Landeanflug
Fast hätte ich es geglaubt. Dass Hertha Meister werden kann. Dann haben sie ziemlich kläglich in Stuttgart verloren und spielen nun am Samstag gegen den BVB. Es werden Weichen gestellt für die Gastgeber – alter Spruch, aber übermorgen gültig. Und weiter mit den Metaphern: Es ist das erste Spiel zur Klärung der Frage, ob die Berliner eine Punktlandung (Meisterschaft) schaffen oder ob es eine harte (UEFA Cup) oder gar eine Bruchlandung (Platz 6) gibt. Sollten die Schwarz-Gelben den Auswärtssieg schaffen, ist die Tabellenführung der Hertha weg, und dann sehe ich sie auf einem ähnlichen Weg wie zur Zeit die TSG Hoffenheim. Das Selbstvertrauen wäre erstmal weg; natürlich nicht komplett, aber die vielleicht entscheidenden zehn Prozent.
Realistisch gesehen haben die Berliner selbstverständlich alle Chancen; die Heimbilanz spricht für sie. Ich erwarte jedoch ein offenes Spiel. Der BVB hat personell einige Probleme im Mittelfeld. Tinga wird in jedem Fall nach der fünften Gelben Karte gesperrt fehlen. Boateng ist noch verletzt und wird seinen Berlin-Aufenthalt, wenn er denn überhaupt mitfährt, hoffentlich auf das Nötigste beschränken. Florian Kringe ist nach einer leichten Trainingsverletzung fraglich; Tamas Hajnal wurde trotz Erkältung in der ungarischen Nationalmannschaft eingesetzt, was natürlich dem Genesungsprozess nicht förderlich war, weswegen Jürgen Klopp nun ein bisschen sauer auf die Ungarn ist. Es war nicht das erste Mal, dass der Mediziner- und Trainerstab des Nationalteams einen Einsatz des angeschlagenen Hajnal befürwortete – man darf allerdings auch nicht vergessen, dass Tamas 2008 in Ungarn erneut Spieler des Jahres war.
Sollten Nuri Sahin und Patrick Owomoyela bis Samstag wieder fit sein, könnte man mit der Besetzung des Mittelfelds trotzdem noch leben, denn auf rechts sollte Kuba endlich seine Rückkehr in die Startelf bevorstehen und auf links könnte dann Lee aushelfen; in der Zentrale wird Kehl defensiv und könnte Sahin offensiv auflaufen.
Die Hertha bangt angeblich um Andrej Voronin und Arne Friedrich. Der ukrainische Stürmer, der vielleicht doch in die Premier League zurückkehrt, hat sich im Länderspiel gegen England die Nase gebrochen, aber normalerweise läuft man dann mit so einer Gruselmaske trotzdem auf. Für Friedrich, der ja dem Nationalteam gegen Liechtenstein und Wales fehlte, könnte es ebenfalls reichen, muss aber nicht.
Für mich ist das am Samstag ‘too close to call’. Die Statistik spricht wie gesagt für die Berliner, das Gefühl und der Trend sagen mir, dass da mindestens ein Punkt für Schwarz-Gelb drin ist. Klar bin ich da und es könnte ein fantastischer Nachmittag werden: „wetter.de“ sagt für Berlin Sonne und bis zu 22 Grad voraus!
Neueste Kommentare