Lob aus England
Ich zitiere ohnehin gerne den „Guardian“, der nicht nur bei der Fußball-Berichterstattung in England weit vorne ist, aber heute zitiere ich ihn besonders gerne:
Horst Hrubesch, the Germany coach, had brought in the defensive midfielder Mats Hummels to match up with England’s starting formation and he was among the many outstanding German performers, making a series of vital challenges.
Im Finale der U21-EM in Schweden kam Mats Hummels zu seinem ersten Einsatz von Beginn an und lieferte dann gleich so ein Spiel. Ob jetzt schon englische Vereine aufmerksam geworden sind? Na, so schnell wird das dann hoffentlich auch nicht gehen.
Aber nicht nur Hummels, sondern die gesamte Mannschaft überzeugte gestern beim 4:0 gegen England, das natürlich in dieser Höhe überraschend war nach dem bisherigen Turnierverlauf. Ich fand diese Mannschaft und dieses Turnier angenehmer als die deutsche A-Mannschaft, bei der immer alles so unlocker, undurchsichtig und unsympathisch wichtigtuerisch wirkt – nicht nur die Hauptprotagonisten, sondern auch das ganze Umfeld inklusive Presse. Da war diese U21-Europameisterschaft in Schweden ein netter Sommerspaß dagegen!
(Quelle: Guardian)
Subotic und Sahin verlängern beim BVB
Zum Trainingsauftakt von Borussia Dortmund wurde heute bekannt, dass zwei wichtige Spieler ihre Verträge langfristig verlängert haben. Gut, Neven Subotic hatte bereits einen langfristigen Vertrag bis 2013 – der wurde jetzt nochmal um ein Jahr verlängert. Damit einhergehen dürfte eine Gehaltserhöhung; Ziel dieser frühzeitigen Verlängerung dürfte sein, den Stellenwert von Subotic zu unterstreichen und potenzielle Interessenten abzuschrecken.
Nuri Sahin hatte nach seiner Rückkehr in die schwarz-gelbe Startelf in der Rückrunde verlauten lassen, in Dortmund bleiben zu wollen. Sein Vertrag wäre 2010 ausgelaufen – nun ist er bis 2013 gebunden worden, kriegt sicherlich auch mehr Geld und obendrein das Trikot mit der Nummer 8, der Nummer, die einst Michael Zorc trug. Eine komplette Übersicht über die Rückennummern der kommenden Saison gibt es auf der BVB-Homepage.
Zwei wichtige Vertragsverlängerungen, davon eine dringende, sind also vollzogen worden. Bei den anderen beiden Profis, bei denen die Verträge nächsten Sommer auslaufen, Alex Frei und Marcel Schmelzer, will man sich offenbar mehr Zeit lassen. Und man muss es noch einmal deutlich sagen: Wie Michael Zorc und Jürgen Klopp ihre sommerlichen ‘Hausaufgaben’ ruhig und Schritt für Schritt abarbeiten, verdient Anerkennung – mindestens im Vergleich zu manchen Konkurrenten.
Klopp zu den Perspektiven der Neuen
In einem sehr interessanten Artikel bei den „Ruhr Nachrichten“ stellt Jürgen Klopp die Neuzugänge des BVB vor. Spannend daran ist vor allem, dass man aus seinen Worten durchaus Schlüsse auf den Stellenwert und die möglichen Positionen der Neuen ziehen kann – daran kann die Saisonvorbereitung natürlich noch etwas ändern.
Der junge Sven Bender ist eine Option für das defensive Mittelfeld und die Halbpositionen in einer Raute, kann aber auch Innenverteidigung spielen. Klopp zu seinen Perspektiven:
Bender soll spielen! Auf welcher der drei Positionen, das entscheiden wir noch. Wichtig ist, dass wir interne Drucksituationen schaffen!
Diese Aussage lässt den Schluss zu, dass Bender, wenn er sich in der Vorbereitung ins Zeug legt, knapp hinter den ersten Elf steht und durchaus Chancen hat, punktuell und bei entsprechender Leistung öfter in die Mannschaft zu kommen.
Einer seiner Konkurrenten wird der aus Mainz gekommene Markus Feulner sein. Jürgen Klopp lobt ausführlich die Fortschritte des 27-jährigen, der beim FSV zuletzt vor allem im zentralen Mittelfeld spielte. Zu seiner Positionierung in Dortmund meint Klopp:
Er kann in unserer Raute alle vier Positionen spielen. Am stärksten ist er aus meiner Sicht allerdings auf den beiden Halbpositionen.
Damit bestätigt Klopp, dass Feulner höchstens im Verletzungsfall für Sebastian Kehl oder Tamas Hajnal einspringen wird. Auf den Halbpositionen kann er sich aber gute Chancen ausrechnen – bei einer möglichen (temporären) System-Umstellung auf ein klassisches 4-4-2 käme er natürlich für die zweite zentrale Mittelfeld-Position in Frage. Lies mehr …
Endspiel-Blues III
Nach dem ‘Bundesliga-Endspiel’ der Profis und dem extrem unglücklich verlorenen Pokalfinale der A-Junioren haben letztere heute auch das Finale um die Deutsche Meisterschaft im Bruchwegstadion gegen den FSV Mainz mit 1:2 verloren. Vor großer Kulisse (11.000 Zuschauer) lag es vor allem an der mangelnden Chancenverwertung, dass die wahrscheinlich spielerisch beste Mannschaft dieser Altersklasse erneut den Kürzeren zog. Bei den durchaus vorhandenen Chancen wurde entweder zu überhastet gepasst und geschossen oder, genau andersherum, zu lange gezögert. Ein Lob muss man auch der starken Defensive der Gastgeber aussprechen.
Kein Vorwurf sollte an die BVB-Defensive gehen. Die stand nämlich weitestgehend ebenfalls sicher, vor allem die Innenverteidigung – dass das nicht über 90 Minuten perfekt klappt, muss man hinnehmen. Und was für die Profis gilt, muss selbstverständlich auch für die A-Junioren gelten: Der Endspiel-Blues sollte nicht das Gefühl verdrängen, dass in der vergangenen Saison Erstaunliches geleistet wurde.
Das Finale in Mainz wurde vom DFB auf seiner Homepage per Livestream übertragen, was reibungslos und in sehr guter Qualität funktionierte (ich habe mich zur zweiten Halbzeit eingeklinkt).
Weidenfäller
Ja, da hat Ex-Nationalspielerin Renate Lingor wirklich ein „glückliches Händchen“ bei der Pokalauslosung gehabt, wie in der ARD-Sportschau gefühlte dutzendmal betont wurde. Gleich in der ersten Runde gibt es mehrere auf dem Papier wirklich attraktive Partien. In Hessen könnte es einen Urlaubsstopp bei der Polizei für das erste August-Wochenende geben, denn es kommt wieder zu DEM Hessenderby überhaupt: Kickers Offenbach gegen Eintracht Frankfurt. Das letzte Aufeinandertreffen im Pokal liegt gerade mal 2 1/2 Jahre zurück, damals ein klarer Fall für die Eintracht (0:3).
Ein weiteres Highlight, gerade aus Sicht eines in Berlin lebenden Fußballfans, ist die Partie Union Berlin v Werder Bremen. Der Neu-Zweitligist empfängt im von Fans ausgebauten Stadion den Titelverteidiger. Damit wird die neue Alte Försterei noch mal richtig eingeweiht (das offizielle Eröffnungsspiel findet in der Saisonvorbereitung gegen Hertha statt – sehr einfallsreich). Nicht uninteressant auch die Begegnung Fortuna Düsseldorf gegen den HSV; da dürften einige Zuschauer kommen – mal sehen, ob die Hamburger sich bis dahin wieder eingekriegt haben.
Der BVB hat unterdessen eine machbare Aufgabe zugelost bekommen: Es geht zur Spvgg Weiden, die gerade als Bayernliga-Meister in die Regionalliga Süd aufgestiegen ist. Ein frischgebackener Viertligist ist zu schlagen und wird geschlagen, wenn unsere Mannschaft konzentriert und ohne Überheblichkeit auftritt. In einem guten Monat geht die neue Saison mit der ersten Pokalrunde los!
Im Endspiel durch die Revanche fürs Endspiel
Das bezieht sich nicht auf die deutsche U 21, sondern auf die A-Junioren von Borussia Dortmund. Die haben im Halbfinale der Deutschen Meisterschaft auch das Rückspiel gegen den SC Freiburg gewonnen und damit erfolgreich Revanche genommen für die unglückliche Niederlage im Pokalfinale. An diesem Sonntag steht nun das Finale gegen den FSV Mainz an, und das findet kurioserweise im Mainzer Bruchwegstadion statt. Wobei die schwarz-gelben Jungs auch dort sicher von einigen schwarz-gelben Jungs und Mädels unterstützt werden. Wer das Spiel nicht vor Ort sehen kann, dem bietet der DFB die Möglichkeit, live im Internet dabei zu sein.
Das andere Ereignis am Sonntag ist der Trainingsauftakt der BVB-Profis. Kaum zu glauben, aber es geht schon wieder los – zumindest mit der Saisonvorbereitung. Um 17 Uhr steht im Westfalenstadion die erste Einheit an und es werden bis zu 10.000 Zuschauer erwartet; zumindest dürfte man locker die Zahl übertreffen, die in Gelsenkirchen den Großen Trainer empfangen hat (ca. 4.000). Wie groß dieser Trainer noch werden wird, werden wir sehen – immerhin gibt es schon wieder die ersten zarten Differenzen (über die Verkäuflichkeit der Nummer 1) mit dem Wurstfabrikanten an der Spitze des Vereins – déjà vu, Felix?
Einige Spieler werden noch ein paar Tage fehlen im BVB-Training und somit auch bei den ersten Testspielen. Dazu gehören natürlich Mats Hummels, der heute seinen ersten Kurzeinsatz bei der U21-EM gehabt hat, und Marcel Schmelzer, der dort heute nur auf der Bank saß. Desweiteren fehlen die Nationalspieler Sahin, Subotic, Valdez, Lee und Zidan, die mit ihren Mannschaften noch bis vor kurzem unterwegs waren. Verletzte haben wir noch nicht zu beklagen – wollen wir mal hoffen, dass sich das nicht schnell ändert.
Der Europameister aus München
BVB-Sportdirektor Michael Zorc liefert zur Zeit ein Musterbeispiel für ruhige, effiziente Arbeit ab. Gut, es mag Vereine geben, bei denen das noch schwieriger ist als in Dortmund, aber was heute, zwei Tage nach der Rangelov-Verpflichtung, bekannt wurde, verdient Respekt. Fangen wir mal an: Der 20-jährige Junioren-Nationalspieler und U19-Europameister Sven Bender wechselt von 1860 München zum BVB und erhält einen Vier-Jahres-Vertrag. Es handelt sich um einen Spielertausch, bei dem kein Geld fließen wird, denn im Gegenzug bleibt der in der Rückrunde an die Löwen ausgeliehene Toni Rukavina in München.
Außerdem wechselt Abwehrspieler Markus Brzenska zu Energie Cottbus – die Ruhr Nachrichten spekulieren über eine Ablösesumme im mittleren sechsstelligen Bereich, die sich natürlich gleich mit dem Rangelov-Transfer verrechnen lässt. Damit wurden heute also zwei der drei Spieler, mit denen Jürgen Klopp definitiv nicht mehr plant, abgegeben und ein junger Nachwuchsmann mit Potenzial geholt. Hört sich super an und klingt nach guter Arbeit mit wenig Geld.
Aber natürlich sind Transfers von Spielern kleinerer Vereine mit einem gewissen Risiko verbunden. Wir durften das bei Giovanni Federico erleben, dem ehemaligen Zweitliga-Torschützenkönig, der nun ganz oben auf der Verkaufs-Wunschliste des BVB steht. In der letzten Saison, seit Jürgen Klopp im Amt ist, haben wir allerdings keinen Transfer-Flop erlebt und das stimmt zuversichtlich.
Michael Zorc spricht bei Bender absichtlich von der längeren Perspektive: „Er soll hier in der Zukunft eine gute Rolle spielen.“ Sich auf Anhieb einen Stammplatz zu erkämpfen, dürfte dem Neuzugang auch schwer fallen, denn Bender ist Mittelfeldspieler, auf der ’6′ oder den Halbpositionen einer Raute einsetzbar und damit Konkurrent oder Partner von Kehl, Tinga, Kringe, Kuba, Sahin, Feulner und Federico (so lange der noch da ist). Es ist gut möglich, dass uns deshalb außer – hoffentlich – Federico noch ein weiterer aus dieser Reihe verlässt. Von Vereinsseite wird bei entsprechenden Angeboten ja gar nichts ausgeschlossen – besonders offen wäre man wahrscheinlich bei Angeboten für Tinga und eventuell Kringe. Gerade bei letzterem fände ich es allerdings schade; Kringe war immer jemand, der sich mit dem BVB identifiziert und oft richtige Worte gefunden hat.
Nach heute ist in Dortmund schon vieles klar; trotzdem kann jederzeit Unvorhergesehenes passieren – wie überdreht der Transfermarkt für Spieler und Trainer sein kann, haben wir in den letzten Wochen ausführlich gesehen. Heute, an diesem Drehtür-Tag, begrüßen wir aber erstmal Sven (und Dimitar) und sagen danke, Markus und Toni, für die lange bzw. kurze Zeit beim BVB!
Dimitar Rangelov ist der dritte Mann
Gestern, und damit einen Tag später als erwartet, ist der Transfer von Dimitar Rangelov zum BVB bestätigt worden. Der 26-jährige unterschreibt einen Vier-Jahres-Vertrag und soll etwa eine Million Euro kosten. Warum der Top-Torschütze von Energie Cottbus so günstig zu haben war, habe ich im letzten Beitrag bereits erklärt.
Schafft er den Übergang aus der Lausitz in den Pott? Zwei Sichtweisen oder Meinungen dazu sind wohl möglich: Wer es in Cottbus in der vergangenen Saison zu neun Toren bringt und bulgarischer Nationalspieler ist, muss etwas drauf haben. Oder Rangelov war der einzige Einäugige, der immer gesucht wurde und wird es bei einem etablierten Bundesliga-Team schwer haben, sich durchzusetzen.
Letztendlich trägt der BVB kein großes Risiko. Eine Million kann man für Rangelov ohne Zweifel bezahlen und Tore schießende Stürmer können wir immer gebrauchen. Vielleicht haben Michael Zorc und Jürgen Klopp ja mit dem dritten ‘echten’ Neuen einen Glücksgriff getan, vielleicht steht Rangelov kurz vor dem richtigen Durchbruch? Vielleicht bewahrheiten sich die üblichen Worte eines neuen Spielers:
Borussia Dortmund bietet mir die Möglichkeit, in meiner Karriere einen großen Schritt nach vorne zu machen. (…) Mein Wunsch ist es, viele Tore zu schießen. Und ich möchte mithelfen, dass dieser Verein vielleicht schon bald wieder europäisch spielt.
Die Wahrheit ist natürlich, dass wir nichts wissen. Und dass der Saisonauftakt mit Spielern, die man nicht so gut einschätzen kann, besonders spannend wird.
Montag ist Rangelov-Tag
Am Montag läuft die Frist der Ausstiegsklausel ab, die der bulgarische Nationalspieler Dimitar Rangelov von Energie Cottbus für den nun eingetretenen Abstiegsfall in seinem Vertrag hatte. Bis Montag um Mitternacht kann der 26-jährige für eine festgeschriebene Ablösesumme von rund einer Million bis anderthalb Millionen Euro den Verein wechseln. Der heißeste Kandidat auf eine Verpflichtung soll der BVB sein, Konkurrenten sind angeblich Bochum und Hannover.
Dimitar Rangelov – ein Name, der bisher noch nicht gefallen war im Dortmunder Umfeld. Michael Zorc wollte das Interesse denn auch nicht offiziell bestätigen, wohl aber (natürlich) Rangelovs Berater Fali Ramadani:
Ich kann bestätigen, dass mein Klient Rangelov mit Borussia Dortmund verhandelt hat. Die Entscheidung, ob er dorthin wechselt, fällt spätestens am Montag.
Finanziell würde der Wechsel auf jeden Fall Sinn machen. Für die bisher favorisierte Sturm-Verstärkung Robert Lewandowski fordert Lech Posen fünf Millionen Ablöse, was nicht nur angesichts der noch ausbleibenden Abgänge von Federico, Rukavina und Brzenska schwer zu machen ist für den BVB.
Wie sieht es sportlich aus? Dimitar Rangelov gilt als laufstark, hat beim Absteiger in dieser Saison immerhin neun Treffer erzielt und in den blamablen Relegationsspielen gegen Nürnberg verletzt gefehlt. Sicher wird er für viele Schwarz-Gelbe kein Wunschspieler sein, aber wie alle Neuen kann er sich den Respekt durch Leistung und Einsatz erarbeiten. Für den Fall, dass Alex Frei in Dortmund bleibt, wäre unser Sturm dann gut aufgestellt – mehr ist im Moment nicht drin. Erfreulicherweise wird sich die Entscheidung in diesem Fall nicht ewig hinziehen, morgen wissen wir mehr!
In Leipzig ist der Rasen rot
Der bekannte Energy Drink-Hersteller „Red Bull“ steigt jetzt doch in den Leipziger Fußball ein und will dafür sorgen, dass künftig wieder ein Leipziger Verein im Profibereich vertreten ist und das Zentralstadion wieder eine würdige Kulisse darstellt. Nachdem ein Engagement beim Traditionsklub Sachsen (ehemals Chemie) Leipzig vor zwei Jahren gescheitert war, wird jetzt einfach ein neuer Verein gegründet, der die Spielberechtigung des Oberligisten SSV Markranstädt übertragen kriegt.
Red Bull und Fußball, das muss man nicht gut finden. Bei der Übernahme von Austria Salzburg wurde nicht nur der Name des Klubs in FC Red Bull Salzburg geändert (was in Deutschland so nicht möglich wäre), sondern es wurden auch die Vereinsfarben violett-weiß weitgehend aus der öffentlichen Wahrnehmung verbannt (Trikots, Publikationen etc.). In Deutschland ist in der abgelaufenen Saison Red Bull-Werbepartner Mario Gomez durch schleichwerbe-verdächtigen Torjubel aufgefallen. Nun versucht man offensichtlichst, das Modell Hoffenheim zu kopieren: Einer fußballerisch darbenden Region soll der Profifußball zurückgeschenkt werden.
Der neue Verein wird übrigens „Rasenballsport Leipzig“ heißen. Wie man das wohl abkürzt?


Neueste Kommentare