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Archiv für die Kategorie ‘Emergency Room’

Gerissen

29. Oktober 2009 Nick Kommentieren

Vorgestern hat Borussia Dortmund die Stange der Mittelmäßigkeit, die schon fast überquert schien, mit den Füßen doch noch gerissen. Nach dem „Bilanz-Spieltag“ 10 bleibt daher unter dem Strich ein bescheidener Saisonauftakt stehen. Wäre der BVB, wie auch immer, ins Pokal-Viertelfinale eingezogen, hätte man die verbesserten Leistungen in den letzten Wochen als hoffnungsvoll bezeichnen können. So wie es nun ist, fängt man wieder bei null an.

Die Gründe für den mäßigen Start sind vielfältig. Neben Offensichtlichem wie dem gegenüber vielen Konkurrenten begrenzten finanziellen Spielraum sind drei Erklärungsansätze besonders plausibel: Formschwäche bestimmter Spieler, Verletzungen und Formschwäche im Anschluss an Verletzungen. Scheinbar grundlos formschwach zeigt sich schon fast die ganze Saison Patrick Owomoyela. In den letzten Spielen glücklos und am Dienstag richtig schwach war Nelson Valdez.

Verletzungen zentraler Spieler sind für einen Verein, der qualitativ nicht durchgehend hochkarätig besetzt ist, besonders unangenehm. Wir brauchen wohl nicht über den Wert von Sebastian Kehl zu diskutieren. Jürgen Klopp hat im defensiven Mittelfeld mehrere Varianten ausprobiert und mit (dem vorgestern verletzten) Sven Bender eine akzeptable Alternative gefunden. Wäre jedoch der Kapitän fit, wäre mMn ein Lapsus wie die grottige Ausführung des Freistoß vor dem Osnabrücker Gegenzug zum 1:3 und die darauffolgenden Fehler nicht passiert. Kehl kann selbstredend allein keine spielerische Unterlegenheit ausgleichen – er hätte aber an der Bremer Brücke in mancher Situation die passenden Worte gefunden und Anweisungen gegeben.

Um Tamas Hajnal gibt es in Fankreisen Diskussionen. Ein nicht unbedeutender Teil der Anhänger scheint von ihm nicht restlos überzeugt und weist vor allem auf den aktuell schwachen Saisonstart hin. Nun fällt Tamas für den Rest der Hinrunde aus und wer nicht von seiner Kreativität überzeugt ist, muss zumindest zugeben, dass er bei der Ausführung von Standardsituationen fehlt. Die Standards haben sich im Kontrast zur letzten Saison beim BVB wieder zu einem Problem entwickelt – sowohl defensiv als auch offensiv. Dede gelang gegen Bochum per Freistoß ein Assist – ansonsten sind mir wenig gute Ecken und noch weniger gute Freistöße in Erinnerung, die nicht Hajnal getreten hat.

Formschwäche nach Verletzungen muss man bei Kuba und immer noch bei Dede konstatieren. Beide sind noch nicht die Alten und rufen ihr Potenzial noch nicht wieder ab. Was kann Jürgen Klopp in den nächsten Wochen tun? Ein einfacher Tipp: Standards trainieren – in beide Richtungen -  und verhindern, dass noch mal ein Freistoß so ausgeführt wird wie besagter in Osnabrück. Außerdem muss Klopp schnell das System finden, das ohne Kehl und Hajnal am besten funktioniert. Möglicherweise ist es das in den letzten Partien praktizierte 4-2-3-1. Klopp wird jedoch nichts anderes übrigbleiben als personell zu rotieren, wenn die Leistungen der Spieler so sehr schwanken. Valdez hat sich eine Pause verdient und Markus Feulner eine Chance. Auf der Position hinten rechts kann man auf Owomoyela bis zum Winter scheinbar nicht verzichten – sollte sich jedoch jemand aus dem erweiterten Kader oder der Zweiten Mannschaft aufdrängen, bin ich für Experimente offen! Mehr …

Spiel gewonnen, Spieler verloren

13. Oktober 2009 Nick Kommentieren

(Updated) Der BVB hat eine weitere schlechte Nachricht von Doktor Braun zu verkraften. Heute wurde bekannt, dass sich Mittelfeld-Regisseur Tamas Hajnal bereits vor neun Tagen im Spiel in Mönchengladbach eine Verletzung zugezogen hat. Diese wurde offensichtlich zunächst als nicht so schwerwiegend eingestuft, denn Hajnal fuhr mit der ungarischen Nationalmannschaft zur WM-Qualifikation nach Portugal. Dort wurde er aber bereits nicht mehr eingesetzt. Nach seiner Rückkehr gab es nun die offizielle Untersuchung und die Diagnose: Bandabriss im Sprunggelenk.

Weitere Untersuchungen bei einem Spezialisten werden folgen, bei denen die Behandlungsmethode festgelegt wird – konservativ oder operativ. Dass Tamas mehrere Wochen ausfällt, scheint aber festzustehen. Und das sind alles andere als gute Nachrichten, auch wenn unser Spielmacher in dieser Saison noch nicht in Topform war. Jürgen Klopp wird im Mittelfeld ohne ihn und Tinga mächtig umbauen müssen. Das kann und sollte gegen einen Gegner wie Bochum funktionieren, doch anschließend gehts nach Leverkusen. Ich bin gespannt, was sich der Trainer am Sonntag einfallen lässt.

UPDATE: Nach der Untersuchung beim Spezialisten steht fest, dass sich Hajnal einer Operation unterziehen muss – diese wird morgen durchgeführt. In der Hinrunde wird der Spielmacher damit voraussichtlich nicht mehr zum Einsatz kommen.

Tinga fehlt

6. Oktober 2009 Nick Kommentieren

Manche Entscheidungen werden einem als Fußballtrainer abgenommen. Aber Jürgen Klopp wird nicht erfreut darüber sein, nun eine Option weniger für die Besetzung des rechten BVB-Mittelfelds zu haben. Schon vor dem ersten Länderspiel der Pause kam die Hiobsbotschaft, dass die Schwarz-Gelben etwa drei Wochen auf Tinga verzichten müssen. Der Brasilianer hat sich beim Spiel in Mönchengladbach eine Leistenzerrung zugezogen. Klopp wird übernächsten Sonntag gegen Bochum jedoch trotzdem wählen müssen: Zwischen der Entschlossenheit eines Kevin Großkreutz oder der technischen Raffinesse von Kuba. Oder Markus Feulner. Hoffen wir, dass die Auswahl nicht weiter eingeschränkt wird!

Es kommt dicker

30. September 2009 Nick 2 Kommentare

Für Sebastian Kehl. Und für uns. Heute wurde auf der BVB-Homepage verkündet, dass es weitere sechs (!) Wochen dauern wird, bis der Kapitän überhaupt wieder ins Mannschaftstraining einsteigen kann. Nach einem Besuch bei zwei Spezialisten steht fest, dass die Adduktoren-Sehnenentzündung am Schambein, die Kehl seit längerem plagte, noch nicht ausgeheilt ist. Nun will man die Sache offensichtlich ganz langsam angehen lassen. Was sicher richtig ist. Und ein herber Rückschlag für den BVB, denn Kehls Fehlen wird nicht nur von mir als ein wichtiger Grund für den schwachen Saisonstart gesehen. Es fehlt die berühmte ‘ordnende Hand’ und der ‘Antreiber’.

Die Optionen für die Besetzung der defensiven Mittelfeldrolle sind nicht knapp, aber eine voll überzeugende Lösung hat Jürgen Klopp noch nicht gefunden. Mats Hummels, Tinga und Lars Bender haben in dieser Saison schon auf der Position gespielt, Markus Feulner wäre eine weitere Alternative. Komisch, dass der bisher so wenig zum Zug kam. Für mich drängt sich eine Rückversetzung von Hummels in die Innenverteidigung (anstelle von Santana) auf. Auf der ‘6′ sollte Lars Bender eine weitere Chance bekommen. Und Feulner sollte man nicht vergessen.

Das einfachste Spiel

10. September 2009 Nick Kommentieren

Es sagt sich immer so einfach: Gegen die Bayern kannst du eigentlich nicht verlieren, das ist doch das einfachste Spiel der Saison. Für das Auswärtsspiel mag das gelten, aber im Westfalenstadion erwarten die BVB-Fans zumindest eine anständige Leistung. Die Schwarz-Gelben sind jedoch vor dem großen Spiel am Samstag in der momentanen Situation klarer Außenseiter gegen den Verein, der mit dem Kauf von Arjen Robben mal eben seine suboptimale Transferpolitik aufgebessert hat. Eine gute Verpflichtung, keine Frage. Die den FCB mehr gekostet hat, als der BVB in dieser und der vorhergehenden Saison zusammen für Neuverpflichtungen ausgegeben hat. (Quelle: Transfermarkt.de)

Am Samstag wird es in erster Linie darauf ankommen, die Außenstürmer Robben und Ribery nicht zur Entfaltung kommen zu lassen, ohne die bei den Bayern in dieser Saison bekanntlich nichts zusammenlief. Eine schwere Aufgabe, für die Jürgen Klopp den einzig möglichen Lösungsansatz skizziert:

Wir dürfen ihnen nicht so viele Räume anbieten und wir dürfen die Verantwortung nicht auf unsere Außenverteidiger abwälzen.

Werden Dede und Owomoyela mit ihren Aufgaben alleingelassen, dürfte das fatale Folgen haben. Gefragt ist schnelles Verschieben im Mittelfeld – nichts, was den BVB in dieser Spielzeit bisher ausgezeichnet hat. Aber es ist ja auch kein Spiel wie jedes andere.

Ob die Gäste wirklich von Beginn an mit der Hyper Hyper-Flügelzange Ribery&Robben antreten, ist noch unklar – Trainer van Gaal tendiert angeblich eher dazu, den Franzosen später zu bringen. Van Bommel, Demichelis und Toni trainieren nach ihren Verletzungen wieder, werden aber nach Angaben aus München noch nicht im Kader stehen.

Beim BVB gehen die Leiden von Sebastian Kehl weiter. Eine erneute Operation ist zwar nicht geplant, ebensowenig aber eine Rückkehr in den Kader. Als Ersatz für den Kapitän steht neben Mats Hummels auch wieder Tinga zur Verfügung – naheliegend ist jedoch ein Einsatz von Hummels. Ein kleines Fragezeichen steht noch hinter Kuba, der angeschlagen vom Länderspiel mit Polen zurückkehrte. Nelson Valdez wird erst morgen aus Südamerika zurückerwartet – sein Auftritt gegen Argentinien lässt uns natürlich hoffen, dass er bis übermorgen wieder halbwegs fit ist.

Das Einfachste am ‘einfachsten Spiel’ werden die Erklärungen danach sein, da muss sich niemand in Dortmund Gedanken machen. Was in den zwei Stunden zuvor passieren wird, ist schwerer vorherzusagen.

DFB-Kommissare im Einsatz

25. August 2009 Nick 5 Kommentare

Nun ermittelt er also, der Kontrollausschuss. Nachdem Schiedsrichter Fleischer eingeräumt hat, nichts gesehen zu haben, obwohl er auf Freistoß für Stuttgart entschieden hat, kann die Begegnung von Jens Lehmann und Neven Subotic vor dem Eckball im Westfalenstadion noch mal aufgearbeitet werden. Der Vorwurf gegen beide lautet: „Krass sportwidriges Verhalten“.

Die Spieler bzw. Vereine dürfen jetzt Stellungnahmen abgeben, aber man braucht kein Prophet zu sein, sondern muss sich nur die gängige Rechtsprechung anschauen, um zu ahnen, dass beide gesperrt werden. Nach meinem Rechtsempfinden, das sich nicht unbedingt mit dem des DFB oder VFB decken muss, sollte die Strafe im Rahmen bleiben (2 Spiele, ich befürchte aber eher 3) und beide Spieler müssen gleich bestraft werden. Eine Entscheidung könnte unterdessen noch einige Tage auf sich warten lassen.

Andere Nachrichten: Tinga hat sich am Samstag wie vermutet einen Muskelfaserriss zugezogen und fällt zwei Wochen aus. Da eine Rückkehr von Sebastian Kehl im Frankfurt-Spiel noch nicht zur Debatte steht, dürfte wieder Mats Hummels die defensive Mittelfeld-Position übernehmen. Es sei denn, Subotic wird noch vorher gesperrt und Hummels rückt in die Innenverteidigung – dann könnte (endlich mal) die Stunde von Markus Feulner oder Sven Bender gekommen sein.

Schmelzer gefällt es doch

15. August 2009 Nick Kommentieren

Es ist noch nicht lange her, da dachte Marcel Schmelzer über einen vorzeitigen Vereinswechsel nach, oder zumindest nicht über eine Verlängerung seines bis 2010 laufenden Vertrags. Der BVB-Linksverteidiger hatte in der letzten Saison in Abwesenheit von Dede seine ersten 90 Minuten-Einsätze und kam auch bei der U 21-EM in Schweden zum Einsatz. Da fiel es naturgemäß schwer, nach der Rückkehr des dienstältesten Dortmunders wieder auf die Ersatzbank zu rücken.

Nun sind in den letzten Monaten offensichtlich einige Gespräche geführt worden und das dynamische Duo Klopp & Zorc hat es geschafft, Schmelzer davon zu überzeugen, dass die Sonne in Dortmund doch am gelbsten scheint. Sprich: Ihm wurden Perspektiven aufgezeigt. Hilfreich war dabei sicher der Wechsel von Young-Pyo Lee, einem weiteren Konkurrenten um den Platz links hinten. Ebenso dürften die beiden Pflichtspiel-Einsätze in dieser Saison geholfen haben. Schmelzer ist jetzt erster Vertreter des nicht mehr ganz jungen Dede. Und er hat seinen Vertrag bis 2012 verlängert. Sicher auch für etwas mehr Gehalt.

Michael Zorc sagt, dass „seiner positiven Entwicklung Rechnung“ getragen wird. Diese Entwicklung hat es in der Tat gegeben. In der Hinrunde der letzten Saison war ich noch nicht überzeugt von Schmelzer. Er spielte defensiv ordentlich, aber nicht perfekt. Offensiv kam von ihm jedoch zu wenig. Von einem modernen Außenverteidiger werden ein größerer Beitrag zum Spielaufbau einschließlich mehr Flankenläufen erwartet. In dieser Hinsicht scheint sich Schmelzer gesteigert zu haben.

An einen gesunden, eingespielten Dede kommt er noch nicht heran, aber die Ansätze sind da – wir können nun die weitere Entwicklung beobachten. Heute in Hamburg könnte es dazu kommen, dass Dede zum Vertreter seines Vertreters wird. Schmelzer hätte nach seiner sehr ordentlichen zweiten Halbzeit gegen Köln eigentlich gute Chancen gehabt, noch mal zu beginnen – vor allem wegen mangelnder Spielpraxis beim Brasilianer. Nun hat ersterer jedoch bei der U 21-Nationalmannschaft eine Innenbanddehnung erlitten; die Zeit könnte knapp werden. Sollte Schmelzer bis heute Mittag fit werden, hat Klopp dagegen eine schwere Wahl.

Samstag, 15:30

6. August 2009 Nick Kommentieren

(Updated) Es gibt komische Anstoßzeiten in der neuen Saison. Den Samstagabend-Termin brauche ich beispielsweise überhaupt nicht, und dass die Aufsplittung am Sonntag Zweitliga- und Amateur-Klubs verärgert, kann ich verstehen. Als BVB-Fan muss man sich darüber an diesem Wochenende aber noch keine Gedanken machen. Schwarz-Gelb startet zur gewohnten Zeit am Samstag um 15:30 Uhr. Im Westfalenstadion gegen den FC Köln. Soweit bekannt.

Die Voraussetzungen sind es ebenfalls. Angesichts eines schweren Auftaktprogramms ist das ein Spiel, das wir mal schön gewinnen sollten. Der FC flößt auch mit Podolski und Soldo keine Angst ein, ist aber natürlich kein Gegner, den man im Vorbeigehen schlägt. Wie wir in Weiden gedacht haben. Bei den Gästen werden mit Abwehrmann Geromel und natürlich Stürmer Novakovic zwei wichtige Leute fehlen.

Prominente Ausfälle, die weh tun, gibt es aber auch bei Schwarz-Gelb. Weder Dede noch Sebastian Kehl werden am Samstag dabei sein; sie laborieren noch an Kieferbruch bzw. Faserriss. Gut sieht es dagegen beim am Ellbogen angeschlagenen Roman Weidenfeller aus – er bestand heute einen ‘Härtetest’. Spannend bleibt die Frage, wer für Kehl und Dede einspringen wird. Auf der Linksverteidiger-Position genießt Marcel Schmelzer laut der BVB-Homepage „das uneingeschränkte Vertrauen“. Der „Kicker“ spekuliert dagegen über einen Einsatz des „Multitalents“ Yasin Öztekin, der in zahlreichen Testspielen auf verschiedenen Positionen überzeugen konnte. Er könnte offensiv mehr Druck aufbauen.

Mindestens genauso spannend das Duell um die ‘6′. Sowohl für Mats Hummels als auch für Tinga ließen sich Argumente aufführen – ich würde dazu tendieren, zur Abwechslung Hummels eine Chance zu geben. Ein kleines Fragezeichen steht für mich nach dem schwachen Auftritt in Weiden hinter Kuba; ich denke aber, Klopp wird ihm eine weitere Chance geben und das zu Recht.

UPDATE: Was ich den Kölnern vor dem Spiel (und vor dem Bekanntwerden des Podolski-Ausfalls) gesagt habe, könnt ihr beim Spielfeldrand lesen.

Der Adler ist gelandet

28. Juli 2009 Nick Kommentieren

Etwas mehr als eine Woche wurde spekuliert, wer nach dem Abgang von Alex Frei der neue Topstürmer beim BVB werden würde. Kurz vor meiner Rückkehr aus einem kurzen, aber schönen Griechenland-Urlaub stand es dann fest: Der argentinische ‘Welttorjäger’ Lucas Ramon Barrios vom chilenischen Top-Klub CSD Colo-Colo wechselt für eine Summe zwischen 4,2 und 4,5 Millionen Euro nach Dortmund. Angeblich soll er weniger als Frei verdienen, so dass unter dem Strich rein finanziell ein Plus für den BVB bleibt.

Gerüchten zufolge sollen beide Serie A-Vereine aus Rom Interesse an Barrios gehabt haben; gesichert ist das Interesse von Hertha BSC, bis feststand, dass der Transfer ihre finanziellen Möglichkeiten überstieg. Meine erste Reaktion auf die Meldung, als ich davon noch am Flughafen in der Zeitung las, war: Geil, hey! Wieder ein Transfer, der absolut Sinn zu machen scheint, auch finanziell, und der von Ausdauer und guter Arbeit von Michael Zorc zeugt. Natürlich hat sich der Verein schon länger mit einem möglichen Wechsel von Alex Frei beschäftigt – und nun mit dem 24-jährigen Barrios anscheinend einen richtig guten Ersatz geholt.

Natürlich, wie bei vielen neu aus Südamerika verpflichteten Spielern muss man mit einer Eingewöhnungsphase und eventuell mit Schwierigkeiten rechnen. Andererseits sind die Referenzen von Barrios (49 Tore in 53 Spielen für Colo Colo) beeindruckend und er kommt mitten aus der Saison. Er wird nicht jedes Spiel machen können, aber sicher bald oder gleich seine Chance bekommen. Und Erfolg erleichtert die Eingewöhnung – einfach, aber wahr. Barrios behauptet nicht, viel über Deutschland oder gar Dortmund zu wissen; von den Erfolgen des BVB in den 90ern hat er jedoch scheinbar schon gehört.

In diesem Transfer steckt ein gewisses Risiko, aber auch viel Fantasie, und man hat das Gefühl, dass Zorc und Klopp mit scharfen Augen das Bestmögliche gemacht haben. Einen sicheren Hit kann man bei den schwarz-gelben Finanzen sowieso nicht landen.

Ob Lucas Barrios im Pokal am Samstag in Weiden schon dabei sein wird, werden wir sehen. Negative Nachrichten gab es heute von Sebastian Kehl. Der Kapitän leidet an einem Muskelfaserriss und wird mindestens für dieses Wochenende ausfallen. Ärgerlicher wäre sicher sein Ausfallen gegen Köln zum Liga-Auftakt, was durchaus nicht auszuschließen ist.

Kreativ und verletzt

10. März 2009 Nick Kommentieren

Dede lieferte in Stuttgart mit seiner Rückkehr in die Startelf den Lichtblick an einem weiteren desillusionierenden Spieltag (für die, die noch Illusionen hatten). Kuba sollte, wenn er von Rückschlägen verschont bleibt, in Hannover wieder zur Verfügung stehen; er saß in Stuttgart ja schon auf der Bank. Dafür hat sich nun ein anderer Hoffnungsträger abgemeldet: Leihgabe Kevin Prince Boateng fällt mit einem Teilriss in Sehnenansatz und Gelenkkapsel im rechten Knie für etwa vier Wochen aus. Und offenbart damit einmal mehr das Hauptdilemma der aktuellen BVB-Saison: Wir sind sehr abhängig von den kreativen Topspielern, die aus dem Mittelfeld oder über außen Angriffe starten können, da die Stürmer hinter den Erwartungen zurückbleiben und zu wenig Bälle behaupten. Deswegen schaden uns die mittel- und langfristigen Verletzungen von Dede, Kuba, aber auch Kehl und jetzt Boateng so sehr.