Shinjis Fuß
Was die Vertreter der ‘Deutscher-Meister-wird-nur-der-BVB’-Fraktion gerne ausblenden, ist eingetreten: Dortmund hat das Verletzungspech erwischt und zwar so richtig. Shinji Kagawa hat sich beim Halbfinale des Asien-Cups den Mittelfuß gebrochen, wie die japanischen Teamärzte heute diagnostizierten. Er ist bereits auf dem Rückweg nach Deutschland und wird mehrere Monate ausfallen! Man kann davon ausgehen, dass er in dieser Saison keine große Rolle mehr spielen und nur bei sehr gutem Heilungsverlauf noch zu Einsätzen kommen wird.
Shinji gehörte zu den entscheidenden Protagonisten des ‘Wunders von Dortmund’, das wir in der Hinrunde erleben durften. Nun brauchen wir nicht den Weltuntergang zu prophezeien, es ist bisher nur ein Spieler der Erfolgstruppe, der ausfällt. Es wird aber ohne Kagawa ohne Zweifel schwerer, den 11-Punkte-Vorsprung zu verteidigen, denn seine Ideen, seine Spritzigkeit und sein Abschluss werden uns fehlen. Das Wichtigste ist aber, dass Shinji sich nicht unterkriegen lässt und schnell wieder gesund wird. Ich wünsche gute Besserung!
Hajnal und Le Tallec bleiben Dortmunder – vorerst
Die aktuelle Transferperiode verlief bei Borussia Dortmund bisher ereignislos und dabei könnte es bleiben. Zwei Abgänge, über die spekuliert wurde, sind am Wochenende eher unwahrscheinlich geworden. Das BVB-Mitgliedermagazin „Borussia“ berichtet in der Ausgabe zum Stuttgart-Spiel, dass Michael Zorc die Ausleihe von Damien Le Tallec zu Fortuna Düsseldorf gestoppt hat (Borussia 22.1.2011, S.35). Der Grund ist vor allem die Situation der zweiten Mannschaft: Theo Schneiders Jungs können sich noch gewisse Hoffnungen auf den direkten Wiederaufstieg in die Dritte Liga machen, brauchen dazu aber einen treffsicheren Stürmer. Torjäger Daniel Ginczek fällt nun jedoch mit einem Innenbandteilriss im Knie mehrere Wochen aus – bis zu seiner Rückkehr könnten die Aufstiegshoffnungen beerdigt sein.
Gleichzeitig ist Le Tallec ein Back-Up für die Bundesliga, quasi unserer vierter Stürmer, falls es dort mal ganz dumm läuft. Die einzige Alternative neben ihm und Ginczek wäre Marco Stiepermann, Christopher Kullmann ist der Sprung in die erste Mannschaft zurzeit nicht zuzutrauen. Damien hätte sich einen Wechsel in die zweite Liga um Spielpraxis zu bekommen, gut vorstellen können – vielleicht mit dem leuchtenden Beispiel Julian Koch vor Augen. Nun wird aus einsichtigen Gründen die Vereinsräson obenan gestellt.
Spielmacher Tamas Hajnal stand in intensiven Verhandlungen mit dem Gegner vom vergangenen Wochenende. Nun haben die Schwaben in Person von Sportdirektor Bobic Michael Zorc mitgeteilt, dass ein Transfer nur möglich ist, wenn ein anderer positionsgleicher Spieler den Verein verlässt. Dabei denkt Bobic an den Brasilianer Elson. Der spielt in Stuttgart keine Rolle mehr, es sind jedoch auch noch keine konkreten Angebote für ihn eingegangen. Es ist daher gut möglich, dass sich nichts mehr tut und der VfB zumindest auf dieser Position nicht tätig wird. So langsam scheint es ja ohnehin aufwärts zu gehen.
Knappe Mitte
Vor dem Bundesligaspiel gegen den VfB Stuttgart hat Borussia Dortmund die Gegenwart wieder eingeholt. Und die bringt Personalprobleme in dem Mannschaftsteil mit sich, in dem die Schwarz-Gelben als besonders gut besetzt galten. Neben Sebastian Kehl, Florian Kringe und Shinji Kagawa werden Jürgen Klopp auch die Mittelfeldspieler Sven Bender und Mohamed Zidan höchstwahrscheinlich fehlen. Die medizinische Abteilung des BVB scheint sich gegen einen Einsatz von Bender ausgesprochen zu haben, obwohl bei ihm ‘nur’ eine Innenbanddehnung diagnostiziert worden war. Ein Spiel Schonung ist allemal besser als eine schwerere Verletzung zu riskieren. Zidan ist noch durch einen Infekt außer Gefecht gesetzt und wird nur dann im Kader stehen, wenn eine „überraschende Besserung“ eintritt.
Fraglich bei eher positiver Tendenz sind Toni da Silva und Mario Götze, die an einem Virusinfekt respektive Bronchitis litten. Damit ist vor allem die Besetzung der zentralen Mittelfeldpositionen unklar und problematisch. Sven Bender ist nicht so einfach zu ersetzen, der Ex-Stuttgarter da Silva würde aber zumindest sehr motiviert in die Partie gehen. Fällt auch er aus, könnte tatsächlich Markus Feulner zu einem Einsatz von Beginn an kommen. In einem Trainingsspiel hatte er Jürgen Klopp überzeugt. Unwahrscheinlicher ist, dass Tamas Hajnal eine Chance auf der 10er-Position bekommt – obwohl das angesichts des Stuttgarter Interesses ja auch seinen Reiz hätte. Es ist jedoch stark davon auszugehen, dass entweder Götze oder Zidan spielen können. Selbst die Option mit Lewandowski würde der Trainer vermutlich präferieren.
Beim schwäbischen Abstiegskandidaten scheinen sie zumindest wieder Boden unter den Füßen zu spüren. Bruno Labbadia sind kleine Fortschritte geglückt, doch der Aufwärtstrend wirkt noch wenig gefestigt. Der BVB kann darauf hoffen, dass das Spiel im ausverkauften Westfalenstadion für die Stuttgarter noch zu früh kommt. Labbadia redete in der heutigen PK über das Spiel gegen Mainz und die Lehren daraus:
Wir hatten eine gute Grundordnung und haben nur sehr wenige Chancen zugelassen. Jetzt müssen wir noch dahin kommen, in Ballbesitz mutiger nach vorne zu spielen.
Ob das ausgerechnet in Dortmund gelingen wird? Das wird nicht unwesentlich davon abhängen, wie eingespielt sich das schwarz-gelbe Mittelfeld präsentiert. Die Schwaben haben eher in der Offensive Besetzungssorgen: Cacau wird sehr wahrscheinlich ausfallen, Marica und Harnik konnten zuletzt nicht (voll) trainieren. Aufpassen sollten wir aber auf Pavel Pogrebnyak, dem der erneute Trainerwechsel offensichtlich gut getan hat: Gegen die Bayern erzielte der Russe immerhin zwei Tore.
Dem Tabellenstand nach sollte der BVB das Spiel am Samstag gewinnen. Aber vergessen wir nicht, dass es sich um einen aktuellen Europa League-Teilnehmer handelt, der nur national etwas auf Abwege geraten ist. Wie schon angedeutet: Die Leistung unserer ‘neuen Mitte’ könnte entscheidend sein.
Wednesday Focus
Die jüngsten Querelen bei der TSG Hoffenheim haben die Frage nach den Eigentumsverhältnissen in Fußballvereinen neu aufgeworfen. Ist Dietmar Hopp nun ein guter Mäzen, weil er sich ohne Mandat einmischt und kümmert? Weil ihm die TSG vermeintlich eine Herzensangelegenheit ist? In der Debatte wird gelegentlich der Vergleich mit den ‘englischen Verhältnissen’ bemüht und Hopp als ein positives Gegenbeispiel dargestellt. In der Regel werden dabei die Beispiele Chelsea, Manchester City, Liverpool oder Man United angeführt. Doch der englische Profifußball hat 92 Vereine und es gibt eine gewisse Bandbreite an Eigentümer-Modellen. Daher lohnt es sich, genauer hinzuschauen.
„Any Given Weekend“ wird genau dies in einer zeitlich offenen Serie tun und sich die Verhältnisse bei einem Drittligisten anschauen, dessen Fanpotenzial das der TSG womöglich sogar übersteigt: Sheffield Wednesday. Der Traditionsverein von 1867 stand Ende letzten Jahres vor dem Konkurs und wurde durch die Übernahme durch den Investor Milan Mandaric vor Punktabzügen oder gar dem Zwangsabstieg gerettet. Ich werde mich der sportlichen Entwicklung bei den ‘Owls’ ebenso widmen wie dem, was hinter den Kulissen vor sich geht. Und versuchen, eine Antwort auf die Frage zu geben, ob ein Hopp besser für einen Fußballverein ist als ein Mandaric.
Neue Beiträge der Reihe „Wednesday Focus“ werden immer mittwochs erscheinen, jedoch nicht notwendigerweise jeden Mittwoch.
Anfang November 2010 sah es für den Club aus der ‘Steel City’ Sheffield in South Yorkshire richtig düster aus. Neben ‘normalen’ Verbindlichkeiten plagten die in die Drittklassigkeit abgerutschten Owls Steuerschulden, die zum Zwangskonkurs hätten führen können. Politiker wie Vize-Premier Nick Clegg von den Liberaldemokraten oder der ehemalige Innenminister David Blunkett von Labour setzten sich für Wednesday ein, aber zunächst bekam der Verein vom High Court in London nur eine vierwöchige Fristverlängerung eingeräumt. Bis Mitte Dezember musste ein Käufer gefunden sein, um die Steuerschulden zu begleichen und andere Kredite zu bedienen. Lies mehr …
Neue Farbe
Wie regelmäßige Leser bereits bemerkt haben dürften, bastele ich weiter am Aussehen von „Any Given Weekend“. Das ist hier sozusagen ‘work in progress’ mit dem Ziel, auch mal einen Look zu haben, der längerfristig bestehen bleibt. Da ich mit dem im Dezember aktivierten „Fusion“-Theme nicht 100%ig zufrieden war, habe ich immer mal wieder das eine oder andere ausprobiert und bin jetzt auf „Clean Home“ gestoßen, das WordPress.com vor ein paar Tagen freigegeben hat. Es ist ein eher minimales Theme, bei dem mir die Typographie und vor allem die verschiedenen Farbvariationen gefallen. Ein neues Aussehen für die Rückrunde also, das hoffentlich nicht nur bei mir Anklang findet und das im Idealfall die nächste Qualifikation des BVB für einen internationalen Wettbewerb überdauert. ;-)
Inhaltlich herrschte hier immer schon größere Kontinuität und dabei bleibt es auch. Ich werde aber die Möglichkeiten des neuen Themes nutzen und voraussichtlich noch in dieser Woche ein kleines, neues Feature einführen.


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