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Archiv für die Kategorie ‘90 Minuten’

1. Bundesliga, 11. Spieltag / BVB 2 Hertha BSC 0

31. Oktober 2009 Nick Kommentieren

Wir haben einen Torjäger.

Die Aufstellung: Weidenfeller – Dede (17. Schmelzer), Hummels, Subotic, Owomoyela – Valdez (90. Großkreutz), Sahin, Sven Bender, Kuba – Zidan (70. Rangelov), Barrios. Tore: Sahin (FE), Barrios.

Genau einen. Lucas Barrios, der in der Nachspielzeit mit einem schönen Treffer den Sieg über Hertha endgültig besiegelte. Zuvor hatte man angesichts der schwarz-gelben Chancenverwertung wieder mit dem Schlimmsten gerechnet. Aber wollen wir mal nicht zu viel meckern. Das war gegenüber Dienstag schon wieder ganz ansehnlich.

Auf dem Papier hatte Jürgen Klopp ein 4-4-2 mit „flacher Vier“ aufgestellt, in der Praxis ähnelte das System stark der Aufstellung der letzten Spiele. Zidan ließ sich immer wieder ins Mittelfeld zurückfallen und die Außen Valdez und Kuba starteten erwartungsgemäß zahlreiche Vorstöße nach vorne. Nelson erhielt seine neue Chance nach der äußerst schwachen Leistung von Osnabrück, da Markus Feulner grippebedingt kurzfristig ausfiel – ebenso wie Marc Ziegler und Yasin Öztekin.

Das Spiel begann etwas anders, als man sich das vorgestellt hatte. Mit aggressiven Berlinern, die durchaus mitspielen wollten. So entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, jedoch mit wenigen Torraumszenen. Dede musste nach einer Rettungsaktion, bei der er mit Hummels zusammenprallte und dann noch auf den am Boden liegenden Valdez stürzte, ausgewechselt werden. Er hatte sich offensichtlich einiges vorgenommen gestern und war schwer enttäuscht, als er runter musste.

Zur Hälfte der ersten Halbzeit bekam der BVB das Spiel dann in den Griff und die Gäste nahmen die ihnen zugedachte Rolle an: Sie standen tief und warteten auf Konter. Die Chancen für Schwarz-Gelb kamen. Durch den sehr agilen Kuba, der ein gutes Spiel machte; durch Zidan, der wieder an Tunnelblick litt, oder durch Mats Hummels nach einem Freistoß. Kurz nach der Pause konnte Nelson Valdez allein vor dem Tor Jaroslav Drobny nicht überwinden. Wie erwartet lieferte die Berliner Nummer 1 eine tadellose Leistung ab. Andererseits hat sich Nelson in den letzten Partien wieder in sein Alter Ego „Chancentod“ verwandelt. Zu hart? Eigentlich schon, denn der Begriff wird seinen Leistungen, mit Ausnahme von Dienstag, nicht gerecht. Das gleiche Problem hatte ja Florian Kringe in Dortmund – aber lassen wir das Thema heute mal weg. ;-) Valdez hätte gestern übrigens auch einen Elfmeter kriegen können, als Drobny kurz vor der Pause in sein Gesicht anstatt gegen den Ball faustete.

Die Sorgen, dass sich die ausgelassenen Chancen rächen könnten, waren auch gegen Hertha da und sie waren nicht völlig unbegründet – einmal knallte Kacar den Ball aus guter Position übers Tor, später gab es sogar einen Pfostentreffer. Für einen oder drei Punkte war das, was die Gäste anboten, aber zu wenig. Zu viele Fehler und zu wenig Torgefahr gab es da zu sehen.

Die Ausdauer und der Glaube der Schwarz-Gelben wurden in der 60. Minute belohnt. Nach einer Ecke umklammerte Kacar den Hals von Owomoyela und wollte gar nicht mehr loslassen. „Uwe“ versuchte sich zu befreien und fiel dann irgendwann hin. Ob er fallen musste? Wer weiß. Das Foul war klar, trotzdem hätte der Schiedsrichter wohl nicht gepfiffen, wenn er nicht gefallen wäre – weil der Strafraum bei Ecken immer ein Rummelplatz ist. Außerdem musste die Dummheit von Kacar bestraft werden. Nuri Sahin verwandelte den Elfmeter und zeigte damit erneut, dass er für den BVB in Abwesenheit von Kehl und Hajnal ein entscheidender Mann ist.

Der BVB hatte weitere Chancen, scheiterte aber mehrmals an Drobny. Und so musste eben doch bis in die Nachspielzeit gezittert werden – bis Lucas nach Einwurf von Owomoyela zur Stelle war. Somit hat Patrick Owomoyela gestern quasi beide Treffer vorbereitet. Ein richtig überzeugendes Spiel war es trotzdem nicht von ihm. Dass vieles über die rechte Seite gut lief, war in erster Linie dem starken Kuba zu verdanken. Lob verdient haben sich auch die defensiv orientierten Mittelfeldleute Sahin und Bender, die gut abräumten und sich wenn möglich in Angriffe einschalteten. Das letzte Wort gebührt aber dem Torjäger: Der letzte Borusse, der Torschützenkönig der Liga wurde, war Marcio Amoroso mit 18 Treffern – als die Borussia zum letzten Mal Meister wurde. Lucas Barrios ist zuzutrauen, dass er zumindest einen der beiden „Titel“ holt.

DFB-Pokal, Achtelfinale / VFL Osnabrück 3 BVB 2

27. Oktober 2009 Nick 4 Kommentare

WTF?

Die Aufstellung: Weidenfeller – Dede, Hummels, Subotic, Owomoyela – Sahin, Tinga (75. Rangelov) – Valdez, Zidan (68. Le Tallec (73. Feulner)), Kuba – Barrios. Tore: Sahin, Barrios.

Der BVB verliert ein Spiel, das er niemals hätte verlieren dürfen und beendet abrupt den zarten Aufwärtstrend. In der Startaufstellung hatte es außer dem Ausfall von Sven Bender keine Veränderungen gegeben. An Ersatzmann Tinga lag die Niederlage jedoch nicht.

Die Schwarz-Gelben begannen die Partie extrem dominant, schnürten die Gastgeber 20 Minuten in der eigenen Hälfte ein, spielten bis zum Strafraum sehenswerten Kombinationsfußball, kamen aber gegen die dicht gestaffelte Osnabrücker Abwehr nicht entscheidend durch. Eine der ersten nennenswerten Aktionen der Gastgeber führt dagegen zum 0:1. Bezeichnenderweise nach einem Einwurf. Der segelt von rechts in den Dortmunder Strafraum. Subotic springt zum falschen Zeitpunkt halbherzig hoch, Valdez ist falsch positioniert – deshalb gelingt Innenverteidiger Barletta ein Fallrückzieher-Tor! Schöne Aktion vom Osnabrücker, aber trotzdem absolut vermeidbar.

Es war nur der Auftakt für eine miserable Defensivleistung – dabei war die Defensive höchstens 4-5x im Spiel richtig gefordert. Leider verlor auch die Offensivabteilung erstmal den Faden. Fünf Minuten nach der Führung musste Weidenfeller zur Ecke klären. Die kommt wieder auf Barletta, Valdez sieht wieder schlecht aus, der Osnabrücker köpft das 0:2. Im Anschluss und vor allem zu Beginn der zweiten Hälfte hat der BVB erneut seine Chancen. Die größte, als Kuba von rechts flankt und mehrere Schwarz-Gelbe nicht an den Ball kommen, der durch den Fünf-Meter-Raum segelt.

Aber das 1:2 fällt und es ist auch hochverdient. Kuba flankt wieder von rechts, der Ball wird verlängert und Sahin kann links vom Tor volley abstauben. Danach hatte es der BVB erneut in der Hand. Bei der größten Chance trifft Lucas Barrios sehenswert den Pfosten. Diesmal gelingt kein Abstauber. In der 68. Minute kriegt die halbe Kneipe die Krise: Owomoyela möchte einen Freistoß aus aussichtsreicher Position schießen. WARUM? Warum darf der das? Der Ball bleibt in der Mauer hängen, Osnabrück kontert blitzschnell, die BVB-Defensive ist nicht schnell genug zurück, 1:3 durch Siegert.

Patrick Owomoyela. Es ist unverzeihlich, dass der rechts hinten keine Konkurrenz hat. Der Auftritt war mit wenigen Ausnahmen wieder völlig lethargisch. Ich wiederhole mich, aber immerhin habe ich das schon Ende August und nach dem Bayern-Spiel gesagt: Jemand wie Florian Kringe wäre eine Alternative gewesen. Es ist spekulativ, ob etwas und wie viel dann besser gelaufen wäre. Tatsache ist, dass der BVB durch das Ausscheiden aus dem Pokal mehr verlieren kann als das Gehalt von Kringe gekostet hätte.

Natürlich waren Owos Kollegen in der Abwehr heute nicht besser. Und Subotic besonders schwach. Ob es in der Hintermannschaft an der Einstellung gefehlt hat? Nur dort gibt es Anzeichen dafür. Ausnahme war Dede. Das andere massive Problem der Schwarz-Gelben war die Chancenverwertung. In der Liga haben wir die drittschlechteste und auch heute hatten wir genug Möglichkeiten zum Sieg. Bitter war natürlich, dass sich der junge Le Tallec wenige Minuten nach seiner Einwechslung schwer verletzte, vermutlich an Hand, Arm oder Schulter. Nelson Valdez machte heute nicht nur hinten, sondern auch vorne alles falsch. Der BVB rannte zwar an, aber erst in der fünften Minute der Nachspielzeit gelang Lucas Barrios nach Ecke von Dede noch das 2:3. Zu spät. Die für Deutschland selten langen sechs Minuten Zugabe waren übrigens absolut berechtigt angesichts zahlreicher notwendiger und ein paar fragwürdiger Verletzungspausen, in denen Osnabrücker Spieler behandelt wurden.

Es ist also vorbei, das Spiel um die Fahrt nach Berlin, das sich inzwischen wieder lohnt. Es war eine unnötige, aber aufgrund des Sekundenschlafs in entscheidenden Situationen nicht unverdiente Pokalpleite. Ein Rückfall in vergangen geglaubte Pokalpleiten-Zeiten. Der Super-GAU, zumindest für die Stimmung, wäre nun eine weitere Niederlage gegen bisher, mit Ausnahme von letztem Sonntag, weitgehend unterklassig agierende Berliner. Um das zu verhindern, muss sich Jürgen Klopp etwas einfallen lassen.

1. Bundesliga, 10. Spieltag / Bayer Leverkusen 1 BVB 1

25. Oktober 2009 Nick Kommentieren

Fast zufrieden.

Die Aufstellung: Weidenfeller – Dede, Hummels, Subotic, Owomoyela – Sahin, Sven Bender – Valdez (84. Feulner), Zidan (72. Rangelov), Kuba (46. Großkreutz) – Barrios. Tor: Barrios.

Jürgen Klopp ließ seinen Worten Taten folgen und trat wirklich mit derselben Formation an wie gegen Bochum. Ohne Zweifel muss er die richtigen Anweisungen gegeben haben, denn die nominell eher offensive Mannschaft machte ihre Sache defensiv sehr gut.

Es war beeindruckend, wie die Schwarz-Gelben nach überstandenen ersten Leverkusener Angriffen bereits in der 8. Minute in Führung gingen. Der Torschütze Lucas Barrios erkämpft sich selber im Mittelfeld den Ball und passt auf Sahin, der mit einem präzisen Pass in den freien Raum Valdez einsetzt. Der flankt beinahe von der Torauslinie in die Mitte. Dort wartet schon wieder Barrios, der allen beweist, wie gut er köpfen kann.

Im Anschluss standen die Schwarz-Gelben defensiv sehr gut. Die Leverkusener Bemühungen blieben weitestgehend harmlos. Bei einer Ecke faustet Weidenfeller mal am Ball vorbei – nun gut. Der BVB hätte bei eigenen Angriffsversuchen etwas präziser sein können – nun gut. Insgesamt konnte man mit der ersten Hälfte sehr zufrieden sein, auch wenn die Gastgeber deutlich mehr Ballbesitz hatten.

Nach dem Seitenwechsel wurden die Gastgeber etwas überzeugender nach vorne, doch meistens nur bis zum Strafraum. So war es eine Standardsituation, die zum Ausgleich führte: Eine Barnetta-Ecke kam bei Manuel Friedrich an, der zu frei stand und den Ball aus größerer Entfernung reinköpfte. Der kurze Pfosten war zu diesem Zeitpunkt leider nicht mehr abgedeckt. Aufs gesamte Spiel gesehen war der Ausgleich verdient, denn Leverkusen war in der zweiten Hälfte offensiv besser, gerade nach dem Tor. Die Chancen blieben jedoch vergleichsweise harmlos; ein Friedrich-Schuss aus aussichtsreicher Position ging weit übers Tor, ansonsten hatten Weidenfeller und die Abwehr wenig Probleme.

Warum zur völligen Zufriedenheit mit diesem Auswärtspunkt etwas fehlt: Gegen diese Leverkusener wäre möglicherweise mehr drin gewesen. Das Fehlen von Rolfes und Renato Augusto manifestierte sich im Fehlen von Inspiration. Mit etwas mehr Cleverness und Mut in der zweiten Hälfte, als die Gastgeber drängten, hätte der BVB womöglich drei Punkte mitnehmen können. Ein fitter Kuba hätte uns da weiterhelfen können, aber der musste zur Halbzeit mit Muskelproblemen draußen bleiben und wurde durch Kevin Großkreutz ersetzt. Bei allem Respekt für das Engagement des „Dortmunder Jungen“: Seine Pässe in die Spitze waren zu unpräzise und überhastet. Gerade über die linke Leverkusener Seite wäre mehr möglich gewesen.

Ich bin aber fast zufrieden mit dem Punkt und wenn das Pokalspiel in Osnabrück und natürlich das Heimspiel gegen Hertha gewonnen werden, kann man getrost von der Trendwende bei Schwarz-Gelb sprechen. Die Sicherheit in der Defensive ist ermutigend. Das perfekte Tackling von Hummels gegen Derdiyok, das einige Zuschauer als elfmeterwürdiges Foul gesehen hatten, ist ein Beispiel. In dieser Szene lag Schiedsrichter Rafati richtig, ansonsten bot er eine durchwachsene Leistung. Er pfiff dem BVB in aussichtsreichster Position einen Vorteil ab und traf einige fragwürdige Freistoßentscheidungen, obwohl er insgesamt das Spiel angenehm laufen ließ.

Drei Tore in den drei letzten Spielen für Lucas Barrios sind natürlich ebenfalls erwähnenswert und erinnern daran, wie vorschnell die Medien-Maschinerie da wieder eine Krise herbeigeschrieben hat.

1. Bundesliga, 9. Spieltag / BVB 2 VFL Bochum 0

18. Oktober 2009 Nick Kommentieren

Drei Punkte mit Stil.

Die Aufstellung: Weidenfeller – Dede, Hummels, Subotic, Owomoyela – Sahin, Bender – Valdez (46. Le Tallec), Zidan (79. Schmelzer), Kuba (86. Großkreutz) – Barrios. Tore: Barrios, Subotic.

Nicht fehlerfrei, aber sehr dominant und mit der besten Saisonleistung gewinnt der BVB das Nachbarschaftsduell gegen Bochum. Ein gelungener Wochenendausklang für Schwarz-Gelb (und wir sind die Guten!). Jürgen Klopp löste das Aufstellungspuzzle auf überzeugende Weise: Das Fehlen von Spielmacher Hajnal kompensierte er durch eine sehr offensive Dreierformation hinter Lucas Barrios als nominell einziger Spitze. Valdez, Zidan und Kuba haben schließlich  reichlich Sturmerfahrung. Sahin und Sven Bender übernahmen die Defensivarbeit im Mittelfeld.

Das System funktionierte auf Anhieb ordentlich, der BVB machte schnell Druck gegen erwartungsgemäß defensive Bochumer. Die Gäste versuchten dagegenzuhalten, was in den ersten Minuten angesichts einiger Ungenauigkeiten bei Schwarz-Gelb noch halbwegs gelang, im weiteren Spielverlauf dann immer weniger. Sagen wir einfach, Barrios und Valdez schossen sich warm. Der Argentinier hatte spätestens in der 20. Minute Betriebstemperatur. Zidan hatte einen schwachen Bochumer Pass abgefangen und gut auf Kuba weitergeleitet. Dem gelang von rechts eine punktgenaue Flanke auf Lucas Barrios. Der schüttelte mit einem schnellen Schritt seinen Gegenspieler ab, drehte sich und schoss den Ball rein. Erstes Heimtor für Lucas und endlich Schluss mit dem verfrühten Krisengerede um den Welttorjäger.

Von Bochum kam in der ersten Hälfte nach vorne neben zwei harmlosen Schüssen in die Arme von Weidenfeller nur ein gefährlicher Angriff nach einer guten halben Stunde, als Klimowicz knapp über das Tor schoss. Zu diesem Zeitpunkt hätte der BVB nach einer weiteren Riesenchance durch Barrios eigentlich schon 2:0 führen müssen.

Wir haben in dieser Saison schmerzhaft gelernt, eine Führung nicht überzubewerten. Der BVB zeigte jedoch in der ersten Hälfte phasenweise endlich wieder richtig guten Kombinationsfußball, so dass man in der Pause angesichts der Überlegenheit doch an das 2:0 glaubte. Bei Wiederanpfiff kam Damien Le Tallec, der frische Franzose, für den aufgrund seiner Reisestrapazen nicht ganz so frischen Nelson Valdez ins Spiel. Le Tallec hatte in den letzten Wochen durch gute Leistungen in der Zweiten Mannschaft auf sich aufmerksam gemacht und wurde daher von Jürgen Klopp Dimitar Rangelov vorgezogen. Wenige Minuten später vergab Le Tallec seine einzige große Chance, ansonsten war er engagiert, aber da gibt es noch Raum für Verbesserungen.

Das beruhigende 2:0 fiel, weil der BVB eine weitere Stärke der letzten Saison wiederfand: Gefährliche Standards. Nach einem Foul an Kuba schlug Dede den fälligen Freistoß von halbrechts in den Strafraum, fand Subotic und der traf per Kopf. Auch, weil die Bochumer Abwehr nicht im Bilde war, wie häufig in der Partie. Den durchaus ansehnlichen Rest des Spiels kann man so zusammenfassen: Dortmund ließ die Gäste besser ins Spiel kommen, aber kaum gefährlich werden, kam dafür selber immer wieder mit gefährlichen Angriffen durch. Der Bochumer Ersatztorwart verhinderte mehrmals den dritten Treffer, etwa gegen einen harten Kuba-Schuss oder knapp vor Barrios. Gegen Ende übertrieb es der BVB etwas mit der Lockerheit, so dass Klimowicz noch mal gegen den Pfosten schießen durfte.

Viele Haare in der Suppe gab es heute nicht und warum sollte ich danach suchen? Die Abwehr war fast immer zur Stelle, Dede und Owomoyela setzten deutlich mehr Akzente nach vorne als zuletzt. Die neue Formation im Mittelfeld funktionierte überraschend gut. Bender war ebenfalls (noch) überzeugender als in den letzten Partien, Zidan und Kuba wirkten hellwach, auch wenn Zidan mehrmals aussichtsreich vergab. Barrios ist in der Spur. Sah alles gut aus. Bochum war allerdings schwach. Mit der heutigen Formation am Freitag in Leverkusen aufzulaufen, sollte und wird Jürgen Klopp sich dreimal überlegen. Es dürfte jedenfalls ein richtiger Freitagabend-Krimi werden.

1. Bundesliga, 8. Spieltag / Mönchengladbach 0 BVB 1

4. Oktober 2009 Nick Kommentieren

Besser als letztes Mal.

Die Aufstellung: Weidenfeller – Dede, Hummels, Subotic, Owomoyela -  Sven Bender – Sahin, Tinga – Hajnal (86. Großkreutz) – Barrios (78. Valdez), Zidan (61. Kuba). Tor: Barrios.

Es war die Rückkehr in den Nordpark, die Spielstätte, an der der BVB vor knapp viereinhalb Monaten leichtfertig die Teilnahme an der Europa League verspielte. Dieses Mal ging es um ganz andere Dinge und alle Schwarz-Gelben werden froh sein, dass es besser lief als im Mai. Vom Spielerischen kann man das nicht sagen, aber Dortmund war das bessere Team.

Jürgen Klopp hatte die notwendigen Veränderungen vorgenommen, Hummels anstelle des formschwachen Santana in die Innenverteidigung beordert und Sven Bender auf die Kehl-Position. Das Erfreulichste am BVB-Spiel war, dass das Duo hinten drin gut harmonierte und nur sehr wenige Gladbacher Chancen zuließ, die meisten davon Weitschüsse. Damit ist ein Grundstein für erfolgreichere Zeiten gelegt, aber die Bauarbeiten müssen weitergehen. Die Außenverteidiger können noch nicht überzeugen. Owomoyela war gestern offensiv engagierter als zuletzt, aber hat weiterhin eine zu hohe Fehlpassquote. Dede muss sich, gemessen an früheren Leistungen, deutlich steigern.

Wenn man nach Gründen sucht, warum das Spiel nach ein paar munteren Minuten zu Beginn über weite Strecken der ersten Hälfte sehr schwach war, kommt man auf Dortmunder Seite wieder nicht um eine Mittelfeld-Kritik herum. Von Bender, der seine defensiven Aufgaben ordentlich löste, ist vielleicht noch nicht mehr zu erwarten. Sahin hat seine gute Form aus den ersten Spielen eingebüßt und hatte nur wenige gelungene Aktionen. Tinga kann man zwar das unermüdliche Arbeiten zugutehalten, aber es mangelt an Effektivität und Präzision – wenn man ehrlich ist, war bei seiner ‘Vorlage’ zum 1:0 durch Barrios viel Glück im Spiel. Tamas Hajnals Formkrise dauert an. Die Frage ist, ob sie mit dem Fehlen von Sebastian Kehl zusammenhängt, wie Hajnal schon mal angedeutet hat, oder ob diese Erklärung zu kurz greift. Eigentlich darf ein Spieler nicht so abhängig von einem anderen sein.

Was die Schwarz-Gelben besser machten als beispielsweise im Derby, zeigte sich besonders deutlich in der ersten Viertelstunde nach Wiederanpfiff. Es bleibt ein Geheimnis, was Jürgen Klopp den Spielern für den Fall angedroht hat, dass sie hohe Bälle schlagen – vielleicht ein Vapiano-Verbot – aber sie hielten sich erstaunlich konsequent an seine Vorgaben. Über weite Strecken führte das zu Mittelfeld-Geplänkel, wirkte aber trotzdem souveräner als das völlig uneffektive Kick-and-Rush von letzter Woche. In der Phase, in der die ‘neue’ Spielweise funktionierte, vergaben leider Barrios und Zidan die Chancen zur Vorentscheidung.

Damit zu den verbleibenden Einzelkritiken: Lucas Barrios gelang in sehenswerter Manier das lang ersehnte erste Ligator. Ein schöner Schuss aus der Drehung aus etwa 18 Metern. Er hätte noch ein weiteres Tor machen können, aber hoffen wir mal, dass das gestern der entscheidende Durchbruch war. Zidan trat spiel- und dribbelstark auf, nutzte aber seine Chancen nicht. Folgerichtig kam die Auswechslung gegen Kuba, der seinerseits gegen Ende des Spiels noch ein paar gute Szenen hatte. Jedoch bleibt da noch viel Luft nach oben – ich würde ihn trotzdem gegen Bochum mal wieder von Beginn an bringen, wenn er fit ist. Roman Weidenfeller zeigte sich von den Ereignissen der Woche unbeeindruckt und reagierte in den zwei, drei Situationen, in denen es brenzlig wurde, souverän.

Der BVB muss sich steigern, um gegen Mannschaften anderen Kalibers zu bestehen. Es wurden aber gestern Grundlagen gezeigt, die Hoffnung machen. Eine stabilere Innenverteidigung und die Rückbesinnung auf eine Spielweise, die uns in der letzten Saison stark gemacht hat. Nun gibt es leider wieder eine Länderspielpause, die keinen Fortschritt bei den Krankmeldungen bringen wird (zur Zeit ist nur Sebastian Kehl betroffen), aber verhindert, dass die Mannschaft zusammen trainiert. Davon sind natürlich alle Vereine betroffen. Anschließend kommt der VFL Bochum die wenigen Kilometer ins Westfalenstadion – eine Partie, in der der BVB nachlegen muss, wenn man mittelfristig von den zweistelligen Tabellenplätzen wegkommen will.

Zum Abschluss noch ein Wort zu Rolf Rüssmann, der am Freitag im Alter von 58 Jahren verstorben ist und gestern vor dem Spiel mit einer Gedenkminute geehrt wurde. Anfang der 1980er Jahre spielte Rüssmann 149 Bundesliga-Partien für den BVB, zuvor jahrelang für den FC Schalke und kurzzeitig für den FC Brügge. Als Manager war er in Gelsenkirchen, beim gestrigen Gegner Mönchengladbach und in Stuttgart tätig. Als vor kurzem in Gelsenkirchen wieder ein Manager gesucht wurde, habe ich spontan an ihn gedacht. Ich wusste allerdings nicht, dass er damals vermutlich schon sehr krank war. Obwohl ich während Rüssmanns BVB-Zeit noch zu jung war, um es richtig mitzukriegen, erinnere ich mich doch noch an den Ruf, den er sich in diesen Jahren erworben hat und der ihn auch nach Beendigung seiner Spieler-Laufbahn begleitete.

1. Bundesliga, 7. Spieltag / BVB 0 Schalke 1

27. September 2009 Nick 9 Kommentare

Starke Stücke.

Die Aufstellung: Weidenfeller – Schmelzer, Santana, Subotic, Owomoyela – Hummels (62. Großkreutz) – Sahin, Tinga – Hajnal (75. Rangelov) – Zidan, Barrios (62. Valdez). Tor: Wembley.

Der S04 holt in Dortmund einen extrem glücklichen Derbysieg. Um es vorwegzunehmen: Wir haben allen Grund uns zu beklagen. Als Fan muss man da kein Blatt vor den Mund nehmen. Es gab mehrere Fehlentscheidungen von Schiedsrichter Stark, alle zu Lasten des BVB. Nicht bei den Dortmunder ‘Toren’: Beim Wembley-ähnlichen Tor war der Ball tendenziell nicht voll hinter der Linie, das Abseitstor war Abseits. Jedoch beim Schalker Tor: Bevor Farfan schießt, zwingt er erst mal Schmelzer zu Boden. Eine Aktion, die deutlich über der normalen Schwelle zum Stürmerfoul lag. Der Stürmer verschaffte sich mit illegitimen Mitteln einen Vorteil.

Schiedsrichter Stark hatte sich offensichtlich vorgenommen, vor der Südtribüne nicht so viel zu pfeifen. Vor allem keine Elfmeter. Denn er ist FIFA-Schiedsrichter und da kommt es nicht so gut, wenn man vor der größten Heim-Tribüne Deutschlands Elfmeter pfeift. Vielleicht ließ er deshalb in der zweiten Halbzeit weiterspielen, als der eingewechselte Großkreutz im Strafraum mit einem Tritt gegen den Knöchel gelegt wurde. Oder als später Santana mit einem deutlichen Schubser am Kopfball gehindert wurde. Deutlicher als es die normale Zweikampfhärte im Strafraum erlaubt. Da ist es natürlich bequem, wenn man nach dem Schlusspfiff aufgrund einer FIFA-Anweisung keine Interviews geben darf. Wobei ich Stark immerhin zutraue, dass er sich ansonsten geäußert hätte.

Kommen wir zum Sport. Da konnte keine der beiden Mannschaften längere Zeit überzeugen. Jürgen Klopp begann ohne Dede und Bender, die fit genug für die Bank waren, aber nicht von Anfang an spielen sollten. Die Schalker wirkten in den ersten zehn Minuten etwas zielstrebiger, aber danach übernahm der BVB die Kontrolle. Und hatte die Chancen. Vor allem Lucas Barrios, der zunächst ähnlich engagiert und spielfreudig auftrat wie im Pokal. Jedoch blieb ihm ein Treffer gestern verwehrt. Seine letzte gute Möglichkeit war die knappste. Lucas Schuss wurde abgefälscht, traf die Latte und sprang von dort auf oder hinter die Linie. Sagen wir hinter mit Berührung, das macht die Enge der Situation deutlich. Danach gelang Barrios bis zu seiner Auswechslung nicht mehr viel.

Die einzige wirklich gelungene Offensivaktion der Gäste in der ersten Halbzeit, ein Konter, führte zum Tor. Unter den genannten Umständen. Das Problem danach: Den Schwarz-Gelben schienen gegen eine starke Defensive die Mittel zu fehlen. Nicht zum ersten Mal in dieser Saison. Trotzdem darf die Qualitäts(= Geld-)frage keine Ausrede dafür sein, warum eklatant viele hohe Bälle gespielt wurden. Die gegen eine wache Viererkette fast immer ineffektiv sind. Vieles war in der zweiten Hälfte überhastet. Dem BVB ging im Derbyfieber die Ruhe verloren, daher wahrscheinlich die klassisch englische Spielweise und die Abseitspositionen. Ein paar  Zweifel habe ich dementsprechend auch am Wechsel Rangelov für Hajnal nach 75 Minuten. Es fehlten nämlich weniger offensive Leute auf dem Platz als vielmehr die Kreativität. In der letzten Viertelstunde kam bis auf eine halbe Chance von Valdez kurz vor Schluss  nichts Zwingendes mehr von Schwarz-Gelb. Von den Gästen war allerdings auch erst wieder etwas zu sehen, als Dortmund aufmachte. Altintop scheiterte an seinem Unvermögen, Sanchez am gut aufgelegten Weidenfeller.

Nach Spielschluss leistete sich anscheinend Gästetorwart Manuel Neuer noch eine charakteristische Aktion. Nach Aussagen mehrere Dortmunder Spieler soll er Großkreutz mit dem Ellbogen ins Gesicht geschlagen haben. Unbemerkt von allen Fernsehkameras. Der echten Aufregung der Schwarz-Gelben nach zu urteilen, war da was dran. Neuer tat später vor den Kameras so, als ob ihm in einem Fernsehkrimi vom Kommissar das Bild eines Mordverdächtigen vorgelegt würde. Großkreutz? Nie gesehen. So wird das bestimmt noch was mit der Nationalmannschaft. Es sei denn, ein Fan hätte doch mit dem Handy mitgefilmt…

Es fällt schwer, nach diesem Derby ein Fazit zu ziehen. Die Einstellung der Mannschaft war hervorragend, führte aber zu der angesprochenen Hast. Die Qualitätsfrage stellt sich weiterhin. Allerdings wurde der BVB gestern massiv benachteiligt. Deswegen: Auch wenn wir heute auf den Relegationsplatz abrutschen sollten, ist jetzt nicht die Zeit für heftige Kritik, sondern eher für die zeitlose (Fußball-)Hymne aus dem Musical „Carousel“, in der Version von Gerry & The Pacemakers. Sturm und erhobene Köpfe und so.

DFB-Pokal 2.Runde / Karlsruher SC 0 BVB 3

22. September 2009 Nick Kommentieren

Die Rückkehr des Welttorjägers.

Die Aufstellung: Weidenfeller – Schmelzer, Santana (63. Großkreutz), Subotic, Owomoyela – Hummels – Sahin, Tinga – Hajnal (81. Feulner) – Barrios, Zidan (71. Valdez). Tore: Zidan, Barrios (2).

Mit einer ordentlichen Offensivleistung bezwingt der BVB den aufstrebenden Zweitligisten letztlich ungefährdet. Schön, so was mal wieder schreiben zu können. Jürgen Klopp musste heute auf die verletzten bzw. erkrankten Dede und Bender verzichten und reagierte erwartungsgemäß mit der Hereinnahme von Schmelzer und der Versetzung von Hummels ins Mittelfeld.

Es kann in so einem Spiel nicht schaden, in der 2.  Minute in Führung zu gehen. Wieder einmal Nuri Sahin mit einer entscheidenden Vorarbeit und Mohamed Zidan mit dem coolen Abschluss, bei dem er zunächst Torwart Miller aussteigen lässt. Schade nur, dass Zidan den positiven Eindruck später trübte, als er wieder mal egoistisch abschloss und über das Tor schoss, anstatt querzulegen.

Recht schnell erkannte man in diesem Spiel einige Konstanten: Die BVB-Offensive wirkte gegen den Zweitligisten, der vor der Saison vor allem defensiv einen Aderlass zu verkraften hatte, viel agiler und präsenter als zuletzt. Die gesamte Viererkette schien dagegen nicht sattelfester als in den letzten Partien, vor allem Santana und Owomoyela suchen weiter nach der Form der letzten Spielzeit. Nur war der KSC kein Gegner, der das auszunutzen verstand. Teilweise kombinierten sie gefällig, aber der Abschluss blieb zum Glück meistens harmlos.

Das war bei den Schwarz-Gelben heute anders. Über den verbesserten Tamas Hajnal und den sich schön durchsetzenden Hummels erhielt in der 22. Minute das Beinahe-Sorgenkind Lucas Barrios den Ball und der Argentinier erzielte von rechts aus spitzem Winkel das 2:0. Teil 1 der Show, denn fünf Minuten nach der Pause setzte er noch einen drauf und erzielte mit einem sehr schön platzierten Kopfball das 3:0 (nach Flanke von Hajnal). Drei Tore in zwei Pokalspielen, bleibt die Hoffnung, dass es jetzt auch in der Liga klappt. Beispielsweise Samstag. Schön anzusehen, dass sich auch Spielmacher Hajnal so deutlich steigern konnte. Erwähnenswert ist ja auch noch sein abgefälschter Freistoß, den viele schon auf Torkurs sahen – am Ende traf er nur die Latte.

In der zweiten Hälfte war das Spiel also schnell entschieden; der KSC hatte nicht die Mittel, da noch mal ranzukommen. Trotz dadurch vielleicht erklärbarer Nachlässigkeiten muss sich die BVB-Defensive bis zum Derby kräftig steigern, wie auch immer das gehen soll. Eine erste Maßnahme wäre es, Hummels wieder in die Innenverteidigung zu stellen, wenn Bender wieder fit ist. Oder warum nicht Feulner mal ein paar Minuten mehr im defensiven Mittelfeld gönnen?

Heute herrscht aber erst mal kollektives Aufatmen vor. So einfach hätten sich das die Wenigsten vorgestellt. Bringt uns die Schalker!

BL 6.Spieltag / Hannover 96 1 BVB 1

19. September 2009 Nick Kommentieren

Hard Times.

Die Aufstellung: Weidenfeller – Dede (34. Schmelzer), Hummels, Subotic, Owomoyela – Bender – Sahin, Tinga – Hajnal – Zidan (65. Kuba), Valdez (79. Barrios). Tor: Sahin.

Soll man sich jetzt über einen Punkt in Hannover freuen? Weil der BVB in den letzten Jahren gegen den kleinen HSV auch nicht gewinnen konnte? Das fällt verdammt schwer, denn in der Form der letzten Rückrunde (bzw. deren zweiter Hälfte) hätten wir die ersatzgeschwächten Gastgeber locker geschlagen. Aber die Probleme bei Schwarz-Gelb scheinen so tief zu sitzen, dass sie nicht mal eben durch ein zweitägiges Trainingslager zu beseitigen sind.

Es gab sichtbare Veränderungen gegenüber letztem Wochenende. In erster Linie betrafen sie die Aufstellung. Jürgen Klopp griff zu Maßnahmen, die mir letzten Sonntag auch vorschwebten: Hummels rückte für Santana in die Innenverteidigung, Neuzugang Sven Bender ins defensive Mittelfeld. Kuba wurde auf der rechten Seite von Tinga ersetzt. Und es gab die Rückkehr zur gewohnten 4-4-2 Raute mit Hajnal auf der ‘10′.

Der Erfolg der Maßnahmen war mal wieder nur eine Halbzeit lang wirklich sichtbar. Vor allem in der ersten halben Stunde stand die Defensive sehr sicher und ließ keine Hannoveraner Chance zu. Bender überzeugte bei seinem ersten Einsatz. Das Manko, wie gegen die Bayern: Die herausgespielten 4-5 Chancen wurden nicht genutzt. Und ähnlich wie letzten Samstag im Westfalenstadion ließ der BVB den Gegner nach etwa 30 Minuten wieder ins Spiel kommen. Zum Glück war der heutige Gegner weniger gefährlich. So gelang den Schwarz-Gelben kurz vor der Pause tatsächlich doch noch die Führung: In einer seiner wenigen guten Szenen spielte Owomoyela einen langen Pass in die Spitze, den Nuri Sahin mit etwas Glück unter Kontrolle bekam und schön über den herauseilenden Fromlowitz ins Tor hob.

Überhaupt Fromlowitz. Der Hannoveraner Ersatzkeeper, der erneut den an einem Magen-Darm-Bakterium erkrankten Robert Enke vertrat, hatte die Gastgeber in der ersten Hälfte mit mehreren starken Reaktionen im Spiel gehalten. Unsere Nummer 1, Roman Weidenfeller, war dagegen am viel zu schnellen Ausgleich wenige Minuten nach der Pause nicht unschuldig. Es war ein harter Schuss von Ya Konan von rechts ins rechte Eck, aber es war auch Weides Eck. Er ließ den Ball jedoch passieren. Mehr …

BL 5.Spieltag / BVB 1 Bayern München 5

13. September 2009 Nick 4 Kommentare

Ein Superstar zu viel.

Die Aufstellung: Weidenfeller – Dede, Santana, Subotic, Owomoyela – Hummels – Sahin, Tinga – Rangelov (62. Großkreutz), Zidan (62. Barrios), Kuba (71. Valdez). Tor: Hummels.

Fangen wir mit dem Umstrittenen an. Jung und verdorben II – in der Hauptrolle Bastian Schweinsteiger. Mal ehrlich, die Lausbubenzeiten, damals mit der ‘Cousine’ im Pool oder Podolski bei der WM, sind lange vorbei. Schon vor dem Spiel war Schweinsteiger für mich das rote Tuch bei Bayern – viel mehr als ein van Bommel oder gar ein Uli Hoeneß, dessen im Ton zwar übertriebene, aber im Kern richtige Kritik an den Länderspielterminen ich teile. Schweinsteiger gegen Tinga gestern, das war beileibe nicht die erste fiese Aktion des überschätzten Nationalspielers.

Was ist passiert? Schweinsteiger tritt zweimal (!) auf den am Boden liegenden Tinga, einmal auf dessen Bein, einmal auf den Arm. Mit voller Absicht und nicht aus dem laufenden Spiel im Kampf um den Ball. Tinga wälzt sich nicht mit schmerzverzerrtem Gesicht auf dem Boden. Schiedsrichter Knut Kircher gibt nur Freistoß; obwohl er die Szene nicht perfekt gesehen haben kann (er kommt erst angerannt), fragt er nicht beim vierten Schiedsrichter nach. Was ist das anderes als eine Tätlichkeit? Gelten nur Ellbogenschläge als solche? Was wäre passiert, wenn Tinga auf den deutschen Nationalspieler Schweinsteiger getreten wäre? Das ist Spekulation, aber eine, die sich anzustellen lohnt.

Schweinsteiger trifft in der zweiten Halbzeit mit einem Sonntagsschuss zum 1:2. Hätte der BVB gegen zehn Bayern gewonnen? Keine Ahnung. Hätte der BVB gegen dezimierte Bayern 1:5 verloren? Nein!

Kommen wir von dieser unerfreulichen Episode zum unerfreulichen Rest des Spiels. Es begann jedoch, für Dortmund nicht charakteristisch, erfreulich. Die Schwarz-Gelben waren gleich voll da und ließen die Bayern nicht zur Entfaltung kommen. In der 10. Minute erzielte ausgerechnet Mats Hummels per Kopfball nach einem Freistoß von Sahin das 1:0. Man durfte von schönen Geschichten träumen, und der BVB setzte nach, hatte mehrere Möglichkeiten, zu erhöhen. Es ist so banal, dass es weh tut, aber gegen eine Spitzenmannschaft muss man solche Chancen nutzen. So aber gab es das 1:1. Keinen Vorwurf hier an Kircher, es war schwer zu entscheiden, ob Gomez im Abseits stand. Der Ball kam von van Buyten, aber berührte noch Subotic. Mehr …

BL 4.Spieltag / Eintracht Frankfurt 1 BVB 1

29. August 2009 Nick Kommentieren

Zufrieden sein müssen.

Die Aufstellung: Weidenfeller – Dede, Santana, Subotic, Owomoyela – Hummels – Sahin, Kuba (72. Großkreutz) – Hajnal (82. Feulner) – Zidan, Valdez (78. Barrios). Tor: Zidan.

Der BVB ist noch nicht da, wo er sein will, wo wir vielleicht zu hoffen gewagt hatten. Fünf Punkte aus vier Spielen ist ausbaufähig, Mittelfeld, und mit Blick auf das Ende des Spiels heute müssen wir von einem beinahe glücklichen Punkt reden, auch wenn die Eintracht die Borussia in der Schlussphase nicht derart dominierte, wie es später in der „Sportschau“ dargestellt wurde.

Woran liegt es? Heute jedenfalls nicht daran, dass die Schwarz-Gelben nicht ins Spiel gekommen wären. Man merkte deutlich, dass Jürgen Klopp genau das angesprochen haben muss. Die Spieler waren von Beginn an wach und aggressiv, allerdings die von beiden Mannschaften. Es war deshalb ein munteres Spiel in der ersten Hälfte. Was beim BVB nicht stimmte, war zunächst mal die Chancenverwertung. Mohamed Zidan hatte zwei dicke Möglichkeiten zum frühen Führungstreffer, der zu einem anderen Spielverlauf hätte führen können. Als er in der zweiten Häfte wirklich traf, hielt die Führung allerdings nur wenige Minuten.

Ansonsten gab es schlicht und einfach zu viele Unzulänglichkeiten im Dortmunder Spiel. Ungenauigkeiten bei Pässen und eine Abwehrreihe, die noch nicht den Standard von letzter Saison erreicht hat. Sowohl Subotic als auch Santana leisteten sich Schnitzer – Subotic am deutlichsten, als er einen Ball nicht richtig klären konnte und Amanatidis mit einem platzierten Schuss das 1:1 erzielte. Trotzdem gefiel die Innenverteidigung immer noch besser als die Kollegen auf den Außenbahnen. Dass Owomoyela das Hamburg-Spiel nicht gut bekommen ist, wird immer wieder deutlich. Er zeigt weiterhin Schwächen im Stellungsspiel und im Spielaufbau. Bei Dede sieht es momentan auch nicht berauschend aus. Wenig Offensivgeist, wenig Flanken, wenig Präzision.

Besser gefiel mir heute Kuba, der immer wieder für Owomoyela hinten aushalf und engagierter als in den letzten Spielen wirkte – fürs Offensivspiel kam trotzdem nicht so viel rüber. Die Frankfurter waren allerdings auch eine Klasse besser als das Team, das uns da letzte Saison gegenüberstand. Zeitweise lief es bei denen recht flüssig; trotzdem hat Jürgen Klopp Recht, wenn er davon spricht, dass man mit einer normalen Leistung hätte gewinnen können. Nur was ist jetzt normal – die Leistung der späten Rückrunde oder die aus den ersten Spielen dieser Saison?

Er war ein wenig glücklich heute, der Punkt. Da war das Eintracht-Tor, das nicht gegeben wurde, das war eher gleiche Höhe als Abseits. Das Foul von Santana im Strafraum war auch eher Elfmeter, aber diese Szenen waren nicht so eindeutig wie die Chance, die die Gastgeber kurz vor Schluss vergaben: Meier köpfte freistehend gegen die Latte. Zuvor waren übrigens die Auswechslungen bei Schwarz-Gelb wirkungslos verpufft. Feulner gab sich bei seinem ersten Neun-Minuten-Einsatz redlich Mühe, aber den ‘Standard-Wechsel’ Großkreutz für Kuba hätte ich heute nicht gemacht (es sei denn, Kuba musste aus körperlichen Gründen raus).

So muss man mit dem Punkt irgendwie zufrieden sein, aber kann es mit der Spielweise nicht. Besserung würde man sich von Kehl versprechen, aber der traurige Käptn kämpft immer noch mit den Nachwirkungen seiner Verletzung. Gegen Bayern könnte die Mannschaft alles wieder gutmachen – dafür spricht heute Abend nicht so viel, aber wie oft wird man im Fußball in seinen Erwartungen getäuscht?