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Archiv für die Kategorie ‘Das Orakel’

Die Form der kommenden Dinge

6. August 2009 Nick Kommentieren

Die Sommerpause ist vorbei. Komisch, dieses Jahr kam sie mir gar nicht so lang vor. Morgen startet die neue Bundesliga-Saison und wir werden eine Menge neue Gesichter sehen. Sowie bekannte Gesichter an neuen Plätzen. Und sogar manch altbekanntes Gesicht, das schon fast in Vergessenheit geraten war. Die umfangreichen Personal-Rochaden bescheren uns einen Auftakt, der so spannend ist wie schon lange nicht mehr. Weil so vieles unabwägbar ist. Weil sich vielerorts ein neuer Trainer und neue Spieler finden müssen. Trotzdem gehört das Orakeln zu dieser Auftaktwoche dazu und ich will auch gar nicht abseits stehen.

Die Meisterschaft erscheint mir offener als manche angesichts einiger großer Namen schon wieder denken. Zu den Favoriten zählt auch der FC Bayern. Daneben aber der amtierende Meister – die Mannschaft ist fast komplett zusammengeblieben und Veh ist ebenfalls Meistertrainer. Denkt man an die letzten Verpflichtungen, sollte man besser auch den VFB in Betracht ziehen. Eine Rückkehr ins Meisterrennen traue ich Bremen zu. MMn sind die Strukturen dort intakt, die Neuverpflichtungen vernünftig (und vielleicht kommt da noch was) und Özil hat Potenzial, das er noch nicht vollständig gezeigt hat.

Dahinter wird es eine größere Gruppe von Mannschaften geben, die um die Europa League-Plätze kämpfen. Dem HSV traue ich nicht mehr zu aufgrund des Trainers, der Hertha aufgrund des schwächeren Kaders. Natürlich werden die vom Ex-Meistertrainer mitmischen. Sowie Hoffenheim und hoffentlich auch der BVB. Leverkusen und Heynckes werden eine ganze Weile Anschluss halten können, aber letztendlich nicht unter die ersten fünf kommen.

Relativ sicher im Mittelfeld werden Köln und Frankfurt landen. Ganz sicher wird es aber auch zwei bis drei Vereine erwischen . Die müssen dann absteigen. Richtig schwer wird es, wenn man die Kader von heute betrachtet, für Mainz. Nicht ganz überraschend vermutlich auch meine beiden anderen Tipps: Bochum und Freiburg. In keiner bestimmten Reihenfolge. Mehr als Außenseiter-Chancen, da reinzurutschen, haben noch Hannover und Gladbach.

Gewagte und genaue Prognosen sind das alles nicht. Da kann man nach den berühmten zehn Spielen noch mal schauen. Eine Festlegung gibt es nur bei Schwarz-Gelb. Ich denke, es wird in derselben Region enden wie in diesem Jahr. Nur diesmal klappts mit Platz 5. Aber wird es Platz 6, sollte niemand undankbar sein.

Mehr von mir zum BVB vor der neuen Saison gibt es im Interview mit dem Rasenschachmagazin. Und ja, ich weiß eigentlich, was „Positivismus“ ist.

Kategorien:Das Orakel

Der neue Spielplan ist da

2. Juli 2009 Nick Kommentieren

Heute wurde der Spielplan für die am 7. August beginnende neue Bundesliga-Saison bekannt gegeben. Das Eröffnungsspiel an jenem Freitag bestreitet der Meister VFL Wolfsburg zuhause gegen den VFB Stuttgart – sicher ein würdiger Auftakt und ein echter Leistungstest für beide Mannschaften. Ein weiteres Highlight des Wochenendes ist die Begegnung Hoffenheim v Bayern, vielleicht die erste Samstag, 18:30-Partie?

Der BVB spielt zunächst im Westfalenstadion gegen Poldi (und ein paar andere Kölner). Interessant, aber lösbar und durchaus genehm. Insgesamt erwartet die Schwarz-Gelben jedoch wieder ein schweres Auftaktprogramm. Hier die ersten fünf Spieltage:

1.FC Köln (H), Hamburger SV (A), VFB Stuttgart (H), Frankfurt (A), Bayern München (H)

Wir sind früh gefordert, aber das muss nicht schlecht sein. Wir werden sehen, ob in Hamburg bis Mitte August Ruhe und professionelle Arbeit zurückgekehrt sind und wie die Stuttgarter die Gomez-Millionen investiert haben. Dann geht es noch nach Frankfurt, wo wir letzte Saison sehr gut aussahen und zu den Bayern muss ich nicht viel sagen – wird Zeit für einen Sieg!

Das Derby findet zuerst in Dortmund statt, am 26. September. Am Jubiläumswochenende (19.12.) und am letzten Spieltag haben wir es mit den Freiburgern zu tun. Alles in allem kann man trotz des anspruchsvollen Beginns nicht meckern; es bleibt aber abzuwarten, wie sich in der neuen Saison die Verteilung der Spiele auf Freitag, Samstag und Sonntag gestaltet. Auf zu viele Samstagabend- und Sonntagsspiele können wohl alle Fans verzichten.

Die komplette Spieltagsübersicht gibts hier, für den BVB hier.

Der Europameister aus München

18. Juni 2009 Nick Kommentieren

BVB-Sportdirektor Michael Zorc liefert zur Zeit ein Musterbeispiel für ruhige, effiziente Arbeit ab. Gut, es mag Vereine geben, bei denen das noch schwieriger ist als in Dortmund, aber was heute, zwei Tage nach der Rangelov-Verpflichtung, bekannt wurde, verdient Respekt. Fangen wir mal an: Der 20-jährige Junioren-Nationalspieler und U19-Europameister Sven Bender wechselt  von 1860 München zum BVB und erhält einen Vier-Jahres-Vertrag. Es handelt sich um einen Spielertausch, bei dem kein Geld fließen wird, denn im Gegenzug bleibt der in der Rückrunde an die Löwen ausgeliehene Toni Rukavina in München.

Außerdem wechselt Abwehrspieler Markus Brzenska zu Energie Cottbus – die Ruhr Nachrichten spekulieren über eine Ablösesumme im mittleren sechsstelligen Bereich, die sich natürlich gleich mit dem Rangelov-Transfer verrechnen lässt. Damit wurden heute also zwei der drei Spieler, mit denen Jürgen Klopp definitiv nicht mehr plant, abgegeben und ein junger Nachwuchsmann mit Potenzial geholt. Hört sich super an und klingt nach guter Arbeit mit wenig Geld.

Aber natürlich sind Transfers von Spielern kleinerer Vereine mit einem gewissen Risiko verbunden. Wir durften das bei Giovanni Federico erleben, dem ehemaligen Zweitliga-Torschützenkönig, der nun ganz oben auf der Verkaufs-Wunschliste des BVB steht. In der letzten Saison, seit Jürgen Klopp im Amt ist, haben wir allerdings keinen Transfer-Flop erlebt und das stimmt zuversichtlich.

Michael Zorc spricht bei Bender absichtlich von der längeren Perspektive: „Er soll hier in der Zukunft eine gute Rolle spielen.“ Sich auf Anhieb einen Stammplatz zu erkämpfen, dürfte dem Neuzugang auch schwer fallen, denn Bender ist Mittelfeldspieler, auf der ‘6′ oder den Halbpositionen einer Raute einsetzbar und damit Konkurrent oder Partner von Kehl, Tinga, Kringe, Kuba, Sahin, Feulner und Federico (so lange der noch da ist).  Es ist gut möglich, dass uns deshalb außer – hoffentlich – Federico noch ein weiterer aus dieser Reihe verlässt. Von Vereinsseite wird bei entsprechenden Angeboten ja gar nichts ausgeschlossen – besonders offen wäre man wahrscheinlich bei Angeboten für Tinga und eventuell Kringe. Gerade bei letzterem fände ich es allerdings schade; Kringe war immer jemand, der sich mit dem BVB identifiziert und oft richtige Worte gefunden hat.

Nach heute ist in Dortmund schon vieles klar; trotzdem kann jederzeit Unvorhergesehenes passieren – wie überdreht der Transfermarkt für Spieler und Trainer sein kann, haben wir in den letzten Wochen ausführlich gesehen. Heute, an diesem Drehtür-Tag, begrüßen wir aber erstmal Sven (und Dimitar) und sagen danke, Markus und Toni, für die lange bzw. kurze Zeit beim BVB!

Die unergründlichen Wege des Schicksals?

24. Mai 2009 Nick 8 Kommentare

Es hat sich ganz zum Schluss noch mal gegen Schwarz-Gelb gewendet – das, was ich jetzt mal als Schicksal bezeichnen möchte. Man hätte vorgewarnt sein können: Seit der letzten Meisterschaft 2002 hat der BVB nur einmal das letzte Saisonspiel gewonnen. Aber so richtig glaube ich nicht an ein ‘Vereinsschicksal’, das die Zeit überdauert und von Jahr zu Jahr vererbt wird. Sowas gibt es nur in Gelsenkirchen. Also kein ‘Fluch des letzten Spieltags’ gestern. Normalerweise trägt man zu seinem eigenen Schicksal ein großes Stück bei – wie groß das Stück gestern war, ist eine Frage, über die es sich noch mal kurz nachzudenken lohnt.

Nicht in unserer Macht lag gestern der Ausgang des Spiels in Frankfurt, das leider vom Schiedsrichter und seinen Assistenten in eklatanter Weise beeinflusst wurde: Der Siegtreffer, das 3:2 der Hamburger, war deutlich Abseits. Einzige Entschuldigung für den zuständigen Assistenten: Die Laufwege der Spieler schienen in der Szene etwas irritierend. So kurz vor Schluss ist sowas doppelt bitter. Wenn eine der Fehlentscheidungen, auf deren Basis auch in dieser Saison wieder die beknackte ‘Wahre Tabelle’ aufgestellt wurde, spielentscheidend war, dann wohl diese. Niemand konnte von den geretteten Frankfurtern erwarten, dass sie das so kurz vor dem Ende noch mal ausgleichen. Also doch ungerechtes Schicksal und nicht in unseren Händen?

Das ist natürlich nur ein kleiner Teil der Wahrheit. Letztendlich war es genau, was ich gestern geschrieben habe: Ein Unentschieden zu viel. Das Spiel in Gladbach war zu gewinnen, wie auch einige andere Remis im Lauf der Saison (beide Spiele gegen Hannover, zuhause gegen Cottbus etwa). Auch die Spieler sahen das nach der Partie zum Teil so. Sehr vehement vertrat Roman Weidenfeller die Meinung, die Feldspieler hätten nach dem Ausgleich mehr und gezielter nach vorne arbeiten müssen. Darüber geriet der Torwart direkt nach Schlusspfiff verbal heftig mit Kapitän Sebastian Kehl aneinander. Der wiederum später selbstkritisch oder einfach nur ratlos einräumte, das Zwischenergebnis aus Frankfurt sei sicher in den Köpfen gewesen.

Das ist menschlich schon verständlich, konterkariert aber, was die Mannschaft in den letzten Monaten ausgezeichnet hat: Unbedingtes Engagement bis zum Schluss. Da überzeugt auch nicht der Erklärungsversuch von Hans-Joachim Watzke, man hätte ja in einen Konter laufen können, wenn man früher alles nach vorne geworfen hätte. Die Gladbacher wirkten gerade nach dem 1:1 und den Zwischenständen aus den für sie relevanten anderen Spielen wirklich nicht mehr sonderlich gefährlich. Bezeichnend ist, dass der BVB nach dem Ausgleich keine große Chance mehr herausspielte. Die verantwortlichen Problemzonen waren naturgemäß Sturm, aber vor allem Mittelfeld (siehe Spielbericht von gestern). Mehr …

Notizen zu Funkel

21. Mai 2009 Nick Kommentieren

Friedhelm Funkel soll um die Auflösung seines Vertrags bei Eintracht Frankfurt zu Ende Juni gebeten haben. Oder es ist ihm aus Vereinskreisen nahegelegt worden. Wahrscheinlich wollte er sein Schicksal in die eigene Hand nehmen. Trotzdem ist der zweite Trainerwechsel in der Bundesliga so kurz vor Saisonschluss ungewöhnlich. Wobei es bei der SGE kein sofortiger Wechsel ist, sondern Funkel im letzten Saisonspiel noch ein letztes Mal auf der Bank sitzen wird.

Aus Frankfurter Sicht ist das nachvollziehbar, denn dieses letzte Spiel zuhause gegen den HSV ist FÜR FRANKFURT völlig bedeutungslos. Man kann Funkel somit einen hoffentlich würdigen Abschied bereiten, den er nach fünf Jahren ohne Zweifel verdient hat, wie die Besonnenen unter den Eintracht-Fans sagen. Viel mehr als erreicht wurde war nicht drin für die Frankfurter – auch wenn die Rückrunde nicht besonders schön gewesen sein kann.

Um jetzt noch schnell eine Prise Eigennutz zu verstreuen: Sollte es nicht so sein, dass die Spieler, die eine einwandfreie Moral haben, und die, die mit Funkel ohnehin klar kamen, am Samstag alle für einen würdigen Abschied arbeiten? Und wollen nicht alle, egal ob pro Funkel oder nicht, noch einmal die Chance nutzen, sich im Wettbewerb dem noch zu bestimmenden Nachfolger, den Vereinsverantwortlichen oder eventuell anderen Vereinen zu präsentieren? So gesehen doch kein so schlechtes Timing! ;-)

Kategorien:Das Orakel, Marktplatz

Ein gemalter Sonntag

10. Mai 2009 Nick Kommentieren

(Updated) Das Puzzle scheint sich zur Zeit automatisch zusammenzusetzen. Schöne Sonntags-Ergebnisse aus der Bundesliga. Mindestens drei weitere Tage Platz 5 für den BVB. Werder Bremen zeigt auch in der Liga Charakter und holt sich den dritten Derbysieg innerhalb weniger Wochen gegen den HSV. Ist halt doch was anders als gegen Hertha. Den Hamburgern scheint der Lauf abhanden gekommen zu sein, es zeigt sich die fehlende spielerische Klasse. Allerdings sollte man nicht vergessen, dass die ein auf dem Papier nicht allzu schweres Restprogramm haben.

Mönchengladbach erzielt kurz vor Schluss den Siegtreffer gegen Schalke. Das könnte neben der nicht zu verhehlenden Schadenfreude und dem Beinahe-Gewinn der Ruhrpott-Meisterschaft noch in anderer Hinsicht positiv für den BVB sein, nämlich wenn Gladbach am letzten Spieltag gegen uns schon gerettet sein sollte.

Und sonst? Gratulation an den SC Freiburg, die im viertletzten Spiel den Aufstieg klargemacht haben! Der SC ist ein Verein, dem die Rückkehr nur zu gönnen ist – letztendlich hat sich gezeigt, dass selbst der Wechsel auf dem Trainerstuhl von Volker Finke zu Robin Dutt die richtige Entscheidung war. Freut mich, die wieder in der ersten Liga zu sehen!

UPDATE: Und der Trainer sagt noch mal, was Sache ist, nämlich noch nichts. Jürgen Klopp IST der beste Mann.

Kategorien:Das Orakel

Das Ende des Märchens?

14. Februar 2009 Nick Kommentieren

Wird Blaukäppchen jetzt vom roten, bösen Wolf gefressen? Nach diesem Rückrundenstart sieht es nicht danach aus, als ob die Hoffenheimer noch lange im Kampf um die Meisterschaft mitmischen werden. Ein mühsamer Pflichtsieg über Cottbus, ein Unentschieden beim Schlusslicht Mönchengladbach und gestern eine Heimpleite gegen Leverkusen; das liest sich so, als ob nun der prophzeite Einbruch kommt. Manche Medien, vermutlich dieselben, die im Dezember den großen Zweikampf Bayern v Hoffenheim vorhergesagt hatten, werden jetzt auf das Fehlen des ‘Superstürmers’ Ibisevic hinweisen.

Aber so überraschend und beeindruckend die Leistungsexplosion des Bosniers in der Hinrunde war, so abhängig war sie auch vom Auftreten der Mannschaft. Ibisevic ist ja kein Genie, das seine Tore aus dem Nichts kreiert. Er brauchte die präzisen Flanken und Steilpässe, die schnellen Kombinationen, die er dann natürlich eiskalt abschloss. Und die haben die Stürmer, die ihn zur Zeit ersetzen müssen, bisher nicht in gleichem Maße gekriegt – zumindest nicht in den Spielausschnitten, die ich gesehen habe.

Die TSG profitierte letztes Jahr von ihrem Lauf und vom Überraschungsmoment. In der Bundesliga wurden sie zuerst trotz guter Ergebnisse noch unterschätzt, danach wegen des großen Hypes überschätzt – ihnen eilte zuletzt ein fast Bayern-artiger Ruf voraus. Die Winterpause kam in einem ungünstigen Moment; Ralf Rangnick wäre es zumindest im nachhinein sicher lieber gewesen, wenn wie in England durchgespielt worden wäre. Durch den Kreuzbandriss von Ibisevic schlugen die aufgeblasenen (medialen) Erwartungen ins Gegenteil um, was vielleicht weniger die Hoffenheimer selber, aber sicher die Gegner beeinflusst hat.

Nach drei Spielen in 2009 darf man selbstverständlich noch kein abschließendes Urteil fällen. Die Hoffenheimer werden nicht komplett abstürzen, aber es wird schwer für sie, ganz vorne dranzubleiben. Sie haben die ‘Magie des Neuen’ verloren und ich bin zuversichtlich, dass am übernächsten Spieltag mit einer kämpferisch einwandfreien Leistung auch für die Schwarz-Gelben im Westfalenstadion gegen den Herbstmeister alles drin ist.

Kategorien:Das Orakel, Heiße Luft

Pausenfüller

22. Dezember 2008 Nick 4 Kommentare

Das erste Wochenende der Bundesliga-Winterpause liegt hinter uns. Ich hatte gar keine Zeit, mir über die entstandene Lücke Gedanken zu machen, aber das wird sicher noch kommen. Für diesen Fall gibt es dann zum einen Transfergerüchte, zum anderen Prognosen für die Rückrunde.  Nun ist also Hoffenheim noch so eben Herbstmeister geworden und es scheint ausgemacht, dass im neuen Jahr alles seinen normalen Gang gehen wird und die Bayern relativ schnell die Tabellenführung übernehmen und dann die Schale nach Hause schaukeln werden. Von mir aus kann es gerne anders oder zumindest etwas spannender kommen.

Eine Schlüsselrolle könnte dem Auftaktspiel in Hamburg zukommen. Gewinnen die Bayern dort, setzen sie gleich zu Beginn der Rückrunde ein Ausrufezeichen gegen einen direkten Konkurrenten. Denn als einen solchen würde ich den HSV durchaus betrachten. Vom Punktestand her gibt es keinen triftigen Grund, von einem reinen Zweikampf Hoffenheim-München auszugehen. Verlieren die Bazis in der Wie-auch-immer-Arena, zieht der HSV erstmal vorbei und der Lauf der Münchener ist pausenübergreifend erstmal gestoppt. Schwierig einzuschätzen ist, ob Leverkusen noch mal die Spitzengruppe angreifen kann. Deren Auftaktspiel ist übrigens in Dortmund. Könnte ein Knaller werden!

Die Hertha dagegen, und man kann es am besten mit einem Anglizismus sagen, ‘is punching above weight’. Die Hoffnung in der Hauptstadt ist wieder mal groß, aber mehr als UEFA Cup wird nicht drin sein. Wenn sie mich eines besseren belehren, wäre es aber nicht meine erste Überraschung in diesem Sport.

Bis es soweit ist, werde ich sicher mal in dessen Mutterland reinschauen. Die Premier League macht genausowenig Pause wie die anderen Profi- und die meisten Amateurligen. Mein Lieblingsverein da drüben, West Bromwich Albion, hat gestern nach ewiger Zeit mal wieder einen Sieg geholt, in der Nachspielzeit gegen Manchester City herausgeschossen. Ich war unterwegs und konnte das Spiel nicht sehen, werde mir aber heute Abend zumindest die Highlights im DSF anschauen. Leider sind die ‘Baggies’, so West Brom’s Spitzname, immer noch Tabellenletzter mit vier Punkten Rückstand auf den rettenden Platz 17. Und müssen am 26., dem ‘Boxing Day’, an die Stamford Bridge…

Kategorien:Das Orakel, UK Special

The trend is Ralf’s friend

1. November 2008 Nick Kommentieren

Alle Journalisten haben darauf gewartet, nun liegt endlich der 10. Spieltag hinter uns, und die Medienvertreter dürfen Ralf Rangnick von ‘1899′ Hoffenheim fragen, ob seine Mannschaft auch am Ende der Saison ganz vorne liegen könnte. Als ob jetzt schon irgendeine Vorentscheidung gefallen wäre. Aber spekuliert wird überall gerne, Saisonprognosen habe auch ich abgegeben. Und die kann man natürlich mal mit dem aktuellen Stand vergleichen, auch wenn das noch genausowenig über ihre Qualität entscheidet.

Fast alle hat der extrem gute Start von Hoppnicks Truppe überrascht. Manche hatten ihnen zugestanden, vielleicht ein Wörtchen um die internationalen Plätze mitzureden (ich nicht), aber dass die sich jetzt so weit oben rumtreiben… Ich denke weiterhin, dass sie das Niveau nicht über die ganze Saison halten können, aber bei der ebenso fehlenden Konstanz der Konkurrenten könnte ein Platz unter den ersten fünf bis sechs Teams drin sein.

Die üblichen Titelkandidaten die auch ich auf dem Zettel hatte, sind ja durchwachsen bis enttäuschend in die Saison gestartet. Die Bayern scheinen inzwischen so halbwegs wieder zurück auf dem Erfolgsweg, auch wenn die Stabilität und der spielerische Glanz noch fehlen. Wenn Bremen spielt, fallen zwar meistens viele Tore, aber manchmal eben auch auf der ‘falschen’ Seite. Heute liefern die Grün-Weißen aber ein überzeugendes Spiel gegen Berlin ab – ob das ein Aufbruch wird?

Apropos Berlin. Die Hertha spielt zwar nicht schön, aber steht recht weit vorne – was ich zumindest für möglich gehalten habe. Aber bei dem scheinbar endlosen Pantelic-Theater und der Abhängigkeit von Kontern bin ich mir nicht sicher, ob es bei der guten Platzierung bleibt. Der S 04 spielt (erfreulicherweise) schwächer als ich sie erwartet habe, die Hamburger und Wolfsburger liegen dagegen im Rahmen. Überraschend ist für mich die frühe Stabilität der jungen Leverkusener. In der letzten Spielzeit haben sie das nicht durchgehalten, aber jetzt haben sie schon einen richtig guten Kader beisammen. Kleine Revision meinerseits: Für die ersten fünf müsste das reichen.

Ziemlich gut liege ich bisher mit meinen Abstiegskandidaten im Rennen: Karlsruhe, Cottbus, Bochum und vor allem Bielefeld stehen alle hinten drin, den Gladbachern habe ich das ebenfalls ‘zugetraut’. Aber Meyer wird mit ihnen vermutlich knapp die Klasse halten; es gibt eigentlich keinen Grund, von den drei Hauptkandidaten Cottbus, Bochum und Bielefeld abzurücken, von denen sich ein Team natürlich über die Relegationsspiele retten könnte.

Und der BVB? Spielt sehr ordentlich im Vergleich zur jüngeren Vergangenheit. Das macht wieder richtig Spaß. Manchmal verhindern Pech oder Unvermögen noch die volle Punkteausbeute. Aber die Schwarz-Gelben liegen voll im Plan (das frühe UEFA Cup-Aus kam gegen einen schweren Gegner) und könnten meine Erwartungen übertreffen. Einen internationalen Platz über die Liga zu erreichen wird aber nicht einfach.

Kategorien:Das Orakel

So läuft die Saison

12. August 2008 Nick 7 Kommentare

Eigentlich bin ich kein großer Freund von Saisonprognosen. Nicht mehr. Nach DER letzten BVB-Saison. Aber gar nichts zu sagen wäre auch schwach für einen Fußballblogger. Deshalb hier ein paar mal mehr, mal weniger gewagte Vorhersagen.

Meister wird Bayern München. Oder doch Werder Bremen? Die Bayern könnten in der Tat einen holprigen Saisonstart haben (ich traue ihnen übrigens zu, dass sie dann doch nochmal auf dem Transfermarkt tätig werden) und wenn die B++d und andere interessierte Kreise es schaffen, echte Unruhe um Klinsmann zu erzeugen, könnten die Bremer davon profitieren. Der S 04 schafft mindestens die CL-Quali, bis zur Meisterschaft dauert es aber noch weitere 50 Jahre.

Ganz nach oben werden es die Wolfsburger auch dieses Jahr nicht schaffen. Und der Marcelinho-Abgang könnte Magath und sein Team gerade zu Saisonbeginn zu schaffen machen. Deshalb werden sie sich mit dem HSV und Hertha BSC um die UEFA Cup-Plätze streiten. Ja richtig. Die Hertha könnte das dank einer auf den ersten Blick guten Einkaufspolitik wirklich schaffen. Aber Dieter Hoeneß sollte den Mund noch nicht zu voll nehmen. Bei so vielen neuen Spielern dauert es oft (zu) lange, bis sich die Mannschaft gefunden hat. Am Ende könnte durchaus Platz 6 stehen.

Während ich dem VFB zutraue, da vielleicht noch ein Wörtchen mitzureden, glaube ich nicht, dass sich die Leverkusener nennenswert verbessern werden. Sicher, Renato Augusto und Patrick Helmes sind Topverpflichtungen, aber Bruno Labbadia wird sich in seiner ersten Erstligasaison schwer tun und deshalb wirds nix mit Platz 5. Andererseits – Trainerstühle sind nicht immer stabil gebaut…

Eine Mittelfeldplatz-Garantie hat Hannover 96. Die haben sich ordentlich verstärkt, vor allem mit Schlaudraff, aber die Teams davor eben auch.

Und nun wirds langsam schwammig. ;-) Alle Aufsteiger können auf Anhieb den Sprung ins gesicherte (untere) Mittelfeld schaffen. Auf den ersten Blick sind alle drei Teams erstligareif. Bäume ausreißen werden sie jedoch nicht, auch nicht Hoffenheim. Einstellige Tabellenplätze wären ein Riesenerfolg. Allerdings halte ich es für nicht ausgeschlossen, dass die Hoppenheimer oder die Gladbacher sich doch nach unten orientieren müssen. Beide Mannschaften halte ich für nicht gefestigt genug, um immun gegen einen Negativsog zu sein, speziell, wenn wichtige Spieler ausfallen.

Wahrscheinlichere Kandidaten für den Abstiegskampf sind aber Karlsruhe, Bochum, Cottbus und Bielefeld. Der KSC hat bereits eine gute Struktur in der Mannschaft und hat einige wichtige Spieler halten können; es könnte also knapp reichen. Bochum und Cottbus werden mMn definitiv unten mitspielen, als ’sicheren’ Absteiger sehe ich eigentlich nur Bielefeld. Aber da bin ich nicht der Einzige.

Und der BVB? Das ist wirklich schwer. Ich sach mal: que sera, sera und freue mich auf die Saison mit Klopp. Ein einstelliger Tabellenplatz dürfte jedoch machbar sein, oder?

Kategorien:Das Orakel