Platz. Die Bazis hatten Linksverteidiger Young-Pyo Lee im Kabinengang eingesperrt; erst nach über einer Minute ging die James Bond-artige Klappe zum Spielfeld auf. Wenn in der Zwischenzeit ein Tor gefallen wäre, hätte man vielleicht später das Endergebnis anfechten können… ;-)
Noch einen draufgesetzt hat am Dienstag der FC Arsenal. Die Gunners begannen die zweite Hälfte des Champions League-Heimspiels gegen den AS Rom sogar nur zu neunt! Ausgerechnet die beiden Innenverteidiger, Kolo Toure und William Gallas, verpassten den Wiederanpfiff. Der Grund ist sogar noch abgedrehter als in München: Toure will aus Aberglauben immer als letzter die Kabine verlassen. Da sein Kollege Gallas in der Pause behandelt worden war und noch seine Schuhe und Stutzen anziehen musste, wartete Toure eben so lang. Dass das Spiel pünktlich ohne sie weitergehen könnte, bedachten die beiden anscheinend nicht. Als sie dann verspätet auf dem Platz erschienen, holte sich Toure auch noch eine Gelbe Karte ab, da er direkt aufs Spielfeld lief.
Trainer Arsène Wenger zeigte sich nachsichtig, gab aber zu, dass ihn die Episode wohl einige Nerven gekostet hatte:
All players have their habits. Superstition exists in our sport. But this kind of thing doesn’t make you any younger.
Ist nicht der reale Fußball die beste Reality Soap? To be continued…
Der kleine Unterschied
Eine oft gehörte Überzeugung dieser Tage besagt, dass die englische Premier League besseren Fußball bietet als die Bundesliga und so ziemlich das Nonplusultra im Klubfußball darstellt. Ich persönlich mag englischen Fußball generell, inklusive der ganzen Kultur drumherum (damit meine ich jetzt selbstverständlich nicht Hooliganismus). Aber ich mag auch England. Trotzdem oder gerade deswegen kann ein Blick hinter den Mythos nicht schaden.
An diesem Wochenende hatte ich die Gelegenheit zu vergleichen. Das große Derby in Gelsenkirchen und die zweite Halbzeit des Premier League-Spiels Fulham v West Bromwich Albion am Sonntag. Im „Craven Cottage“ standen sich ein glücklicher Mittelfeldklub, der letzte Saison lange zittern musste, und der immer noch Tabellenletzte gegenüber. Also nicht die ‘Big Four’, bei denen einige der teuersten Spieler der Welt spielen. Wie meinem ausnahmsweise schlank ausgefallenen Beitrag zum Revierderby zu entnehmen ist, war dieses schwach und hatte nur den einen brillanten Moment von Kevin Kuranyi, den dieser allenfalls in einem neuen Werbespot wiederholen können wird.
Der Unterschied im Spiel am Sonntag: Es war in der Tat mehr Bewegung drin. Es wurde schneller gepasst, sowohl kurz als auch lang, weil im Mittelfeld stärker gepresst wurde. Dafür gab es weniger Querpässe. Hört sich gut an, ist auch nett anzuschauen; ob es besser ist, bleibt Ansichtssache, denn die Fehlerquote ist bei einer solchen Spielweise gerade bei zwei ‘kleineren’ Mannschaften auch recht hoch. Leider bei den Gästen, den Baggies aus West Bromwich, gestern besonders. Bei den teilweise flüssig wirkenden Kombinationen fehlte zu oft der berühmte ‘letzte Pass’ (woher kommt einem das bekannt vor?), die Laufwege stimmten nicht, Flanken landeten im Nichts, weil die anderen Stürmer nicht schnell genug nachrückten. Zusammen mit dem erneut hektischen, fehlerbehafteten Auftritt der Defensive ergab das eine 0:2-Niederlage – im Moment scheint den Baggies das ‘momentum’ zu fehlen um den Abstieg noch zu verhindern.
Dieser kleine Vergleich ist natürlich nicht repräsentativ, obwohl es nicht die erste PL-Partie war, die ich in dieser Saison gesehen habe. Trotzdem hier mal eine Verallgemeinerung: Das durchschnittliche Spiel in der höchsten englischen Liga ist oft besser anzusehen, aber trotzdem nicht wirklich besser als in der Bundesliga. Hört sich paradox an, ich weiß, aber eine Show, in der viel passiert, aber keine echten Highlights vorkommen, wird irgendwann mal schal. Es gibt genügend gute Premier League-Spiele, in denen auch Tore fallen, aber wenn man noch die Tatsache bedenkt, dass hierzulande alles noch offen und dicht beisammen ist, dann fällt der Qualitätsunterschied zwischen Premier League und Bundesliga doch kleiner aus als gemeinhin behauptet wird.
BL 21.Spieltag / FC Schalke 1 BVB 1
Wenig Fußball.
Die Aufstellung: Weidenfeller – Schmelzer, Santana, Subotic, Owomoyela – Sahin, Kehl, Kringe (75. Kullmann) – Hajnal, Boateng (46. Zidan) – Frei (58. Valdez)
Was soll man sagen? Ich bleibe bei der Kurzfassung: Zwei Mannschaften, die es nicht verdient haben, international zu spielen (auch wenn Kuranyis Tor schön war), trennen sich leistungsgerecht 1:1. Aber dank Mohamed Zidan kriege ich trotzdem das Grinsen nicht weg… :-)
Aktion Save Andy
Wenn der BVB mit kühlem Kopf in das morgige Derby in Gelsenkirchen ginge, dann würde Jürgen Klopp mal schön durchrotieren, einigen unserer vielversprechenden Nachwuchskräfte einen längeren Einsatz gönnen und ein paar Stammspieler für das schwierige Heimspiel gegen Herbstmeister Hoffenheim schonen. Die drei Punkte, die wir dann eventuell in der Turnhalle ließen, wären ein echter Trojaner, da sie für eine hoffentlich lange Verlängerung der Manager-Karriere von Andy Müller beim FC Schalke sorgen würden. Aber so läuft das halt nicht im Derby und vielleicht tun wir den Blauen mit einem Derbysieg einen Gefallen. Muss ich hinzufügen, dass das trotzdem gut so wäre?
Die Ausgangslage ist klar und macht die morgige Begegnung wieder einmal zu einem brisanteren Derby. Achter gegen Neunter, Strampeln im Mittelfeldsumpf. Jede weitere Niederlage macht es sehr unwahrscheinlich, den Anschluss an Platz 5 wiederherstellen zu können. Was für den S04 ohnehin nur das Minimalziel ist. Trotzdem täte auch der BVB (selbst rein objektiv gesehen) gut daran, den schwachen Start in die Rückrunde vergessen zu machen. Mit einer richtigen Derbyklatsche wäre die Stimmung in Dortmund gefährlich nahe am Kippen. Die Schalker haben immerhin noch den Pokal als Trost.
Schwarz-Gelb muss nach der harten roten Karte gegen Cottbus nun ‘nur noch’ zwei Spiele auf Young-Pyo Lee verzichten. Das DFB-Sportgericht reduzierte die ursprünglich geforderte Strafe von drei Spielen Sperre für den unabsichtlichen Tritt (man könnte auch sagen: Hohes Bein mit Körperkontakt) des Koreaners entsprechend, da gewürdigt wurde, dass Lee den Ball spielen wollte. Dagegen kommen zwei Übeltäter beim Gegner vorerst ungeschoren davon: Nichts Neues gibt es von den möglichen Ermittlungen gegen Jefferson Farfan wegen eines Griffs ins Gesicht des Bochumers Imhof. Und Rafinha, der unfairste Spieler der Liga, kommt aufgrund der Tatsachenentscheidung von Schiedsrichter Kircher bis auf eine vereinsinterne Geldstrafe ungeschoren mit dem Schlag gegen Stanislav Sestak davon. Damit wird er auch in diesem Derby wieder ein heißer Kandidat für einen Platzverweis sein. Pfeifen wird morgen übrigens der Bayer Wolfgang Stark – kein Mann, in den ich besonderes Vertrauen habe.
Die personelle Situation stellt sich damit so dar, dass die Gastgeber in Bestbesetzung auflaufen können; höchstens Abwehrchef Bordon dürfte durch eine Armmanschette leicht gehandicappt sein. Der BVB muss neben Lee, Dede und Hummels auch Tinga und weiterhin Kuba ersetzen. Dass uns Letzterer enorm fehlt, haben die letzten Spiele gezeigt. Bei der Genesung des Polen soll kein Risiko eingegangen werden, weswegen erst in zwei bis vier Wochen mit seiner Rückkehr gerechnet werden kann. Tinga halte ich nach den letzten Eindrücken nicht für unersetzbar; Florian Kringe wird gerade im Derby alles geben. Sorgen macht, wie schon am Montag angesprochen, eher die Besetzung der Defensivreihe.
Einen weiteren Grund, warum wir Andy Müller doch nicht retten können, hat unterdessen Gerald Asamoah geliefert. Der zweite Derby-Buhmann gibt Jürgen Klopp beste Motivationshilfe:
Wir wollen uns nicht auf eine Stufe mit Dortmund stellen. Wir haben andere Ziele. Am Freitag heißt es gewinnen, sonst nichts. [Quelle: Kicker]
Als Kneipenschauer kann ich da nur noch sagen: Freitagabend, Derby – was kann es Schöneres geben?
Darf nicht wahr sein!
Premiere-Info zum Derby. Man beachte die letzten beiden Zeilen.
Lupfen jetzt!
Lars Ricken hört auf mit dem Fußballspielen. Und bleibt beim BVB. Heute wird auf der Vereins-Homepage verkündet, dass sich der 32-jährige Dortmunder dazu entschlossen hat, seine aktive Laufbahn endgültig zu beenden und somit auch nicht mehr für die zweite Mannschaft zur Verfügung zu stehen. Lars ist bekanntlich seit letzten Sommer (ja, den gabs mal) Nachwuchskoordinator der Schwarz-Gelben und da diese Aufgabe ihm offensichtlich gefällt, möchte er sich nun ganz darauf konzentrieren:
Meine neue Aufgabe als Verantwortlicher im Nachwuchsbereich des BVB macht mir Riesenspaß, fordert aber auch mein totales Engagement und lastet mich voll aus.
Bisher war Ricken immer noch ‘zwischendurch’ zum Training der Zweiten gegangen, jetzt ist die Rede von neuen Projekten und zusätzlichen Aufgaben. An seinem Engagement für den Verein hat es noch nie Zweifel gegeben und wird es vermutlich auch nie geben, und deshalb kann man sich wirklich freuen, dass einer DER Spieler der letzten 15 Jahre dem BVB in dieser wichtigen Position erhalten bleibt – eine Position, die Lars liegen müsste und die ihm zuzutrauen ist.
Ich muss an dieser Stelle jetzt wohl nicht die ganzen wichtigen Tore, die unsere Nummer 18 erzielt hat, und die Titel, die er gewonnen hat, runterbeten – das werden andere machen. Ich denke, wie wohl viele andere BVB-Fans, zuerst an das Marcel Reif-Zitat aus der Überschrift. Lars Ricken hat in einer Zeit, in der der Fußball immer internationaler wurde (was ich nicht generell für schlecht halte), auf höchster Ebene einen regionalen Bezug hergestellt. Wollen wir hoffen, dass Lars bald einen neuen Ricken entdeckt! ;-)
Nach wie vor halte ich es allerdings für schade, wie das Ende von Rickens Spieler-Laufbahn in der Doll-Ära eingeläutet wurde. Sicher, im Sommer 2007 war Lars vom Leistungsstand her nicht nahe dran an der Startelf. Aber immer, wenn der BVB mal wieder eine spielerisch bescheidene Phase hat, wie oft genug in der zweiten Doll-Saison oder auch jetzt wieder, denkt man an die ‘guten alten Tage’ zurück und fragt sich, ob ein Ricken nicht doch noch helfen könnte. Als Joker, mit Kurzeinsätzen. Zu schade wäre er sich dafür nicht gewesen, aber inzwischen ist die Zeit wohl wirklich abgelaufen. Richtig überzeugt wäre ich davon aber erst, wenn die Schwarz-Gelben wieder den Hochgeschwindigkeits-Fußball spielen, den man in der Hinrunde manchmal ansatzweise gesehen hat.
BL 20.Spieltag / BVB 1 Energie Cottbus 1
Jetzt kann nur noch Kuba helfen.
Die Aufstellung: Weidenfeller – Lee, Subotic, Santana, Owomoyela – Kehl – Boateng, Tinga (64. Kringe) – Hajnal (90. Kullmann) – Frei, Valdez (74. Zidan).
Realitätscheck in Dortmund. Der Honeymoon unter Jürgen Klopp ist vorbei; jetzt geht es darum, durch harte Arbeit mit einer eigentlich durchschnittlichen Mannschaft noch eine ordentliche Tabellenposition zu erreichen. Wer immer noch vom UEFA Cup träumte, wurde hoffentlich gestern eines Besseren belehrt. Eigentlich durchschnittlich? Ja, ‘eigentlich’ deshalb, weil da noch so eine vage Hoffnung schimmert. Kuba, der Star der Vorrunde, und Dede, einer der besten Vorbereiter der Liga in der letzten Saison, werden in absehbarer Zeit wieder zur Verfügung stehen. Nur wenn die beiden sofort wieder einschlagen, könnte der Anschluss nach oben noch mal gelingen. Wahrscheinlich ist das gerade nach einem Kreuzbandriss (Dede) nicht. Ohne diese Topspieler kommt dann eine Begegnung wie gestern heraus.
Da sah man einen BVB, der erwartungsgemäß viel Ballbesitz hatte, aber zu selten zwingend war – gerade in der ersten Hälfte. Die Cottbusser schauten sich das einige Minuten an und wurden dann mutiger in ihrem Konter-basierten Spiel. Die Schwarz-Gelben hatten ähnliche Probleme wie gegen die Topgegner der letzten Wochen: Auch wenn wir natürlich überlegen waren, kamen die Zuspiele in die Spitze nicht genau genug, der berühmte ‘letzte Pass’ eben. Und wieder einmal wurde das bestraft: In der 31.Minute zirkelte Skela nach einer kurzen Ecke den Ball an den Innenpfosten, von dort prallte er zurück in den Fünfmeterraum, wo Cagdas nur draufhauen musste. Natürlich war da Glück dabei bzw. Pech für uns und Weidenfeller, den mMn keine Schuld traf. Trotzdem war das wieder mal bezeichnend. Lies mehr …
Das Ende des Märchens?
Wird Blaukäppchen jetzt vom roten, bösen Wolf gefressen? Nach diesem Rückrundenstart sieht es nicht danach aus, als ob die Hoffenheimer noch lange im Kampf um die Meisterschaft mitmischen werden. Ein mühsamer Pflichtsieg über Cottbus, ein Unentschieden beim Schlusslicht Mönchengladbach und gestern eine Heimpleite gegen Leverkusen; das liest sich so, als ob nun der prophzeite Einbruch kommt. Manche Medien, vermutlich dieselben, die im Dezember den großen Zweikampf Bayern v Hoffenheim vorhergesagt hatten, werden jetzt auf das Fehlen des ‘Superstürmers’ Ibisevic hinweisen.
Aber so überraschend und beeindruckend die Leistungsexplosion des Bosniers in der Hinrunde war, so abhängig war sie auch vom Auftreten der Mannschaft. Ibisevic ist ja kein Genie, das seine Tore aus dem Nichts kreiert. Er brauchte die präzisen Flanken und Steilpässe, die schnellen Kombinationen, die er dann natürlich eiskalt abschloss. Und die haben die Stürmer, die ihn zur Zeit ersetzen müssen, bisher nicht in gleichem Maße gekriegt – zumindest nicht in den Spielausschnitten, die ich gesehen habe.
Die TSG profitierte letztes Jahr von ihrem Lauf und vom Überraschungsmoment. In der Bundesliga wurden sie zuerst trotz guter Ergebnisse noch unterschätzt, danach wegen des großen Hypes überschätzt – ihnen eilte zuletzt ein fast Bayern-artiger Ruf voraus. Die Winterpause kam in einem ungünstigen Moment; Ralf Rangnick wäre es zumindest im nachhinein sicher lieber gewesen, wenn wie in England durchgespielt worden wäre. Durch den Kreuzbandriss von Ibisevic schlugen die aufgeblasenen (medialen) Erwartungen ins Gegenteil um, was vielleicht weniger die Hoffenheimer selber, aber sicher die Gegner beeinflusst hat.
Nach drei Spielen in 2009 darf man selbstverständlich noch kein abschließendes Urteil fällen. Die Hoffenheimer werden nicht komplett abstürzen, aber es wird schwer für sie, ganz vorne dranzubleiben. Sie haben die ‘Magie des Neuen’ verloren und ich bin zuversichtlich, dass am übernächsten Spieltag mit einer kämpferisch einwandfreien Leistung auch für die Schwarz-Gelben im Westfalenstadion gegen den Herbstmeister alles drin ist.


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