Alex Frei wechselt zum FC Basel
Es ging dann doch recht schnell. Zumindest für die Öffentlichkeit, und das ist gut so. Es existiert nun eine mündliche Vereinbarung über einen Wechsel von Alexander Frei zum FC Basel, und sollte dieser den obligatorischen Medizin-Check bestehen, wovon auszugehen ist, wird der Wechsel vollzogen. Ob 4,25 Millionen Euro eine angemessene Ablöse für den treffsicheren Torjäger sind, wird davon abhängen, wie der BVB das Geld reinvestiert.
Grundsätzlich halte ich den Abgang für schade und den Transfererlös für eher niedrig, aber vermutlich hätte man für einen wechselwilligen 30-jährigen mit noch einem Jahr Vertrag nicht viel mehr kriegen können. Zu 100% verstehe ich die (öffentliche) Haltung des Vereins trotzdem nicht. Hans-Joachim Watzke sagt: „Wir haben alles versucht, ihn umzustimmen, aber leider ohne Erfolg.“ Andererseits wurde nicht mit Frei über eine vorzeitige Vertragsverlängerung gesprochen. Hinter den Kulissen wird es vermutlich diverse Schachzüge und Gespräche gegeben haben, vielleicht auch Verwerfungen, aber wir werden davon wohl nichts erfahren.
In der Tat war Alex Frei eine ‘Type’, ein Charakter, der auch mal seine Meinung sagt. Man sollte das jetzt aber nicht allen anderen Schwarz-Gelben absprechen. Es gibt noch einen Roman Weidenfeller, einen Sebastian Kehl, einen Florian Kringe, einen Dede – ich würde in nicht allzu ferner Zukunft auch einen Mats Hummels dazu zählen. Es ist schade, dass Frei geht, aber wie für so viele andere Vereine heißt es abwarten, wer der Neue sein wird. Der „Kicker“ berichtet, dass kein Interesse mehr an Robert Lewandowski bestehen soll. Wenn der Wechsel nur einen Vorteil hat, dann ist es der, dass der Saisonstart nun noch spannender wird als sowieso. Alles Gute, Alex!
Der Himmel ist nicht immer blau
Man könnte diese Geschichte als eine alltägliche Randnote des Kapitalismus abtun, auch wenn, oder gerade weil, es sich um Fußball dreht. Am meisten betroffen sind jedoch die Fußballfans – und da kommen dann wieder Kategorien wie ‘Herzblut’ und ‘Leidenschaft’ ins Spiel, die man, so banal es klingt, noch nicht so einfach kaufen kann.
Vor wenigen Wochen verschwand ein gesamtes Netzwerk von Fußball-Fanseiten von der Netz-Bildfläche: „rivals.net“ hostete meines Wissens Seiten über alle englischen Profivereine; Seiten, die von Fans gemacht wurden, die jedoch was Technik und Seitenaufbau angeht, von rivals.net abhängig waren. Rivals.net existierte seit 1999 und hatte früher illustre Namen zu bieten: Bekannte Fanzines wie „When Skies Are Grey“ und „United We Stand“ waren einst Teil des Netzwerks.
2007 wurde das Netzwerk von BSkyB übernommen, der Pay TV-Sparte von Rupert Murdochs News Corporation-Konzern (NC hält laut Wikipedia noch 38% von BSkyB). Und auch wenn es vorher nicht optimal gelaufen sein sollte – besser wurde es jedenfalls nicht. Das Design wurde lieblos überarbeitet und war sicher kein Grund, die Seiten zu besuchen. Trotzdem gab es bei „rivals.net“ immer noch einige gut bis sehr gut geschriebene Seiten, bei denen man den Fan dahinter spürte. Ich kannte nur ein paar; auf jeden Fall empfehlenswert waren „WBA Unofficial“ (West Bromwich Albion) und noch mehr die Coventry City-Seite „Gary Mabbutt’s Knee“.
Diese und alle anderen „Rivals“-Seiten wurden Anfang Juli ohne Vorwarnung eingestellt; die Entscheidung kam von Sky, aus wirtschaftlichen Gründen. Ohne Vorwarnung kam das Ende aber nicht nur für die Besucher der Seiten, sondern auch für die Webmaster und Schreiber. Genaue Details sind schwer zu bekommen, aber angeblich erhielten die verantwortlichen Fans einen Brief, dass „rivals.net“ sofort dichtgemacht würde. Es ist in etwa so, als ob WordPress.com mir und den Millionen anderer Blogger mitteilen würde, dass ab morgen Schluss ist auf der Plattform – mit dem Unterschied, dass die meisten „Rivals“-Seiten trotz aller Probleme viel stärker frequentiert waren als die meisten WordPress-Blogs. Seit Anfang Juli liest man nun beim Ansteuern einer der Fanseiten lediglich den lapidaren Satz „Rivals.net is currently Unavailable“. Von einer Wiederkehr kann aber erst mal keine Rede sein.
News Corporation ist natürlich auch der Konzern, der dafür verantwortlich ist, dass in Deutschland „Premiere“ jetzt „Sky“ heißt; schließlich besitzen sie knapp 20% der Aktien und wollen den Anteil noch deutlich erhöhen. Gegen die Namensänderung und das neue Logo habe ich gar nichts. Man sollte aber die jetzt gestartete Rebranding- /Image- /Abonnentenwerbungs-Kampagne, die vor allem auf den Fußballfan zielt, vor dem Hintergrund der beschriebenen Vorgehensweisen betrachten.
(Quellen: Twohundredpercent, Vital Wigan Athletic)
Was zu erwarten war
(Updated) Zu erwarten war, dass Mitte Juli die Transferspekulationen rund um den BVB noch nicht endgültig beendet sind. Und zu erwarten war auch, dass die neuen Gerüchte Alex Frei betreffen würden. Den Spieler, der in Dortmund wegen seiner Torquote sehr geschätzt wird, bei dem man aber nicht weiß, wie sehr er Dortmund schätzt. Und wie sehr der BVB-Trainer ihn schätzt. Der Schweizer, der kürzlich seinen 30. Geburtstag gefeiert hat, steht nur noch ein Jahr unter Vertrag, und weder der Verein noch der Spieler haben es mit einer Verlängerung eilig.
Man kann über die Situation natürlich mutmaßen: Der Verein lässt sich Zeit, weil Alex Frei kein besonderes Interesse an einer Vertragsverlängerung hat und lieber nächstes Jahr ablösefrei wechseln möchte – oder noch mal richtig viel verdienen. Deswegen könnte dem Verein daran gelegen sein, Frei ziehen zu lassen, um an ihm noch etwas zu verdienen.
Jedenfalls überraschen die Gerüchte, die heute aufgekommen sind, wohl keinen BVB-Fan. Der FC Basel hat Interesse an einer Verpflichtung von Frei – so viel scheint festzustehen. Die Angaben über den Stand der Verhandlungen schwanken zwischen „lockere Anfrage“ und „Meinungsaustausch“ (Michael Zorc) sowie „konkreten Verhandlungen“ (FCB-Vizepräsident Heusler). Der Informationspolitik beider Seiten kann man sicher nicht uneingeschränkt vertrauen. Der „Kicker“ schätzt eine mögliche Ablösesumme auf 3-4 Millionen Euro, was die Basler erstmal stemmen müssen. Für den BVB wiederum wäre mit dieser Summe ein gleichwertiger Ersatz schwer zu finden.
Mich bringt das zu dem Urteil, dass man Frei nur ‘im Notfall’ verkaufen sollte. Dann wenn sicher ist, dass er im nächsten Jahr ohnehin geht. Man kann da wohl nur auf Gesprächsbereitschaft und Offenheit hoffen.
UPDATE: Die „Ruhr Nachrichten“ melden nun, dass ein Wechsel von Frei sehr wahrscheinlich ist. Er selber scheint dazu entschlossen zu sein. Das wäre ein herber Verlust, obwohl sich die nun kolportierte Ablöse von 4-5 Millionen Euro ein wenig besser anhört als 3-4 Millionen. Mit irgendwas muss man sich ja trösten. Immerhin könnte eine solche Einnahme es dem BVB ermöglichen, sich wieder um den jungen polnischen Stürmer Robert Lewandowski zu bemühen – legen die RN nahe.
Endlich – aber trotzdem danke!
Der BVB hat die letzte dringende Personalfrage ‘geklärt’, Giovanni Federico hat den Wink mit dem Zaun endlich verstanden: Der 28-jährige Hagener wechselt mit sofortiger Wirkung zum Absteiger Arminia Bielefeld in die zweite Liga. Ablösefrei, obwohl er noch einen Vertrag hatte. Letztlich musste man das von Vereinsseite so machen, denn es hätte ja keinen Sinn gehabt, ihn für eine knappe Million Jahresgehalt in der dritten Liga spielen zu lassen.
Federico kann nun mit seiner Familie in NRW bleiben – Bielefeld kann von einem „deutschen Spieler mit großer Erfahrung in der Ersten und Zweiten Bundesliga“ sprechen. Für Dortmund und die erste Liga hat es aber letztlich nicht gereicht; über Ansätze und ein paar wichtige Tore in seiner ersten Saison, noch unter Thomas Doll, ist Federico nicht hinausgekommen. In den letzten Monaten waren für Jürgen Klopp offensichtlich keine Anzeichen für eine Verbesserung zu erkennen – und für mich auch nicht. Schade um den BVB-Fan Federico, weniger um den Spieler.
Die Borussia könnte nun mit diesem Kader in die neue Saison gehen – ob es so kommt, bleibt noch eine Weile offen. Am Mittwoch gab es einen 8:1-Testspielsieg in Offenburg, der Jürgen Klopp wieder überzeugen konnte.
Der Vertrag, den es nie gab
Es ist eine seltsame Geschichte und ein Ansporn für mich, noch genauer zu sein. Letzten Dezember verkündete Any Given Weekend die Vertragsverlängerung des BVB mit Young-Pyo Lee bis 2010, basierend auf einer Meldung auf der Vereins-Homepage. Wenn man sich diese Meldung heute noch einmal durchliest, ist da von der Verlängerung im Futur die Rede (oder ist das einfach nur Passiv?):
Sportdirektor Michael Zorc teilte (…) mit, dass der ursprünglich bis zum 30. Juni 2009 fixierte Vertrag mit dem Südkoreaner um mindestens ein weiteres Jahr verlängert wird.
Außerdem ist von einer „anstehenden Vertragsverlängerung“ die Rede. Wenn sowas von Vereinsseite verkündet wird, hinterfragt man das als Fan meistens nicht, denn normalerweise mauern die Vereine eher bis zum letzten Tag, wenn es um Transfer- und Vertragsabschlüsse geht. In diesem Fall hätte ich jedoch mit der Vollzugsmeldung besser gewartet (ich gehe jetzt mal davon aus, dass der BVB seine Meldung nicht nachträglich noch verändert hat).
Gestern wurde bekannt, dass der Vertrag mit Lee nicht verlängert wurde und der ehemalige Publikumsliebling aller Voraussicht nach ablösefrei nach Saudi-Arabien wechselt. Laut Michael Zorc gab es lediglich eine Absichtserklärung, aber keine Unterschrift, da Lee in der Rückrunde nicht mehr so oft zum Zuge kam. Nun kann man dem Verein nach den vorliegenden Informationen keine Täuschung vorwerfen, aber doch eine seltsame, je nach Sichtweise voreilige oder spärliche Informationspolitik.
Nach jetzigem Stand soll für den soliden Lee kein neuer Spieler mehr verpflichtet werden, was bedeutet, dass links hinten Marcel Schmelzer erster Ersatz für Dede ist (durchaus akzeptabel). Rechts hinten wird erstmal Patrick Owomoyela gesetzt sein. Sollte der sich verletzen, was ja nicht ganz auszuschließen ist, ständen Florian Kringe oder Nachwuchsleute aus der zweiten Mannschaft bereit. Kringe hat auf der Position in der Vergangenheit schon öfter gespielt und das ordentlich; seine Lieblingsrolle ist es aber nicht. Sportlich und finanziell gesehen halte ich die Entscheidung, Lees Vertrag nicht zu verlängern, für vertretbar, aber die Berichterstattung darüber war für Fans und Blogger, die darauf angewiesen sind, mangelhaft.
Unterdessen sind die Schwarz-Gelben erwartungsgemäß mit zwei Siegen in die Vorbereitung gestartet. Am Freitag gab es ein 11:0 gegen eine ‘Sauerland-Auswahl’. Ob das jetzt standesgemäß war, ist schwer zu beurteilen – wer stellt diese Regionalauswahlen eigentlich zusammen und trainiert sie? Auf der BVB-Homepage wird dann auch darauf hingewiesen, dass eine andere Sauerland-Auswahl einige Tage zuvor ein wesentlich knapperes Ergebnis gegen den FC Schalke erreichte. Nicht unerwähnt bleiben soll, dass in der Partie am Freitag die Neuzugänge Feulner und Großkreutz doppelt trafen.
Der zweite Test, gestern gegen den Oberligisten Eintracht Rheine, war auch für Jürgen Klopps Geschmack nicht so erfreulich. Beim 5:1 konnte der BVB offensichtlich nur in der Anfangsphase überzeugen – aber solche Spiele gibt es in der Vorbereitung jedes Jahr. Unser neuer Stürmer Dimitar Rangelov erzielte sein erstes Tor für Schwarz-Gelb, außerdem trafen Valdez, Kuba, Frei und Feulner. Das nächste Spiel findet am Mittwoch auf der Anreise ins Trainingslager in Donaueschingen beim Offenburger FV statt.
Der neue Spielplan ist da
Heute wurde der Spielplan für die am 7. August beginnende neue Bundesliga-Saison bekannt gegeben. Das Eröffnungsspiel an jenem Freitag bestreitet der Meister VFL Wolfsburg zuhause gegen den VFB Stuttgart – sicher ein würdiger Auftakt und ein echter Leistungstest für beide Mannschaften. Ein weiteres Highlight des Wochenendes ist die Begegnung Hoffenheim v Bayern, vielleicht die erste Samstag, 18:30-Partie?
Der BVB spielt zunächst im Westfalenstadion gegen Poldi (und ein paar andere Kölner). Interessant, aber lösbar und durchaus genehm. Insgesamt erwartet die Schwarz-Gelben jedoch wieder ein schweres Auftaktprogramm. Hier die ersten fünf Spieltage:
1.FC Köln (H), Hamburger SV (A), VFB Stuttgart (H), Frankfurt (A), Bayern München (H)
Wir sind früh gefordert, aber das muss nicht schlecht sein. Wir werden sehen, ob in Hamburg bis Mitte August Ruhe und professionelle Arbeit zurückgekehrt sind und wie die Stuttgarter die Gomez-Millionen investiert haben. Dann geht es noch nach Frankfurt, wo wir letzte Saison sehr gut aussahen und zu den Bayern muss ich nicht viel sagen – wird Zeit für einen Sieg!
Das Derby findet zuerst in Dortmund statt, am 26. September. Am Jubiläumswochenende (19.12.) und am letzten Spieltag haben wir es mit den Freiburgern zu tun. Alles in allem kann man trotz des anspruchsvollen Beginns nicht meckern; es bleibt aber abzuwarten, wie sich in der neuen Saison die Verteilung der Spiele auf Freitag, Samstag und Sonntag gestaltet. Auf zu viele Samstagabend- und Sonntagsspiele können wohl alle Fans verzichten.
Die komplette Spieltagsübersicht gibts hier, für den BVB hier.
Neue Trikots und neues Design
Der BVB hat jetzt auch offiziell die Trikots für kommende Saison präsentiert. Da ziehe ich mit und präsentiere das neue Outfit von Any Given Weekend; v.2009/10 sozusagen. Das neue Theme heißt „Grid Focus„ – ausgewählt habe ich es, weil es mMn durch die größere Breite lebendiger wirkt und weil mir Header und Schriften gefallen. Seht euch um und fühlt euch wie zuhause, der Inhalt bleibt sowieso: Nicht nur der BVB.
Frühstart für neue BVB-Trikots
Es war ein Versehen: Heute sollten die neuen BVB-Trikots vom neuen Ausrüster Kappa in Dortmund präsentiert werden, gestern waren sie jedoch schon für kurze Zeit im Online Shop des Vereins zu sehen. Viele haben es gemerkt und deswegen kann man Fotos mit niedriger Auflösung bereits jetzt unter anderem bei den Ruhr Nachrichten sehen. War das wirklich ein Versehen? Entscheidenden Einfluss auf die Verkaufszahlen dürfte diese ‘Panne’ jedenfalls nicht haben.
Viel wichtiger ist natürlich die Frage, ob die Trikots gelungen sind. Alle Trikots sind Kappa-typisch enger geschnitten, was mir persönlich sehr entgegenkommt. Das Heimtrikot ist zwar vielleicht vom Bemühen geprägt, beim ersten Trikot nichts falsch zu machen, aber: Da hat Kappa auch überhaupt nichts falsch gemacht. Das Design gefällt mir in seiner Schlichtheit, die schwarzen Streifen und Kappa-Logos im Schulter- und Arm-Bereich bringen genügend Abwechslung rein. Ist gut geworden, auch wenn ich Nike sowieso nicht vermisst hätte!
Das Auswärtstrikot weckt bei mir erst mal starke Assoziationen an ein ehemaliges Alemannia Aachen-Outfit, das ist vielleicht etwas unglücklich – trotzdem finde ich das Design rein ästhetisch nicht schlecht, es wirkt frisch und gewagter als das vom Heimtrikot. Auf jeden Fall ist es ein guter Schachzug, zwei sehr unterschiedliche Trikots anzubieten – sonst kauft sowieso jeder das Heimtrikot. Das zweite Ausweichtrikot in Rot sieht bis auf die Kappa-Ärmel von vorne nicht anders aus als das von letzter Saison, wird aber ohnehin aufgrund der Farbe keine große Rolle im Verkauf spielen. Fazit: Ein guter Start für Kappa, und bis die Dinger erhältlich sind, werde ich wohl noch zwischen Heim und Auswärts schwanken!


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