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Archiv für die Kategorie ‘Zirkus’

Schalker Finanzen und zuhause bei Dede

13. Oktober 2009 Nick 1 Kommentar

Die immer sehr empfehlenswerte Sendung „Sport Inside“ im WDR ist ein Sportmagazin mit Hintergrund-Berichten. Gestern liefen gleich zwei sehenswerte Fußball-Beiträge. Im ersten wurde der Zusammenhang zwischen Stadionfinanzierung und finanziellen Engpässen bei deutschen Spitzenklubs beleuchtet. Im Fokus: Schalke 04 und Bayern München. Für Kenner ist es nichts Neues, aber in Gelsenkirchen wurden/werden scheinbar ähnliche Fehler gemacht wie vor Jahren in Dortmund. Die Parallelen: Zur Finanzierung des Stadionaus- bzw. -neubaus wurden zukünftige Einnahmen (aus Kartenverkauf und Sponsorenverträgen) verpfändet. Der fehlende sportliche Erfolg insbesondere in der letzten Saison führt nun zu finanziellen Engpässen. Die Mannschaft ist (immer noch) zu teuer. Wie bei Schwarz-Gelb vor 6+x Jahren hat man sich offensichtlich verspekuliert. Kein Wunder bei der Führungsmannschaft.

Ein interessantes Detail, das aber voraussichtlich nicht ins Gewicht fallen wird, erfuhr man über den großen FC Bayern. Im Jahr 2008 soll an der Säbener Straße nur deshalb ein Gewinn im Geschäftsbericht gestanden haben, weil Wertpapiere im Besitz der Bazis mit dem ursprünglichen Kaufpreis bewertet wurden und nicht anhand der längst gefallenen Kurse.

Als dritter Beitrag der Sendung folgte eine ‘Home Story’ über Dede. Den dienstältesten Dortmunder. Den ausländischen Profi mit den meisten Bundesliga-Einsätzen. Viele Fakten und Anekdoten dürften den BVB-Fans bekannt gewesen sein, für andere waren sie sicher hörenswert. Einen Blick in die Villa eines Fußballprofis werden auch die meisten Schwarz-Gelben noch nicht geworfen haben. Zudem wurde Dedes deutsche Freundin vorgestellt. Weiche Fakten, sicherlich. Aber Details, die ich von Leonardo noch nicht kannte und die nach so langer Vereinszugehörigkeit schon interessieren dürfen. Er scheint sich in Dortmund inzwischen heimisch zu fühlen – und wird hoffentlich auf dem Feld bald wieder an alte Tage anknüpfen können.

Eine Wiederholung von „Sport Inside“ wird am Samstag um 12:30 Uhr bei EinsExtra ausgestrahlt.

Fußball in Zeiten der Länderspiel-Pause

6. September 2009 Nick Kommentieren

Für Leute wie mich, fast-nur-Vereinsfußballfans, sind solche Länderspiel-Pausen ähnlich unwillkommen wie wohl für die meisten Trainer. Gerade zu einem so frühen Zeitpunkt der Saison, wenn noch so viele Fragen in Bezug auf das eigene Team offen sind, kann ich mich überhaupt nicht für die Spiele der Nationalmannschaft erwärmen. Einige Alternativ-Themen für diese ‘Zwischenzeit’:

Blick nach Dortmund. Es bleibt der Ärger über die Kringe-Ausleihe nach Berlin. Aber es hilft ja nichts, die Sache ist durch und der Blick geht wieder nach vorne. Das eigentliche Thema ist die Form und Stärke des Teams. Testspiele geben da bekanntlich nur bedingt Aufschluss. Der BVB hat gegen den Fünftligisten Wanne-Eickel mit 4:0 und gegen den Kreisligisten SV Greven mit 10:0 gewonnen – Jürgen Klopp war mit beiden Auftritten nicht vollends zufrieden.

Als nächstes kommt der FC Bayern. Die Floskel vom ‘einfachsten Spiel’ lasse ich weg, aber es ist eine Begegnung, die ebenfalls noch keinen Aufschluss über den wahrscheinlichen Saisonverlauf geben wird. Gewinnst du gegen die Bayern, sieht es im nächsten Spiel häufig anders aus, verlierst du, ist niemand überrascht – und ein Unentschieden entzieht sich weitgehend einer Interpretation. Schön ist jedoch, dass in Dortmund weiterhin wenig abseits des Sportlichen diskutiert wird.

Anders als bei den Nachbarn. Der höchstverschuldete Verein der Liga kommt auch unter Felix Magath nicht zur Ruhe. Immerhin sind intern die Kompetenzen inzwischen weitgehend abgesteckt. Vor gut einer Woche wurde aus Gelsenkirchen bestätigt, dass von Gazprom nur noch Prämienzahlungen fließen. Die regulären jährlichen Einnahmen aus dem Deal gehen offensichtlich an ein Londoner Finanzunternehmen, das den Schalkern dafür eine Einmalzahlung zukommen ließ. Gut, ganz neu sind die Geldsorgen beim S04 nicht. Nur, dass sie angeblich sogar Ex-Manager Rudi Assauer noch etwas schuldig sind, wie dieser vor ein paar Tagen behauptete, war noch nicht bekannt. Ob da was dran ist oder nicht – ein großer Unterschied zum berühmten ‘Umfeld’ des FC Bayern ist jedenfalls nicht mehr zu erkennen.

Blick nach England. In den ersten beiden Ligen ruhte auch in England der Spielbetrieb wegen der Länderspiel-Termine. Bleibt für mich der Blick auf League Two (4. Liga), wo einer der Vereine spielt, die ich auf der Insel mit Wohlwollen verfolge: Bradford City. Die ‘Bantams’ haben nach einem schwachen Ligastart gestern in Shrewsbury den vierten Sieg in Folge geholt.

Bradford spielte um die Jahrtausendwende zwei Jahre in der Premier League, ging in den folgenden Jahren fast bankrott und ist der bestbesuchte Verein in der vierten Liga – regelmäßig kommen über 12.000 Zuschauer. Nach der letzten Saison bot der unerfahrene Trainer Stuart McCall seinen Rücktritt an. Als Spieler war er eine Bantams-Legende, als ‘Manager’ schaffte er in seiner zweiten Saison nicht den angepeilten Aufstieg in die League One. McCall ließ sich jedoch überzeugen, einen weiteren Anlauf zu starten.

Warum das in Deutschland außer ein paar fußballerisch stark anglophil Eingestellten jemand interessieren sollte? Vielleicht, weil ein paar Bradford-Anhänger ein sehr gutes Fanblog betreiben, das für mich alles hat, was ein vereinsbezogenes Blog haben sollte: Boy from Brazil.

Tatsache: Keine Sperre für Subotic und Lehmann

27. August 2009 Nick 1 Kommentar

Das ist natürlich die beste Lösung! Der DFB-Kontrollausschuss hat entschieden, dass Schiedsrichter Fleischer bei der Auseinandersetzung zwischen Lehmann und Neven Subotic eine Tatsachenentscheidung getroffen hat – er pfiff Freistoß für Stuttgart. Damit kommen beide Spieler um eine Sperre herum. Der Ausschuss folgte also der Argumentation der Vereine; sowohl Michael Zorc als auch Stuttgarts Sportdirektor Horst Heldt hatten auf das Vorliegen einer Tatsachenentscheidung gepocht.

Entscheidend dürften jedoch die ‘Beweismittel’ gewesen sein. Auf Fernsehbildern aus der Hintertor-Perspektive ist zu erkennen, dass der Schiedsrichter das Geschehen im Blick hatte. Jedoch scheint er das Gesehene falsch wahrgenommen und interpretiert zu haben. Überhaupt gab Fleischer auch nach der Partie und in den letzten Tagen eine ausgesprochen schlechte Figur ab. Eine eindeutige Aussage konnte er offensichtlich bis heute nicht treffen. Die Essenz seiner erneuten Befragung durch den DFB ist dementsprechend kryptisch formuliert:

Die im Rahmen der Ermittlungen zu diesem Punkt nach Eingang der Stellungnahmen der beteiligten Spieler und Vereine durchgeführte erneute Befragung von Schiedsrichter Dr. Fleischer hat ergeben, dass dieser eine Lösung des Kontaktes der beiden Spieler wahrgenommen hat. (Quelle: Bundesliga.de)

Was soll das denn bitte heißen, Lösung des Kontaktes der beiden Spieler? Egal, was zählt, ist das Ergebnis. Die Aktionen der Spieler waren nicht fein, aber es gab schon brutalere Ellbogen-Checks. Der BVB hat sinnvoll reagiert und Neven Subotic mit einer vereinsinternen Geldstrafe belegt.

Kategorien:Schwarz und Gelb, Zirkus

DFB-Kommissare im Einsatz

25. August 2009 Nick 5 Kommentare

Nun ermittelt er also, der Kontrollausschuss. Nachdem Schiedsrichter Fleischer eingeräumt hat, nichts gesehen zu haben, obwohl er auf Freistoß für Stuttgart entschieden hat, kann die Begegnung von Jens Lehmann und Neven Subotic vor dem Eckball im Westfalenstadion noch mal aufgearbeitet werden. Der Vorwurf gegen beide lautet: „Krass sportwidriges Verhalten“.

Die Spieler bzw. Vereine dürfen jetzt Stellungnahmen abgeben, aber man braucht kein Prophet zu sein, sondern muss sich nur die gängige Rechtsprechung anschauen, um zu ahnen, dass beide gesperrt werden. Nach meinem Rechtsempfinden, das sich nicht unbedingt mit dem des DFB oder VFB decken muss, sollte die Strafe im Rahmen bleiben (2 Spiele, ich befürchte aber eher 3) und beide Spieler müssen gleich bestraft werden. Eine Entscheidung könnte unterdessen noch einige Tage auf sich warten lassen.

Andere Nachrichten: Tinga hat sich am Samstag wie vermutet einen Muskelfaserriss zugezogen und fällt zwei Wochen aus. Da eine Rückkehr von Sebastian Kehl im Frankfurt-Spiel noch nicht zur Debatte steht, dürfte wieder Mats Hummels die defensive Mittelfeld-Position übernehmen. Es sei denn, Subotic wird noch vorher gesperrt und Hummels rückt in die Innenverteidigung – dann könnte (endlich mal) die Stunde von Markus Feulner oder Sven Bender gekommen sein.

Mainz will Klopp zurück

4. August 2009 Nick 4 Kommentare

Kann sowas nur bei einem Karnevalsverein passieren und ist Mainz nicht mehr Mainz? Auch jenseits aller Klischees muss man feststellen, dass ein Trainerwechsel noch vor Bundesliga-Start sehr ungewöhnlich und für Deutschland sogar einzigartig ist. Mainz 05 hat gestern, drei Tage nach dem Pokal-Aus in Lübeck, Aufstiegstrainer Jörn Andersen entlassen und den 35-jährigen Thomas Tuchel zum Nachfolger bestimmt.

Tuchel ist dadurch aufgefallen, dass er in seinem ersten Jahr in Mainz die A-Junioren zur Deutschen Meisterschaft, ausgerechnet gegen den BVB, geführt hat. Er gilt zwar als sehr begabtes Trainer-Talent, aber kommt der Schritt in die volle Verantwortung der ersten Liga nicht zu früh? Es wird interessant sein zu beobachten, was passiert, wenn die Mainzer in der Rückrunde tief im Abstiegskampf stecken – ein recht wahrscheinliches Szenario. Haben die Herren Heidel und Strutz den möglichen Neuaufbau in Liga 2 schon einkalkuliert? Oder kommt dann doch ein starker, arrivierter Mann, und Tuchel rückt wieder ins zweite Glied, z.B. als Co-Trainer?

Der Hauptgrund für die Trennung von Andersen und die Beförderung von Tuchel scheint die unterschiedliche Kommunikationsbereitschaft der beiden zu sein. Mit Sicherheit entspricht letzterer mehr dem Typ des Spaß-orientierten, familienfreundlichen Trainers, den sich der Verein wünscht. Ich bin natürlich nicht der Einzige, der da Parallelen zum Vor-Vorgänger erkennt.

Die Frage bleibt, ob Tuchel der Beste ist, um einen bisher kaum Bundesliga-tauglichen Kader zum Klassenerhalt zu führen. Vielleicht war der Wechsel notwendig – in der Außenwirkung kommt er trotzdem unprofessionell rüber; man könnte ihn sowohl als verfrüht wie auch als verspätet bezeichnen. Für mich ist ja ohnehin Nürnberg das neue Mainz.

Kategorien:Marktplatz, Zirkus

Ruhe im Sturm

6. Juni 2009 Nick 5 Kommentare

Ein Tornado fegt durch die Bundesliga und schleudert wahllos Trainer an Orte, an denen man sie nie zu sehen glaubte. Der HSV, der auf dem BVB-Platz in der Europa League steht, holt sich als Nachfolger von Martin Jol für angeblich mehr als eine Million Euro Ablöse Bruno Labbadia aus Leverkusen, dem dort Defizite in der Spielerführung nachgesagt wurden und der in jedem Fall, wieso auch immer, nicht den Erfolg gebracht hat, der erwartet wurde. Nach Leverkusen geht dafür Fünf-Spiele-Trainer Jupp Heynckes, der sich in München als hipper, lockerer Fußball-Onkel neu positioniert hat.

Selten hat man solche Schnellschüsse erlebt (außer in Bielefeld) – was nicht heißen muss, dass beide Neuen scheitern werden, aber ob man da in den Führungsetagen genügend nachgedacht hat? Die Hamburger wollten wohl einen Fehler korrigieren und holen den Klopp für Zuspätgekommene. Und die Leverkusener, inklusive Rudi Völler, dachten anscheinend, alles was aus München kommt, ist gut. Mal sehen, ob das wenigstens mit Toni Kroos noch klappt.

Eine auf den ersten Blick überzeugendere Lösung hat Eintracht Frankfurt mit Michael Skibbe präsentiert. Der 43-jährige Ex-BVB- und zuletzt Galatasaray-Trainer ist zwar vom Typ her nicht gerade der Gegenentwurf zu Friedhelm Funkel, steht aber zumindest im Ruf, attraktiveren Fußball spielen zu lassen – ob sich das in Punkten auszahlt, weiß niemand.

Dass der Tornado auch durch Köln zieht, war vielleicht für Insider nicht so überraschend, für alle anderen aber schon. Dass es Christoph Daum noch mal nach Istanbul verschlägt, konnte man dann fast schon wieder erwarten. Auch in Köln soll nun nicht Mirko Slomka zum Zug kommen, dessen Ruf in Gelsenkirchen nachhaltig beschädigt wurde, sondern Jung-Trainer Zvonimir Soldo, der letztes Jahr für einige Monate bei Dinamo Zagreb das Sagen hatte – oder auch nicht, weshalb er dann zurücktrat.

Schon wieder einige Tage her ist die Präsentation von Michael Frontzeck als neuer Trainer in Mönchengladbach. Die Gladbacher holen sich also einen Ex-Spieler, der gerade nicht mit Bielefeld abgestiegen ist, sondern freundlicherweise einen Spieltag vor Schluss entlassen wurde und sich nun heimlich (oder offen) freuen kann. Sein letzter Verein ist in der zweiten Liga und er selbst arbeitet erstklassig. Nur folgerichtig, dass nun das Bielefelder Präsidium zurücktreten wird.

Und auch wenn es angesichts der ständigen Wiederholung wie ein meditatives Ritual klingen mag: Wie froh können wir beim BVB eigentlich sein, dass wir Jürgen Klopp haben und nicht in diesen Trainer-Tornado geraten sind!

Kategorien:Marktplatz, Zirkus

Das Ende des Projekts

26. April 2009 Nick 2 Kommentare

Zukünftig wird die TSG Hoffenheim ein ganz normaler reicher Bundesliga-Verein sein. Darauf deuten alle Anzeichen und Äußerungen hin, die sich aus dem tiefen Fall des Herbstmeisters in der laufenden Rückrunde ergeben. In Sinsheim scheint man mit der Geduld am Ende zu sein und gibt jetzt schon mal sehr ambitionierte Ziele für die kommende Saison vor: Laut Dietmar Hopp soll es schon der Europapokal sein, also die Teilnahme daran. Auch das Konzept, fast ausschließlich auf junge Talente zu setzen, steht zur Disposition. Hier formuliert Manager Schindelmeiser unzweideutig:

Wir haben dazu gelernt und sehen auch die Notwendigkeit, auf routiniertere Profis zu setzen.

Der Klub ist also in der Bundesliga angekommen, das ‘Projekt Hoffenheim’ beendet, die Mechanismen des Profifußball-Geschäfts werden auch in diesem Fall greifen. Das ist natürlich legitim und es bleibt eine beachtliche Erfolgsgeschichte, wie die TSG aus der fußballkulturellen Retorte in die höchste deutsche Spielklasse geschossen wurde, aber es braucht niemand mehr den Fußballfans zu erzählen, wie besonders und einzigartig dieser Verein doch sei.

(Quelle: Spox.com)

Kategorien:Heiße Luft, Zirkus

Königsblau orientiert sich an Schwarz-Gelb

25. März 2009 Nick 5 Kommentare

Die Nachbarn aus Gelsenkirchen stehen inzwischen nur noch ein Tor näher am Europapokal als der BVB. Realistisch gesehen geht es in dieser Saison nur noch um die Ruhrpott-Meisterschaft. Grund genug für die vielen Vereinsoberen der Blau-Weißen, nun einen neuen Kurs einzuschlagen, der in mehrerlei Hinsicht an das erinnert, was zur Zeit in Dortmund gemacht wird. Präsident Schnusenberg:

Wir sind in allen Wettbewerben gescheitert. Daher werden wir mit einer jungen, hungrigen Mannschaft in die Zukunft gehen.

Zugegeben, die Idee hatten die Dortmunder nicht exklusiv, sie funktioniert aber halbwegs und soll bei uns auch weiterverfolgt werden, wie die Verpflichtungen von Großkreutz (jung) und Feulner (hungrig) zur nächsten Saison andeuten. Auch die finanziellen Rahmenbedingungen in Gelsenkirchen werden zukünftig den unseren halbwegs gleichen: Während der BVB mit knapp 30 Millionen € Gehaltsbudget für die Mannschaft plant, soll das der Schalker von 55 auf 35 Millionen zurückgefahren werden.

Die dritte Parallele könnte ein weiterer ZDF-Experte sein. Mit Oliver Kahn würde ein junger, dynamisch wirkender Typ eine Führungsposition bei den Blau-Weißen einnehmen. Der dann dort neben einer Mannschaft mit stark reduziertem Star-Anteil herausragen würde. Hier sind allerdings auch Unterschiede zu unserem Herrn Klopp unübersehbar: Kahn hätte keinerlei aktive Erfahrung auf seinem Posten und seine Beliebtheit wäre zumindest anfangs eher George W. als Barack.

Ob dieser Megadeal klappt oder nicht: Große Ziele wie Meisterschaft und Champions League werden nun erstmal vertagt in Gelsenkirchen. Auf dem Konzeptpapier hört sich das alles vernünftig an, was Schnusenberg da gestern verkündete. Ob das nach all dem Getöse und mit den ganzen alten und neuen Playern überhaupt umsetzbar ist, können wir uns in aller Ruhe anschauen – was bin ich trotz hin und wieder angebrachter Kritik froh über Leute wie Watzke, Rauball, Zorc und Kloppo sowieso.

Neues vom Kader

3. Februar 2009 Nick Kommentieren

(Updated) Was für ein Schlusstag der Transferperiode! In England ist man die einsetzende Hektik gewohnt, deshalb gab es auf der BBC-Website gestern einen Transfer Window Live Ticker. Und der sollte sich lohnen, denn um den wohl spektakulärsten Transfer wurde bis in die Verlängerung gerungen. Der Wechsel des russischen EM-Stars Andrei Arshavin von Zenit St.Petersburg zum FC Arsenal schien bereits vom Tisch, ehe sich die Parteien doch wieder in Verbindung setzten und anscheinend Einigung erzielten. Jedoch geschah dies erst nach 18 Uhr, dem offiziellen Ende des ‘Fensters’, und deshalb warten Klubs, Spieler, Fans und Medien nun auf die Genehmigung des Transfers durch die Premier League, über die heute entschieden werden soll.

In Deutschland brummte der Transfermarkt in diesem Jahr aber auch bis zum Schluss. Der HSV investierte einen kleinen Teil der de Jong-Ablöse bereits wieder und holte gleich eine halbe Mannschaft, zuletzt wurde Albert Streit (vielsagender Name!) aus Gelsenkirchen ausgeliehen. Dass mit Toni Kroos ein weiterer junger Bayern-Spieler den Noch-Meister (vorübergehend?) verlässt, dürfte wohl niemand entgangen sein.

Wie bei vielen anderen Vereinen gab es denn auch in Dortmund noch Last Minute-Aktivitäten. Kurz vor der Deadline wurde ein schon lange angedachter Wechsel vollzogen: Delron Buckleys Vertrag wurde gestern aufgelöst, der Südafrikaner geht also ablösefrei, allerdings nicht nach Bielefeld sondern nach Mainz. Vermutlich war auch Delron nun angesichts fehlender Perspektiven beim BVB zu einem Gehaltsverzicht bereit – 900.000 Euro wird er am Bruchweg wohl kaum bekommen.

Zuvor waren bereits zwei weitere Abgänge bei den Schwarz-Gelben verkündet worden: Rechtsverteidiger Antonio Rukavina wird bis zum Ende der Saison an 1860 München ausgeliehen. Dort hat übrigens gerade ein Ex-BVB-Spieler einen anderen auf dem Posten des Sportdirektors beerbt: Miroslav Stevic folgt auf Stefan Reuter, der Opfer der rapide schwindenden Aufstiegsaussichten der Löwen wurde. Für Rukavina wurde indes keine Kaufoption vereinbart, er dürfte für die Sechziger höchstens bei einem unwahrscheinlichen Aufstieg zu halten sein.

Außerdem verlässt unser dritter Torwart Lukas Kruse den BVB nach einem halben Jahr bereits wieder und geht nach Augsburg. Nachdem Marcel Höttecke nach langer Verletzung bald wieder als Stammkeeper der Zweiten zur Verfügung steht, wollte man wohl ein weiteres Gehalt einsparen. Gerade, aber nicht nur, in dieser Hinsicht machen alle drei Transfers auch Sinn. Die jeweiligen Positionen der Spieler sind in Dortmund mindestens doppelt besetzt; im Fall der Fälle (Verletzungsmisere) würde Jürgen Klopp eben auf Nachwuchsspieler zurückgreifen. Deshalb gibt es bei uns auch keinen ‘Drehtür-Effekt’ wie in Leverkusen (Charisteas ersetzt Gekas) oder Hannover (Krzynowek für Huszti).

‘Zugänge’ gibt es beim BVB dafür intern: Sebastian Kehl und Kuba stehen nach ihren Verletzungen anscheinend kurz vor der Rückkehr ins Mannschaftstraining.

UPDATE: Inzwischen ist der Arshavin-Transfer amtlich.

Rangnick und die Fans, Teil 2

25. Januar 2009 Nick 1 Kommentar

Der Hoffenheimer Trainer Ralf Rangnick nimmt erneut die Fußballfans aufs Korn. Diesmal sind es allerdings nicht gemeine Pöbler wie beim Hallenturnier in Mannheim, die sich den Zorn des Professors zugezogen haben, sondern so ziemlich das Gegenteil, die VIP-Gäste beim Stadion-Eröffnungsspiel in Sinsheim, in der neuen „Rhein-Neckar-Arena“. Diese waren offensichtlich nach der Halbzeitpause nicht rechtzeitig auf die Tribüne zurückgekehrt, weswegen die bei Wiederanpfiff in diesem bedeutenden Spiel gegen eine Regionalauswahl zunächst sehr leer aussah. Fan-Versteher Rangnick dazu:

(…) so etwas tut mir in der Seele weh – vor allem, wenn ich daran denke, dass viele Leute keine Karten mehr bekommen haben.

Grundsätzlich habe ich für diese Kritik natürlich Sympathie, aber nach DIESEM Spiel wirkt sie doch verfrüht und reichlich kalkuliert. Überhaupt müssen sich die Hoffenheimer nicht wundern: Wer so viele VIP-Plätze schafft bzw. so viele VIPs einlädt, sollte damit rechnen, dass sich VIPs wie VIPs verhalten.

Wie stellt sich denn nun Ralf Rangnick den perfekten Fan vor? Es scheint ihm eine Art ‘Jubelperser’ vorzuschweben…

Kategorien:Heiße Luft, Zirkus