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Archiv für die Kategorie ‘Wunder und Märchen’

Jede Woche geht ein halber Trainer

29. September 2009 Nick Kommentieren

Genau genommen sogar noch etwas mehr als ein halber. Nach sieben Spieltagen sind in der 1. Bundesliga inzwischen vier Trainer entlassen worden. Gestern erwischte es Lucien Favre von Hertha BSC. Nach der erneuten hohen Niederlage am Sonntag nicht wirklich überraschend, aber an der Weisheit der Entscheidung darf man zweifeln.

Das Märchen konnte nicht wahr werden. Hertha hatte in der letzten Saison einen leicht überdurchschnittlichen Kader und hat dank Lucien Favre und eines veritablen Laufs fast das Optimum rausgeholt. Im Sommer wurden Leistungsträger abgegeben und aufgrund der wirtschaftlichen Lage kein adäquater Ersatz geholt. Das konnte nicht gut gehen. Favre ist kein Zauberkünstler mit einem Wundersystem. Was jedoch überrascht, ist die Heftigkeit des Absturzes.

Bis hierher hört sich diese Zustandsbeschreibung ein wenig nach BVB an? Ich habe gestern Szenen aus dem Spiel der Hertha in Hoffenheim gesehen, die erschreckende Leistungen der Abwehr zeigen. Fast schon teilnahmslos wirkten die zeitweise. So weit wird es in Dortmund nicht kommen, zumal auch das Potenzial höher einzuschätzen ist. Allenfalls die zweite Hälfte gegen Bayern wirkte bei Schwarz-Gelb ähnlich hilflos.

Es ist wie es ist, die Spieler kannst du nur bedingt bestrafen, das wird sonst teuer. Also suchen sie jetzt in Berlin einen neuen Mann für die Trainerbank. Vielleicht finden sie jemand wie Hans Meyer, der die Talfahrt stoppt und den Verein am Ende auf Platz 14 führt. Eine Lösung für die Zukunft ist jedoch nicht in Sicht. Oder gibt es da draußen noch einen großen Unbekannten?

Nur noch gute Laune

26. März 2009 Nick Kommentieren

Es ist eine positive Überraschung. Ein Ergebnis, mit dem man nicht mehr gerechnet hätte; ein Ergebnis, das den einen dunklen Schatten vertreibt, der sich vor einigen Wochen über den Verein Borussia Dortmund, abseits der Profifußball-Abteilung, gelegt hatte. Der BVB kann für seine Tischtennis-Herren und Handball-Damen nun doch die Lizenz für die Bundesliga beantragen und damit den Profisport in diesen Abteilungen fortsetzen. Noch vor wenigen Wochen hatte Präsident Rauball aus steuerrechtlichen Gründen die Abmeldung der beiden Mannschaften aus dem Profi-Bereich angekündigt. Hintergrund waren die Verluste im wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb der beiden Abteilungen gewesen, die nicht aus den Mitgliedsbeiträgen des Vereins oder dem Vermögen der Kommanditgesellschaft auf Aktien ausgeglichen werden durften.

Nun ist es in einer Art konzertierten Aktion gelungen, doch noch genügend Sponsoren zu finden, um den Spielbetrieb für die nächsten drei Jahre zu sichern und damit natürlich auch Spielraum für längerfristige Planungen zu schaffen. Bei den Sponsoren handelt es sich ausschließlich um Unternehmen aus der Region Dortmund, was deutlich macht, dass der ‘Paukenschlag’ vom Monatsanfang vor allem dort für Wiederhall sorgte. Schön zu sehen, dass es wirklich eine Art ‘regionale Solidarität’ zu geben scheint (die natürlich und zu Recht den Sponsoren auch ein positives Image verpasst); schön zu sehen auch, dass für unsere Vereinsoberen die Handballerinnen und Tischtennis-Spieler wirklich mehr als ein bloßes Anhängsel zu sein scheinen. Gute Laune!

Ein echtes Sommermärchen

3. Juni 2008 Nick 7 Kommentare

Eine nette Geschichte, von der die Ruhr Nachrichten da berichten. Der BVB hat den 21-jährigen Stürmer Bayram Sadrijai vom TSG Thannhausen verpflichtet, jenem Bayernligisten, der sich in der vorletzten Saison im DFB-Pokal gegen die Schwarz-Gelben mit 0:3 sehr achtbar aus der Affäre zog. Damals spielte Sadrijai unter anderem Christian Wörns schwindlig (gut, heute wundert das niemand mehr ;-) ), auch wenn ihm kein Treffer gelang.

BVB-Sportdirektor Michael Zorc hat den Auftritt nicht vergessen und blieb an dem jungen Amateur dran. Und jetzt, nach überstandenem Kreuzbandriss des Spielers, hat er zugeschlagen. Man sollte wissen, dass Sadrijai immerhin auch ein Angebot der Bayern-Amateure hatte – inwiefern es jetzt eine Rolle spielte, dass der Albaner seit seiner Kindheit BVB-Fan ist, bleibt vorerst dahingestellt. Der Neuling soll natürlich zuerst bei der 2. Mannschaft Spielpraxis sammeln, aber auch mit den Profis am 8. Juli ins Trainingslager fahren. Ob er wirklich mal in der Bundesliga auftaucht? Der Weg ist sicher steinig. Aber wollen wir nicht an so ein modernes Märchen glauben? Wäre doch mal ein echter Herzenswärmer…