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Archiv für die Kategorie ‘Die dunkle Seite’

Ein ganz besonderer Torwart

10. November 2009 Nick Kommentieren

Eigentlich wollte ich heute noch einen Beitrag über die erneute Knieverletzung von Dede schreiben, die ihn zu einer Zwangspause bis Ende des Jahres verurteilt. Dann kam die schockierende Nachricht vom Tod Robert Enkes. Der 32-jährige Torwart von Hannover 96 hat sich allem Anschein nach das Leben genommen. In der Nähe von Hannover wurde er an einem Bahnübergang von einem Zug erfasst.

Für Außenstehende verbieten sich Spekulationen, was letztlich der Auslöser für den vermutlichen Freitod war. Robert Enke hat jedenfalls mehr Schicksalsschläge als die meisten seiner Kollegen einstecken müssen. Er war vielleicht der sympathischste Nationalspieler der letzten Jahre – nach allem was man hört, ein ruhiger, reflektierter Zeitgenosse, der nichts übrig hatte für das Posertum, das in der Branche nicht selten ist. Das ist ein trauriger Abend für Fußballfans, aber natürlich in erster Linie für die Menschen, die Robert Enke persönlich kannten. Ich bin sicher, dass ich nicht der Einzige bin, der ihm die WM-Teilnahme und auch sonst alles Glück gegönnt hätte.

P.S. Ein Armutszeugnis ist, wie zurzeit (Dienstagabend) bei Spox.com die Nachricht von Enkes Tod ständig von einem riesigen Werbebanner eines bayrischen Automobilkonzerns überlagert wird.

Arbeitskräftefreisetzung bei Schalke 04

2. Oktober 2009 Nick Kommentieren

Ist das die richtige Formulierung, Herr Magath? Denn von einem Ellbogenschlag für langjährige Mitarbeiter zu sprechen, wäre natürlich Verleumdung. Dass Sie in dieser Woche acht Kündigungen ausgesprochen haben, ist selbstredend eine Umstrukturierungsmaßnahme und hat nichts mit finanziellen Problemen bei Schalke 04 zu tun, die es nicht gibt. Sondern nur in der Presse.

Kategorien:Die dunkle Seite

Der Himmel ist nicht immer blau

17. Juli 2009 Nick 1 Kommentar

Man könnte diese Geschichte als eine alltägliche Randnote des Kapitalismus abtun, auch wenn, oder gerade weil, es sich um Fußball dreht. Am meisten betroffen sind jedoch die Fußballfans – und da kommen dann wieder Kategorien wie ‘Herzblut’ und ‘Leidenschaft’ ins Spiel, die man, so banal es klingt, noch nicht so einfach kaufen kann.

Vor wenigen Wochen verschwand ein gesamtes Netzwerk von Fußball-Fanseiten von der Netz-Bildfläche: „rivals.net“ hostete meines Wissens Seiten über alle englischen Profivereine; Seiten, die von Fans gemacht wurden, die jedoch was Technik und Seitenaufbau angeht, von rivals.net abhängig waren. Rivals.net existierte seit 1999 und hatte früher illustre Namen zu bieten: Bekannte Fanzines wie „When Skies Are Grey“ und „United We Stand“ waren einst Teil des Netzwerks.

2007 wurde das Netzwerk von BSkyB übernommen, der Pay TV-Sparte von Rupert Murdochs News Corporation-Konzern (NC hält laut Wikipedia noch 38% von BSkyB). Und auch wenn es vorher nicht optimal gelaufen sein sollte – besser wurde es jedenfalls nicht. Das Design wurde lieblos überarbeitet und war sicher kein Grund, die Seiten zu besuchen. Trotzdem gab es bei „rivals.net“ immer noch einige gut bis sehr gut geschriebene Seiten, bei denen man den Fan dahinter spürte. Ich kannte nur ein paar; auf jeden Fall empfehlenswert waren „WBA Unofficial“ (West Bromwich Albion) und noch mehr die Coventry City-Seite „Gary Mabbutt’s Knee“.

Diese und alle anderen „Rivals“-Seiten wurden Anfang Juli ohne Vorwarnung eingestellt; die Entscheidung kam von Sky, aus wirtschaftlichen Gründen. Ohne Vorwarnung kam das Ende aber nicht nur für die Besucher der Seiten, sondern auch für die Webmaster und Schreiber. Genaue Details sind schwer zu bekommen, aber angeblich erhielten die verantwortlichen Fans einen Brief, dass „rivals.net“ sofort dichtgemacht würde. Es ist in etwa so, als ob WordPress.com mir und den Millionen anderer Blogger mitteilen würde, dass ab morgen Schluss ist auf der Plattform – mit dem Unterschied, dass die meisten „Rivals“-Seiten trotz aller Probleme viel stärker frequentiert waren als die meisten WordPress-Blogs. Seit Anfang Juli liest man nun beim Ansteuern einer der Fanseiten lediglich den lapidaren Satz „Rivals.net is currently Unavailable“. Von einer Wiederkehr kann aber erst mal keine Rede sein.

News Corporation ist natürlich auch der Konzern, der dafür verantwortlich ist, dass in Deutschland „Premiere“ jetzt „Sky“ heißt; schließlich besitzen sie knapp 20% der Aktien und wollen den Anteil noch deutlich erhöhen. Gegen die Namensänderung und das neue Logo habe ich gar nichts. Man sollte aber die jetzt gestartete Rebranding- /Image- /Abonnentenwerbungs-Kampagne, die vor allem auf den Fußballfan zielt, vor dem Hintergrund der beschriebenen Vorgehensweisen betrachten.

(Quellen: Twohundredpercent, Vital Wigan Athletic)

Ärger in Berlin

18. März 2009 Nick Kommentieren

Das „Duo Infernale“ hat wieder zugeschlagen. So nennen die Berliner aufgrund der alten gemeinsamen Zeiten Patrick Ebert, bekanntlich immer noch bei der Hertha, und Kevin Prince Boateng, bekanntlich über Umwege inzwischen Dortmunder geworden. Die beiden Jungprofis sollen letzte Nacht zur Feier von Eberts 22. Geburtstag in Berlin Autos beschädigt haben. Der Klassiker: Lack zerkratzt, Spiegel abgetreten. Ein Objektschützer hat die beiden angeblich dabei beobachtet; unzweifelhaft ist, dass Ebert und Boateng um drei Uhr in Wilmersdorf von einer Polizeistreife angehalten und mit den Vorwürfen konfrontiert wurden.

Die Spieler bestreiten, etwas mit der Sache zu tun zu haben. Das überrascht erstmal nicht. Welchen Grund sollte aber der Zeuge haben, ihnen das anzuhängen? Ist er vielleicht Schalke-Fan? Oder Unioner? Selbstverständlich muss man jetzt die Ermittlungen abwarten, bei denen es darauf ankommen wird, ob sich noch weitere Zeugen finden, die Ebert und Boateng be- oder entlasten. Beide haben sich inzwischen einen Anwalt genommen. Während Ebert von seinem Klub auf jeden Fall eine Geldstrafe zu erwarten hat, da er in Sachen nächtliche Kneipentouren ein Wiederholungstäter ist, hört man vom BVB noch nichts in dieser Richtung. Ein mildernder Umstand könnte für Boateng sein, dass er zur Zeit ohnehin verletzt ist.

Sollten sich die Vorwürfe aber erhärten, wird ein Verbleib von Kevin beim BVB noch unwahrscheinlicher. Die Ressourcen sind ohnehin knapp und soeben hat der Verein eine andere Verpflichtung fürs Mittelfeld bekannt gegeben, von der der nächste Beitrag handelt…

Freispruch mit Folgen?

6. März 2009 Nick Kommentieren

Das wird der springende Punkt sein: Gibt es ernsthafte Konsequenzen aus den verspäteten Dopingkontrollen der Hoffenheimer? Wenn sich DFB/DFL und vor allem alle Akteure in den Vereinen endlich des Ernstes der Lage bewusst werden, sind die vorläufigen Freisprüche der Spieler Ibertsberger und Janker, die die DFB-Anti-Doping-Kommission heute beschloss, aufgrund der angeblichen Faktenlage zu rechtfertigen.

Die wichtigsten Ermittlungsergebnisse in Kürze: Die beiden Spieler sollen vom Doping-Beauftragten des Vereins nicht rechtzeitig über die anstehende Kontrolle informiert worden sein, so dass sie sich zunächst noch mal in die Kabine begaben. Deswegen sieht die Kommission kein Verschulden der Spieler. Der unabhängige Doping-Kontrollarzt wiederum soll den Weg der Spieler nach Verlassen des Spielfelds pflichtwidrig nicht überwacht und dem falschen Hoffenheimer Verantwortlichen den „Kontrollzettel“ übergeben haben. Deswegen wird er vorläufig suspendiert.

Eine genaue Rekonstruktion der Ereignisse präsentiert der DFB hier. Sollte es sich wirklich so zugetragen haben, müsste zumindest die TSG Hoffenheim wegen eines schweren Verstoßes gegen die Anti-Doping-Richtlinien bestraft werden. Die Kommission wird deshalb Anklage vor dem DFB-Sportgericht gegen den Klub erheben und ein mündliches Verfahren beantragen. Im Raum stehen bis zu 150.000 Euro Geldstrafe und ein Punktabzug. Wieviel den Hoffenheimern eine Summe im niedrigen sechsstelligen Bereich ausmacht, kann sich jeder denken. Der DFB hatte bisher noch nicht über einen vergleichbaren Fall zu urteilen, daher schlage ich einen Abzug  von mindestens drei Punkten vor! Allein mir fehlt der Glaube…

Was aber noch wichtiger ist: Die Kommission will beim DFB-Präsidium die Einführung eines ‘Chaperon-Systems’ beantragen, wie es in vielen anderen Sportarten schon praktiziert wird. Chaperons sind neutrale Helfer, die die Kontrollärzte bei der lückenlosen Überwachung der zur Dopingprobe ausgelosten Sportler unterstützen. Damit wären Ereignisse wie die von Mönchengladbach bei gewissenhafter Umsetzung ausgeschlossen. Das wäre zumindest ein deutliches Zeichen des DFB für die Zukunft – dessen Symbolkraft allerdings untergraben würde, wenn Hoffenheim jetzt mit einer milden Geldbuße davonkommt.

Die besten Doping-Hilfsmittel

2. März 2009 Nick 6 Kommentare

Gerade gesehen bei „Sport Inside“ im WDR: Penis-Attrappen gefüllt mit sauberem Urin, die dann bei der Dopingkontrolle entleert werden. Ob die Kontrolleure da künftig selber Hand anlegen müssen?

Nichts außer Fußball

2. März 2009 Nick Kommentieren

Es ist eine Meldung, die außerhalb Dortmunds etwas untergegangen ist. Bekanntgegeben wurde sie an einem Wochenende, an dem der BVB in der Fußball-Bundesliga auf Herbstmeister TSG Hoffenheim traf. Der „Kicker“ erwähnte es in der Montagsausgabe immerhin mit einem Satz. Folgendes hatte Präsident Reinhard Rauball am Samstag mitzuteilen: Borussia Dortmund beendet nach Ablauf dieser Saison sein Engagement im Profisport! Außer im Fußball, versteht sich.

Konkret heißt das, dass die Tischtennis-Herren, die sportlich kurz vor dem Aufstieg in die erste Liga stehen, und die Handball-Damen, die in der 1.Bundesliga gegen den Abstieg spielen, nach dieser Saison vom Spielbetrieb abgemeldet werden und künftig nur noch auf Amateurebene antreten werden. Eine Entscheidung, die erstmal – ausgerechnet – an den Umgang der Bayer AG mit den Bundesliga-Basketballern aus Leverkusen erinnert: Der Konzern stieg vor knapp zwei Jahren als Hauptsponsor aus (nach 40 Jahren), um sich mehr auf u.a. den Fußball zu konzentrieren. In der Folge musste die Mannschaft nach Düsseldorf umziehen; die erste Basketball-Herrenmannschaft von Bayer Leverkusen spielt nun in der Regionalliga West.

Nun hat natürlich der BVB nicht die finanziellen Möglichkeiten des Chemie-Riesen und abgesehen davon auch eine bessere ‘Entschuldigung’. Ums Geld geht es trotzdem. Der Hintergrund ist, dass die KGaA (Kommanditgesellschaft auf Aktien) mit der Profi-Fußballabteilung und der eingetragene Verein Borussia Dortmund mit den restlichen Abteilungen getrennt wirtschaften müssen. Für die finanziellen Mittel des e.V. gibt es zudem weitere steuer- bzw. vereinsrechtliche Beschränkungen, die Rauball am Samstag folgendermaßen erläuterte:

Die Mittel des e.V. sind satzungsmäßig und steuerbegünstigt gebunden. Wir können die Verluste des wirtschaftlichen  Geschäftsbetriebs Handball und Tischtennis nicht durch die Einnahmen des gemeinnützigen Teils des BVB (durch die Mitgliedsbeiträge) abdecken.

Sollte das Vereinsvermögen durch die Verluste zur Neige gehen, drohe der Verlust der Gemeinnützigkeit.

Diese Argumentation ist für sich genommen nachvollziehbar. Es leuchtet auch weitgehend ein, dass es ‘in Zeiten wie diesen’ schwierig ist, Sponsoren für Mannschaften und Abteilungen zu finden, die beim BVB Randsportarten betreiben. Denn natürlich stehen Handball und Tischtennis bei uns im Schatten des Fußballs und das wird sich angesichts von Bedeutung und Tradition der Sportart Nummer 1 auch nicht ändern. Ich selber bin Fußball- und kein Handball- oder Tischtennisfan. Aber ich bin auch Vereinsmitglied und die Entscheidung ist schon ein Schlag ins Gesicht für die Sportlerinnen und Sportler, die Woche für Woche für den BVB auflaufen bzw. an die Platte treten. Ganz zu schweigen von Trainern, Betreuern und anderen Angestellten der betroffenen Abteilungen, für die es noch fraglicher ist, ob sie ihre Jobs behalten oder vergleichbare finden werden.

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Das Hoffenheim-Spiel im Fadenkreuz

26. Februar 2009 Nick Kommentieren

(Updated again) Meiner Aufmerksamkeit natürlich. Am Samstag hat der BVB Gelegenheit, Revanche zu nehmen für die höchste Saisonniederlage bisher (es gab ja auch erst drei), das 1:4 in Mannheim. Die Hoffenheimer führten die Schwarz-Gelben damals ziemlich vor und versetzten der euphorischen Stimmung in Dortmund nach dem gelungenen Auftakt erstmal einen Dämpfer. Die Zeiten haben sich geändert. Nach der Euphorie ist beim BVB wieder der Alltag eingekehrt, was zu erwarten war. Und in Sinsheim haben sie noch ganz andere Probleme. Die verspäteten Dopingproben der Spieler Janker und Ibertsberger haben den mäßigen Rückrunden-Auftakt aus den Schlagzeilen verdrängt. Der Fall wird anderswo schon sehr ausführlich diskutiert; sehr gute Beiträge gibt es wie immer bei Allesaussersport, eine schöne Chronologie bei Catenaccio.

Dass sich die Aufregung auf die Leistung der Hoffenheimer Mannschaft auswirkt, ist jedoch nicht zu erwarten. Zumindest im Training und auf dem Spielfeld ist Ralf Rangnicks Arbeit noch über jeden Zweifel erhaben. Ich erwarte ein sehr interessantes Spiel am Samstag. Der BVB muss leider auf zwei seiner drei Kreativspieler im Mittelfeld verzichten: Neben Kuba, der weiterhin ‘aufgebaut’ wird, fehlt auch Kevin-Prince Boateng wegen einer Sehnenreizung im Knie. Allerdings könnte Nuri Sahin nach seiner ordentlichen Leistung im Derby einen Plan B zur vermutlichen Besetzung Kehl – Kringe, Tinga – Hajnal darstellen.

Links hinten fehlt Lee noch einmal gesperrt. In der Startelf dürfte ihn wie in Gelsenkirchen Marcel Schmelzer ersetzen. Doch die Spitzennachricht aus Dortmund lautet: Dede soll übermorgen wieder im Kader stehen! Am Dienstag spielte er beim verlorenen Testspiel in Düsseldorf eine Halbzeit ohne körperliche Probleme. Nicht ganz unrealistisch erscheint folgendes Szenario: Es steht am Samstag Unentschieden und in der 75. Minute wird Leonardo eingewechselt. Die Schluss-Viertelstunde dürfte was besonderes werden im Westfalenstadion.

Die Hoffenheimer äußern sich bis dato auf ihrer Homepage übrigens weder zu den aktuellen Vorwürfen (sie sagen noch nicht mal, dass sie nichts sagen) noch zur möglichen Aufstellung fürs Dortmund-Spiel. Größere Verletzungsprobleme gibt es außer natürlich bei Ibisevic nicht. Laut Sport1 wird Timo Hildebrand ins Tor zurückkehren, Andreas Ibertsberger soll spielen.

Wie ich schon sagte: Spannendes Spiel, weitere Chance zur Standortbestimmung; wollen wir hoffen, dass alles sportlich fair bleibt!

UPDATE: Die Planung von Jürgen Klopp fürs Wochenende sieht nun doch kein Comeback von Dede im Westfalenstadion vor. Möglicherweise spielt er dafür von Beginn an in der zweiten Mannschaft, die am Samstag bei der Zweitvertretung der Gladbacher antreten muss. Ebenso wäre ein Einsatz in einem Testspiel der Zweiten am Montag möglich. Wahrscheinlich lief es vorgestern in Düsseldorf spielerisch noch nicht so rund…

SAMSTAG, 1:30 UHR: So, alles wieder anders. Genau das Szenario, das mir ursprünglich vorschwebte, ist wieder möglich. Dede ist doch im Kader und er findet es „sooo geil“. Ich auch!

Bleibt Mainz Mainz, wie es singt und lacht?

3. Februar 2009 Nick 1 Kommentar

Vom Viertelfinale des DFB-Pokals werden in diesem Jahr zwei Spiele live im Free-TV zu sehen sein. Die ARD hatte den Erstzugriff und hat sich wenig überraschend Bayer v Bayern gesichert. Das ZDF hat sich für die Partie Mainz 05 v Schalke 04 entschieden. Eigentlich keine Sensation, dass das ZDF Mainz überträgt. Die Begegnung hat von den drei übrigen Spielen auch den meisten Charme, mehr als der Auftritt des Volkswagen-Werksklubs gegen Bremen. Mainz gegen Schalke, das ist gute Laune gegen schlechte Laune, Karnevalsverein mit Aufstiegshoffnungen gegen strauchelnden Gasriesen.

Aber halt. Obwohl das ZDF wohl die richtige Entscheidung getroffen hat – das bisher sehr positive Image der 05er hat gestern leichte Kratzer bekommen. Für Leute, die näher an Mainz dran sind, ist es vermutlich nichts Neues, aber auch dort gibt es ‘Problemfans’, und die haben sich gestern in Kaiserslautern beim Derby daneben benommen und das ist noch gelinde ausgedrückt. Bei der Ankunft am Bahnhof wurden Pyrotechnik gezündet, Sachbeschädigungen begangen und rechtsextreme Lieder gesungen. Welches Liedgut das genau war, steht in der Meldung natürlich nicht, aber für das ‘U Bahn-Lied’ beispielsweise könnte es meinetwegen gerne Stadionverbote geben – egal ob die Sänger pubertierende Jugendliche sind oder nicht.

Das sind natürlich Probleme, die leider fast jeder Verein kennt, auch wir beim BVB. Der Mainzer Fan-Beauftragte Christian Viering beeilte sich zu versichern, dass es sich bei den Übeltätern um Einzelfälle handele, die nur bei brisanten Spielen wie gegen Lautern und Frankfurt aufträten. Trotzdem: Auch Mainz 05 scheint in der Realität angekommen. Klopp ist weg, alles normalisiert sich. Das muss nicht per se schlecht sein, schließlich hat der Übergang zum ruhigeren Jörn Andersen sportlich sehr gut geklappt. Leider scheint sich aber auch das Fanverhalten dem anderer Klubs anzugleichen. Oder war das schon immer so und es wurde nur nicht wahrgenommen?

Der zweite Auftakt

29. Januar 2009 Nick 2 Kommentare

(Updated) Am Samstag startet der BVB in die Bundesliga-Rückrunde, aber das Pokal-Aus dürfte den meisten noch in den Knochen stecken. Ich habe die Aussichten auf einen echten Erfolg dort für weit größer gehalten. Trotzdem muss es, wie selbst Oliver Kahn weiß, immer weitergehen. Übermorgen wartet ohne Zweifel eine sehr schwere Aufgabe auf die Schwarz-Gelben. Bayer Leverkusen ist, nach ihrem Auftritt im Pokal zu urteilen, in Topform, hat keine schwerwiegenden Verletzungssorgen (ob ein Bernd Schneider wirklich noch mal in DIESE Mannschaft zurückkehrt, erscheint ungewiss) und aus der Hinrunde noch eine Rechnung offen. Nach jetzigem Stand der Dinge kann der BVB immerhin auf alle Spieler zurückgreifen, die gestern im Kader standen (Ausnahme: Robert Kovac) – von den vier Edel-Verletzten Kehl, Hummels, Kuba und Dede wird jedoch niemand dabei sein. Abwarten müssen wir, ob es für den grippegeschwächten Owomoyela reicht. Entscheidend wird am Samstag sein, den Gästen nicht wie gegen Bremen das Spiel zu überlassen.

Im Rahmen dieses Vorberichts möchte ich der Familie und den Freunden des gestern im Westfalenstadion tödlich verunglückten 21-jährigen BVB-Fans mein herzliches Beileid aussprechen. Im Rahmen des Spiels werden das unsere Spieler tun, die mit Trauerflor auflaufen werden.

UPDATE: Ich vergaß, Tamas Hajnal ist gegen Leverkusen Gelb-Rot-gesperrt. Auch ihn werden wir vermissen, nicht zuletzt seine Standards – gerade gegen spielstarke Mannschaften immer ein probates Mittel.