DFB-Pokal Achtelfinale / BVB 1 Werder Bremen 2
Kannste nicht meckern.
Die Aufstellung: Weidenfeller – Schmelzer, Subotic, Santana, Lee – Tinga (84. Öztekin) – Kringe, Boateng – Hajnal (66. Sahin) – Frei, Zidan (77. Valdez).
Unmittelbar nach dem Ausscheiden im Pokal einen Spielbericht zu schreiben, ist vielleicht nicht so klug, aber dann habe ich es hinter mir. Ich will auch gar nicht so viel sagen…
Diesmal haben die Bremer den Spieß umgedreht. Der BVB begann forsch und aggressiv und ließ die Gäste zunächst nicht ins Spiel kommen. Kevin Boateng zeigte mehrmals, gerade in der ersten Hälfte, seine Klasse. Und das folgerichtige 1:0 war ein schneller Angriff, wie man ihn sich vom ‘neuen BVB’ so vorstellt. Foulverdächtiger Zweikampf von Kringe, Pass auf Zidan, der nimmt den Ball schön mit, spielt im richtigen Moment auf Frei, und der steht gegen Bremen mal nicht im Abseits. So wird das gemacht.
Nur was danach kam, lässt sich schön simpel zusammenfassen – obwohl es ein packendes, spannendes Pokalspiel war. Bremen hatte viel mehr vom Spiel; die Mannschaft ist ballsicherer, spielt genauere Pässe, hat mehr Übersicht. Bis auf die Anfangsphase der zweiten Halbzeit mussten sich die Schwarz-Gelben damit begnügen, auf Konter zu lauern. Die gab es, und wenn man die resultierenden Chancen genutzt hätte, dann hätte man das Spiel entscheiden können. Aber Frei und mehrmals Zidan scheiterten – es war allerdings mehr Pech und gute Abwehrarbeit als Unvermögen.
Ein Schuss aus der Drehung von Almeida, dem man das nicht unbedingt zugetraut hätte, führte in der 62. Minute zum Ausgleich. Danach blieb es spannend, aber alles in allem wirkten die Gäste nun zwingender. In der 80. prallte ein Diego-Freistoß von links an den Pfosten, Schmelzer konnte den Ball nicht wegschlagen und Pizarro war da, um einzuschieben. Was mich letztendlich davon überzeugt hat, dass sich die Bremer den Sieg verdient haben, waren die letzten zehn Minuten. Denn da kam vom BVB gar nichts Konstruktives mehr. Keine Ideen, keine Spielzüge, nur Ball nach vorne.
Diese Mannschaft muss wohl in der stärksten Besetzung spielen, um mit den Großen mithalten zu können. Oder das Glück haben, das heute fehlte. Über Schiedsrichter Gräfe brauchen wir nicht zu reden. Der hatte nicht seinen besten Tag, aber den oft kleinlichen Freistoßentscheidungen pro Bremen, die ein ums andere Mal Diego in gute Positionen brachten, stehen das angesprochene mögliche Foul vor dem 1:0 und ein mögliches Dortmunder Handspiel im Strafraum gegenüber.
Was kann man Positives mitnehmen? Vor allem die Aussicht, bald Boateng und Kuba gemeinsam wirbeln sehen zu können. Der Weg ins internationale Geschäft über die Bundesliga erscheint jedoch sehr sehr steinig…


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