Und schon wieder keine Tore.
Die Aufstellung: Weidenfeller – Lee, Subotic, Santana, Owomoyela – Hummels – Kringe (78. Klimowicz), Tinga – Hajnal – Frei, Zidan (46. Kuba).
Wenn man ein schwarz-gelber Statistikfreak ist, kann man sich sicher über den einen Punkt in Bielefeld freuen. Denn da gibt es ja traditionell wenig zu holen für den BVB. Wenn man wie ich eher die aktuelle Form und Situation als Maßstab nimmt, kann man mit dem einen Punkt irgendwie auch zufrieden sein. Und wenn man einfach nur aufs Spiel schaut, wusste man heute hinterher ebenfalls nicht, wer jetzt den Sieg eher verdient hatte.
Was ein bisschen Sorgen macht, ist die aktuelle Sturmflaute der Schwarz-Gelben. Nelson Valdez fehlte da vorne als beweglicher Antreiber, Kuba wurde erst nach der Pause eingewechselt, da er immer noch grippegeschwächt war. Die beiden ‘echten’ Stürmer Frei und Zidan (später noch Klimowicz) scheiterten mit ihren Bemühungen an Dortmund-Fan Dennis Eilhoff im Bielefelder Tor.
Die Partie war jedoch, wie meistens in Bielefeld und trotz des Ergebnisses, spannend. Zunächst hatten die Gastgeber trotz der gefälligeren Kombinationen der Schwarz-Gelben im Mittelfeld die besseren Chancen; einen Mijatovic-Kopfball gegen die Latte etwa, oder das Tor, das keines war, da Wichniarek ‘passiv-aktiv’ im Abseits stand, bevor Kirch einschob. Passiv oder aktiv – in diesem Fall eine Definitionsfrage, die der Schiedsrichter zu beantworten hat, aber eher kein geklautes Tor, wie der sehr einseitig kommentierende Premiere-Mann Matthias Stach behauptete. Der BVB verlor etwas den Faden und kam (mit Ausnahme einer gefährlichen Ecke) erst in der Schlussphase der ersten Hälfte zu guten Chancen durch den bemühten und aktiven, aber leider glücklosen Alex Frei – dessen Abseits-Quote immerhin deutlich niedriger war als letzte Woche.
Richtig aufregend war allerdings erst die zweite Halbzeit: Offener Schlagabtausch, Engagement auf beiden Seiten, allerdings mit technischen Unzulänglichkeiten. Beide Seiten hätten gewinnen KÖNNEN, beim BVB hatten Frei, Kringe und Hajnal die besten Chancen, aber die Spieler, die den Sieg erzwingen könnten, haben wir eben nicht. Trotzdem wars packend und das ist der deutlichste Fortschritt, den man zur Zeit bei Spielen mit schwarz-gelber Beteiligung gegenüber letzter Saison erkennt. Owomoyela kam gestern überraschend direkt zurück in die Startelf, allerdings war diesmal seine rechte Seite der deutlich schwächere Flügel; links zeigte Lee eine ordentliche Partie. Es fehlten die leistungsmäßigen ‘Ausreißer’; die Abwehr, vor allem Subotic, manchmal nicht auf dem Posten, in anderen Situationen umso besser. Hummels auf ungewohnter Position im defensiven Mittelfeld solide. Abschlussschwäche im Sturm, der nach der Hereinnahme von Kuba zumindest zeitweise gefährlicher wirkte. Aber eine solide Mannschaftsleistung wars schon.
Es scheint alles angerichtet für einen schönen Ausklang der Hinrunde. Freitagabend-Spiel. Es kommen die Gladbacher, denen gerade so überhaupt nichts gelingt. Der Trend sollte also unser Freund sein. Ich freue mich schon drauf. Nur verhält sich der Fußball manchmal eben auch antizyklisch…
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