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Artikel getaggt mit ‘Alexander Frei’

Der Adler ist gelandet

28. Juli 2009 Nick Kommentieren

Etwas mehr als eine Woche wurde spekuliert, wer nach dem Abgang von Alex Frei der neue Topstürmer beim BVB werden würde. Kurz vor meiner Rückkehr aus einem kurzen, aber schönen Griechenland-Urlaub stand es dann fest: Der argentinische ‘Welttorjäger’ Lucas Ramon Barrios vom chilenischen Top-Klub CSD Colo-Colo wechselt für eine Summe zwischen 4,2 und 4,5 Millionen Euro nach Dortmund. Angeblich soll er weniger als Frei verdienen, so dass unter dem Strich rein finanziell ein Plus für den BVB bleibt.

Gerüchten zufolge sollen beide Serie A-Vereine aus Rom Interesse an Barrios gehabt haben; gesichert ist das Interesse von Hertha BSC, bis feststand, dass der Transfer ihre finanziellen Möglichkeiten überstieg. Meine erste Reaktion auf die Meldung, als ich davon noch am Flughafen in der Zeitung las, war: Geil, hey! Wieder ein Transfer, der absolut Sinn zu machen scheint, auch finanziell, und der von Ausdauer und guter Arbeit von Michael Zorc zeugt. Natürlich hat sich der Verein schon länger mit einem möglichen Wechsel von Alex Frei beschäftigt – und nun mit dem 24-jährigen Barrios anscheinend einen richtig guten Ersatz geholt.

Natürlich, wie bei vielen neu aus Südamerika verpflichteten Spielern muss man mit einer Eingewöhnungsphase und eventuell mit Schwierigkeiten rechnen. Andererseits sind die Referenzen von Barrios (49 Tore in 53 Spielen für Colo Colo) beeindruckend und er kommt mitten aus der Saison. Er wird nicht jedes Spiel machen können, aber sicher bald oder gleich seine Chance bekommen. Und Erfolg erleichtert die Eingewöhnung – einfach, aber wahr. Barrios behauptet nicht, viel über Deutschland oder gar Dortmund zu wissen; von den Erfolgen des BVB in den 90ern hat er jedoch scheinbar schon gehört.

In diesem Transfer steckt ein gewisses Risiko, aber auch viel Fantasie, und man hat das Gefühl, dass Zorc und Klopp mit scharfen Augen das Bestmögliche gemacht haben. Einen sicheren Hit kann man bei den schwarz-gelben Finanzen sowieso nicht landen.

Ob Lucas Barrios im Pokal am Samstag in Weiden schon dabei sein wird, werden wir sehen. Negative Nachrichten gab es heute von Sebastian Kehl. Der Kapitän leidet an einem Muskelfaserriss und wird mindestens für dieses Wochenende ausfallen. Ärgerlicher wäre sicher sein Ausfallen gegen Köln zum Liga-Auftakt, was durchaus nicht auszuschließen ist.

Alex Frei wechselt zum FC Basel

17. Juli 2009 Nick 2 Kommentare

Es ging dann doch recht schnell. Zumindest für die Öffentlichkeit, und das ist gut so. Es existiert nun eine mündliche Vereinbarung über einen Wechsel von Alexander Frei zum FC Basel, und sollte dieser den obligatorischen Medizin-Check bestehen, wovon auszugehen ist, wird der Wechsel vollzogen. Ob 4,25 Millionen Euro eine angemessene Ablöse für den treffsicheren Torjäger sind, wird davon abhängen, wie der BVB das Geld reinvestiert.

Grundsätzlich halte ich den Abgang für schade und den Transfererlös für eher niedrig, aber vermutlich hätte man für einen wechselwilligen 30-jährigen mit noch einem Jahr Vertrag nicht viel mehr kriegen können. Zu 100% verstehe ich die (öffentliche) Haltung des Vereins trotzdem nicht. Hans-Joachim Watzke sagt: „Wir haben alles versucht, ihn umzustimmen, aber leider ohne Erfolg.“ Andererseits wurde nicht mit Frei über eine vorzeitige Vertragsverlängerung gesprochen. Hinter den Kulissen wird es vermutlich diverse Schachzüge und Gespräche gegeben haben, vielleicht auch Verwerfungen, aber wir werden davon wohl nichts erfahren.

In der Tat war Alex Frei eine ‘Type’, ein Charakter, der auch mal seine Meinung sagt. Man sollte das jetzt aber nicht allen anderen Schwarz-Gelben absprechen. Es gibt noch einen Roman Weidenfeller, einen Sebastian Kehl, einen Florian Kringe, einen Dede – ich würde in nicht allzu ferner Zukunft auch einen Mats Hummels dazu zählen. Es ist schade, dass Frei geht, aber wie für so viele andere Vereine heißt es abwarten, wer der Neue sein wird. Der „Kicker“ berichtet, dass kein Interesse mehr an Robert Lewandowski bestehen soll. Wenn der Wechsel nur einen Vorteil hat, dann ist es der, dass der Saisonstart nun noch spannender wird als sowieso. Alles Gute, Alex!

Was zu erwarten war

15. Juli 2009 Nick 4 Kommentare

(Updated) Zu erwarten war, dass Mitte Juli die Transferspekulationen rund um den BVB noch nicht endgültig beendet sind. Und zu erwarten war auch, dass die neuen Gerüchte Alex Frei betreffen würden. Den Spieler, der in Dortmund wegen seiner Torquote sehr geschätzt wird, bei dem man aber nicht weiß, wie sehr er Dortmund schätzt. Und wie sehr der BVB-Trainer ihn schätzt. Der Schweizer, der kürzlich seinen 30. Geburtstag gefeiert hat, steht nur noch ein Jahr unter Vertrag, und weder der Verein noch der Spieler haben es mit einer Verlängerung eilig.

Man kann über die Situation natürlich mutmaßen: Der Verein lässt sich Zeit, weil Alex Frei kein besonderes Interesse an einer Vertragsverlängerung hat und lieber nächstes Jahr ablösefrei wechseln möchte – oder noch mal richtig viel verdienen. Deswegen könnte dem Verein daran gelegen sein, Frei ziehen zu lassen, um an ihm noch etwas zu verdienen.

Jedenfalls überraschen die Gerüchte, die heute aufgekommen sind, wohl keinen BVB-Fan. Der FC Basel hat Interesse an einer Verpflichtung von Frei – so viel scheint festzustehen. Die Angaben über den Stand der Verhandlungen schwanken zwischen „lockere Anfrage“ und „Meinungsaustausch“ (Michael Zorc) sowie „konkreten Verhandlungen“ (FCB-Vizepräsident Heusler). Der Informationspolitik beider Seiten kann man sicher nicht uneingeschränkt vertrauen. Der „Kicker“ schätzt eine mögliche Ablösesumme auf 3-4 Millionen Euro, was die Basler erstmal stemmen müssen. Für den BVB wiederum wäre mit dieser Summe ein gleichwertiger Ersatz schwer zu finden.

Mich bringt das zu dem Urteil, dass man Frei nur ‘im Notfall’ verkaufen sollte. Dann wenn sicher ist, dass er im nächsten Jahr ohnehin geht. Man kann da wohl nur auf Gesprächsbereitschaft und Offenheit hoffen.

UPDATE: Die „Ruhr Nachrichten“ melden nun, dass ein Wechsel von Frei sehr wahrscheinlich ist. Er selber scheint dazu entschlossen zu sein. Das wäre ein herber Verlust, obwohl sich die nun kolportierte Ablöse von 4-5 Millionen Euro ein wenig besser anhört als 3-4 Millionen. Mit irgendwas muss man sich ja trösten. Immerhin könnte eine solche Einnahme es dem BVB ermöglichen, sich wieder um den jungen polnischen Stürmer Robert Lewandowski zu bemühen – legen die RN nahe.

Subotic und Sahin verlängern beim BVB

28. Juni 2009 Nick Kommentieren

Zum Trainingsauftakt von Borussia Dortmund wurde heute bekannt, dass zwei wichtige Spieler ihre Verträge langfristig verlängert haben. Gut, Neven Subotic hatte bereits einen langfristigen Vertrag bis 2013 – der wurde jetzt nochmal um ein Jahr verlängert. Damit einhergehen dürfte eine Gehaltserhöhung; Ziel dieser frühzeitigen Verlängerung dürfte sein, den Stellenwert von Subotic zu unterstreichen und potenzielle Interessenten abzuschrecken.

Nuri Sahin hatte nach seiner Rückkehr in die schwarz-gelbe Startelf in der Rückrunde verlauten lassen, in Dortmund bleiben zu wollen. Sein Vertrag wäre 2010 ausgelaufen – nun ist er bis 2013 gebunden worden, kriegt sicherlich auch mehr Geld und obendrein das Trikot mit der Nummer 8, der Nummer, die einst Michael Zorc trug. Eine komplette Übersicht über die Rückennummern der kommenden Saison gibt es auf der BVB-Homepage.

Zwei wichtige Vertragsverlängerungen, davon eine dringende, sind also vollzogen worden. Bei den anderen beiden Profis, bei denen die Verträge nächsten Sommer auslaufen, Alex Frei und Marcel Schmelzer, will man sich offenbar mehr Zeit lassen. Und man muss es noch einmal deutlich sagen: Wie Michael Zorc und Jürgen Klopp ihre sommerlichen ‘Hausaufgaben’ ruhig und Schritt für Schritt abarbeiten, verdient Anerkennung – mindestens im Vergleich zu manchen Konkurrenten.

Rückrundenzeugnisse 08/09

9. Juni 2009 Nick Kommentieren

Über zwei Wochen sind schon vergangen seit dem aus schwarz-gelber Sicht dramatischen Saisonfinale in der 1.Bundesliga – höchste Zeit, sich Gedanken über die Leistungen der einzelnen Spieler in der Rückrunde zu machen. Eine nicht ganz einfache Aufgabe, denn dem bis aufs letzte Spiel grandiosen Schlussspurt ging ein zäher Auftakt voraus. Für die Bewertungen (1-10 Punkte, max. 10) lege ich nur die Leistungen der Rückrunde zugrunde; aufgeführt sind nur Spieler, die genügend Partien bestritten haben.

Roman Weidenfeller: Roman hat seinen Aufwärtstrend in der Rückrunde eindrucksvoll bestätigt, war zu Beginn der einzige stabile ‘Defensivmann’, später der Rückhalt einer sich steigernden Abwehr. Einige Glanzparaden, kaum Fehler, trotzdem nicht nach Asien eingeladen – ein Zeichen, dass es bei der Nationalmannschaft mehr um Vermarktung als um Leistung geht und ein weiterer Sargnagel für mein schwindendes Interesse an ihr. 8 P.

Neven Subotic: Einer dieser schwierigen Fälle, was die Bewertung angeht. Ohne Zweifel ist Neven Subotic ein Volltreffer für den BVB, gerade auf längere Sicht. Angesichts der jungen schwarz-gelben Defensive kann man sich nur freuen. Aber die Rückrunde begann Neven mit einem ausgeprägten Leistungstief, etlichen Unsicherheiten und Aussetzern. Um das Ligaspiel gegen Bremen herum fand er, wie der Großteil der Mannschaft, zurück zu seiner Form und strahlte wieder Sicherheit und Gelassenheit aus. Alles in allem gute 6 P.

Felipe Santana: In der Rückrunde war der junge Brasilianer durch den Weggang von Kovac und die Verletzung von Hummels im Dauereinsatz – und zeigte sich deutlich verbessert. Vertrauen und regelmäßige Einsätze zahlten sich aus, über die ganze zweite Saisonhälfte gesehen war Felipe der konstantere der beiden Innenverteidiger. Sehr schön, diese Entwicklung (einmal mehr kann dabei Jürgen Klopp nicht unerwähnt bleiben); seine Schnelligkeit verband er mit guten Tackles und gutem Kopfballspiel. 7 P.

Dede: Die Rückkehr nach der Winterpause war schön und beeindruckend, gerade in den ersten Spielen lief es viel besser als man nach einer so langen Verletzungspause vermutet hätte. Danach, als für Dede langsam der Alltag zurückkehrte, merkte man ihm doch an, dass ihm noch Dynamik und Explosivität fehlten, gerade in seinen Antritten nach vorne. Trotzdem: War schön, ihn wieder dabei zu haben! 6 P.

Patrick Owomoyela: Zeigte, was für ein Potenzial er hat, wenn er über längere Zeit verletzungsfrei bleibt. Patrick wirkte defensiv bis auf ein paar wenige Aussetzer sicher und zeigte nach vorne das, was man sich von einem modernen Außenverteidiger wünscht. Vielleicht die positivste Überraschung der Rückrunde. 8 P. Mehr …

BL 33.Spieltag / BVB 6 Arminia Bielefeld 0

17. Mai 2009 Nick Kommentieren

Darauf ein leckeres Kölsch!

Die Aufstellung: Weidenfeller – Dede, Santana, Subotic, Owomoyela – Kehl (74. Tinga) – Sahin, Kuba – Hajnal (74. Kringe) – Frei, Valdez (70. Zidan).

Eins habe ich mir wirklich genehmigt gestern Abend, und das hat sehr gut geschmeckt. Ich hatte dem FC ehrlich gesagt nichts zugetraut in Hamburg – die waren gerettet, ohne Novakovic und dümpelten so vor sich hin in den letzten Wochen. Dass die Mannschaft von Christoph Daum noch mal so kompakt und entschlossen gegen einen offensichtlich sehr schwachen HSV auftreten würde – Respekt! Die Kölner haben gezeigt, dass es im Fußball ums Gewinnen geht, 34 Spieltage lang.

Damit aber zum BVB-Spiel. Alle Ereignisse anderswo hätten ja nichts genutzt, wenn wir nicht die drei Punkte geholt hätten. Und die hingen in der ersten Halbzeit am seidenen Faden bzw. lagen auf den Schlappen von Chris Katongo und Robert Tesche, die das sperrangelweit offene Dortmunder Tor nicht trafen. Ein Trio von erstklassigen Bielefelder Gelegenheiten komplettierte ein Kopfball von Kirch, den Roman Weidenfeller sensationell parierte. Der BVB hatte nach einem ordentlichen Beginn stark nachgelassen; der Versuch, das Mittelfeld mit schnellen Pässen zu überbrücken, scheiterte immer wieder an deren Ungenauigkeit. Die Gäste standen gut gestaffelt und nutzten immerhin dreimal die Unaufmerksamkeiten, die sich bei Schwarz-Gelb auch hinten einschlichen. „Nutzen“ ist natürlich zuviel gesagt – mal abgesehen von Romans Parade vergaben die Bielefelder die Chancen kläglich. Wer solche Hochkaräter nicht macht, der wird nicht nur im Laufe des Spiels bestraft, sondern kann auch gut und gerne absteigen.

Als Dortmunder siehst du dir das mit einer Mischung aus Ärger, Unglauben und Schadenfreude über die Bielefelder Unfähigkeit an – zum Glück sollten wir noch vor der Pause erlöst werden. Nach einem Freistoß von Frei köpft Sebastian Kehl zum 1:0 ein, prallt dabei mit Torwart Eilhoff zusammen und muss kurz behandelt werden. Die Bielefelder hatten die Wahrheit einer der größten Binsenweisheiten des Fußballs erfahren: Wer solche Dinger nicht macht…

Es war ein Spiel der zwei Hälften, auch wenn es kurz nach dem Seitenwechsel nicht direkt danach aussah. Wir diskutierten in der Kneipe gerade, ob besser Sahin oder Hajnal ausgewechselt werden sollten, da macht der Ungar plötzlich das 2:0! Der in der zweiten Halbzeit stark verbesserte Kuba hatte sich rechts toll durchgesetzt und nach innen gepasst. Mehr …

Das Spiel danach

14. Mai 2009 Nick 4 Kommentare

Es hat ja auch alles seine guten Seiten. Nach der Niederlage in Wolfsburg und den Ergebnissen von gestern wird sich die Medienaufmerksamkeit noch mehr auf den Titelkampf fokussieren, der BVB wird spätestens zur Mitte der „Sportschau“ laufen (die ich sowieso selten ganz anschaue) und meine Stamm-Fußballkneipe wird  wohl halb so voll sein wie am Dienstag – was immer noch voll genug wäre.

Der BVB muss und wird sich auf das Spiel gegen Bielefeld konzentrieren. Was anderswo geschieht, interessiert jetzt erst mal nur peripher – zumindest für die Spieler muss das gelten. In der Kneipe wird es am Samstag wieder Leute geben, die über ihre Handys die anderen Spielstände abrufen – was früher der ‘Knopf im Ohr’ war, geht heute angenehmer, wenn auch meist teurer. Nur sollten wir uns davon erst mal nicht so viel erhoffen: Der VFB braucht nur noch einen Punkt, um sicher im Europapokal zu sein; der HSV ist wieder drei vor uns – und will man wirklich darauf setzen, dass gegen Köln, die gerade den Ligaverbleib feiern können, und in Frankfurt, die zuhause gerade 0:5 gegen Bremen verloren haben, noch etwas schief läuft?

Das ist nicht völlig ausgeschlossen, aber ich mache doch lieber etwas in Zweckpessismismus. Na ja, vielleicht in Frankfurt… Grundvoraussetzung für alle Überlegungen sind zwei Siege des BVB. Und zumindest gegen Bielefeld sollte es bei allem Respekt für einen Dreier reichen. Meinetwegen haben die gestern gegen Hoffenheim ganz ordentlich gespielt, aber das Ergebnis ist bekannt. Vor keinem Mannschaftsteil muss man da Angst haben; nur Torwart Eilhoff ist ein richtig Guter. In der Innenverteidigung werden den Arminen am Samstag gleich zwei Leute fehlen, Mijatovic gesperrt und Bollmann verletzt. Und überhaupt, ich habe den Ostwestfalen von Anfang an nicht viel zugetraut. Wenns schiefgeht, war das jetzt zu weit aus dem Fenster gelehnt, na gut.

Jürgen Klopp und der BVB können unterdessen darauf hoffen, ein angeschlagenes bzw. vorsorglich geschontes Quartett, bestehend aus Tamas Hajnal, Alex Frei, Sebastian Kehl und Felipe Santana, wieder zur Verfügung zu haben. Kevin Prince Boateng ist wegen seiner Roten Karte erwartungsgemäß für vier Spiele gesperrt worden – am Dienstag könnte er seine letzten neun Minuten für Schwarz-Gelb gespielt haben.

Also ich werde mich am Samstag zurücklehnen, genießen – die Sommerpause wird lang – , und natürlich trotzdem mitfiebern. Geht ja nicht anders.

BL 32.Spieltag / VFL Wolfsburg 3 BVB 0

12. Mai 2009 Nick Kommentieren

Mehr als eine Wahrheit.

Die Aufstellung: Weidenfeller – Dede, Santana, Subotic, Owomoyela – Kehl – Sahin, Kuba (77. Kringe) – Hajnal (66. Boateng) – Frei, Valdez (67. Zidan).

Wahrheit 1: Schiedsrichter Lutz Wagner (warum eigentlich diese Ansetzung?) wollte sich in diesem wichtigen Spiel sicher nicht dem Verdacht aussetzen, ein Herz für Schwarz-Gelb zu haben. Deshalb gab er in der ersten Halbzeit keinen von zwei möglichen (eher aktiver als passiver Arm im Strafraum von Hasebe) bis zwingenden (Santana wird im Strafraum zu Boden gezogen, bevor er an den Ball kommen kann) Elfmetern für den BVB. Dafür gab er zwei lächerliche Gelbe Karten gegen Subotic (das war KEIN Handspiel) und Zidan (das war KEIN Abseits).

Richtig war nur seine Entscheidung, Boateng wegen gefährlichem Spiel Rot zu zeigen. So wird das nichts mehr mit dir und uns, Kevin. Klar wolltest du nur Einsatz zeigen und Hasebe nicht verletzen. Tatsache ist, dass du mit dem Fuß den Gegenspieler am Kopf triffst und verletzt.

Wahrheit 2 ist allerdings, dass es zum Zeitpunkt von Boatengs Platzverweis , in der 75. Minute, ohnehin nicht mehr so gut aussah für den BVB. Viele Vorwürfe kann man den schwarz-gelben Jungs aber nicht machen. Die Wolfsburger Offensive war das entscheidende Quäntchen besser als unsere. Der BVB begann gut und vergab durch Alex Frei die erste Riesenchance, als der in der 11. Minute freistehend über das Tor schoss – normalerweise ein ’sitter’ für ihn, wie man in England sagen würde. Der VFL dagegen hat diese tollen Offensiv-Kombinationen drauf, die bei uns heute immer wieder an der Ungenauigkeit der Pässe scheiterten. Josue, Grafite und Schütze Dzeko machen das 0:1.

Zu dieser Wahrheit gehört auch, dass sich die BVB-Abwehr beim zweiten Wolfsburger Treffer wenige Minuten nach der Pause zwei entscheidende Fehler leistete: Der bis dahin starke Owomoyela legt mit einem fehlerhaften Kopfball Dzeko den Ball vor, der dann von Subotic nicht mehr entscheidend gestört werden kann und deshalb Grafite den Ball zum 0:2 vorlegt. Ganz klar, in erster Linie Owos Ding. Das 0:3 spät im Spiel gegen auch mit zehn Mann nie aufgebende Schwarz-Gelbe will ich nun wirklich niemand ankreiden.

Ich spekuliere bekanntlich nicht, wie ein Spiel bei anderen Schiedsrichter-Entscheidungen ausgegangen wäre. Wahrheit ist nur: Wagner war schwach und Wolfsburg ein wenig besser als wir. Und wir nicht schlechter als in den letzten Spielen, nur etwas unglücklicher. Und noch eine einfache Wahrheit zum Schluss: Genauso wenig, wie vor dem Spiel irgendetwas erreicht war, ist jetzt etwas verloren. Es geht um Platz 5, es gibt noch Spiele morgen und an den nächsten beiden Samstagen.Hold your heads up high!

BL 31.Spieltag / BVB 4 Karlsruher SC 0

10. Mai 2009 Nick Kommentieren

Sieben auf einen Streich.

Die Aufstellung: Weidenfeller – Dede, Santana, Subotic, Owomoyela – Kehl – Sahin, Kuba (74. Kringe) – Hajnal (68. Boateng) – Frei, Valdez (75. Zidan).

Der BVB holt den nächsten Vereinsrekord! Nach den etwas weniger erfreulichen meisten Unentschieden in einer Saison wurde jetzt die längste Siegesserie unserer Bundesliga-Geschichte aufgestellt, sieben Siege hintereinander. Zugegeben, der KSC war dafür ein dankbarer Gegner. Bedenken musste man allenfalls kurz haben, ansonsten war überdeutlich, dass hier eine Mannschaft, die sich in einem Rausch befindet, einem Spielrausch, gegen eine Mannschaft spielt, die mitten im Abstiegskampf steckt, aber weiß, dass sie keine Tore schießen kann.

Es war nun nicht so, dass sich die Schwarz-Gelben Beine ausrissen gestern, aber es war wieder ein überzeugender Sieg mit mindestens drei schönen Toren. Der Reihe nach. Der BVB erneut unverändert, für Rotation gibts bei uns auch wirklich keine Gründe. Die erste Chance des Spiels hatte sogar der KSC, aber der Schuss von deren gefährlichstem Stürmer Sebastian Freis zeigte schon, warum das was wird mit den Badenern und der zweiten Liga. Die Schwarz-Gelben antworteten bald, nach einer schönen Flanke von Kuba zog Hajnal den Ball von rechts knapp am Tor vorbei.

Überhaupt Kuba. Es war ohnehin immer nur eine Frage der Zeit, aber gestern war der Aufwärtstrend da. Vor allem in der ersten Hälfte hatte er einige gute Szenen – die beste war das 1:0. Schönes Zuspiel von Frei auf Kuba, der rechts im Strafraum aus  spitzem Winkel direkt abzieht – und wieder ein Klasse-Tor, das dem BVB erneut eine Nominierung fürs „Tor der Woche“ einbringen sollte. Es zeigte sich allerdings im Anschluss, dass auch die Jungs von Klopp nicht komplett den mentalen Schongang vermeiden können, den man bei einer Führung gegen den harmlosen Tabellenletzten dann gerne einlegt. Sie ließen die Gäste zurück ins Spiel, standen plötzlich völlig ohne Not im Mittelfeld teilweise zehn Meter von den Gegenspielern weg.

In der 40.Minute wäre diese Gangart fast in einem Freak-Gegentor kulminiert. Ohne unsere Hilfe hätten es die Karlsruher wohl nicht geschafft, aber wenn Torwart Weidenfeller und Santana beide gleichzeitig in den Zweikampf mit dem harmlosen KSC-Stürmer Kennedy und zum Ball wollen, springt der Ball dann eben Kennedy an die Hacke und hätte auch ins Tor und nicht nur an den Pfosten rollen können. Nicht, dass der BVB das Spiel nicht trotzdem gewonnen hätte – es wäre aber bezeichnend für diese unnötig lässige Spielphase gewesen. In den letzten Minuten der ersten Hälfte rissen sich die Spieler aber noch mal zusammen und Owomoyela hätte nach einem Eckball mit einem Kopfball erhöhen können, Miller hielt jedoch.

Die zweite Halbzeit wurde vom BVB dann wieder sehr souverän gestaltet, fast schon routiniert – im positiven Sinne. Valdez hatte gestern zwar wiederholt Abschlusspech, hätte aber in einer Szene einen Elfmeter kriegen können, als ihm kurz vor dem Tor gegen das Bein getreten wurde. So brachte man den Sieg eben mit Standards unter Dach und Fach. Wie gut es für Nuri Sahin gerade läuft, zeigte der mit einem Klasse-Freistoßtor zum 2:0. Das hätte ich ehrlich gesagt Hajnal oder Frei zugetraut, Nuri jetzt nicht so, aber die Mannschaft überrascht mich immer aufs Neue! Nach dem Tor war schon klar, dass das Spiel gelaufen war, aber diesmal steckten die Spieler nicht zurück. Boateng erhielt nochmals die Gelegenheit zu zeigen, warum wir für ihn einige Millionen ausgeben sollen und gegen den KSC gelang ihm dies mal wieder.

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BL 29.Spieltag / BVB 2 Hamburger SV 0

26. April 2009 Nick 1 Kommentar

Nächster Sieg für die Stadt des Fußballs.

Die Aufstellung: Weidenfeller – Dede, Santana, Subotic, Owomoyela – Kehl – Sahin, Kuba (66. Tinga) – Hajnal (68. Boateng) – Frei, Valdez (78. Zidan)

Drei Punkte also auch gegen den HSV, dem im Endspurt die Luft auszugehen scheint. Inzwischen sind es schon 49, allerdings ist der Abstand auf Platz 5 wieder nicht kleiner geworden, dafür der auf Platz 3 ;-) . Aber wer meine Beiträge hier regelmäßig verfolgt, wird wissen, dass ich aber so gar nicht nach da oben schaue. Nein, einmal mehr können wir uns einfach über einen schönen Auftritt bei offensichtlich blendender Stimmung im Westfalenstadion freuen.

Auch gestern war ich wieder überrascht von der HSV-Aufstellung. Am Mittwoch im Pokal hatte Trochowski zunächst auf der Bank gesessen – gestern ließ Martin Jol den zukünftigen Bayern Olic in der ersten Halbzeit draußen, wegen angeblicher Müdigkeit. Eine Rotationsmaßnahme, die angesichts des verletzungsbedingten Fehlens von Petric ungewöhnlich erschien; so spielte Guerrero nominell erstmal einzige Spitze. Sinn zu machen schien diese Aufstellung nur in den ersten Minuten, als sich der BVB wie schon gegen Köln schwer tat. Das schnelle Führungstor, auf das die Gäste sicher aus gewesen waren, fiel jedoch, auch dank der schwarz-gelben Abwehr, nicht. Und was in diesen Wochen das Schöne am BVB ist: Früher oder später kämpfen die Jungs sich rein und zeigen dann einen beeindruckenden Spielfluss.

Es baute sich so langsam auf. Erst ein Abseitstor von Valdez, dann ein Distanzschuss von Subotic an die Latte, ein Seitfallzieher knapp neben das Tor wieder von Nelson, und als sich die Schwarz-Gelben so richtig warmgeschossen und eingespielt hatten, fiel dann auch der Treffer. Wieder mal eine hervorragende Vorarbeit von Nuri Sahin, der irgendwie die Erfolgsserie des BVB verkörpert – nicht als Einziger, aber als der, der den größten Schritt gemacht hat. Nuri also mit einem hohen Ball auf den freien Sebastian Kehl, die Abwehr nicht im Bilde, und der Kapitän schiebt den Ball Torwart Rost präzise durch die Beine. Einfach schöne Spielkultur, was da vor allem in der ersten Hälfte zu sehen war. Das beruht natürlich nicht nur auf Technik, wir haben ja keinen Ribery (zum Glück, sollte ich hinzufügen), sondern mindestens genauso auf Engagement.

Spielkulturell war die zweite Halbzeit nicht ganz so ansehnlich, aber dafür zeigte sich erneut die wiedergewonnene Konstanz der schwarz-gelben Defensive. Das Mittelfeld war zwar zeitweise zu weit weg vom Gegner, aber hinten ließen Dede, Santana, Subotic und Owo wenig zu. Zwei, drei brenzlige Szenen gab es natürlich schon. Nach einem falsch getimeten Herauslaufen von Weidenfeller war das Tor gefährlich leer, aber Olics Schuss wurde vom Hamburger Streit und vom Dortmunder Santana irgendwie an die Latte abgefälscht. Der BVB kam, ob Zufall oder nicht, wieder besser ins Spiel, als Tinga für den einzigen enttäuschenden Schwarz-Gelben, Kuba, ins Spiel kam (das is besser als Delling oder – war keine Absicht). Der Brasilianer legte gleich voller Engagement los, wie man ihn kennt, aber vergab zweimal aus aussichtsreichster Position, weil er schlecht passte anstatt gut zu schießen. Mehr …