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Archiv für die Kategorie ‘Hoch den Pott’

DFB-Pokal, Achtelfinale / VFL Osnabrück 3 BVB 2

27. Oktober 2009 Nick 4 Kommentare

WTF?

Die Aufstellung: Weidenfeller – Dede, Hummels, Subotic, Owomoyela – Sahin, Tinga (75. Rangelov) – Valdez, Zidan (68. Le Tallec (73. Feulner)), Kuba – Barrios. Tore: Sahin, Barrios.

Der BVB verliert ein Spiel, das er niemals hätte verlieren dürfen und beendet abrupt den zarten Aufwärtstrend. In der Startaufstellung hatte es außer dem Ausfall von Sven Bender keine Veränderungen gegeben. An Ersatzmann Tinga lag die Niederlage jedoch nicht.

Die Schwarz-Gelben begannen die Partie extrem dominant, schnürten die Gastgeber 20 Minuten in der eigenen Hälfte ein, spielten bis zum Strafraum sehenswerten Kombinationsfußball, kamen aber gegen die dicht gestaffelte Osnabrücker Abwehr nicht entscheidend durch. Eine der ersten nennenswerten Aktionen der Gastgeber führt dagegen zum 0:1. Bezeichnenderweise nach einem Einwurf. Der segelt von rechts in den Dortmunder Strafraum. Subotic springt zum falschen Zeitpunkt halbherzig hoch, Valdez ist falsch positioniert – deshalb gelingt Innenverteidiger Barletta ein Fallrückzieher-Tor! Schöne Aktion vom Osnabrücker, aber trotzdem absolut vermeidbar.

Es war nur der Auftakt für eine miserable Defensivleistung – dabei war die Defensive höchstens 4-5x im Spiel richtig gefordert. Leider verlor auch die Offensivabteilung erstmal den Faden. Fünf Minuten nach der Führung musste Weidenfeller zur Ecke klären. Die kommt wieder auf Barletta, Valdez sieht wieder schlecht aus, der Osnabrücker köpft das 0:2. Im Anschluss und vor allem zu Beginn der zweiten Hälfte hat der BVB erneut seine Chancen. Die größte, als Kuba von rechts flankt und mehrere Schwarz-Gelbe nicht an den Ball kommen, der durch den Fünf-Meter-Raum segelt.

Aber das 1:2 fällt und es ist auch hochverdient. Kuba flankt wieder von rechts, der Ball wird verlängert und Sahin kann links vom Tor volley abstauben. Danach hatte es der BVB erneut in der Hand. Bei der größten Chance trifft Lucas Barrios sehenswert den Pfosten. Diesmal gelingt kein Abstauber. In der 68. Minute kriegt die halbe Kneipe die Krise: Owomoyela möchte einen Freistoß aus aussichtsreicher Position schießen. WARUM? Warum darf der das? Der Ball bleibt in der Mauer hängen, Osnabrück kontert blitzschnell, die BVB-Defensive ist nicht schnell genug zurück, 1:3 durch Siegert.

Patrick Owomoyela. Es ist unverzeihlich, dass der rechts hinten keine Konkurrenz hat. Der Auftritt war mit wenigen Ausnahmen wieder völlig lethargisch. Ich wiederhole mich, aber immerhin habe ich das schon Ende August und nach dem Bayern-Spiel gesagt: Jemand wie Florian Kringe wäre eine Alternative gewesen. Es ist spekulativ, ob etwas und wie viel dann besser gelaufen wäre. Tatsache ist, dass der BVB durch das Ausscheiden aus dem Pokal mehr verlieren kann als das Gehalt von Kringe gekostet hätte.

Natürlich waren Owos Kollegen in der Abwehr heute nicht besser. Und Subotic besonders schwach. Ob es in der Hintermannschaft an der Einstellung gefehlt hat? Nur dort gibt es Anzeichen dafür. Ausnahme war Dede. Das andere massive Problem der Schwarz-Gelben war die Chancenverwertung. In der Liga haben wir die drittschlechteste und auch heute hatten wir genug Möglichkeiten zum Sieg. Bitter war natürlich, dass sich der junge Le Tallec wenige Minuten nach seiner Einwechslung schwer verletzte, vermutlich an Hand, Arm oder Schulter. Nelson Valdez machte heute nicht nur hinten, sondern auch vorne alles falsch. Der BVB rannte zwar an, aber erst in der fünften Minute der Nachspielzeit gelang Lucas Barrios nach Ecke von Dede noch das 2:3. Zu spät. Die für Deutschland selten langen sechs Minuten Zugabe waren übrigens absolut berechtigt angesichts zahlreicher notwendiger und ein paar fragwürdiger Verletzungspausen, in denen Osnabrücker Spieler behandelt wurden.

Es ist also vorbei, das Spiel um die Fahrt nach Berlin, das sich inzwischen wieder lohnt. Es war eine unnötige, aber aufgrund des Sekundenschlafs in entscheidenden Situationen nicht unverdiente Pokalpleite. Ein Rückfall in vergangen geglaubte Pokalpleiten-Zeiten. Der Super-GAU, zumindest für die Stimmung, wäre nun eine weitere Niederlage gegen bisher, mit Ausnahme von letztem Sonntag, weitgehend unterklassig agierende Berliner. Um das zu verhindern, muss sich Jürgen Klopp etwas einfallen lassen.

Der VFL

25. Oktober 2009 Nick Kommentieren

(Updated) Wie ich auf der Suche nach Informationen über den nächsten Pokalgegner des BVB entdeckt habe, hat sich Osnabrück tatsächlich die Homepage www.vfl.de gesichert. Diese ist jedoch ziemlich mit Werbung überfrachtet. Der VFL hat jedenfalls inzwischen den Kontakt mit der Spitze der Dritten Liga hergestellt und ist mit vier Punkten Rückstand auf Tabellenführer Offenbach Fünfter. An diesem Wochenende gewannen unsere Gastgeber vom Dienstag an der Bremer Brücke 3:1 gegen Aue – der Sieg wurde erst kurz vor Schluss sichergestellt.

Niemand sollte deshalb Osnabrück unterschätzen und niemand wird das im BVB-Team tun – dafür wird Jürgen Klopp schon sorgen. Der Sieg über den HSV ist allen bekannt, die DVD davon wird in diesen Tagen in Dortmund in der „heavy rotation“ laufen. Ob dann jeder auf dem Platz 90 Minuten hellwach ist, bleibt trotzdem abzuwarten. Ein Sieg ist Pflicht, der Pokal ist schließlich die Abkürzung nach Europa – ich könnte noch mehr wahre Platitüden anführen, aber lasse es dabei.

Es ist noch offen, ob der am Freitag angeschlagen ausgewechselte Kuba bis übermorgen fit wird. Ansonsten spricht wenig gegen Startelf und System der letzten beiden Partien.

UPDATE: Nun sind auch Nelson Valdez, aber vor allem Sven Bender für Osnabrück fraglich. Als Bender-Ersatz stünde Tinga wieder zur Verfügung.

Nächtliche Ablenkung

27. September 2009 Nick Kommentieren

Ich meine natürlich die Pokalauslosung, die heute in den frühen Morgenstunden (irgendwann nach Mitternacht) im ZDF-Sportstudio vorgenommen wurde. Die hinreißende Carmen Nebel hatte den ohnehin späten Sendetermin weiter verzögert und vor der Auslosung wurde dann noch der Liga-Spieltag zusammengefasst. Trotzdem, die BVB-Fans die zu dieser Stunde noch wach oder schon zu Hause waren, konnten sich mal zehn Minuten ablenken vom gestrigen Ärger.

Der BVB schien ein Heimspiel zu bekommen, jedoch wurde dann als Gegner Drittligist und HSV-Bezwinger Osnabrück zugelost. Dort sitzt der ehemalige Schwarz-Gelbe Karsten Baumann auf der Bank. Ein Los, mit dem man gut leben kann, denn die Pleite des Erstliga-Tabellenführers an der Bremer Brücke sollte Warnung genug gewesen sein. Andere interessante Spiele: Im Duell der Finanzexperten trifft 1860 München auf den FC Schalke und in Frankfurt dürfte es zwischen der Eintracht und dem FC Bayern hoch hergehen. Irgendwie habe ich schon wieder Lust auf Pokal. ;-)

P.S. Zum Thema verdient auch dieser Beitrag auf Schwatzgelb.de Beachtung.

DFB-Pokal 2.Runde / Karlsruher SC 0 BVB 3

22. September 2009 Nick Kommentieren

Die Rückkehr des Welttorjägers.

Die Aufstellung: Weidenfeller – Schmelzer, Santana (63. Großkreutz), Subotic, Owomoyela – Hummels – Sahin, Tinga – Hajnal (81. Feulner) – Barrios, Zidan (71. Valdez). Tore: Zidan, Barrios (2).

Mit einer ordentlichen Offensivleistung bezwingt der BVB den aufstrebenden Zweitligisten letztlich ungefährdet. Schön, so was mal wieder schreiben zu können. Jürgen Klopp musste heute auf die verletzten bzw. erkrankten Dede und Bender verzichten und reagierte erwartungsgemäß mit der Hereinnahme von Schmelzer und der Versetzung von Hummels ins Mittelfeld.

Es kann in so einem Spiel nicht schaden, in der 2.  Minute in Führung zu gehen. Wieder einmal Nuri Sahin mit einer entscheidenden Vorarbeit und Mohamed Zidan mit dem coolen Abschluss, bei dem er zunächst Torwart Miller aussteigen lässt. Schade nur, dass Zidan den positiven Eindruck später trübte, als er wieder mal egoistisch abschloss und über das Tor schoss, anstatt querzulegen.

Recht schnell erkannte man in diesem Spiel einige Konstanten: Die BVB-Offensive wirkte gegen den Zweitligisten, der vor der Saison vor allem defensiv einen Aderlass zu verkraften hatte, viel agiler und präsenter als zuletzt. Die gesamte Viererkette schien dagegen nicht sattelfester als in den letzten Partien, vor allem Santana und Owomoyela suchen weiter nach der Form der letzten Spielzeit. Nur war der KSC kein Gegner, der das auszunutzen verstand. Teilweise kombinierten sie gefällig, aber der Abschluss blieb zum Glück meistens harmlos.

Das war bei den Schwarz-Gelben heute anders. Über den verbesserten Tamas Hajnal und den sich schön durchsetzenden Hummels erhielt in der 22. Minute das Beinahe-Sorgenkind Lucas Barrios den Ball und der Argentinier erzielte von rechts aus spitzem Winkel das 2:0. Teil 1 der Show, denn fünf Minuten nach der Pause setzte er noch einen drauf und erzielte mit einem sehr schön platzierten Kopfball das 3:0 (nach Flanke von Hajnal). Drei Tore in zwei Pokalspielen, bleibt die Hoffnung, dass es jetzt auch in der Liga klappt. Beispielsweise Samstag. Schön anzusehen, dass sich auch Spielmacher Hajnal so deutlich steigern konnte. Erwähnenswert ist ja auch noch sein abgefälschter Freistoß, den viele schon auf Torkurs sahen – am Ende traf er nur die Latte.

In der zweiten Hälfte war das Spiel also schnell entschieden; der KSC hatte nicht die Mittel, da noch mal ranzukommen. Trotz dadurch vielleicht erklärbarer Nachlässigkeiten muss sich die BVB-Defensive bis zum Derby kräftig steigern, wie auch immer das gehen soll. Eine erste Maßnahme wäre es, Hummels wieder in die Innenverteidigung zu stellen, wenn Bender wieder fit ist. Oder warum nicht Feulner mal ein paar Minuten mehr im defensiven Mittelfeld gönnen?

Heute herrscht aber erst mal kollektives Aufatmen vor. So einfach hätten sich das die Wenigsten vorgestellt. Bringt uns die Schalker!

Pokalauslosung war auch noch

9. August 2009 Nick Kommentieren

Das war nicht schwer zu verpassen, diese Auslosung der 2. Runde im DFB-Pokal. Am Abend des ersten Liga-Spieltags, versteckt im Pay-TV, wurden die Begegnungen gezogen. Der BVB hat kein einfaches Los erwischt: Die Schwarz-Gelben müssen zum frisch abgestiegenen Karlsruher SC. Für die Badener eine Möglichkeit, noch mal an den vergangenen Bundesliga-Glanz zu erinnern.

Allerdings ist das Team von Eduard Becker sicher nicht stärker geworden nach dem Abstieg; es gab den unvermeidlichen Personal-Austausch. Ob das dem in der letzten Saison wenig überzeugenden Sturm geschadet hat, wird man noch sehen; gravierender sind die Abgänge in der Abwehr (u.a. Eichner, Franz, Görlitz). Trotzdem wird das mMn für den BVB eine knifflige Aufgabe in einem sicher gut gefüllten Wildparkstadion.

Es hätte noch härter kommen können, wie das Duell in unserer Nachbarschaft zeigt, aber man kann auch zuhause gegen einen Zweitligisten gelost werden, der gerade sein Auftaktspiel gegen einen Aufsteiger im eigenen Stadion 0:3 verloren hat. Letztlich können wir jedoch froh sein, dass es ab der zweiten Runde eine ‘richtige’ Auslosung ohne gesetzte Vereine und sonstige Beschränkungen gibt (wenn man mal von der natürlich zu begrüßenden Heimspiel-Garantie für Amateurvereine absieht). Die Partien werden am 22. und 23. September ausgetragen.

DFB-Pokal 1.Runde / Spvgg Weiden 1 BVB 3

3. August 2009 Nick Kommentieren

Krankheitsbedingt konnte ich das Pokalspiel am Samstag nur vor dem Computer-Bildschirm verfolgen und darum heute auch nur noch das Wichtigste dazu. Vielen Erstligisten erging es ja ähnlich in dieser ersten Runde; sie taten sich lange Zeit schwer, wie Stuttgart, Schalke, Leverkusen, vom FC Bayern ganz zu schweigen. Und auch bei den Schwarz-Gelben hatte man am Samstag den Eindruck, dass sie von der forschen Gangart des Neu-Viertligisten Weiden überrascht waren. Warum eigentlich? Dieses Konzept – aggressiv auftreten und wenn möglich, schnelle lange Bälle in die Spitze spielen – hat sich für unterklassige Vereine mit einem gewissen Spielniveau schon öfter bewährt.

Aber ein gewisses Maß an Unterschätzung schwingt bei solchen Gegnern wohl immer mit und paart sich mit einem gewissen Maß an Müdigkeit durch die harte Saisonvorbereitung. Richtig gezittert habe ich auch nach dem Anschlusstreffer der Gastgeber nicht, denn die Qualität beim BVB war schon sichtbar. Als erstes muss man da natürlich Lucas Barrios nennen, der das 1:0 nach Super-Vorarbeit von Tamas Hajnal erzielte und das 2:0 durch Sahin unmittelbar nach der Pause mit vorbereitete. Das sieht nach einem Blitzstart unseres letzten Neuzugangs aus und den können wir gebrauchen, denn Nelson Valdez war zwar stets sehr bemüht, blieb aber im Abschluss glücklos – keine ganz neue Erkenntnis.

Was ohne Zweifel passt vor dieser Saison ist die Breite des Kaders. Da kommen dann in der zweiten Hälfte eben Zidan und Rangelov in den Sturm, und der Ägypter trifft mit viel Durchsetzungswillen zur Entscheidung. Und auch im Mittelfeld gibts jetzt genügend Alternativen. Warten wir also gespannt auf die Aufstellung am nächsten Samstag, wenn der 1.FC Köln zu Gast im Westfalenstadion ist. Ach ja, noch eine Mannschaft, die sich schwer getan hat am Wochenende.

Weidenfäller

27. Juni 2009 Nick Kommentieren

Ja, da hat Ex-Nationalspielerin Renate Lingor wirklich ein „glückliches Händchen“ bei der Pokalauslosung gehabt, wie in der ARD-Sportschau gefühlte dutzendmal betont wurde. Gleich in der ersten Runde gibt es mehrere auf dem Papier wirklich attraktive Partien. In Hessen könnte es einen Urlaubsstopp bei der Polizei für das erste August-Wochenende geben, denn es kommt wieder zu DEM Hessenderby überhaupt: Kickers Offenbach gegen Eintracht Frankfurt. Das letzte Aufeinandertreffen im Pokal liegt gerade mal 2 1/2 Jahre zurück, damals ein klarer Fall für die Eintracht (0:3).

Ein weiteres Highlight, gerade aus Sicht eines in Berlin lebenden Fußballfans, ist die Partie Union Berlin v Werder Bremen. Der Neu-Zweitligist empfängt im von Fans ausgebauten Stadion den Titelverteidiger. Damit wird die neue Alte Försterei noch mal richtig eingeweiht (das offizielle Eröffnungsspiel findet in der Saisonvorbereitung gegen Hertha statt – sehr einfallsreich). Nicht uninteressant auch die Begegnung Fortuna Düsseldorf gegen den HSV; da dürften einige Zuschauer kommen – mal sehen, ob die Hamburger sich bis dahin wieder eingekriegt haben.

Der BVB hat unterdessen eine machbare Aufgabe zugelost bekommen: Es geht zur Spvgg Weiden, die gerade als Bayernliga-Meister in die Regionalliga Süd aufgestiegen ist. Ein frischgebackener Viertligist ist zu schlagen und wird geschlagen, wenn unsere Mannschaft konzentriert und ohne Überheblichkeit auftritt. In einem guten Monat geht die neue Saison mit der ersten Pokalrunde los!

Elfmeterschießen ist nicht schwarz-gelb

31. Mai 2009 Nick Kommentieren

Freitag, 29. Mai, gegen halb neun abends: Der BVB verliert mal wieder ein Elfmeterschießen. Nicht zum ersten Mal habe ich mich ein bisschen englisch gefühlt. Zuvor war es ein sehr schöner Abend gewesen. Einen Tag vor dem ‘großen Pokalfinale’ in Berlin stand in Potsdam-Babelsberg das DFB-Pokalfinale der A-Junioren an – zwischen dem SC Freiburg und dem BVB, beide zur Zeit auch Tabellenführer ihrer jeweiligen Liga-Staffeln. Die Partie wurde im Karl-Liebknecht-Stadion ausgetragen, sonst Heimstätte des Regionalligisten SV Babelsberg, und die Voraussetzungen waren exzellent: Babelsberg ist ein schöner Ort, das angenehm altmodische Stadion von Bäumen gesäumt und nach einem wechselhaften Tag war es ein sonniger, warmer Frühlingsabend geworden.

Man muss dem DFB zugestehen, dass er sich Mühe gab, das Spiel zu einem würdigen Finale zu machen. Für nur zwei Euro wurden die Tickets für die Stehränge hinter dem Tor verkauft – dort fand sich der Dortmunder Fanblock zusammen, der den Freiburgern zahlenmäßig und stimmlich deutlich überlegen war. Nicht so schön war das Netz, das zusätzlich zum Zaun vor der gesamten Kurve hing, aber für den Preis kann man darüber hinwegsehen sowie über den fehlenden Bier-Ausschank und das flache DFB-Entertainment, das vor und nach dem Spiel geboten wurde (ganz so schlimm wie gestern in Berlin war es zum Glück nicht).

BVBaSCF_Pokalfinale01

Aufstellung vor dem Spiel

Das Stadion war zwar bei weitem nicht ausverkauft, aber rund 2.400 Zuschauer sorgten für eine ordentliche Kulisse und die BVB-Fans für gute Stimmung. Bei den Schwarz-Gelben mussten drei Leistungsträger in Dortmund bleiben, um am nächsten Tag für die Zweite Mannschaft in Münster aufzulaufen (dazu später mehr). Die erste Halbzeit im Karl-Liebknecht-Stadion wurde zwar offen und engagiert gespielt, die BVB-Junioren hatten mehr vom Spiel, konnten sich aber kaum echte Chancen erarbeiten. Die besten Szenen waren zwei Aluminium-Treffer, einer auf jeder Seite. Mehr …

Die Kunst, um nichts zu spielen

24. April 2009 Nick Kommentieren

Vorgestern ist Werder Bremen durch den Sieg in Hamburg in einem spannenden, aber nicht hochklassigen Spiel verdient ins Pokalfinale eingezogen. Die Bremer wirkten reifer und kreativer, im Gegensatz zur jeweiligen Tabellenposition. Durch das Ausscheiden des HSV wird nun der Sechste der Bundesliga definitiv nicht in der Europa League spielen.

Drei Tage zuvor schienen die Bremer lange Zeit das Spiel bei Hertha BSC zu kontrollieren und führten 1:0. Nach dem Berliner Ausgleich war keinerlei aggressive Reaktion zu sehen und die Gastgeber gewannen die Partie bekanntlich noch glücklich mit 2:1. Was zur Folge hatte, dass der BVB nicht drei oder vier, sondern weiter fünf Punkte Rückstand auf Platz 5 hat.

Jetzt soll es in diesem Beitrag natürlich nicht darum gehen, den Bremern deswegen Vorwürfe zu machen. Die sind nun mal in der unglücklichen Situation, dass es für sie in der Liga um wirklich (fast) gar nichts mehr geht, während ihre Gegner und deren Konkurrenten noch voll im Wettbewerb stehen. Der ‘Mechanismus’, der da abläuft, ist ja kein Einzelphänomen. Anderes Land, anderes Beispiel: Zu den Vereinen, die ich in England etwas näher verfolge, gehört auch Zweitligist Coventry City. Die ‘Sky Blues’ stehen schon seit einigen Wochen um Platz 15 rum, das ist in der Championship Mittelfeld, und Abstiegsgefahr bestand kaum noch, auch wenn der rechnerische Klassenerhalt erst am vorletzten Spieltag sichergestellt wurde.

Nun hat der Klub in den letzten vier Partien gegen vier Abstiegskandidaten gespielt, für die es natürlich noch um etwas ging, und hat keinen Sieg mehr einfahren können. In Plymouth, übrigens der westlichste Profiklub Englands, gab es beim 0:4 eine ganz peinliche Vorstellung. Danach folgte ein 0:0 gegen das danach abgestiegene Charlton, ein 0:1 in Nottingham und zuletzt, wieder in der heimischen Ricoh Arena, ein 1:1 in letzter Minute gegen Barnsley, durch einen fragwürdigen Handelfmeter. Klar, in Coventry wie in Bremen gab bzw. gibt es Verletzte, klar, der Trainer appelliert hier wie da, die Saison nicht abzuschenken und mit einem Hoch zu beenden. Vor dem letzten Heimspiel der Sky Blues gegen das allenfalls noch theoretisch vom Abstieg bedrohte Watford fordert Trainer Chris Coleman noch mal einen Sieg für die Fans:

Our supporters deserve it for sticking by us and to finish with three points would be nice.

Aber irgendwie scheinen solche oder ähnliche Appelle bei vielen Vereinen in vergleichbarer Situation nicht zu fruchten. Auch die Einwechslungen von talentierten Nachwuchsspielern (Coventry hat eine der besten Jugendakademien Englands) brachten zwar frischen Wind, aber nicht genug, um die Spiele für sich zu entscheiden.

Weder in Bremen noch in Coventry wollen sie diese Spiele verlieren. Meistens funktioniert es so: Die Spieler sind bemüht und spielen ordentlich, solange es gut läuft. Um aber Gegentore wegzustecken und zurückzukommen, fehlt dann doch das 100%ige Engagement und die 100%ige Konzentration. Letzteres kann zu weiteren Gegentoren führen, gerne durch Konter nach eigenen, halbherzigen und fehlerhaften Angriffen. Gegen diese ‘Saisonendkrankheit’ scheint fast nichts zu helfen, nur wenn wirklich jeder Spieler die Einstellung voll aufrechterhalten kann. Eine Sisyphus-Arbeit für den Trainerstab.

Noch ein Satz zum Spiel von morgen: Der HSV, den ich am Mittwoch im Pokal gesehen habe, macht mir keine Angst! Wetten, dass Trochowski in Dortmund wieder dabei ist?

Bleibt Mainz Mainz, wie es singt und lacht?

3. Februar 2009 Nick 1 Kommentar

Vom Viertelfinale des DFB-Pokals werden in diesem Jahr zwei Spiele live im Free-TV zu sehen sein. Die ARD hatte den Erstzugriff und hat sich wenig überraschend Bayer v Bayern gesichert. Das ZDF hat sich für die Partie Mainz 05 v Schalke 04 entschieden. Eigentlich keine Sensation, dass das ZDF Mainz überträgt. Die Begegnung hat von den drei übrigen Spielen auch den meisten Charme, mehr als der Auftritt des Volkswagen-Werksklubs gegen Bremen. Mainz gegen Schalke, das ist gute Laune gegen schlechte Laune, Karnevalsverein mit Aufstiegshoffnungen gegen strauchelnden Gasriesen.

Aber halt. Obwohl das ZDF wohl die richtige Entscheidung getroffen hat – das bisher sehr positive Image der 05er hat gestern leichte Kratzer bekommen. Für Leute, die näher an Mainz dran sind, ist es vermutlich nichts Neues, aber auch dort gibt es ‘Problemfans’, und die haben sich gestern in Kaiserslautern beim Derby daneben benommen und das ist noch gelinde ausgedrückt. Bei der Ankunft am Bahnhof wurden Pyrotechnik gezündet, Sachbeschädigungen begangen und rechtsextreme Lieder gesungen. Welches Liedgut das genau war, steht in der Meldung natürlich nicht, aber für das ‘U Bahn-Lied’ beispielsweise könnte es meinetwegen gerne Stadionverbote geben – egal ob die Sänger pubertierende Jugendliche sind oder nicht.

Das sind natürlich Probleme, die leider fast jeder Verein kennt, auch wir beim BVB. Der Mainzer Fan-Beauftragte Christian Viering beeilte sich zu versichern, dass es sich bei den Übeltätern um Einzelfälle handele, die nur bei brisanten Spielen wie gegen Lautern und Frankfurt aufträten. Trotzdem: Auch Mainz 05 scheint in der Realität angekommen. Klopp ist weg, alles normalisiert sich. Das muss nicht per se schlecht sein, schließlich hat der Übergang zum ruhigeren Jörn Andersen sportlich sehr gut geklappt. Leider scheint sich aber auch das Fanverhalten dem anderer Klubs anzugleichen. Oder war das schon immer so und es wurde nur nicht wahrgenommen?