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Archiv für die Kategorie ‘Medienschelte’

Sonnige Bilanz, sonnige Aussichten?

18. Januar 2009 Nick Kommentieren

Inzwischen dürften die allermeisten Fußballfans hierzulande gewaltige Entzugserscheinungen nach Bundesliga und Pokal haben (ich schließe da mal von mir auf andere). Mein Methadon, die Premier League, hat die letzten Wochen etwas erträglicher gemacht (West Bromwich Albion bleibt nach dem gestrigen 3:0 über Middlesbrough voll im Rennen um den Klassenerhalt, in dem inzwischen so um die neun Teams konkurrieren), aber es ist wieder Zeit für unser eigenes Ding, in dem wir wirklich drinstecken. Ich frage mich wirklich, warum nun zwei angesehene Manager wie Rudi Völler und Uli Hoeneß die gerade beschlossene Verkürzung der Winterpause wieder in Frage stellen, nur weil wir mal zur Abwechslung ein paar harte Wintertage haben.

Gestern ist für die BVB-Profis das Trainingslager in Marbella zu Ende gegangen, zum Abschluss gab es anscheinend noch mal sonnige Tage. Das „anscheinend“ steht dabei für ein Problem, das die Fans mit Trainingslagern haben, sofern sie nicht zu den unentwegten 100 gehören, die vor Ort dabei waren: Man kriegt nicht soviel mit wie man möchte. Auch wenn natürlich Journalisten mit in Spanien waren und die BVB-Website einen täglich mit Texten, Fotos und kurzen Clips versorgt. Aber das Fernsehen zeigte lieber Spiele wie Kaiserslautern gegen Cottbus und jedes lausige Bayern-Testspiel als eine der beiden Begegnungen der Schwarz-Gelben in Andalusien.

Dem 1:2 gegen Freiburg zum Auftakt folgte am Donnerstag ein überzeugendes 3:0 gegen den VFL Osnabrück, deren Trainer ‘Pele’ Wollitz nach dem Spiel glücklich war, mit diesem Ergebnis vom Platz zu gehen. Ich kann hier nur wiedergeben, was im Spielbericht steht: Sahin, Owomoyela und Nachwuchsspieler Kullmann erzielten die Tore, Boateng gab anscheinend einen ordentlichen Einstand und bereitete das 1:0 vor. Also anscheinend hat das Team gut gearbeitet und wir können uns auf eine Rückrunde mit einem noch flexibleren Mittelfeld freuen. Aber alles bleibt Spekulation, bis die schwarz-gelben Jungs wieder in Deutschland auf dem Platz stehen und Any Given Weekend live dabei sein kann – vor der Leinwand und ein- bis zweimal im Stadion.

Reifes Rumpelstilzchen

18. November 2008 Nick 2 Kommentare

Mal vorneweg: Das ist keine Kontaktanzeige! Ich kann diese Überschrift erklären. Es gibt da einen Fußball-Kommentator, den ich eigentlich immer noch schätze (auch über 11 Jahre nach DEM CL-Finale), nämlich Marcel Reif. Er ist immer noch einer der Besseren, auch wenn das nicht viel heißen muss. Herr Reif hat nun neben seiner Tätigkeit fürs Pay-TV u.a. eine Kolumne im „Tagesspiegel“. Ob er die auch schreibt, weiß man nicht so genau. Unter seinem Namen erschien jedenfalls vorgestern nicht nur die Empfehlung an Thomas Schaaf, vielleicht mal seinen Job bei Werder Bremen zu überdenken (allerdings vor dem Spiel gegen Köln), sondern auch folgende Schlussbemerkung über einen mir noch etwas wichtigeren Trainerkollegen von Schaaf:

Noch ein Wort zu Jürgen Klopp, der von Mainz via Fernsehen nach Dortmund gewandert ist? Das ist eine ganz andere Geschichte. Um es mal so zu sagen: Nach seinen jüngsten Auftritten als Rumpelstilzchen wäre es wohl für alle Beteiligten das Beste gewesen, er wäre etwas bodenständiger geblieben und damit in der Zweiten Liga verschwunden.

Nun haben wir in Deutschland Pressefreiheit (zumindest meistens), und auch wenn die ganze Kolumne erkennbar auf billigen Effekt aus ist, kann der Herr Reif das so schreiben, wenn er möchte. Und wenn er es denn war fragt sich nur, wer das eigentliche Rumpelstilzchen ist.

Marcel Reif hatte bisher jetzt aber nicht den Ruf eines Effekthaschers und offenbar will er den auch nicht bekommen. Denn gestern ruderte er zurück und erklärte gegenüber dem BVB, diese Formulierung sei so nicht vom ihm autorisiert worden und entspreche auch nicht seiner Meinung. Entschuldigt hat er sich dann auch noch bei Kloppo. Letzteres ist in Ordnung und ehrenwert. Nur, wenn seine Erklärung stimmt: Wo sind dann die journalistischen Maßstäbe, die angebracht wären? Scheinbar kommt es immer häufiger vor, dass Ghostwriter die angeblichen Gastkolumnen in den Zeitungen füllen. Waren es vorletztes Jahr noch Trainer, für die die Journalisten zur Feder Tastatur griffen, schreiben inzwischen wohl schon Journalisten für andere Journalisten…

Oder ist die reif(sch)e Erklärung doch nur eine Ausrede für den unreifen Kommentar? Muss es jetzt schon Autorisierungen für ’selbstgeschriebene’ Texte geben? Mir wäre ja lieber, er hätte es selbst geschrieben und würde dazu stehen oder dafür gerade stehen.

Rückkehr der Bremer

5. Oktober 2008 Nick Kommentieren

Das hatten wir doch schon dieses Jahr. Heimspiel im Pokal gegen Bremen. Ende Januar wars. Damals rettete Torwart Marc Ziegler dem BVB das 2:1, indem er kurz vor Schluss einen Elfmeter parierte. Und ziemlich genau ein Jahr danach wird es diese Partie wieder geben. Unter welchen Vorzeichen kann man jetzt noch nicht sagen. Für Spannung dürfte allemal gesorgt sein. Ich hätte auch nichts gegen einen vermeintlich leichten Gegner gehabt, wie ihn der S04 erwischt hat – aber Heimspiel ist immer gut.

Man muss kein Prophet sein, um vorherzusagen, dass auch dieses Mal die Bayern im Free-TV gezeigt werden (in Stuttgart); zum Glück sind wir auf die ö.-r. aber nicht mehr angewiesen. Vielleicht bereiten ja die Schwaben dem Spuk ein Ende…

Rhetorische Umfragen

1. August 2008 Nick Kommentieren

Heute präsentiert uns der „Kicker“ die Meistertipps der Bundesliga-Trainer und das Ergebnis überrascht nun wirklich: 18 von 18 Befragten meinen, der FC Bayern sei der große Favorit. Ebenso erstaunlich: 57 oder gar 63 Prozent der Deutschen sind der gleichen Meinung.

Mal ernsthaft: Wer braucht sowas eigentlich? Ja, die Bayern sind der Favorit, Werder und S04 haben Chancen auf die CL, vielleicht kommen der HSV und Wolfsburg sogar in den UEFA Cup. Zum Glück ist die Liga dann doch meistens noch spannender als solche Umfragen. Manchmal geschieht sogar etwas Unerwartetes.

Fragen um zu fragen. Jeder kennt die Antworten. Reine Rhetorik also. Kann man sich von mir aus sparen. Oder sich mal was Neues ausdenken, z.B. „mit wieviel Punkten Vorsprung werden die Bazis diese Saison Meister“ oder „wie hoch verlieren die Bayern im CL-Viertelfinale gegen Zenit St. Petersburg“.

Nur die Pille zählt

23. Juli 2008 Nick Kommentieren

Ja, es war nur ein Testspiel, aber… war das schön, die erste Halbzeit, oder was? Der BVB hat also den ‘Supercup’ mit 2:1 gegen die Bazis gewonnen, aber wichtiger war, dass die Schwarz-Gelben nach ein paar Minuten der Eingewöhnung richtig guten Offensivfußball geboten haben, genauso, wie ihn man sich von Jürgen Klopp gewünscht hat. Von den Bayern kam in der ersten Hälfte nur ein Toni-Kopfball und eine schöne Vorlage von Borowski, die Klose kläglich vergab. Was nicht nur, aber auch daran lag, dass die BVB-Abwehr rechtzeitig störte und viele Bälle schon deutlich vor dem 16-Meter-Raum abfing.

Auf der anderen Seite gab es viele Torschüsse, einige Chancen und zwei sehenswerte Tore. Nach einem Fehler von Lell war Kuba zur Stelle und vollendete mit einem schönen Schuss zum 1:0. Und ein paar Minuten später ein toller Freistoß von Tamas Hajnal zum 2:0. Und das war nicht die einzige tolle Szene von unserem neuen Spielmacher: Zuvor hatte er schon mit einem Fallrückzieher aus spitzem Winkel fast getroffen. Wenn man auch nicht allzuviel aus einem Testspiel schließen sollte, aber auf Hajnal können wir uns freuen! Im Sturm arbeiteten Petric und Valdez gut nach hinten mit und auch Buckley, bei dem ein Wechsel zu Hull City weiter im Raum steht, wirkte sehr agil.

In der zweiten Hälfte wurde zunächst vor allem bei den Bayern eifrig durchgewechselt, und die Nachwuchsleute wie Kroos, Ngwenya und später Ekici brachten ‘endlich’ mehr Schwung ins Bayern-Spiel. Beim BVB kam zunächst Kringe für Buckley, später gingen u.a. Hajnal und Kuba raus (ersetzt durch Federico und Kruska), was die Schwarz-Gelben vorübergehend etwas ihrer Kreativität beraubte, aber natürlich in der Vorbereitung unvermeidlich ist. Dem jungen Ekici gelang in der 72. Minute über die verwaiste linke Dortmunder Abwehrseite der Anschlusstreffer. Danach war allerdings beim BVB wieder deutlich der Willen zu spüren, das Ergebnis zumindest zu halten und auch wenn nach vorne nur noch eine echte Torchance, durch einen Kringe-Schuss knapp neben das Tor, gelang, hatten die Schwarz-Gelben das Spiel weitgehend im Griff.

Wie es halt so ist, hatten die Bayern kurz vor Schluss noch eine Chance durch Ngwenya, aber den Schuss konnte Roman Weidenfeller parieren – der erste, bei dem er wirklich gefordert war. Es blieb also beim hochverdienten BVB-Sieg, an dem es nichts zu mäkeln gibt: Das Team steckt noch genauso in der Vorbereitung wie die Bayern, hatte ebenfalls einige Spieler bei der EM und mit Tinga und Frei auch zwei prominente Verletzte. Muss natürlich nicht heißen, dass die Schwarz-Gelben jetzt auch in einem Monat gewinnen ;-) . Die einzige mögliche Entschuldigung, die mir für die Bazis einfällt, ist, dass sie bisher nur gegen deutlich schwächere Gegner gespielt haben als der BVB.

Das hat heute richtig Spaß gemacht und Mut für den schweren Saisonauftakt. Die öffentlich-rechtlichen Unkenrufe (siehe vorhergehender Beitrag) sind nicht eingetroffen; letztlich kamen über 47.000 Zuschauer und Klinsmann brachte Schweinsteiger von Beginn und wechselte Podolski in der zweiten Hälfte ein. Auch das nächste BVB-Spiel, am Samstag gegen Juventus, wird übrigens live im Fernsehen gezeigt, dann ab 18.30 Uhr im DSF. Und auch den Pflaume habe ich heute überstanden – da wären wir wieder bei der Überschrift…

Supercup im Quotenkampf

23. Juli 2008 Nick Kommentieren

Nicht nur um den Status des heutigen Spiels BVB v Bayern München gibt es Diskussionen, nun ist offensichtlich auch ein Kampf um die Einschaltquoten entbrannt. Oder wie ist es zu erklären, dass (Stand 17 Uhr) ARD und ZDF in ihrem jeweiligen Videotext berichten, dass Jürgen Klinsmann plant, heute Abend doch auf die deutschen EM-Teilnehmer Janssen, Podolski, Schweinsteiger und Lahm zu verzichten? Und dass der BVB darüber verärgert sei, weil ohnehin nur mit 30.000-40.000 Zuschauern gerechnet werde?

Wohingegen der übertragende Sender SAT 1 nach wie vor behauptet, Klinsi wolle die Bestbesetzung aufs Feld schicken (und von der schleppenden Ticket-Nachfrage ist natürlich auch keine Rede). Nun kann sich SAT 1 vielleicht darauf berufen, dass die genannten deutschen Nationalspieler nicht unbedingt zur absoluten Stammformation der Bayern gehören, aber die Unterschiede in der ‘Vorberichterstattung’ sind schon frappierend und die Intentionen klar.

Was der Wahrheit entspricht, werden wir nachher sehen. Dass sich allerdings das Dortmunder Publikum nicht vom von den Klubs selbstverliehenen „Supercup“-Label blenden lässt, und anscheinend nur eine einem interessanten Vorbereitungsspiel angemessene Zuschauerzahl zu erwarten ist, kann ich verstehen. Zumal ja das Pflichtspiel gegen die Bayern schon am 2. Spieltag ansteht…

Pott-Derby im Pokal

6. Juli 2008 Nick 6 Kommentare

Ein klangvoller Name ist das. Bei der heutigen Auslosung der ersten Runde des DFB-Pokals ist der BVB dem Reviernachbarn RW Essen zugelost worden. Da musste ich erstmal schlucken. Für die Fans beider Klubs, aber insbesondere die Essener, dürfte die Partie ein echter Kracher werden. Volle Hafenstraße garantiert, denke ich mal. Im Lostopf waren sicher Namen, die einem weniger Respekt eingeflößt hätten.

Wenn man aber mal von der ‘heißen’ Stimmung absieht, die in Essen sicher herrschen wird, braucht man nicht gerade Angst zu haben vor diesem Gegner. Ok, beim „Halleluja-Cup“ in Wattenscheid, einem heute ausgetragenen Blitzturnier, verloren die Schwarz-Gelben nach torlosen 2 x 25 Minuten im Elferschießen gegen RWE (ebenso wie im Spiel um Platz 3 gegen den MSV Duisburg), aber der sportliche Wert dieser Veranstaltung ist nach vier Tagen Training nicht allzu hoch einzuschätzen. Die Essener haben in der abgelaufenen Regionalliga-Saison, wie unsere zweite Mannschaft, knapp die Qualifikation für die finanziell lukrativere dritte Liga verpasst und deshalb schon einige wichtige Spieler verloren – zuletzt ging der junge Niklas Andersen zu Werder Bremen. Die Mannschaft muss neu zusammengestellt werden, mit weniger Geld. Deshalb ist ein BVB-Sieg an der Hafenstraße, bei allem Respekt, natürlich eine Pflichtaufgabe.

In dieser Saison werden ja erstmals alle Pokalspiele live bei Premiere gezeigt, insofern müsste man sich eigentlich nicht mehr über die Auswahl der Free TV-Spiele aufregen, von wegen Bayern, Bayern, Bayern und so, zumal alle Teilnehmer von den Fernsehsendern die gleiche Summe erhalten. Trotzdem bin ich mal gespannt, ob ARD / ZDF auch nur ein Spiel ohne Bayern-Beteiligung zeigen, solange die im Wettbewerb sind. Das Urteil, welches Spiel in der 1. Runde attraktiver ist, RWE v BVB oder RW Erfurt v Bayern, lasse ich mal dahingestellt…

Dolls Wutrede

23. April 2008 Nick Kommentieren

Thomas Doll ist in der heutigen PK zum Frankfurt-Spiel der Kragen geplatzt. Und er hat eine Wutrede gehalten, die die Medienvertreter gleich an Giovanni Trappatoni erinnerte (hier anzuhören). Die sich aber nicht gegen Spieler, sondern gegen einige Journalisten richtete. Nämlich jene, die um das Pokalfinale herum anfingen, über einen neuen Trainer, neue Spieler und alte Spieler, die den Verein verlassen sollen, zu spekulieren.

Es tat gut, Doll mal klar und direkt, ohne viele Phrasen, reden zu hören. Und der Zeitpunkt der ‘Trainerdiskussion’ war reichlich unverschämt; man könnte ja sogar böse Absichten unterstellen. Von David Zibung, dem angeblichen neuen Torwart, will Doll noch nie gehört haben. Was aber die Spekulationen über Spielerwechsel generell angeht: Die gibt es immer, zu fast jeder Zeit der Saison und die lassen sich auch nicht abstellen. Seriöse Medien recherchieren genau und bringen eine Meldung erst, wenn eine gewisse ‘Substanz’ gegeben ist. Aber manchmal befördern die Spieler selber Spekulationen, noch häufiger wohl deren Berater. Und gestandene Profis sollten gelernt haben, mit diesen ewigen Gerüchten zu leben. Sie sollten wissen, wem sie aktuell Loyalität schulden, unabhängig davon, was vielleicht die nächste Saison bringt.

Man kann BVB-Fans und Journalisten wohl kaum verdenken, dass sie über die Zukunft der schwarz-gelben Hintermannschaft spekulieren, so wie diese in der Liga bisher aufgetreten ist. Was aufhören sollte, ist die Verbreitung von unsubstanziierten Gerüchten um ihrer selbst willen (wird sie aber wohl nicht). Zu Dolls Zukunft habe ich mich gestern schon geäußert, ebenso wie zu David Zibung – sollte an der Sache wirklich nichts dran sein, muss ich dafür wohl auch Abbitte leisten ;-) .

Nach dem Pokal

22. April 2008 Nick Kommentieren

Kaum ist das Pokalfinale gespielt, hagelt es beim BVB geradezu Neuigkeiten bzw. Gerüchte vom Transfermarkt. Scheinbar gab es da sowas wie ein unausgesprochenes Stillhalteabkommen in den Tagen zuvor, an das sich jedoch in der Trainerfrage auch nicht alle gehalten haben, aber dazu später mehr. Wollen wir mal etwas Ordnung reinbringen.

Würde es nur von der B++d kommen, würde ich es nicht erwähnen, aber auch das BVB Online-Fanzine „Die Kirsche“ berichtet unabhängig davon, dass der 24-jährige Schweizer Torwart David Zibung vom FC Luzern vor einem Wechsel nach Dortmund steht. Zibung hat sich trotz seines Alters in der letzten Saison als Stammkeeper des Schweizer Erstligisten etabliert und stand auch schon in der ‘U 21-Nati’. Sein Spitzname lautet „Pink Panther“ – weil er, ähnlich wie ehemals Bremens Tim Wiese, gerne pinkfarbene Trikots trägt. Wie gut Zibung ist, wage ich nicht zu beurteilen; die Leser des Schweizer Boulevardblatts „Blick“ meinen zumindest, er solle als dritter Torhüter der Nati bei der EM dabeisein (wobei „Blick“ das eidgenössische Pendant zur B++d ist). Der 24-jährige soll für unter eine Million Euro zu haben sein und beim BVB mit Roman Weidenfeller um die ‘Nummer 1′ konkurrieren. Marc Ziegler dürfte die Schwarz-Gelben dann verlassen, eventuell als zweiter Mann zum FC Bayern, wobei an der Säbener Straße auch noch andere im Gespräch sind. Mein Urteil: Angesichts der wiederholten Unsicherheiten von Weidenfeller und Ziegler macht die preisgünstige Verpflichtung eines ambitionierten Torhüters durchaus Sinn.

Erwartet wurde allgemein, dass sich in der Abwehr was tut. Der BVB hat seit letzter Woche die schlechteste Defensive der Liga (53 Gegentreffer), und auch wenn die Innenverteidigung daran natürlich nicht allein schuld ist, sind Veränderungen dort überfällig. Dass Christian Wörns den Verein aller Voraussicht nach verlassen wird, überrascht wohl niemand mehr. Aber auch unserem anderern Ü 30-Abwehrmann, Robert Kovac, soll nach Kicker-Informationen nahegelegt worden sein, zu gehen, ein Jahr vor Vertragsende. Als Nachfolger ist weiterhin Marko Basa vom UC Le Mans im Gespräch, zudem könnte vom momentan Tabellen-14. der Ligue 1, dem FC Sochaux, der 28-jährige Jeremie Brechet ablösefrei kommen. Dahinter könnten die jungen BVB-Verteidiger Hummels, Amedick und Brzenska einen neuen Anlauf nehmen. Aber fix ist hier noch nix – weder, dass die beiden Angesprochenen kommen, noch, dass alle drei Jungen bleiben.

Die umstrittenste Personalie wurde zur absoluten Unzeit thematisiert: Am Samstag, kurz vor dem Endspiel, berichtete u.a. der Nachrichtensender N24, dass Trainer Thomas Doll nach Saisonende von Jürgen Klopp abgelöst werden soll. Andere brachten sogar den Namen Frank Pagelsdorf ins Spiel. Wenn es die ‘Insider’, die diese Informationen lanciert haben sollen, wirklich gibt, sollte man sie ggf. wegen vereinsschädigendem Verhalten ausschließen – vermutlich werden wir aber nie erfahren, wer sie waren oder ob es nicht doch nur alles auf Spekulationen der Journalisten beruht. Tatsache ist: Jürgen Klopp hat sich dahingehend geäußert, dass er bei einem Mainzer Aufstieg ein weiteres Jahr dort bleiben will (abgesehen davon, dass auch beide Vereine das Gerücht dementiert haben). Tatsache ist auch, dass Frank Pagelsdorf einen Verein trainiert, den ich für einen ganz heißen Abstiegskandidaten halte.

Es spricht jedoch vieles dafür, dass man sich in Vereinskreisen wirklich Gedanken über Thomas Doll macht. Zu enttäuschend ist die Ligasaison bisher verlaufen. Und auch in meiner Brust schlagen zwei Herzen. So falsch ich die Spekulationen am Samstag fand – eine weitere Tatsache ist, dass der BVB bei noch fünf ausstehenden Spielen und sieben Punkten Vorsprung auf Platz 16 durchaus noch in Abstiegsgefahr geraten könnte – wenn wir so weiter spielen, wie in den letzten Ligapartien. Denn die Teams hinter uns haben den Abstiegskampf längst angenommen. Dass die Mannschaft in Berlin anders auftrat, ist gerade kein Argument pro Doll, denn man fragt sich, warum das nur so selten gelingt. Trotzdem liegt es natürlich auch an der Zusammenstellung des Kaders, und die ist nicht allein Dolls Schuld. Deshalb würde ich die Leistung in den verbleibenden Spielen zur Grundlage einer Beurteilung von Doll machen: Sollte der BVB nach der überzeugenden Leistung von Berlin wirklich nochmal in den Abstiegskampf hineingezogen werden, halte ich einen Neuanfang im Sommer für besser. Schon am Freitag übrigens könnte mit einem Sieg in Frankfurt der entscheidende Schritt weg aus der ‘Twilight Zone’ gelingen, denn die Teams hinter uns spielen gegeneinander (Nürnberg v Bielefeld, Cottbus v Rostock).

Der Schlechteste beim Münchener Derby

27. Februar 2008 Nick 5 Kommentare

Zum Spiel will ich gar nichts sagen; es kam, wie es kommen musste. Aber wie unterirdisch war das wieder von ZDF-Kommentator Wolf-Dieter Poschmann. Man hat den Eindruck, der Mann wäre zum ersten Mal in einem Fußballstadion gewesen. Aber ist ja nix Neues bei Poschi. Wenn die 60er-Fans „TSV“-Wechselgesänge anstimmen (das konnte sogar ich am Fernseher hören), versteht er „Jetzt gehts los“. Wenn die 60er-Fans Olli Kahn an seine Vorfahren erinnern, dann geht laut Poschi „ein Raunen durch die Menge“. Und wenn er mal den Überblick verliert, z.B. wer ne Gelbe Karte kriegt, dann ist natürlich das Chaos auf dem Spielfeld schuld.

Meine Güte ZDF, ihr habt doch bessere Leute. Etwa den heutigen Mann am Spielfeldrand, Boris Büchler, der es schaffte, ein sachliches Interview mit Uli Hoeneß zu führen. Aber Poschi war ja mal Sportchef, dem möchte halt niemand ans Bein…

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