Archiv | April 2011

Kampf gegen die Geisterfakten

Schon vor einigen Tagen berichtete das Bayer Leverkusen-Blog „Catenaccio“ über sonderbare Parallelen zwischen dem Saisonende 2011 und dem von 2002. Inzwischen hat auch der „Kicker“ die Geschichte gebracht. Borussia Dortmund führt nicht nur zum gleichen Zeitpunkt mit dem gleichen Vorsprung wie seinerzeit Leverkusen. Die erschreckende Wahrheit ist: Unsere nächsten beiden Gegner sind genau jene Vereine, gegen die die Werkself vor neun Jahren am 32. und 33. Spieltag verloren hat – Nürnberg und Bremen. Und Leverkusen spielt gegen die gleichen Clubs, gegen die der BVB damals gewann – Köln und den HSV.

Diese erstaunliche Faktenlage hat sogar mich beeindruckt, obwohl ich normalerweise kein Statistikjünger bin. Sie gibt dem kommenden 32. Spieltag noch Extra-Würze, die er natürlich nicht benötigt hätte. Selbstverständlich plädiere ich dafür, diese Geisterfakten der Vergangenheit nicht allzu ernst zu nehmen. Schließlich gilt für den Ballspielverein Borussia aus Dortmund, was in der Welt da draußen leider längst nicht immer zutrifft: Er ist der Meister seines eigenen Schicksals. Drei Spiele noch, gut fünf Punkte vorne, wenn man an die Tordifferenz denkt, das Restprogramm nicht schwerer als das von Leverkusen. Der BVB hat es in der Hand, Meister zu werden oder den Titel zu verspielen.

Am Samstag also Nürnberg. Jürgen Klopp hat in der Pressekonferenz am Donnerstag darauf hingewiesen: Der Club hat in der Rückrunde nur einen Punkt weniger geholt als der BVB. Natürlich gehört er neben Hannover und Mainz zu den positiven Überraschungen der Saison. Das ‘Spiel um Platz 5′ letzten Sonntag gegen die 05er war allerdings eine zähe Nullnummer. Ob Nürnberg wirklich weniger Druck verspürt, weil es ‘nur’ um die Europa League geht, ist fraglich. Eine der Stärken der Mannschaft von Dieter Hecking im Vergleich zu früheren Spielzeiten ist die Defensivarbeit. Der Club hat in dieser Saison weniger Gegentore kassiert als Leverkusen und nur eins mehr als der Rivale aus der Landeshauptstadt. Gegen Mainz bildeten der 22-jährige Philipp Wollscheid, den vor der Saison wohl kaum ein Außenstehender kannte, und der erfahrene Andreas Wolf die Innenverteidigung. Aber auch die defensiven Außen – zuletzt der hinlänglich bekannte Pinola und der Deutsch-Amerikaner Timothy Chandler – haben zur Stabilisierung beigetragen.

Chandler könnte den Gästen morgen fehlen. Er erlitt im Training eine Risswunde am Fuß, die genäht werden musste. Sicher fehlen die Langzeitverletzten Frantz und Bunjaku – letzterer ist immerhin schon wieder für den FCN II am Ball. Noch offen ist der Einsatz des vom BVB umworbenen Ilkay Gündogan. Die Nürnberger haben noch mehr als die Borussia eine Mannschaft, die als Kollektiv funktioniert. Dieses Kollektiv hat an Willensstärke und Konstanz zugelegt, so dass das Fehlen von brillanten Technikern in dieser Saison sehr gut ausgeglichen werden konnte. Für die Schwarz-Gelben heißt das: Geduld haben und dem Spiel den eigenen Willen aufzwingen – am besten in Form von Toren.

Der Verlust von Nuri Sahin (und natürlich Shinji Kagawa) wird auch in diesem Spiel schmerzen. Jürgen Klopp hatte jedoch eine weitere Woche Zeit, um das Spiel ohne den Spielmacher mit der Mannschaft zu perfektionieren. Mit den vereinten Kräften von da Silva und Götze sowie mehr schönen Flanken sollten wir auch gegen den Club zu Gelegenheiten kommen. Wer diese nutzen soll, steht auf einem anderen Blatt – der Startaufstellung. Vor Samstag wird es wohl keine Gewissheit geben, ob die angeschlagenen Kevin Großkreutz und Lucas Barrios auflaufen können. Sollten beide ausfallen, würde die BVB-Offensive ziemlich aus dem letzten Loch pfeifen.

Zeit um über andere Ergebnisse nachzudenken gibt es morgen zum Glück nicht. Zur klassischen Anstoßzeit muss auch der Tabellenzweite Leverkusen ran – beim Lokalrivalen Effzeh Köln. Dort darf nach dem Rücktritt von Frank Schaefer vorübergehend Volker Finke wieder das machen, was er vermutlich am liebsten tut: Mit den Spielern auf dem Platz arbeiten. Ob der Wechsel den Kölnern jetzt einen Schub gibt, können höchstens Insider beurteilen. Mir war jedenfalls nicht bekannt, dass es in der Mannschaft größere Vorbehalte gegen Schaefer gab. Man hörte eher das Gegenteil und Kapitän Podolski hatte sich noch vor kurzem für den Trainer eingesetzt.

Das Spiel ist nicht einfach einzuschätzen. Mit Sicherheit wird der Effzeh keine Lust auf eine weitere Derbypleite oder gar die zweite Liga haben. Insofern halte ich es noch nicht für sicher, dass Leverkusen die restlichen Spiele alle gewinnt, wie Aki Watzke vermutet. Sportdirektor Rudi Völler hat sich in dieser Woche dahingehend geäußert, dass man sich bei der Werkself durchaus wieder Hoffnungen auf den Meistertitel macht. Das ist Völlers gutes Recht und er hat sich dabei auch nicht zu weit aus dem Fenster gelehnt:

Man kann immer nur den nächsten Schritt tun. Der kann für uns nur heißen, in Köln zu siegen. Denn was Dortmund und Gladbach betrifft, betrifft uns genauso: Wir sind noch nicht sicher in der Champions League!

Es gibt eben auch einen Mittelweg zwischen Selbstvertrauen und Respektlosigkeit. Nicht wahr, Herr Hoeneß?

Morgen verdichtet sich alles. Zwei Stunden Höchstspannung. Handys griffbereit. Jubeln, feiern oder weiterzittern? Ein Sieg wäre die Vorentscheidung, aber ein Unentschieden könnte es genauso sein. Wenn, ja wenn. Ich wage mich ein Stückchen aus der Deckung und sage: die „fast makabre Duplizität“, wie es Rudi Völler nennt, die Parallelen zu 2002 werden schon morgen ein Ende finden.

Nicht Herzlich aber willkommen zurück, Hertha!

Hertha BSC hat am Montag mit dem Auswärtssieg in Duisburg vier Spieltage vor Saisonende den direkten Wiederaufstieg in die 1. Bundesliga klar gemacht. Die Rückkehr ist den Berlinern auf überzeugende Weise gelungen und war nie ernsthaft gefährdet. Alle Verantwortlichen hatten von Anfang an den Aufstieg als Ziel ausgegeben und weniger wäre eine große Enttäuschung gewesen. Eine Reihe von Spielern ging letzten Sommer mit in die zweite Liga, Hertha hatte zweifellos den besten Kader und den höchsten Etat.

Ist es daher überraschend oder eben gerade nicht, dass manche Fans nervös wurden und sogar über einen Rauswurf von Trainer Babbel diskutierten, als es Ende letzten Jahres mal nicht so lief? Konkret stand Hertha in dieser Phase drei Spieltage nicht auf einem der ersten drei Plätze. Diese Ungeduld ist jedenfalls das, was sich die Herthaner als erstes abgewöhnen sollten, bevor sie wieder in der höchsten Spielklasse antreten. Ja, der Verein vertritt nun wieder die Hauptstadt in der 1. Bundesliga. Gleichzeitig ist er jedoch verschuldet und wird personell keine großen Sprünge machen können. Herthas größtes Kapital sind inzwischen tatsächlich die Fans, die in der zweiten Liga ins Olympiastadion geströmt sind und für einen neuen Zuschauerrekord in dieser Spielklasse gesorgt haben.

Wenn sich alle Mitarbeiter und Anhänger des Vereins damit anfreunden können, dass es in der nächsten Saison nur darum gehen kann, die Klasse zu halten, dann können sie auch in der ersten Liga wieder viel Spaß haben. Mir wäre eine bescheidene Hertha ein klein wenig sympathischer als sie es vor dem Abstieg war. Vor allem aber freue ich mich wieder auf ein BVB-Spiel vor der Haustür. Willkommen zurück, Hertha BSC!

Wir sind Champions League! Und nun?

Es gibt für einen deutschen Fußballverein nichts Schöneres und Wichtigeres als Deutscher Meister zu werden, egal was manche Beteiligte sagen. Höchstens der Rekordmeister kann es sich leisten, für maximal ein Jahr die Champions League in den Vordergrund zu stellen. Auf die Arbeit von BVB-Sportdirektor Michael Zorc hat die Frage, ob die Borussen den nationalen Titel holen oder nicht, jedoch keinen großen Einfluss. Seit die Teilnahme an der Champions League feststeht, kennen die Vereinsverantwortlichen die finanziellen Eckdaten für die kommende Saison, die sich nur noch durch Spielerverkäufe erheblich verändern könnten. Eine mögliche Meisterprämie vom Sponsor oder die etwas höheren Einnahmen aus dem Fernsehgeld-Topf fallen dagegen kaum ins Gewicht.

Der BVB kann mit garantierten 20 Millionen Euro von der UEFA rechnen. Geschäftsführer Aki Watzke hat sich zur Verwendung der Einnahmen bereits geäußert. Zehn Millionen sollen für die Verstärkung des Kaders zur Verfügung stehen, fünf für Renovierung und Verbesserungen des Stadions und mit den restlichen fünf Millionen sollen Verbindlichkeiten abgebaut werden. Watzke sagt im Interview, dass die zehn Millionen für den sportlichen Bereich Ablösesummen und Gehälter umfassen. Es ist davon auszugehen, dass die Gehälter neuer Spieler komplett aus diesem ‘Topf’ finanziert werden müssen, da die geplante Aufstockung des Gehaltsetats von 36,5 auf 40 Millionen Euro allein durch Vertragsverlängerungen und die damit verbundenen Gehaltsanhebungen absorbiert werden wird. Wie schon angedeutet können nur Transfererlöse den Spielraum erheblich erweitern.

Die Planung der Herren Watzke, Zorc, Klopp, Treß etc. ist solide und ich stehe voll dahinter. Wenn wir eins in den letzten 15 Jahren gelernt haben, dann hoffentlich, dass wir keine unvernünftigen Dinge machen sollten, um zu den Großen Europas zu gehören. Selbst mit größeren Investitionen wäre die Borussia bei der ersten CL-Teilnahme seit Jahren in der Gruppenphase Außenseiter. Wir werden so gut wie sicher im vierten Lostopf landen und drei nach dem UEFA-Koeffizienten stärkere Gegner zugelost bekommen. In dieser Situation macht es am meisten Sinn, im wesentlichen der Mannschaft zu vertrauen, die die Qualifikation geschafft hat und auf eine Überraschung zu hoffen. Lies mehr …

Abstiegskampf siegt

1. Bundesliga, 31. Spieltag / Borussia Mönchengladbach 1 BVB 0

Elf tapfere Abstiegskämpfer haben gestern gegen elf Meisteranwärter gewonnen. Was erst mal plakativ klingt, ist gar nicht so gemeint. Es fehlte den Schwarz-Gelben nicht die Einstellung, sondern der Plan, wie man eine Mannschaft, deren Ziel nur der Klassenerhalt ist, matt setzen kann – wenn diese mal in Führung liegt.

Ich bin nach wie vor fest davon überzeugt, dass die Partie ganz anders ausgegangen wäre, wenn der BVB das erste Tor erzielt hätte. Zugegeben, dazu muss man kein Hellseher sein und nicht viel von Fußball verstehen. Das Spiel verlief jedoch so, wie es sich Lucien Favre letzte Nacht im Traum oder Halbschlaf ausgemalt haben muss. Die Gladbacher Defensive stand gut, das Mittelfeld machte die Dortmunder Passwege dicht und musste dabei nicht mal so aggressiv auftreten wie die Freiburger letzte Woche. Nicht völlig überraschend ersetzte Brouwers in der Innenverteidigung Dante und machte seine Sache nicht schlecht.

Natürlich hatte der BVB schon in der ersten Halbzeit seine Gelegenheiten. Einen Schuss von Götze konnte der starke Torwart ter Stegen parieren – nach dieser Leistung zu urteilen müssen sich die Gladbacher auf der Position keine Sorgen mehr machen. In der 29. Minute hatte der halblinks freie Lewandowski ter Stegen zwar überlupft, aber Jantschke konnte den Richtung Tor hoppelnden Ball noch von der Linie schlagen. Kurz vor der Pause hatte der Stürmer eine weitere Riesenchance und scheiterte diesmal an ter Stegen.

Bei den Gastgebern sorgte Marco Reus für etwas Gefahr – es traf jedoch Idrissou, den niemand so richtig auf dem Zettel gehabt zu haben schien. Eingeleitet wurde das Tor durch einen unnötigen Fehlpass von da Silva in der gegnerischen Hälfte. Arango setzte Idrissou mit einem langen Pass ein und der Stürmer konnte tatsächlich Subotic abschütteln. Neven ließ sich im Zweikampf auf die Außenbahn drängen und attackierte nicht konsequent genug – vermutlich aus Angst vor einem Platzverweis. Roman Weidenfeller stand auf halbem Weg zwischen Tor und Idrissou und verließ sich auf die Zweikampfstärke von Neven. Und der Ball flog schließlich aus spitzem Winkel ins Tor. Es war eins der schwächeren Saisonspiele unseres Torhüters, auch wenn ihn beim Treffer die geringste Schuld traf. Mehrere Male offenbarte Weide allerdings völlig ungewohnt gewordene Schwächen beim Herauslaufen.

Besonders in der ersten Hälfte, eigentlich jedoch über 90 Minuten wurde deutlich, dass uns Nuri Sahin fehlte. Es liegt mir fern, Antonio da Silva die Hauptschuld an der Niederlage zu geben, aber Fehlpässe wie vor dem 0:1 sind bei Nuri äußerst selten und es mangelte gestern an öffnenden Pässen, die auch ankommen. Die Versuche waren öfter da, nicht nur von Toni. In dieser Konstellation wäre es allerdings in vielen Situationen besser gewesen, einfache kurze Pässe nach außen zu spielen. Dadurch hätte man höchstwahrscheinlich mehr Druck aufgebaut als durch hoffnungsvolle Pässe in den Raum. Gewiss – auch Nuri wurde in den letzten Wochen von den Gegnern streckenweise aus dem Spiel genommen. Trotzdem wäre mit seiner Übersicht und seiner Intuition ein Punktgewinn in Gladbach wahrscheinlicher gewesen.

In der zweiten Halbzeit waren die Chancen gegen sehr tief stehende Gastgeber da. Über 20.000 Dortmunder Fans sorgten weiterhin für meisterliche Stimmung und die Schwarz-Gelben dominierten komplett. Das Spiel lief nun mehr und besser über die Flügel, beide Außenverteidiger steigerten sich deutlich. Für mich hatte gestern Marcel Schmelzer wieder die Nase vorn. Die größten Gelegenheiten waren die Alu-Treffer von Götze (toller Schuss an die Latte) und Schmelzer (Schuss von links durch ter Stegen an den Pfosten gelenkt). Der eingewechselte Barrios und Subotic scheiterten per Kopf und Fuß am Torwart. Wenn man ehrlich ist, blieb die Qualität der Chancen insgesamt jedoch hinter manch anderem Saisonspiel zurück.

Jürgen Klopps Doppelwechsel in der 64. Minute wirkt im nachhinein etwas voreilig und aus der Emotion heraus getätigt. Barrios musste kommen, aber ich hätte ihn gerne eine Weile mit Lewandowski ganz vorne gesehen. Klopp brachte jedoch auch noch Zidan, der zwar im Spiel auf ein Tor mitschwamm, aber kaum Akzente setzte. Sein Kopfball, der sicher in der Torschussstatistik auftaucht, war eher harmlos.

Klar, der BVB hätte auch gewinnen können. Jürgen Klopp analysierte es im ZDF einfach, aber goldrichtig: Ein Sieg wäre nicht unverdient gewesen, aber die Niederlage ist es auch nicht. Es gibt solche Spiele. Gladbach spielte das, was man von ihnen erwarten kann – noch dazu ohne Dante und de Camargo – richtig gut. Dortmund hatte genügend Chancen für drei Punkte, aber trotzdem alles in allem gegen die vorhersehbare Gladbacher Spielweise zu wenig gute Ideen. Der nun Tabellenvorletzte hat unter Lucien Favre zu mehr Disziplin gefunden und könnte es tatsächlich noch packen – da fiebert man wohl morgen sogar mal mit dem Effzeh.

Die Tabellenkonstellation hat sich durch die Niederlage nur bedingt verändert. Wir haben nun die Situation von 2002, vor der man Respekt haben muss. Andererseits kann der BVB nächsten Samstag erneut mit einem Sieg Meister werden, wenn parallel Leverkusen nicht gewinnt. Unser Gegner ist eine der vielen Überraschungsmannschaften dieser Saison, der 1.FC Nürnberg. Deren heutiges Spiel gegen den Tabellennachbarn Mainz ist für nächste Woche sicher nicht unbedeutend. Der BVB kann es nun mit noch mehr Fans im Rücken zuhause schaffen. Der Gedanke an das Übertreffen des Punkterekordes der Bayern war mir sowieso zu bajuwarisch.

Die Aufstellung: Weidenfeller – Schmelzer, Hummels, Subotic, Piszczek – da Silva, Bender – Großkreutz (85. Stiepermann), Götze, Kuba (64. Zidan) – Lewandowski (64. Barrios).

Bube, Dame, König, Meister

(Updated) Borussia Dortmund hat vier Spieltage vor Saisonende in der Fußball-Bundesliga alle Trümpfe in der Hand. Es liegt nun an der Mannschaft, sie so auszuspielen, dass der Meistertitel herausspringt. Welche Karten der Konkurrent hat, ist erst mal irrelevant – die eigene Hand der Schwarz-Gelben ist dank des großen Vorsprungs so stark, dass man sich um andere keine Gedanken mehr machen muss.

Jeder Trumpf kann der entscheidende sein. Ein Sieg dürfte reichen, um die Führung endgültig uneinholbar zu machen. Doch zumindest in den nächsten beiden Partien warten auf die Borussia Gegner, für die es um viel geht. Für Borussia Mönchengladbach sogar um sehr viel. Eine unheilvolle Mischung aus Unvermögen und Pech hat die andere Borussia ans Tabellenende geführt, wo sie mittlerweile seit dem 13. Spieltag steht. Ich bin sicher nicht der Einzige, der dem Gladbacher Kader mehr zugetraut hätte – zumindest Platz 14 bis 16. Der Vorstand und Sportdirektor Eberl haben lange an Michael Frontzeck festgehalten. Auf Außenstehende wie mich hat es sympathisch gewirkt, dass man diesem bodenständigen Trainer Zeit gegeben hat. Unter Nachfolger Lucien Favre wirkt Gladbach wieder kompetitiver, die Ergebnisse haben sich etwas gebessert, womöglich jedoch nicht genug.

Man kann lange von Verletzungen und fragwürdigen Schiedsrichterentscheidungen erzählen – symptomatisch für den Gladbacher Niedergang ist aber das Eigentor von Torwart Bailly vor ein paar Wochen gewesen. Es hat zwar ‘nur’ ein Spiel beeinflusst, als Symbol für unendliche Fehlerketten taugt es jedoch sehr gut. Trotz aller Rückschläge hat der VFL noch realistische Chancen im Abstiegskampf – es sind tatsächlich nur drei Punkte bis Platz 16. Einzig die selbstzerstörerischen Tendenzen auf dem Spielfeld sprechen explizit gegen den Verein. Die Gladbacher brauchen Siege, haben es in dieser Saison aber noch nicht geschafft, zweimal hintereinander zu gewinnen.

Respekt habe ich vor allem vor zwei Gladbachern: Natürlich vor dem gebürtigen Dortmunder Marco Reus, dem Mann der schönen Tore, an dem diverse Bundesligisten interessiert sein sollen. Und vor Igor de Camargo, dem treffsichersten echten Stürmer der Gastgeber, der nach einer Verletzung zumindest im Kader stehen dürfte. Dagegen ist Winter-Zugang Mike Hanke nach einer gelb-roten Karte gesperrt und der Einsatz von Innenverteidiger Dante entscheidet sich mutmaßlich heute beim Abschlusstraining.

Die Gladbacher werden morgen um ihre letzte Chance kämpfen. Die Hauptkonkurrenten Wolfsburg und St. Pauli haben vermeintlich leichtere Heimspiele gegen Köln und Bremen zu bestreiten. Eine weitere Niederlage kann sich der VFL also nicht leisten. Borussia gegen Borussia wird ein Spiel werden, in dem das erste Tor noch wichtiger sein dürfte als sonst. Geht der BVB in Führung, muss Gladbach auf Offensive setzen und die Schwarz-Gelben kämen gegen eine besonders über Außen anfällige und eventuell durch Dantes Ausfall geschwächte Defensive sicher zu Gelegenheiten für erfolgreiche Konter. Eine eigene Führung würden die Gladbacher natürlich mit aller Macht versuchen, zu verteidigen – wobei das gegen den aktuellen BVB nie einfach ist.

Vor allem bei einem Rückstand könnte das Fehlen von Nuri Sahin ins Gewicht fallen. Antonio da Silva ist weniger der Typ, der ein Spiel an sich reißen und im Alleingang drehen kann. Zum Glück wird es keine weiteren Ausfälle in der aktuellen Mittelfeld-Stammformation geben. Allerdings werden die Alternativen im defensiven Mittelfeld dünner: Sebastian Kehl musste seine Comeback-Versuche für diese Saison abbrechen und sich einer Operation unterziehen. Seine Leidenszeit geht weiter. Sollten nun Bender oder da Silva ausfallen, müssten Markus Feulner oder Mats Hummels einspringen, die zumindest auf dieser Position keine Spielpraxis haben.

Lucas Barrios wird nach seinem Muskelfaserriss heute erstmals das volle Mannschaftstraining absolvieren. Jürgen Klopp ist optimistisch, was seinen Einsatz angeht, deutet jedoch an, dass er in diesem Fall noch weniger Risiko eingehen wird als sonst: „Es wäre fatal, wenn wir Lucas zu früh brächten und Robby sich gleichzeitig eine Gelbsperre abholt.“ Sollte Barrios erneut verletzt ausfallen und Robert Lewandowski eine Sperre bekommen, müsste man im Sturmzentrum auf Mohamed Zidan, Damien Le Tallec oder Marco Stiepermann zurückgreifen.

Es wäre Lewandowski sebstverständlich zuzutrauen, dass er auch in Mönchengladbach trifft. Genauso wie ich davon ausgehe, dass die gesamte Mannschaft mit voller Konzentration in die Partie gehen wird. Jürgen Klopp hat mit der Anordnung von zwei Tagen Geheimtraining allen gezeigt, wie ernst er die Begegnung nimmt. Sollte Leverkusen ‘mitspielen’, könnte bereits der erste Trumpf des BVB stechen. Morgen Abend um halb neun, am viertletzten Spieltag, könnten wir bereits die Meisterschaft feiern. Wie wahrscheinlich das ist, darüber will ich heute mal nicht spekulieren. Ich bin mir jedoch ziemlich sicher, dass es wieder 90 packende Minuten werden. Wollen wir nicht hoffen, dass unser aller Lieblingsschiedsrichter Wolfgang Stark in den Mittelpunkt des Geschehens rücken wird.

UPDATE: Gladbach muss morgen auf de Camargo, der sich im Abschlusstraining erneut verletzt hat, und Dante verzichten. Mit dem VFL möchte gerade wohl niemand tauschen.

Unser Toni heißt da Silva

Was überraschend begann und zunächst fast für einen Freundschaftsdienst von Jürgen Klopp gehalten werden konnte, findet in der kommenden Bundesliga-Saison seine Fortsetzung. Antonio da Silva hat seinen Vertrag bei Borussia Dortmund um ein Jahr verlängert. Sollte er eine gewisse Anzahl von Einsätzen erreichen, würde ein weiteres Jahr dazu kommen.

In der zu Ende gehenden Spielzeit hat sich gezeigt, dass ‘Toni’ ein idealer Back-Up-Spieler ist. Er kann zwar weder Nuri Sahin noch Sven Bender 1:1 ersetzen, hat aber seine eigenen Fähigkeiten – nicht zuletzt bei Standards. Klopp konnte da Silva bedenkenlos einwechseln, ohne einen größeren Qualitätsverlust befürchten zu müssen. In den restlichen vier Partien der Saison 2010/11 wird Toni über 90 Minuten eingesetzt werden und seine Spielmacher-Qualitäten beweisen müssen. Dass wir alle inzwischen das Vertrauen haben, dass er das passabel bis gut machen wird, ist bereits eine Überraschung und ein weiterer Hinweis auf Jürgen Klopps Gespür für Spieler.

Nur ein kleiner Haken? Saisonende für Sahin

Die Befürchtungen haben sich bestätigt: Nuri Sahin fällt wegen einer Knieverletzung – einem Teilriss des Innenbandes – sechs Wochen aus. Man kann berechtigterweise sagen, dass diese Nachricht zu jedem anderen Zeitpunkt der bisherigen Saison einen noch größeren Schock ausgelöst hätte. Der BVB hat schließlich vorgestern einen möglicherweise entscheidenden Sieg errungen. Wenn aber etwas die Schwarz-Gelben noch auf dem Weg zum Titel stoppen kann, dann sind es Verletzungen wichtiger Leistungsträger. Solche Ereignisse haben neben den sportlichen Konsequenzen häufig Verunsicherung in der Mannschaft zur Folge. Nun hat sich Nuri Sahin zum Glück keinen Kreuzbandriss zugezogen und angesichts der Tabellensituation sollte sich der mentale Schock in Grenzen halten – sportlich wird er dem BVB dennoch  fehlen.

Sebastian Kehl arbeitet weiter an seinem Comeback und so ist Antonio da Silva die natürliche Alternative für unseren Spielmacher. Das hätte sich letzten Sommer auch noch niemand träumen lassen. So gut da Silvas Freistöße sind und so ordentlich er Nuri am Sonntag vertreten hat – er hat nicht dieselbe Spielintelligenz und Präzision. Im Zusammenspiel mit einem gut aufgelegten Mario Götze sollte trotzdem genügend Kreativität für die letzten vier Partien und die noch benötigten Punkte vorhanden sein. Man muss daher nicht von einer „Katastrophe“ sprechen wie Jürgen Klopp (in Unkenntnis der Schwere der Verletzung) nach dem Spiel. Die gestrige Aussage des Trainers traf es besser: „Noch sind wir im grünen Bereich. Mehr darf aber nicht passieren.“

Andere Befürchtungen – dass Nuri quasi so gut wie beinahe schon in Madrid sei – haben am Wochenende keine neue Nahrung erhalten. Eher im Gegenteil, wenn man denn seine Äußerung gegenüber dem ZDF als Wasserstandsmeldung ansehen will: „Die Fans werden schon wissen wie ich mich entscheide.“ (zitiert nach Kicker Nr. 32/2011, S. 32). So wie immer lautet die Regel auch in dieser Sache: Traue nie dem Boulevard allein!

You’ve come a long way, Dortmund

1. Bundesliga, 30. Spieltag / BVB 3 SC Freiburg 0

Borussia Dortmund steht kurz vor dem Gewinn der deutschen Meisterschaft. Und es ist immer noch unglaublich, das zu schreiben – wenn man mal zurückdenkt. Als der BVB zum letzten Mal Meister wurde, stand Fatboy Slim, dessen LP-Titel mich zu der Überschrift inspirierte, auf dem Höhepunkt seiner Karriere und spielte vor 250.000 Leuten am Strand von Brighton. Die Borussia lernte nur wenig später, nach dem Verpassen der Champions League, die dunkle Seite des Geschäfts kennen und stand kurz vor dem Zwangsabstieg. Hans-Joachim Watzke hat kürzlich gesagt, dass der BVB kein Bundesligist mehr wäre, wenn die internationale Finanzkrise ein paar Jahre früher gekommen wäre.

Die zweite Hälfte der ‘Nullerjahre’ lief von den Ergebnissen her meist so, wie man es erwarten konnte, es war aber dürftig anzusehen. Bert van Marwijk war der Trainer, der mithalf, die Krise zu meistern. Die nächsten beiden Übungsleiter waren alles in allem Fehlgriffe. Der Glücksgriff, der der Vereinsführung im Anschluss gelang, hat uns dorthin geführt, wo wir heute stehen. Egal wie es ausgeht – was für einen Weg hat dieser Verein mit Jürgen Klopp schon hinter sich gebracht!

Rechnerisch ist die Meisterschaft noch nicht entschieden. Sollte die Borussia nächsten Samstag bei der anderen Borussia verlieren und Leverkusen das Heimspiel gegen Hoffenheim gewinnen, hätten wir unter umgekehrten Vorzeichen die gleiche Konstellation wie nach dem 31. Spieltag der Saison 2001/02. Doch wer glaubt nach dem gestrigen Sonntag noch an einen Einbruch der Schwarz-Gelben?

Die Mannschaft zeigte nach dem Führungstor eine unglaublich souveräne, eines Meisters würdige Leistung. Schon in den ersten 20 Minuten hatte die Borussia dominiert, doch die Gäste standen in dieser Phase im Mittelfeld gut und ihre Gastgeber ließen noch etwas Biss vermissen. Die Freiburger spielten jedoch an der Grenze des Erlaubten, waren teilweise überaggressiv und für das Foul an Nuri Sahin, das zu dessen späterer Auswechslung führte, hätte Mujzda Gelb sehen müssen. Lies mehr …

Gerüchte und das Wort zum Sonntag

Ursprünglich wollte ich einen ausführlichen Vorbericht zum bevorstehenden Heimspiel des BVB gegen den SC Freiburg schreiben. Ist ja kein unwichtiges Spiel. Schon weniger Lust hatte ich darauf, in dieser Saisonphase Springer-Gerüchte um Nuri Sahin und Ilkay Gündogan zu kommentieren, die sich selbstständig gemacht haben. Ich habe nun weder für das eine noch das andere die Ruhe und Muße. Ich überlasse daher das Wort zwei nicht ganz Unbeteiligten. Jürgen Klopp benutzt dieselben Vokabeln wie ich, um sich und uns alle auf das Wochenende einzustimmen:

Es ist der Super-Sonntag in der Bundesliga. (…) Meine Mannschaft hat Woche für Woche alles gegeben. Deshalb ist sie in dieser Situation, das Maximale erreichen zu können.

Nuri Sahin hat sich unterdessen bereits am Mittwochnachmittag bei den „Ruhr Nachrichten“ gemeldet und folgendes Zitat hinterlassen:

Es ist mir nicht verborgen geblieben, dass mein Name zurzeit mit vielen Vereinen in Verbindung gebracht wird. Darüber hinaus möchte ich mich nicht äußern.

Dabei sollten wir es belassen. Vor dem Spiel am Sonntag. Danach geht es hier bei „Any Given Weekend“ ausführlich weiter. Und Transfergerüchte mit Substanz werde ich natürlich nicht unkommentiert lassen. Letzte personelle Info, die den meisten BVB-Fans schon bekannt sein dürfte: Lucas Barrios wird gegen Freiburg wegen eines Muskelfaserrisses fehlen. Höchstwahrscheinlich wird Robert Lewandowski für ihn in die Sturmzentrale rücken. Mo Zidan hat eher Außenseiterchancen.

Wenn Jürgen Klopp zum Schlussspurt startet

1. Bundesliga, 29. Spieltag / Hamburger SV 1 BVB 1

Der heutige Sprint des BVB-Trainers kam nicht ganz an den Tanz über die Sitzreihen der Tribüne ran, den er beim späten Siegtor in Köln vor einem guten Jahr hinlegte. Der Jubel von Jürgen Klopp über den Ausgleich in der Nachspielzeit war jedoch mal wieder exemplarisch für die positive Verrücktheit, die ihn Fans und Spielern gleichermaßen nahebringt. Denn bei so einem späten Tor muss man einfach abgehen, selbst wenn es ‘nur’ das 1:1 war. Noch dazu kann sich Klopp anrechnen, mit Vorbereiter Owomoyela und Vollstrecker Kuba den Punktgewinn eingewechselt zu haben.

Es war das erwartet schwere Spiel gegen einen HSV, dem man zugestehen muss, dass er in der ersten Halbzeit offensiv und mit zwei echten Stürmern – Petric und van Nistelrooy – auftrat. Eine rein abwartende Haltung war bei den Hanseaten zunächst nicht zu erkennen. Sie wäre vom Selbstverständnis und der Tabellensituation her den Fans auch schwer zu vermitteln gewesen. So entwickelte sich eine offene, spannende Partie, der es jedoch an Torszenen mangelte. Wie erwartet verdichtete sich das Spielgeschehen im Mittelfeld. Die Hamburger schafften es in der ersten Hälfte, Sahin, Bender und vor allem Lewandowski weitgehend aus dem Spiel zu nehmen, so dass sich die Schwarz-Gelben häufig mit langen Pässen behalfen. Die waren jedoch schlicht nicht genau genug.

Unsere Defensive stand meistens sicher. Gefährlich wurde es gelegentlich über Hamburgs linke Seite. Dem wendigen Eljero Elia scheint der Trainerwechsel besonders gut getan zu haben, er stellte Lukasz Piszczek vor einige Probleme – besonders eklatant in einer Szene in der zweiten Halbzeit, als er unseren Rechtsverteidiger richtig alt aussehen ließ. Das war gestern ein Riesenunterschied zur anderen Außenbahn, auf der Schmelzer mit Ben-Hatira sehr gut zurechtkam. Der Hamburger konnte nur einen, wenn auch gefährlichen, Weitschuss verbuchen und flog in der 78. Minute aufgrund zweier gelbwürdiger Fouls an Schmelle vom Platz. Es war ansonsten kein unfaires Spiel – mit Ausnahme der Flugeinlagen von David Jarolim und Mladen Petric, die leider mit Freistößen belohnt wurden. Von ersterem ist man solche Aktionen ja schon gewohnt.

In der 33. Minute gelang Nuri Sahin mal ein öffnender Pass auf Lucas Barrios, der den Ball ins Tor schoss, jedoch wegen Abseits zurückgepfiffen wurde. Es war eine Millimeterentscheidung, die zwar vertretbar war, aber – wie leider üblich – nicht der eigentlich geltenden Richtlinie „im Zweifel für den Angreifer“ folgte. Fünf Minuten später war die BVB-Abwehr einmal unaufmerksam, so dass Petric plötzlich im Strafraum frei durch war. Hummels rempelte den Ex-Dortmunder von hinten um und Schiedsrichter Gagelmann hatte keine andere Wahl als auf Elfmeter zu entscheiden. Nach den Buchstaben des Gesetzes wäre auch eine rote Karte möglich gewesen – das hätte allerdings eine sehr harte Entscheidung dargestellt. Der starke Roman Weidenfeller, der ebenso wie Frank Rost mehrmals glänzend klärte, hatte bei van Nistelrooys Schuss vom Punkt keine Chance, obwohl er die richtige Ecke wählte.

Einen Vorgeschmack auf die aus schwarz-gelber Sicht viel bessere zweite Hälfte gab uns kurz vor der Pause der unwiderstehliche Mario Götze. Seinen Pass in die Mitte hätte Jarolim fast ins eigene Tor bugsiert – Kacar konnte jedoch diesen ‘Schuss’ und Götzes folgenden Einschiebversuch von der Linie kratzen. Gerade Mario steigerte sich im zweiten Durchgang und hatte selber zwei große Chancen, als er einmal nach Sahins schönem Zuspiel den Ball über das Tor setzte und später an Rost scheiterte, nachdem er zuvor ähnlich wie gegen Hannover durch die Abwehr spaziert war. Vom HSV war nach der 60. Minute nichts mehr zu sehen. Die Schwarz-Gelben hatten nun auch das Mittelfeld komplett im Griff und erspielten sich die Chancen, die zuvor spärlich geblieben waren. Piszczek traf den Pfosten, Lucas Barrios die Latte…es war mal wieder zum Verzweifeln.

Eines habe ich aber in dieser Saison gelernt: Wir müssen wegen dem BVB nicht verzweifeln. Diese Mannschaft gibt nicht auf. Und dieses Engagement wird belohnt, wenn es mit der notwendigen Qualität gepaart wird. Nicht immer, aber oft. Tore in der Nachspielzeit sind sowieso die schönsten. In diesem Fall eroberte Nuri Sahin den Ball und setzte den starken Schmelzer auf dem linken Flügel ein. Dessen Flanke verlängerte Owomoyela im Strafraum mit dem Kopf – wegen seiner Kopfballstärke hatte ihn Klopp eingewechselt. Gegen Hoffenheim und mit einem anderen stürmenden Abwehrspieler, Felipe Santana, war die Idee nicht aufgegangen – gestern klappte es. Denn halb rechts stand Kuba und donnerte den verlängerten Ball ins Netz. Es folgte mal wieder enthemmter Jubel.

Nun hat der BVB zwar keine big points, aber möglicherweise einen big point errungen. Der war nach der zweiten Halbzeit höchstverdient. Ja, Leverkusen hat knapp gegen St. Pauli gewonnen und den Rückstand auf fünf Punkte verkürzt. Am nächsten Wochenende könnte trotzdem eine Vorentscheidung fallen – sollte die von Uli Hoeneß angekündigte Leistungsexplosion nach der van Gaal-Entlassung bei den Bayern wahr werden. Allerdings hat Hoeneß in dieser Saison, nun ja, nicht immer richtig gelegen mit seinen Aussagen. Wir sollten uns auf jeden Fall nicht darauf verlassen, dass Leverkusen noch einbricht, weil sie das immer tun. Weil auf ewig der Vizekusen-Fluch auf ihnen lastet. Das ist Blödsinn. Wann, wenn nicht jetzt, sollte die Werkself mal die Chance haben, beim FCB zu gewinnen? Einfacher wird das durch den Trainerwechsel bei den Bayern jedoch nicht.

Freuen wir uns also auf den Super-Sonntag. Was sich nach einem einfallslosen Sport1-Trailer anhört, wird in einer Woche wahr. Bayern gegen Bayer und im Anschluss Dortmund gegen Freiburg. Crunch Time. Von mir aus könnte der Sonntag schon am Dienstag sein.

Die Aufstellung: Weidenfeller – Schmelzer, Hummels, Subotic, Piszczek – Sahin, Bender (80. Owomoyela) – Großkreutz, Lewandowski (62. Kuba), Götze – Barrios (77. Zidan). Gelbe Karte: Sahin. Tor: Kuba

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