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Archiv für die Kategorie ‘Fussballtypen’

Ein ganz besonderer Torwart

10. November 2009 Nick Kommentieren

Eigentlich wollte ich heute noch einen Beitrag über die erneute Knieverletzung von Dede schreiben, die ihn zu einer Zwangspause bis Ende des Jahres verurteilt. Dann kam die schockierende Nachricht vom Tod Robert Enkes. Der 32-jährige Torwart von Hannover 96 hat sich allem Anschein nach das Leben genommen. In der Nähe von Hannover wurde er an einem Bahnübergang von einem Zug erfasst.

Für Außenstehende verbieten sich Spekulationen, was letztlich der Auslöser für den vermutlichen Freitod war. Robert Enke hat jedenfalls mehr Schicksalsschläge als die meisten seiner Kollegen einstecken müssen. Er war vielleicht der sympathischste Nationalspieler der letzten Jahre – nach allem was man hört, ein ruhiger, reflektierter Zeitgenosse, der nichts übrig hatte für das Posertum, das in der Branche nicht selten ist. Das ist ein trauriger Abend für Fußballfans, aber natürlich in erster Linie für die Menschen, die Robert Enke persönlich kannten. Ich bin sicher, dass ich nicht der Einzige bin, der ihm die WM-Teilnahme und auch sonst alles Glück gegönnt hätte.

P.S. Ein Armutszeugnis ist, wie zurzeit (Dienstagabend) bei Spox.com die Nachricht von Enkes Tod ständig von einem riesigen Werbebanner eines bayrischen Automobilkonzerns überlagert wird.

Schalker Finanzen und zuhause bei Dede

13. Oktober 2009 Nick 1 Kommentar

Die immer sehr empfehlenswerte Sendung „Sport Inside“ im WDR ist ein Sportmagazin mit Hintergrund-Berichten. Gestern liefen gleich zwei sehenswerte Fußball-Beiträge. Im ersten wurde der Zusammenhang zwischen Stadionfinanzierung und finanziellen Engpässen bei deutschen Spitzenklubs beleuchtet. Im Fokus: Schalke 04 und Bayern München. Für Kenner ist es nichts Neues, aber in Gelsenkirchen wurden/werden scheinbar ähnliche Fehler gemacht wie vor Jahren in Dortmund. Die Parallelen: Zur Finanzierung des Stadionaus- bzw. -neubaus wurden zukünftige Einnahmen (aus Kartenverkauf und Sponsorenverträgen) verpfändet. Der fehlende sportliche Erfolg insbesondere in der letzten Saison führt nun zu finanziellen Engpässen. Die Mannschaft ist (immer noch) zu teuer. Wie bei Schwarz-Gelb vor 6+x Jahren hat man sich offensichtlich verspekuliert. Kein Wunder bei der Führungsmannschaft.

Ein interessantes Detail, das aber voraussichtlich nicht ins Gewicht fallen wird, erfuhr man über den großen FC Bayern. Im Jahr 2008 soll an der Säbener Straße nur deshalb ein Gewinn im Geschäftsbericht gestanden haben, weil Wertpapiere im Besitz der Bazis mit dem ursprünglichen Kaufpreis bewertet wurden und nicht anhand der längst gefallenen Kurse.

Als dritter Beitrag der Sendung folgte eine ‘Home Story’ über Dede. Den dienstältesten Dortmunder. Den ausländischen Profi mit den meisten Bundesliga-Einsätzen. Viele Fakten und Anekdoten dürften den BVB-Fans bekannt gewesen sein, für andere waren sie sicher hörenswert. Einen Blick in die Villa eines Fußballprofis werden auch die meisten Schwarz-Gelben noch nicht geworfen haben. Zudem wurde Dedes deutsche Freundin vorgestellt. Weiche Fakten, sicherlich. Aber Details, die ich von Leonardo noch nicht kannte und die nach so langer Vereinszugehörigkeit schon interessieren dürfen. Er scheint sich in Dortmund inzwischen heimisch zu fühlen – und wird hoffentlich auf dem Feld bald wieder an alte Tage anknüpfen können.

Eine Wiederholung von „Sport Inside“ wird am Samstag um 12:30 Uhr bei EinsExtra ausgestrahlt.

1. Bundesliga, 8. Spieltag / Mönchengladbach 0 BVB 1

4. Oktober 2009 Nick Kommentieren

Besser als letztes Mal.

Die Aufstellung: Weidenfeller – Dede, Hummels, Subotic, Owomoyela -  Sven Bender – Sahin, Tinga – Hajnal (86. Großkreutz) – Barrios (78. Valdez), Zidan (61. Kuba). Tor: Barrios.

Es war die Rückkehr in den Nordpark, die Spielstätte, an der der BVB vor knapp viereinhalb Monaten leichtfertig die Teilnahme an der Europa League verspielte. Dieses Mal ging es um ganz andere Dinge und alle Schwarz-Gelben werden froh sein, dass es besser lief als im Mai. Vom Spielerischen kann man das nicht sagen, aber Dortmund war das bessere Team.

Jürgen Klopp hatte die notwendigen Veränderungen vorgenommen, Hummels anstelle des formschwachen Santana in die Innenverteidigung beordert und Sven Bender auf die Kehl-Position. Das Erfreulichste am BVB-Spiel war, dass das Duo hinten drin gut harmonierte und nur sehr wenige Gladbacher Chancen zuließ, die meisten davon Weitschüsse. Damit ist ein Grundstein für erfolgreichere Zeiten gelegt, aber die Bauarbeiten müssen weitergehen. Die Außenverteidiger können noch nicht überzeugen. Owomoyela war gestern offensiv engagierter als zuletzt, aber hat weiterhin eine zu hohe Fehlpassquote. Dede muss sich, gemessen an früheren Leistungen, deutlich steigern.

Wenn man nach Gründen sucht, warum das Spiel nach ein paar munteren Minuten zu Beginn über weite Strecken der ersten Hälfte sehr schwach war, kommt man auf Dortmunder Seite wieder nicht um eine Mittelfeld-Kritik herum. Von Bender, der seine defensiven Aufgaben ordentlich löste, ist vielleicht noch nicht mehr zu erwarten. Sahin hat seine gute Form aus den ersten Spielen eingebüßt und hatte nur wenige gelungene Aktionen. Tinga kann man zwar das unermüdliche Arbeiten zugutehalten, aber es mangelt an Effektivität und Präzision – wenn man ehrlich ist, war bei seiner ‘Vorlage’ zum 1:0 durch Barrios viel Glück im Spiel. Tamas Hajnals Formkrise dauert an. Die Frage ist, ob sie mit dem Fehlen von Sebastian Kehl zusammenhängt, wie Hajnal schon mal angedeutet hat, oder ob diese Erklärung zu kurz greift. Eigentlich darf ein Spieler nicht so abhängig von einem anderen sein.

Was die Schwarz-Gelben besser machten als beispielsweise im Derby, zeigte sich besonders deutlich in der ersten Viertelstunde nach Wiederanpfiff. Es bleibt ein Geheimnis, was Jürgen Klopp den Spielern für den Fall angedroht hat, dass sie hohe Bälle schlagen – vielleicht ein Vapiano-Verbot – aber sie hielten sich erstaunlich konsequent an seine Vorgaben. Über weite Strecken führte das zu Mittelfeld-Geplänkel, wirkte aber trotzdem souveräner als das völlig uneffektive Kick-and-Rush von letzter Woche. In der Phase, in der die ‘neue’ Spielweise funktionierte, vergaben leider Barrios und Zidan die Chancen zur Vorentscheidung.

Damit zu den verbleibenden Einzelkritiken: Lucas Barrios gelang in sehenswerter Manier das lang ersehnte erste Ligator. Ein schöner Schuss aus der Drehung aus etwa 18 Metern. Er hätte noch ein weiteres Tor machen können, aber hoffen wir mal, dass das gestern der entscheidende Durchbruch war. Zidan trat spiel- und dribbelstark auf, nutzte aber seine Chancen nicht. Folgerichtig kam die Auswechslung gegen Kuba, der seinerseits gegen Ende des Spiels noch ein paar gute Szenen hatte. Jedoch bleibt da noch viel Luft nach oben – ich würde ihn trotzdem gegen Bochum mal wieder von Beginn an bringen, wenn er fit ist. Roman Weidenfeller zeigte sich von den Ereignissen der Woche unbeeindruckt und reagierte in den zwei, drei Situationen, in denen es brenzlig wurde, souverän.

Der BVB muss sich steigern, um gegen Mannschaften anderen Kalibers zu bestehen. Es wurden aber gestern Grundlagen gezeigt, die Hoffnung machen. Eine stabilere Innenverteidigung und die Rückbesinnung auf eine Spielweise, die uns in der letzten Saison stark gemacht hat. Nun gibt es leider wieder eine Länderspielpause, die keinen Fortschritt bei den Krankmeldungen bringen wird (zur Zeit ist nur Sebastian Kehl betroffen), aber verhindert, dass die Mannschaft zusammen trainiert. Davon sind natürlich alle Vereine betroffen. Anschließend kommt der VFL Bochum die wenigen Kilometer ins Westfalenstadion – eine Partie, in der der BVB nachlegen muss, wenn man mittelfristig von den zweistelligen Tabellenplätzen wegkommen will.

Zum Abschluss noch ein Wort zu Rolf Rüssmann, der am Freitag im Alter von 58 Jahren verstorben ist und gestern vor dem Spiel mit einer Gedenkminute geehrt wurde. Anfang der 1980er Jahre spielte Rüssmann 149 Bundesliga-Partien für den BVB, zuvor jahrelang für den FC Schalke und kurzzeitig für den FC Brügge. Als Manager war er in Gelsenkirchen, beim gestrigen Gegner Mönchengladbach und in Stuttgart tätig. Als vor kurzem in Gelsenkirchen wieder ein Manager gesucht wurde, habe ich spontan an ihn gedacht. Ich wusste allerdings nicht, dass er damals vermutlich schon sehr krank war. Obwohl ich während Rüssmanns BVB-Zeit noch zu jung war, um es richtig mitzukriegen, erinnere ich mich doch noch an den Ruf, den er sich in diesen Jahren erworben hat und der ihn auch nach Beendigung seiner Spieler-Laufbahn begleitete.

Verlängerung mit Ansage

10. August 2009 Nick 2 Kommentare

Dass diese Vertragsverlängerung nur eine Frage der Zeit war, eine Formsache, wusste man schon seit der Verlängerung mit Jürgen Klopp im Frühjahr. Nun hat der BVB auch mit Sportdirektor und Vereinsikone Michael Zorc bis 2012 verlängert. Eine logische Konsequenz der ruhigen, seriösen und guten Arbeit, die Zorc seit einigen Jahren in Dortmund macht.

Auch Zorc ist in seinen Job ‘hineingewachsen’, er ist besser geworden. Es lohnt sich, daran zu erinnern, dass ‘Susi’ noch vor knapp zwei Jahren stark in der Kritik stand. Ich fand diese Kritik damals schon überzogen. Viele der Kritiker berücksichtigten 2007 das knappe Budget zu wenig. Einige der damals beanstandeten Transfers haben sich inzwischen, unter dem neuen Trainer, als ordentliche bis gute Verpflichtungen herausgestellt: Nelson Valdez, Tinga und natürlich Kuba.

Um über die neuen Spieler dieser Saison zu urteilen, ist es noch zu früh. Nur Lucas Barrios kam schon auf genügend Einsatzzeit, um eine vorsichtig positive Prognose zu stellen. Überzeugend ist auf jeden Fall die ruhige Arbeitsweise von Zorc und die offensichtlich gute Zusammenarbeit mit Jürgen Klopp. Wenn dieses Duo bis 2012 in Dortmund zusammen bleibt, spricht nichts gegen eine rosige Zukunft für Schwarz-Gelb.

Es kann nur einen Lambert geben

8. April 2009 Nick Kommentieren

Diese Wochen, in denen sich mal wieder eine deutsche Mannschaft daranmacht, aus der Champions League zu fliegen, sind wohl der richtige Zeitpunkt, um sich mit einem Mann zu beschäftigen, der beim vorletzten Triumph einer deutschen Mannschaft in diesem Wettbewerb eine wichtige Rolle spielte. In München, beim legendären 3:1 von Borussia Dortmund über Juventus, machte der Schotte Paul Lambert ein starkes Spiel im Mittelfeld und bereitete das erste BVB-Tor durch Kalle Riedle vor. Auch wenn er nur etwas mehr als ein Jahr bei den Schwarz-Gelben blieb, war Lambert damals doch ein ausgesprochener Fan-Liebling. Im November 1997 wechselte er zurück nach Schottland zu Celtic und war damit Auslöser einer losen Fanfreundschaft zwischen dem schottischen Spitzenklub und uns.

Der Auslöser dieses Beitrags ist natürlich nicht das wahrscheinliche Scheitern des FC Bayern gegen den FC Barcelona, sondern ein Artikel der englischen „FourFourTwo“ über Lambert in der aktuellen Ausgabe (FourFourTwo May 2009, S.108). Darin stellt sich der Schotte den Fragen der Leser. Nach vielen weiteren erfolgreichen Jahren bei Celtic wechselte Lambert 2005 zu Livingston, half noch einige Male als Spieler aus und begann dort parallel seine Trainer-Karriere. Auf dieser ersten Station blieb er ausgesprochen erfolglos und trat nach gut acht Monaten zurück. Besser lief es beim englischen Viertligisten Wycombe Wanderers, mit dem Lambert das Halbfinale des Ligapokals gegen Chelsea erreichte. In seiner zweiten Saison dort verpassten die ‘Chairboys’ den Aufstieg in den Play-Offs knapp. Im Anschluss daran trat Lambert zurück – aufgrund einiger Geschehnisse hinter den Kulissen, wie er in FFT sagt.

Interessanterweise absolvierte Paul Lambert seinen Trainerlehrgang in Deutschland beim DFB. Auf die Leserfrage nach dem ‘warum’ antwortet er, dass er die große Herausforderung suchte. Anscheinend ist die Ausbildung hierzulande zumindest thematisch umfassender, man lernt beispielsweise etwas über Medizin und Orthopädie; Lambert hält sie jedenfalls für nicht vergleichbar und offensichtlich schwerer als die englische Version. In weiteren Antworten geht er auf Ottmar Hitzfelds herausragendes taktisches Verständnis ein und bezeichnet die Bundesliga der Mitt-Neunziger als die wahrscheinlich stärkste Liga Europas.

Inzwischen ist Paul Lambert seit einem halben Jahr Trainer beim League One (dritte englische Liga)-Klub Colchester United. Bis vor kurzem hegte der Verein noch Hoffnungen auf das Erreichen der Play-Offs (Plätze 3-6), aber nach einer 0:1-Niederlage gegen die gefallenen Riesen von Leeds United am Wochenende und zehn Punkten Rückstand bei noch fünf verbleibenden Partien hat Lambert eingeräumt, dass das wohl nichts mehr wird, gleichzeitig aber daran erinnert, wo man her kam:

We were right down there in 23rd, but because we gave it a fight people thought we should be up there, but we’ve just fallen short.

Die bisherigen Anzeichen deuten darauf hin, dass dem akribischen Arbeiter Lambert eine aussichtsreiche Trainer-Karriere bevorsteht. Ob er noch mal in einem Champions League-Finale stehen wird, ist natürlich fraglich; die Erinnerungen an seinen größten Tag als Spieler kann ihm aber niemand nehmen:

When the last goal went in, I knew we’d done it (…). The noise in the Olympic Stadium in Munich is something I’ll never forget.


Beginn einer Ära? Klopp verlängert bis 2012!

19. März 2009 Nick Kommentieren

Der BVB macht die mäßigen Ergebnisse mit positiven Schlagzeilen abseits des Spielfelds vergessen: Jürgen Klopp hat seinen Vertrag bei den Schwarz-Gelben gleich um zwei Jahre verlängert, soll nun bis mindestens Juni 2012 bleiben. Ein gegenseitiger Vertrauensbeweis und vielleicht die Möglichkeit, den Verein endgültig in ruhige Gewässer zu bringen, um wieder eine stetige Aufwärtsentwicklung ohne kontraproduktive Eile zu ermöglichen.

Denn unabhängig von der momentanen Ergebniskrise hat das, was in Dortmund unter Klopp begonnen wurde, Hand und Fuß. Die Spielphilosophie ist eine andere oder zumindest hat der Trainer mehr Ahnung als seine Vorgänger, wie diese umzusetzen ist. Was wir zur Zeit sehen, spricht nur scheinbar dagegen, denn Abschlussschwäche, Abwehrpatzer und Verletztenmisere haben nur peripher mit Klopp zu tun. Eine vernünftige, realistische Transferpolitik, die auch zukünftig auf Spieler setzt, die zur Philosophie passen, scheint sich anzudeuten. Ich für meinen Teil erwarte dann keinen sofortigen Erfolg; ich wäre in dieser Saison, wie schon letzten Sommer gesagt, mit einem einstelligen Tabellenplatz zufrieden und könnte auch mit einer weiteren ‘Konsolidierungsrunde’ leben.

Positivbeispiele wie die Hertha machen Mut, und was die können, können wir schon lange – wenn wir uns alle noch ein bisschen gedulden. In diesem Sinne: Jürgen, you made my day!

Der Einzeltäter

8. März 2009 Nick 4 Kommentare

So langsam muss man es zur Kenntnis nehmen: Hertha BSC KANN in dieser Saison Deutscher Meister werden. Die Tabelle lügt ja nach dem 23.Spieltag nicht mehr. Nach dem Auswärtssieg bei Angstgegner Cottbus stand gestern natürlich Torjäger Andriy Voronin mit seinem Hattrick im Fokus. Aber wie Enno bei „Welt-Hertha-Linke“ schreibt: Zwei der drei Tore hätten auch die anderen Stürmer machen können. Damit rückt die Mannschaftsleistung in den Mittelpunkt und die ist im zweiten Jahr unter Lucien Favre sehr konstant. Womit wir beim Hauptverantwortlichen für den überraschenden Aufschwung wären.

Favre muss ein sehr gutes Auge für das Potenzial von aktuellen und zukünftigen Spielern des Vereins haben. Denn unter ihm funktioniert nun, was Hertha in der Vergangenheit meistens misslungen ist: Das Zusammenkaufen einer Mannschaft. Organisch aufgebaut ist diese Truppe nicht – nur gut zusammengestellt. Ein weiteres Geheimnis dürfte in der täglichen Arbeit mit dem Team liegen. Der Schweizer hat es geschafft, den Spielern ein taktisches System beizubringen, das diese befolgen und das ihren Fähigkeiten entspricht. Die großen Stars fehlen der Hertha bekanntlich – Voronins ‘Blüte’ ist erst ein paar Wochen alt und Marko Pantelic fällt allenfalls durch Starallüren auf. Dementsprechend ist die Spielweise meist eher abwartend und ‘kompakt’, wie man so schön sagt – aber erfolgreich.

In der Schweiz, beim FC Zürich, war Lucien Favre ein Meistermacher. Kaum jemand hätte gedacht, dass er in Deutschland so schnell ähnlichen Erfolg haben könnte. Noch ist es ein gutes Stück bis zum Titel; der Glaube ist bei mir sicher nicht so groß wie schon bei vielen Hertha-Fans. Wenn sie es aber schaffen sollten, dann hat der Erfolg genau einen Namen, gegen den alle anderen verblassen.

Weis bewahrt Schmelzer vor Sperre

3. März 2009 Nick 1 Kommentar

Der DFB-Kontrollausschuss ermittelt nicht mehr gegen BVB-Linksverteidiger Marcel Schmelzer,

(…) da insbesondere nach der Aussage von Hoffenheims Spieler Tobias Weis die Voraussetzungen für die Annahme eines krass sportwidrigen Verhaltens nicht gegeben waren,

so der Ausschuss-Vorsitzende Nachreiner. Gerechtigkeit oder eine noble Geste von Weis? Vielleicht ist dieser ein Sportsmann, der im Spiel gerne selber mal austeilt und nicht will, dass ein Gegenspieler noch nachträglich für eine Attacke gegen ihn gesperrt wird. Vielleicht stimmt doch, was mancherorts gemutmaßt und (natürlich) von Michael Zorc und Hans-Joachim Watzke behauptet wurde, dass nämlich Schmelzers Tritt harmloser war, als es auf den TV-Bildern den Anschein hatte, dass er Weis nicht absichtlich und/oder nur leicht getroffen hat. Zugegeben, die Bilder sprechen eigentlich eine andere Sprache, aber es wäre nicht das erste Mal, dass aus einer anderen Perspektive ein ganz anderer Eindruck entsteht.

So oder so, Respekt an Tobias Weis. Er war das Opfer und da liegt die Versuchung sicher nahe, eine Attacke übertrieben darzustellen (–> Miroslav Klose). Umso mehr, da er damit seine eigene Verfehlung (Nachtreten gegen Kehl) erklären könnte. Weis wird einen ehrenhaften oder guten Grund gehabt haben, warum er das nicht gemacht hat.

(Quelle: Kicker)

Lupfen jetzt!

16. Februar 2009 Nick Kommentieren

Lars Ricken hört auf mit dem Fußballspielen. Und bleibt beim BVB. Heute wird auf der Vereins-Homepage verkündet, dass sich der 32-jährige Dortmunder dazu entschlossen hat, seine aktive Laufbahn endgültig zu beenden und somit auch nicht mehr für die zweite Mannschaft zur Verfügung zu stehen. Lars ist bekanntlich seit letzten Sommer (ja, den gabs mal) Nachwuchskoordinator der Schwarz-Gelben und da diese Aufgabe ihm offensichtlich gefällt, möchte er sich nun ganz darauf konzentrieren:

Meine neue Aufgabe als Verantwortlicher im Nachwuchsbereich des BVB macht mir Riesenspaß, fordert aber auch mein totales Engagement und lastet mich voll aus.

Bisher war Ricken immer noch ‘zwischendurch’ zum Training der Zweiten gegangen, jetzt ist die Rede von neuen Projekten und zusätzlichen Aufgaben. An seinem Engagement für den Verein hat es noch nie Zweifel gegeben und wird es vermutlich auch nie geben, und deshalb kann man sich wirklich freuen, dass einer DER Spieler der letzten 15 Jahre dem BVB in dieser wichtigen Position erhalten bleibt – eine Position, die Lars liegen müsste und die ihm zuzutrauen ist.

Ich muss an dieser Stelle jetzt wohl nicht die ganzen wichtigen Tore, die unsere Nummer 18 erzielt hat, und die Titel, die er gewonnen hat, runterbeten – das werden andere machen. Ich denke, wie wohl viele andere BVB-Fans, zuerst an das Marcel Reif-Zitat aus der Überschrift. Lars Ricken hat in einer Zeit, in der der Fußball immer internationaler wurde (was ich nicht generell für schlecht halte), auf höchster Ebene einen regionalen Bezug hergestellt. Wollen wir hoffen, dass Lars bald einen neuen Ricken entdeckt! ;-)

Nach wie vor halte ich es allerdings für schade, wie das Ende von Rickens Spieler-Laufbahn in der Doll-Ära eingeläutet wurde. Sicher, im Sommer 2007 war Lars vom Leistungsstand her nicht nahe dran an der Startelf. Aber immer, wenn der BVB mal wieder eine spielerisch bescheidene Phase hat, wie oft genug in der zweiten Doll-Saison oder auch jetzt wieder, denkt man an die ‘guten alten Tage’ zurück und fragt sich, ob ein Ricken nicht doch noch helfen könnte. Als Joker, mit Kurzeinsätzen. Zu schade wäre er sich dafür nicht gewesen, aber inzwischen ist die Zeit  wohl wirklich abgelaufen. Richtig überzeugt wäre ich davon aber erst, wenn die Schwarz-Gelben wieder den Hochgeschwindigkeits-Fußball spielen, den man in der Hinrunde manchmal ansatzweise gesehen hat.

Ein Schafsbock wie sein Vater

8. Januar 2009 Nick 1 Kommentar

Verwandtschaften sind im Profifußball keine Seltenheit und weltweit anzutreffen. In Deutschland fallen einem spontan die Gebrüder Rummenigge, Hoeneß und Förster oder in der Gegenwart die Altintops ein. Weit weniger häufig hört man dagegen, dass zwei bekannte Trainer durch Familienbande verknüpft sind. Hierzulande ist mir kein geläufiger Name in den Sinn gekommen (kennt jemand wen?). Etwas anders ist das in England. Dort haben zwei Nachkommen von zwei der anerkanntesten und charismatischsten Trainern der Nachkriegsgeschichte dieselbe Laufbahn eingeschlagen wie ihre Väter und haben Erfolg damit. Der eine heißt Darren Ferguson und ist der Sohn des allseits bekannten Sir Alex, der seit vielen Jahren Old Trafford regiert. Ferguson Junior ist Trainer des League One-Clubs Peterborough United, die nach dem Aufstieg im letzten Jahr nun schon wieder auf einem Play Off-Platz (4.) stehen. Und übrigens nächsten Dienstag im FA Cup-Replay auf meine ‘englischen Lieblinge’ West Brom treffen.

Der zweite Junior mit großem Namen ist Nigel Clough. Dessen Vater Brian ist in Großbritannien in den 70er und 80er Jahren zur Legende geworden. Ganz besonders verehrt wird er in den East Midlands, wo er seine mit Abstand erfolgreichsten Trainerstationen hatte. Zunächst führte er in seiner Zeit bei Derby County (1967-1973) den Klub in die First Division, die höchste Spielklasse. 1972 gewannen die ‘Rams’ unter Brian Clough den ersten Meistertitel ihrer Geschichte und in der folgenden Saison standen sie im Halbfinale des Europapokals der Landesmeister, wo sie unter kontroversen Umständen an Juventus scheiterten.

Noch erfolgreicher und länger war Clough Seniors Regentschaft beim Lokalrivalen Nottingham Forest. Sie dauerte von 1975-1993 (kaum vorstellbar heutzutage); während dieser Zeit gewann Forest einmal die Meisterschaft, zweimal den Europapokal und dreimal den Ligapokal. Der Kultstatus den Brian Clough genießt, wurde aber auch durch seine ausgesprochen direkte Art begründet, denn er schreckte nie davor zurück, sich auch mit renommierten Größen des englischen Fußballs anzulegen, wenn es ihm angebracht erschien. Die letzten Jahre seiner Karriere wurden allerdings durch zunehmende Alkoholprobleme und einen Bestechungsskandal getrübt. Nach seiner Zeit in Nottingham kehrte Clough Sr. nicht mehr auf die Trainerbank zurück. Leider verstarb er 2004 im Alter von 69 Jahren. Wer mehr über die schillernde Karriere von Brian Clough erfahren will: Das Buch des Journalisten Duncan Hamilton über seine 20-jährige Arbeitsbeziehung mit Clough, „Provided You Don’t Kiss Me“, wurde in Großbritannien 2007 zum Sportbuch des Jahres gewählt (ich selber habe es noch nicht gelesen). Mehr …