1. Bundesliga, 2. Spieltag / VfB Stuttgart 1 BVB 3
Toller Abschluss eines tollen Spieltags
Die Aufstellung: Weidenfeller – Schmelzer, Hummels, Subotic, Owomoyela – Sahin (88. Bender), Kehl – Großkreutz (75. Piszczek), Kagawa, Götze – Barrios (65. Lewandowski). Tore: Schmelzer, Barrios, Götze
Ein turbulentes Fußball-Wochenende mit einigen Überraschungen liegt hinter uns. Das Spiel am frühen Sonntagabend lief zwar prinzipiell so, wie ich es erwartet hatte, aber deutlich klarer und spektakulärer. Der BVB hat die Pleite von letzter Saison in Stuttgart wettgemacht und gezeigt, dass die Heimniederlage letzte Woche ein Ausrutscher war. Jürgen Klopp ließ die gleiche Mannschaft wie gegen Leverkusen beginnen, es gab jedoch eine bedeutsame Umstellung: Der defensiv (natürlich) noch nicht ausgereifte Mario Götze spielte rechts, Kevin Großkreutz wurde auf die zuletzt anfällige linke Seite rübergezogen.
Marcel Schmelzer bewies schon nach fünf Minuten, dass er offensiv durchaus in Form ist: Seine Flanke wurde von Boulahrouz, der von Serdar Tasci auf die Rechtsverteidiger-Position verdrängt worden war, ins eigene Tor abgefälscht. Den Bildern nach zu urteilen, die ich bisher gesehen habe, war es kein klares Eigentor, aber das soll die DFL entscheiden. Der BVB kam richtig gut ins Spiel und legte schonungslos die Defensivschwächen der Gastgeber offen. Gestern war sie da, die Spielfreude von Sahin, Kagawa, Götze und wenn die Jungs mal loslegen – und man sie lässt – wird es für viele Gegner schwer. Es wäre aber ungerecht, nur die drei zu nennen. Auch Sebastian Kehl zeigte sich deutlich verbessert und es war in der ersten Hälfte ein rundum guter Auftritt der gesamten Mannschaft.
Ganz besonders indisponiert zeigte sich beim VfB der junge Ex-Bayer Georg Niedermeier in der Innenverteidigung. In der 26. Minute köpfte er im Strafraum einen Ball ungeschickt zur Seite weg, Großkreutz holte ihn sich und legte zurück auf Barrios, der sich die Schusschance nicht entgehen ließ. Torjäger-Style, 2:0. Unheimlich positiv bei den Schwarz-Gelben war die Präsenz im Mittelfeld. Vor dem 3:0 in der 37. Minute eroberte Sahin den Ball, leitete schnell weiter zu Großkreutz, der auf Kagawa. Bei dessen Flanke stimmten sich Niedermeier und Torwart Ulreich nicht richtig ab, der fast schon bedauernswerte Abwehrspieler köpfte den Ball weg, den Ulreich hätte aufnehmen können und ließ dadurch Mario Götze sein erstes Bundesligator köpfen. Um es zusammenzufassen: Die erste Hälfte war gut von uns und schlecht von Stuttgart.
Trotz zweier Stuttgarter Wechsel (unter anderem musste Niedermeier raus) blieb nach Wiederanpfiff zunächst der BVB am Drücker. Vor allem der nun sichere Ulreich verhinderte einen höheren VfB-Rückstand gegen Barrios. Dass Stuttgart irgendwann mal aufwachen würde, wie von deren Fans in der ersten Halbzeit gefordert, war klar. Analog zum Europa League-Spiel der Schwaben gab es Mitte der zweiten Hälfte eine Drangphase, aber auf der anderen Seite standen Dortmunder und auch noch elf. Roman Weidenfeller bekam es nun ein paar Mal mit dem Ball namens “Torfabrik” zu tun, der ja bekanntlich etwas eigen ist, wehrte diesen aber recht souverän ab. Einmal war er jedoch machtlos: Nach einem Dortmunder Ballverlust im Mittelfeld konnte Kuzmanovic unbedrängt von rechts flanken, Cacau stand richtig am langen Pfosten und köpfte ein. Es war weniger ein Fehler der Abwehr, sondern vor allem ein dummer Ballverlust.
Klar kamen danach kurz Gedanken an den Samstag in Wolfsburg auf, aber demgegenüber ist die Dortmunder Mannschaft einfach weiter. In der letzten Viertelstunde beruhigte sich das Spiel wieder, die Defensive fand zu ihrer Sicherheit zurück. Das war zu einem guten Teil das Verdienst von Sebastian Kehl, der zwar kurzzeitig gelb-rot-gefährdet schien, aber dafür allen seinen Siegeswillen demonstrierte. Offensiv äußerte sich das in mehreren Abschlüssen, die Ulreich jedoch klären konnte. Es war gut zu sehen, dass die Mannschaft auch eine Drangperiode des Gegners nahezu unbeschadet überstehen kann.
Ich erlaube mir mal, einige Spieler herauszuheben: Vorneweg Nuri Sahin und Sebastian Kehl. So muss deren Partnerschaft im Mittelfeld funktionieren, dann ist vieles möglich. Stark verbessert gegenüber letztem Sonntag zeigten sich Großkreutz, Owomoyela und auch Schmelzer. Noch mal nennen muss man auch die schon erwähnten Kagawa und Götze. Der Mario ist vor kurzem 18 geworden und fügt sich immer besser in die erste Mannschaft ein. Erinnert an den frühen Nuri.
In meinen Augen gab es gestern nichts groß zu kritisieren. Dass eine junge Mannschaft gegen einen Gegner vom Kaliber des VfB mal ein wenig unter Druck gerät, ist völlig normal. Nach der Länderspielpause gehts gegen 0-Punkte-Wolfsburg. Wenn nichts dazwischen kommt, wird Jürgen Klopp dann noch mehr Optionen zur Verfügung haben – Kuba und Dede könnten bis dahin wieder fit sein. Nach so einem Spiel muss man aber erst einfach mal sagen: Wir sind ein geiler Club! ;-)
3 Antworten zu “1. Bundesliga, 2. Spieltag / VfB Stuttgart 1 BVB 3”
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- - 31. August 2010


Ich muss der Mannschaft auch ein großes Lob aussprechen.. Was sie in der ersten Hälfte geleistet hat war wirklich fantastisch. Die Borussia war mal wieder der unbequeme Gegner aus der Vorsaison, der gut stand, früh attackierte und dem Gegner das Leben schwer machte. Natürlich muss man auch sagen das der VFB einen rabenschwarzen Tag erwischte und der Bvb das nötige Glück hatte aber who cares..
Aufgrund des wirklich merkwürdigen Spieltages mit den vielen Toren und Aufholjagden ging mir nach dem 1:3 auch schnell mal die Pumpe.. Das ist wirklich was woran die Mannschaft noch arbeiten muss besonders wenn es in den int. Partien auch um das Torverhältnis geht. Aufgrund des Alters aber natürlich zu verzeihen.. In Zukunft wünsche ich mir das so eine Partie auch mal mit einem zu null nach hause geschaukelt wird..
Dem Lewandowski hätte ich gern noch ein Tor gegönnt, aber auch Götze ist für sein Alter erstaunlich weit.. Wäre wirklich schade wenn man das Tor Marcel Schmelzer aberkennen würde da es ja nicht wirklich von Boulahrouz ausging.
Bin gespannt wer nächste Woche im Mittelfeld von Beginn an aufläuft.. denke das Kagawa und Götze momentan einen kleinen Vorteil haben. Großkreutz wird wohl mit Kuba um einen Startplatz kämpfen und Lucas wird wohl wieder die einzige Spitze darstellen
Zu dem Schmelzer-Tor: Es wurde vor ein oder zwei Jahren ja auch die Eigentor-Regel geändert, so dass nur Bälle, die vom verteidigenden Spieler eine ganz deutliche Richtungsänderung mitkriegen, als Eigentore zählen. Also das Tor im Zweifel dem Stürmer zugeschrieben wird. Aber letztlich kann es uns egal sein, Schmelzer wird wohl so oder so nicht Torschützenkönig. ;-)