Archiv

Archiv für die Kategorie ‘Das schwerste Spiel’

Fußball schauen

19. November 2009 Nick Kommentieren

Man hätte als Fußballblogger vieles schreiben können in den letzten zwei Wochen. Von der Trauerfeier für Robert Enke, Händen für Frankreich und von Geld für verschobene Spiele. Mir fehlte jedoch die Muße und andere haben die Themen inzwischen erschöpfend behandelt. Ich bin dafür wieder dabei, wenn es um das Hauptthema dieses Blogs geht: Fußball schauen. Viele werden sich wieder auf den ganz normalen Bundesliga-Fußball umstellen müssen, vielleicht mehr als nach anderen Länderspielpausen, aber es wird gelingen. Dafür sorgen schon die Interviews von Uli Hoeneß.

Das „Topspiel“ an diesem Samstag heißt Borussia Dortmund v FSV Mainz und ich freue mich darauf. Es sollte ein offensives Spiel werden, möglicherweise mit vielen Toren. Das Spiel der Mainzer in Wolfsburg könnte ein Fingerzeig sein – das Ergebnis darf gerne anders lauten. In der möglichen Aufstellung des BVB gibt es unterdessen noch viele Fragezeichen, besonders im Mittelfeld. Neben den sicheren Ausfällen von Kehl, Hajnal und dem wahrscheinlichen von Tinga wird es knapp für Nuri Sahin, Kuba und vor allem Sven Bender. So könnte sich die Besetzung am Samstag quasi von alleine ergeben.

Unser (scheinbar) einziger Rechtsverteidiger Patrick Owomoyela soll nach einem Infekt wie Kuba erst morgen wieder trainieren. Jürgen Klopp könnte unter Umständen also gezwungen sein, hinten rechts jemand ganz neuen, sprich einen Nachwuchsmann wie etwa Julian Koch, zu testen. Links wird Marcel Schmelzer für den verletzten Dede spielen. Wer auch immer auflaufen wird, gegen einen Aufsteiger sind zu Hause drei Punkte nicht zu viel verlangt. Die Gäste müssen allerdings nur auf den gesperrten Linksverteidiger Zsolt Löw verzichten – und scheinen somit bessere Möglichkeiten zu haben, trotz Pause ein eingespieltes Team aufs Feld zu schicken.

Trotzdem: Das Ziel übermorgen kann nur lauten, zu den Mainzern punktemäßig halbwegs aufzuschließen. Ich freue mich auf packenden Fußball!

Lieber Steak als Pizza

6. November 2009 Nick Kommentieren

(Updated) Das erste „Duell“ mit dem SV Werder hat der BVB schon gewonnen: Lucas Barrios ist von den Fußballfans zum Spieler des Monats Oktober gewählt worden. Mit erstaunlich großem Vorsprung (>30%) vor Bremens Claudio Pizarro; Dritter wurde Andreas Ivanschitz von Mainz 05. Das Ergebnis sagt vermutlich weniger über den tatsächlichen Qualitätsunterschied der Spieler aus als über den Aktivierungsgrad der Fans – wir kennen das ja von der Stimmung in den jeweiligen Stadien. ;-) Dass Lucas die Auszeichnung verdient hat, steht natürlich außer Frage. Nur wenige Wochen nachdem ihm eine Krise angehängt worden war, trifft er in jedem Spiel und hat sich angesichts der Torgefährlichkeit der restlichen BVB-Offensive blitzschnell zu einem Schlüsselspieler entwickelt.

Trifft ähnliches auf Claudio Pizarro zu? Wichtig ist er für den Werder-Sturm ohne Zweifel. Gestern kamen die Bremer in einer sehr offenen Partie gegen Austria Wien erst in der Schlussphase durch ein Abseitstor auf die Siegerstraße. Pizarro fehlte, ebenso wie Thorsten Frings. Pizarro fehlte auch beim 2:2 in Nürnberg. Ob er am Sonntag gegen den BVB spielen kann, ist sehr fraglich. Besonders fraglich natürlich für Thomas Schaaf, aber das kennt man so vor einer Bundesliga-Partie. Als Alternative könnte Hugo Almeida nach längerer Verletzungspause wieder zum Einsatz kommen. Gegen Wien wurde er bereits eingewechselt und erzielte das 2:0. Thorsten Frings wird den Gastgebern jedoch mit einem Muskelfaserriss auf jeden Fall fehlen.

Eine Chance für Schwarz-Gelb? Wenn Tim Wiese spielt wie in Nürnberg und nicht wie gegen Wien. Damit wäre der dritte entscheidende Mann der Bremer genannt. Wiese ist nach heutigem Stand ebenso fit wie Mesut Özil, der auch ein bisschen Fußball spielen kann. Beim BVB sah es zur Wochenmitte vor allem bei der Besetzung des Mittelfelds noch düster aus. Inzwischen können Nuri Sahin, Markus Feulner und Kuba wieder trainieren und sollten übermorgen zur Verfügung stehen. Lediglich Tinga wird mit Adduktorenproblemen ausfallen.

Trotz Welttorjäger des Monats wird die Aufgabe in Bremen sehr schwer, darüber gibt es wohl keine zwei Meinungen. Wir haben bekanntlich andere Positionen, die weniger gut besetzt sind. Und so freue ich mich zwar nicht, verspüre aber eine gewisse Erleichterung, dass die Bremer ebenfalls nicht in voller Stärke antreten können. Vom Knacken der Serie will ich nicht sprechen – einen Punkt zu holen wird schwer genug, erscheint mir aber möglicher als noch vor zwei Wochen.

UPDATE: Schlechte Nachrichten aus Dortmund. Beim Abschlusstraining hat sich Sven Bender einen Muskelfaserriss zugezogen und wird somit wie sein Bremer Pendant Frings etwa zwei Wochen ausfallen. Angesichts der letzten Wochen ist das ein klarer Verlust. Mögliche Reaktionen von Jürgen Klopp: Entweder er zieht Mats Hummels ins Mittelfeld vor und gibt Felipe Santana eine neue Chance in der Abwehr. Oder er lässt Markus Feulner von Beginn an im defensiven Mittelfeld ran. Die erste Variante haben wir zu Saisonbeginn ein paar Mal mit bescheidenem Erfolg ausprobiert. Die zweite wäre mutiger und vielleicht erfolgsversprechender.

Gerissen

29. Oktober 2009 Nick Kommentieren

Vorgestern hat Borussia Dortmund die Stange der Mittelmäßigkeit, die schon fast überquert schien, mit den Füßen doch noch gerissen. Nach dem „Bilanz-Spieltag“ 10 bleibt daher unter dem Strich ein bescheidener Saisonauftakt stehen. Wäre der BVB, wie auch immer, ins Pokal-Viertelfinale eingezogen, hätte man die verbesserten Leistungen in den letzten Wochen als hoffnungsvoll bezeichnen können. So wie es nun ist, fängt man wieder bei null an.

Die Gründe für den mäßigen Start sind vielfältig. Neben Offensichtlichem wie dem gegenüber vielen Konkurrenten begrenzten finanziellen Spielraum sind drei Erklärungsansätze besonders plausibel: Formschwäche bestimmter Spieler, Verletzungen und Formschwäche im Anschluss an Verletzungen. Scheinbar grundlos formschwach zeigt sich schon fast die ganze Saison Patrick Owomoyela. In den letzten Spielen glücklos und am Dienstag richtig schwach war Nelson Valdez.

Verletzungen zentraler Spieler sind für einen Verein, der qualitativ nicht durchgehend hochkarätig besetzt ist, besonders unangenehm. Wir brauchen wohl nicht über den Wert von Sebastian Kehl zu diskutieren. Jürgen Klopp hat im defensiven Mittelfeld mehrere Varianten ausprobiert und mit (dem vorgestern verletzten) Sven Bender eine akzeptable Alternative gefunden. Wäre jedoch der Kapitän fit, wäre mMn ein Lapsus wie die grottige Ausführung des Freistoß vor dem Osnabrücker Gegenzug zum 1:3 und die darauffolgenden Fehler nicht passiert. Kehl kann selbstredend allein keine spielerische Unterlegenheit ausgleichen – er hätte aber an der Bremer Brücke in mancher Situation die passenden Worte gefunden und Anweisungen gegeben.

Um Tamas Hajnal gibt es in Fankreisen Diskussionen. Ein nicht unbedeutender Teil der Anhänger scheint von ihm nicht restlos überzeugt und weist vor allem auf den aktuell schwachen Saisonstart hin. Nun fällt Tamas für den Rest der Hinrunde aus und wer nicht von seiner Kreativität überzeugt ist, muss zumindest zugeben, dass er bei der Ausführung von Standardsituationen fehlt. Die Standards haben sich im Kontrast zur letzten Saison beim BVB wieder zu einem Problem entwickelt – sowohl defensiv als auch offensiv. Dede gelang gegen Bochum per Freistoß ein Assist – ansonsten sind mir wenig gute Ecken und noch weniger gute Freistöße in Erinnerung, die nicht Hajnal getreten hat.

Formschwäche nach Verletzungen muss man bei Kuba und immer noch bei Dede konstatieren. Beide sind noch nicht die Alten und rufen ihr Potenzial noch nicht wieder ab. Was kann Jürgen Klopp in den nächsten Wochen tun? Ein einfacher Tipp: Standards trainieren – in beide Richtungen -  und verhindern, dass noch mal ein Freistoß so ausgeführt wird wie besagter in Osnabrück. Außerdem muss Klopp schnell das System finden, das ohne Kehl und Hajnal am besten funktioniert. Möglicherweise ist es das in den letzten Partien praktizierte 4-2-3-1. Klopp wird jedoch nichts anderes übrigbleiben als personell zu rotieren, wenn die Leistungen der Spieler so sehr schwanken. Valdez hat sich eine Pause verdient und Markus Feulner eine Chance. Auf der Position hinten rechts kann man auf Owomoyela bis zum Winter scheinbar nicht verzichten – sollte sich jedoch jemand aus dem erweiterten Kader oder der Zweiten Mannschaft aufdrängen, bin ich für Experimente offen! Mehr …

Der VFL

25. Oktober 2009 Nick Kommentieren

(Updated) Wie ich auf der Suche nach Informationen über den nächsten Pokalgegner des BVB entdeckt habe, hat sich Osnabrück tatsächlich die Homepage www.vfl.de gesichert. Diese ist jedoch ziemlich mit Werbung überfrachtet. Der VFL hat jedenfalls inzwischen den Kontakt mit der Spitze der Dritten Liga hergestellt und ist mit vier Punkten Rückstand auf Tabellenführer Offenbach Fünfter. An diesem Wochenende gewannen unsere Gastgeber vom Dienstag an der Bremer Brücke 3:1 gegen Aue – der Sieg wurde erst kurz vor Schluss sichergestellt.

Niemand sollte deshalb Osnabrück unterschätzen und niemand wird das im BVB-Team tun – dafür wird Jürgen Klopp schon sorgen. Der Sieg über den HSV ist allen bekannt, die DVD davon wird in diesen Tagen in Dortmund in der „heavy rotation“ laufen. Ob dann jeder auf dem Platz 90 Minuten hellwach ist, bleibt trotzdem abzuwarten. Ein Sieg ist Pflicht, der Pokal ist schließlich die Abkürzung nach Europa – ich könnte noch mehr wahre Platitüden anführen, aber lasse es dabei.

Es ist noch offen, ob der am Freitag angeschlagen ausgewechselte Kuba bis übermorgen fit wird. Ansonsten spricht wenig gegen Startelf und System der letzten beiden Partien.

UPDATE: Nun sind auch Nelson Valdez, aber vor allem Sven Bender für Osnabrück fraglich. Als Bender-Ersatz stünde Tinga wieder zur Verfügung.

Spitzenprüfung

22. Oktober 2009 Nick Kommentieren

Das Freitagabend-Spiel des kommenden Bundesliga-Spieltags wird ein Härtetest für beide Seiten werden. Die Gastgeber und Spitzenreiter aus Leverkusen müssen beweisen, dass sie auch ohne zwei eminent wichtige Spieler, Simon Rolfes und Renato Augusto, einen ordentlichen Gegner schlagen können. Rolfes ist mit einer Durchschnittsnote von 2,56 beim „Kicker“ zurzeit der zweitbeste Feldspieler der Liga. Für den BVB geht es darum, den Aufwärtstrend zu bestätigen oder zumindest eine weitere Klatsche gegen ein Topteam zu vermeiden.

Angesichts der personellen Lage sollte letzteres möglich sein. Die angeschlagenen Stürmer Mohamed Zidan und Lucas Barrios werden morgen Abend voraussichtlich spielen können. Darüberhinaus ist eine Rückkehr von Tinga in den Kader möglich. Jürgen Klopp deutete gestern an, dass er sowohl die personelle als auch die taktische Aufstellung vom Bochum-Spiel übernehmen könnte:

Ich kann so viele offensive Spieler bringen, wenn sie sich an allen defensiven Aktionen beteiligen. Das Risiko ist kalkulierbar.

Ob er wirklich erneut ein 4-2-3-1 mit drei gelernten Stürmern aufbieten wird, halte ich für zweifelhaft. Beim Pokern wird ja auch viel geredet, bevor man die Karten aufdeckt.

Leverkusen wird morgen trotz allem ein gefährliches Team aufbieten, das aber für einen Sieg seine Ausrichtung vom Hamburg-Spiel deutlich verändern muss. Das Gleiche gilt für den BVB: So offensiv wie gegen Bochum kann man nicht auftreten – es geht darum, die richtige Balance zu finden. Ich freue mich drauf: Freitagabend-Spiele haben ein besonderes Flair und auf die morgige Partie könnte das besonders zutreffen.

Geschüttelt und umgerührt

17. Oktober 2009 Nick Kommentieren

Die BVB-Mannschaft, die wir morgen im Westfalenstadion ’serviert’ bekommen werden, wird Chefkoch Jürgen Klopp notgedrungen nach neuem Rezept vorbereitet haben. Im Derby gegen den VFL Bochum werden sich nach den Ausfällen im Mittelfeld (Tinga, Hajnal, Kehl) nicht nur die personellen Zutaten ändern. Im Raum steht auch eine Systemänderung hin zu drei Offensivkräften, die man wahlweise als ‘zwei offensive Außen, ein Stürmer’ oder ‘drei Stürmer, davon zwei außen’ interpretieren kann. Sehr unwahrscheinlich ist allerdings, dass Nelson Valdez von Beginn an spielen wird: Der Paraguayaner kehrte nach Verzögerungen erst am Freitagabend von der WM-Qualifikation aus Südamerika zurück. Die Aufstellung verspricht spannend zu werden morgen – ob es ein attraktives Spiel wird, ist eine ganz andere Frage.

Der VFL Bochum hat sich in den Wochen seit der Entlassung von Marcel Koller stabilisiert. Unter dem vermeintlichen Übergangs-Trainer Heinemann, dem von Publikumsliebling Dariusz Wosz assistiert wird, hat der VFL einen Auswärtssieg in Nürnberg hinbekommen und vor zwei Wochen gegen Meister Wolfsburg einen Punkt geholt. Die Frage ist jedoch: Wie lange hält der Neuer-Trainer-Effekt? Häufig sind die positiven Auswirkungen vorübergehend. Marcel Koller ist in erster Linie an den zu hohen Erwartungen gescheitert, und ich sehe keinen Grund, warum Bochum mittelfristig nicht doch wieder in den Abstiegskampf rutschen sollte, wie ich zu Saisonbeginn gemutmaßt habe (auch wenn meine anderen beiden Absteiger sich noch sehr gut halten).

Dem VFL fehlen mit Ono, Imhof und Bönig keine absolut unersetzlichen Spieler. Trotzdem ist natürlich von einer defensiven Ausrichtung der Gäste auszugehen. Mal sehen, wie sich die Schwarz-Gelben, deren Startelf morgen noch jünger sein wird als normalerweise, damit zurechtfinden. Das Ziel wird wieder einmal heißen: Drei Punkte, egal wie!

Rücke vor bis auf Los

24. September 2009 Nick 1 Kommentar

Reset im Blog. Konstruktion einer Parallele zum BVB: So wie der nach dem Pokalerfolg in Karlsruhe seine Bundesliga-Saison hoffentlich noch einmal von vorne startet, so passiert das auch hier bei Any Given Weekend. In Wirklichkeit hat das neue Outfit natürlich mehr mit der geringen Halbwertszeit meines Design-Geschmacks zu tun. Nachdem WordPress.com das bei selbstgehosteten WordPress-Blogs sehr beliebte INove-Theme in sein Sortiment aufgenommen hat, war das Bedürfnis nach einem Wechsel da. Mit dem festen Vorsatz, jetzt mindestens bis Saisonende bei diesem Theme zu bleiben.

Kommen wir zum Content. Dass ein Auswärtsspiel bei einem Zweitligisten nicht ohne ist, haben gestern ziemlich viele Erstliga-Klubs erfahren. Umso mehr Respekt darf man vor der Leistung der Schwarz-Gelben in Karlsruhe haben. Nicht vergessen dürfen wir natürlich, dass unser kommender Gegner mit dem gleichen Ergebnis bei einem möglichen Bald-Zweitligisten gewonnen hat.

Es ist Derby-Zeit. Die letzten Personal-Informationen besagen, dass außer Sebastian Kehl voraussichtlich auch Kuba dem BVB nicht zur Verfügung stehen wird. Außer diesen beiden sehr wichtigen Spielern sollen aber alle bis Samstag fit sein. Also auch Sven Bender, der nun nicht zur U 20-WM fährt und von seinem Infekt genesen scheint. Ebenso die zuletzt angeschlagenen Dede, Tinga und Santana. Beim Gegner könnte Kevin Kuranyi wegen einer Grippe auf die Bank oder sogar aus dem Kader rutschen. Sichere prominente Ausfälle sind Jones, Mineiro und Christian Pander, der uns ja schon das ein oder andere Mal geärgert hat.

Was soll man sonst noch sagen zu Samstag? Im Gedenken an den Bart von Leverkusens Stefan Kießling begann am Dienstag nach dem Karlsruhe-Spiel das Projekt „Derbysieger-Bart“:

Derbysieger_Bart

Dieser Bart wird erst rasiert, wenn der BVB ein Spiel nicht gewinnt! Ich bin empfänglich für pubertären Fußballer-Kram? Scheint so.

Das einfachste Spiel

10. September 2009 Nick Kommentieren

Es sagt sich immer so einfach: Gegen die Bayern kannst du eigentlich nicht verlieren, das ist doch das einfachste Spiel der Saison. Für das Auswärtsspiel mag das gelten, aber im Westfalenstadion erwarten die BVB-Fans zumindest eine anständige Leistung. Die Schwarz-Gelben sind jedoch vor dem großen Spiel am Samstag in der momentanen Situation klarer Außenseiter gegen den Verein, der mit dem Kauf von Arjen Robben mal eben seine suboptimale Transferpolitik aufgebessert hat. Eine gute Verpflichtung, keine Frage. Die den FCB mehr gekostet hat, als der BVB in dieser und der vorhergehenden Saison zusammen für Neuverpflichtungen ausgegeben hat. (Quelle: Transfermarkt.de)

Am Samstag wird es in erster Linie darauf ankommen, die Außenstürmer Robben und Ribery nicht zur Entfaltung kommen zu lassen, ohne die bei den Bayern in dieser Saison bekanntlich nichts zusammenlief. Eine schwere Aufgabe, für die Jürgen Klopp den einzig möglichen Lösungsansatz skizziert:

Wir dürfen ihnen nicht so viele Räume anbieten und wir dürfen die Verantwortung nicht auf unsere Außenverteidiger abwälzen.

Werden Dede und Owomoyela mit ihren Aufgaben alleingelassen, dürfte das fatale Folgen haben. Gefragt ist schnelles Verschieben im Mittelfeld – nichts, was den BVB in dieser Spielzeit bisher ausgezeichnet hat. Aber es ist ja auch kein Spiel wie jedes andere.

Ob die Gäste wirklich von Beginn an mit der Hyper Hyper-Flügelzange Ribery&Robben antreten, ist noch unklar – Trainer van Gaal tendiert angeblich eher dazu, den Franzosen später zu bringen. Van Bommel, Demichelis und Toni trainieren nach ihren Verletzungen wieder, werden aber nach Angaben aus München noch nicht im Kader stehen.

Beim BVB gehen die Leiden von Sebastian Kehl weiter. Eine erneute Operation ist zwar nicht geplant, ebensowenig aber eine Rückkehr in den Kader. Als Ersatz für den Kapitän steht neben Mats Hummels auch wieder Tinga zur Verfügung – naheliegend ist jedoch ein Einsatz von Hummels. Ein kleines Fragezeichen steht noch hinter Kuba, der angeschlagen vom Länderspiel mit Polen zurückkehrte. Nelson Valdez wird erst morgen aus Südamerika zurückerwartet – sein Auftritt gegen Argentinien lässt uns natürlich hoffen, dass er bis übermorgen wieder halbwegs fit ist.

Das Einfachste am ‘einfachsten Spiel’ werden die Erklärungen danach sein, da muss sich niemand in Dortmund Gedanken machen. Was in den zwei Stunden zuvor passieren wird, ist schwerer vorherzusagen.

Ex-Lieblingsgegner?

27. August 2009 Nick 4 Kommentare

In der letzten Saison hatte der BVB mit dem kommenden Gegner Eintracht Frankfurt so wenig Probleme wie mit kaum einem anderen Verein. 4:0 und 2:0 endeten die beiden Liga-Partien. Die aktuelle Platzierung in dieser Saison dagegen kehrt die Verhältnisse der Abschlusstabelle beinahe um: Die Eintracht ist zur Zeit Sechster, der BVB Zwölfter. Einerseits ist das eine Momentaufnahme, schließlich haben wir nur einen Punkt weniger, andererseits gibt es aber auch Erklärungen. Frankfurt hat einen neuen Trainer und vor allem weniger Verletzungssorgen als über weite Strecken der Vorsaison.

Am Samstag werden den Gastgebern nach jetzigem Stand von den Stammspielern nur der gesperrte Patrick Ochs und der Langzeit-Verletzte Christoph Preuß fehlen. Bei den Schwarz-Gelben wird es dagegen darum gehen, trotz der Abwesenheit von Sebastian Kehl endlich Stabilität und Aggressivität im Mittelfeld zurückzugewinnen – und diese Tugenden über mehr als 30 Minuten zu zeigen. Der „Kicker“ rechnet angesichts der Verletzung von Tinga mit einem Einsatz von Mats Hummels auf der „6″ und so wird es nun, da Subotic hinten mitwirken kann, wohl auch kommen. Patrick Owomoyela mal eine Pause zu gönnen (zugegeben, euphemistisch formuliert nach drei Spieltagen) ist offensichtlich nicht geplant – Florian Kringe sehen die Ruhr Nachrichten „in der Bedeutungslosigkeit verschwunden“.

Mit jedem Spiel lichtet sich ein wenig der Nebel um die ‘wahre Leistungsstärke’ der Mannschaften, und EIGENTLICH müsste in Frankfurt ein Sieg her, um höhere Ambitionen zu bekräftigen. Ein Knackpunkt wird auch dort wieder die Anlaufzeit sein, die der BVB benötigt. Ein frühes Dortmunder Tor würde unserem Spiel gut tun! ;-)

Offene Rechnungen

13. August 2009 Nick Kommentieren

Klar, es gibt Mannschaften, die schlägt man immer besonders gern. Namen zu nennen ist sicher überflüssig. Eine offene Rechnung hat der BVB aber eigentlich nur mit einem Team zu begleichen, unserem Gegner vom Samstag: Dem Hamburger SV. Während die Medien vom Revanche-Versuch der Bayern gegen Bremen sprechen werden, haben auch die Schwarz-Gelben Grund genug, dem HSV den Start zu verderben. Bekanntlich verdrängten die Hamburger uns am 34. Spieltag dank eines Abseitstors kurz vor Schluss wieder von Platz 5 und spielen jetzt in der Europa League.

Das ist kein Grund für längere Verstimmungen, aber hoffentlich genügend Anreiz für die 11 bis 14 Dortmunder auf dem Feld, in Hamburg alles zu versuchen. Die Chancen könnten schlechter sein. Weder im zugegeben fast bedeutungslosen Rückspiel gegen Randers noch beim Ligaauftakt in Freiburg konnte der HSV überzeugen. Und das, obwohl außer den Langzeitverletzten Alex Silva und Bastian Reinhardt alle wichtigen Spieler dabei waren. Für Samstag bangt man angeblich um den Einsatz von Frank Rost, den eine Knochenhautentzündung an der Ferse plagt. Der Hamburger Torwart sagt im „Kicker“: „Ich bin kein Rambo-Typ, der sich immer fitspritzen lässt.“ Vermutlich werden er und die HSV-Ärzte aber doch alles dransetzen, damit er auflaufen kann.

Für einen Sieg in Hamburg wäre eine Dortmunder Leistungssteigerung gegenüber dem Köln-Spiel nötig. So überlegen die Schwarz-Gelben waren, so schwach war der FC. Noch mal so viele Chancen zu vergeben, würde sich sicher rächen. Die Achillesferse des HSV könnte die Ferse von Rost sein. Vielleicht brauchen wir keine Pfeile, sondern nur ein wenig Geduld. Mondragon II befürchte ich jedenfalls nicht.

Beim BVB würde natürlich ein erneutes Fehlen von Sebastian Kehl wehtun. Obwohl Sahin und Tinga ihre Sache gegen Köln sehr ordentlich gemacht haben. Sinn macht beim kommenden Gegner aber nur der Einsatz eines voll belastbaren Kehl. Es wird wohl zu knapp werden. Schaut man sich die Aufstellungen der letzten beiden Spiele an, wäre ein Fehlen der ebenfalls angeschlagenen Bender und Kringe dagegen zu verschmerzen. Obwohl ich gerade Neuling Bender gerne mal spielen sehen würde.

Kaum etwas spricht gegen ein attraktives Spiel am Samstag. Der HSV muss etwas tun, hat etwas gut zu machen. Der BVB muss in dieses Spiel reinfinden, aggressiv sein – dann könnte uns das durchaus liegen.